Allergien

Lebensmittelzusatzstoffe und Darmfunktion

Die Verwendung von Zusatzstoffen in der Lebensmittelverarbeitung ist durch spezifische Gesetze geregelt und muss in Europa von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) genehmigt werden. Dabei handelt es sich um Stoffe, die bei der Lebensmittelherstellung verwendet werden, um deren Haltbarkeit zu verlängern oder Qualität und Geschmack bei industrieller Herstellung verbessern sollen. Sie werden als Stabilisatoren, Überzugs- oder Füllstoffe verwendet und ihr Vorhandensein in Lebensmitteln wird meist mit einer „E-Nummer“ angegeben. Es wird erwartet, dass der europäische Markt für Lebensmittelzusatzstoffe in den nächsten Jahrzehnten stark anwächst und eine Schlüsselrolle in der Lebensmittelindustrie einnehmen wird. Die meisten heute gebräuchlichen Lebensmittelzusatzstoffe wurden jedoch in den 70er und 80er Jahren nach mittlerweile überholten und als unzureichend geltenden Experimenten zugelassen. Diese veraltete Sicherheitsbewertung sowie die Zunahme des Marktvolumens von Lebensmittelzusatzstoffen legt eine erneute Bewertung der potentiell schädlichen Auswirkungen dieser Substanzen auf die menschliche Gesundheit nahe. Viele präklinische Studien haben in letzter Zeit den erhöhten und verlängerten Verzehr von Lebensmittelzusatzstoffen mit der Entwicklung und dem Fortschreiten verschiedener Formen von Colitis, Darmkrebs und dem metabolischen Syndrom in Verbindung gebracht.

Vielfältigste negative Auswirkungen der verschiedenen Substanzklassen auf den Darm sind nachgewiesen.

Hinweis:
Die Ergebnisse stammen überwiegend aus Tierversuchen, Konzentrationen sind in Klammern angegeben, sofern verfügbar

Emulgatoren

Dysbiose und metabolisches Syndrom
Reduzierte Darmtätigkeit und Colitis
Entzündung (1 % w/v)
Darmkrebs (1 % w/v)
Dysbiose mit Zunahme proinflammatorisch wirksamer Bakterien (1, 0,5, 0,25 oder 0,10 %)
Änderung des geschlechtsspezifischen Verhaltens
Neuronale Veränderungen.

Beschichtungs- und Verdickungsmittel

Nekrotisierende Enterokolitis bei Frühgeborenen (47 oder 55,2 g/L)
Beeinträchtigte Immunreaktion auf Salmonella-Infektion (5 % w/v)
Verminderte Schleimproduktion, erhöhte Anfälligkeit für Colitis, chronische Entzündung des Darmes (5 % w/v).

Künstliche Süßstoffe

Darmdysbiose und Glukoseintoleranz (Saccharin: 5 %; Sucralose 5 %; Aspartam: 4 %)
Veränderung der Darmflora und deren Stoffwechselprodukte; Leberentzündung. (0,1 mg/mL)
Veränderung der Darmflora und deren Stoffwechselprodukte mit Beeinträchtigung von Entgiftungsmechanismen der Leber (0,2 mg/20 µL)
Intestinale Dysbiose; erhöhte Sekretion von Cholesterin und Lipiden im Stuhl
Darmdysbiose und Darmentzündung; Vermehrung der Proteobakterien und erhöhte Aktivität der ilealen Myeloperoxidase (Enzym das bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielt).

Farbstoffe

Erhöhte Zytokinproduktion und beeinträchtigte Phagozytenaktivität (50 µg/mL)
Darmentzündung und Dysbiose, ROS-Freisetzung, NLRP3 Entzündungsaktivierung und Freisetzung der proinflammatorisch wirksamen Zytokine IL-1β und IL-18
Erhöhte intestinale Permeabilität (10-50-500 mg/kg)
Akkumulation in Peyer’s Plaques; höhere Anzahl dendritischer Zellen und Abnahme der regulatorischen T-Zellen (10 mg/kg)
Beeinträchtigung der probiotischen Arten (Bifidobacterium und Lactobacillus)
Veränderung der bakteriellen Stoffwechselprodukte; Abnahme der Schleimproduktion
Entzündungsreaktion und Veränderung der Kryptenlänge des Dickdarms (2-10-50 mg/kg)
Erhöhte Nüchternblutzuckerwerte und Expression von Diabetes mellitus-bezogenen Genen bei schwangeren Versuchstieren (5 mg/kg)
Antimikrobiell wirksame Stoffe
Schäden an Mikrovilli und Drüsen des Darmes, Reduktion des Körpergewichts, Darmdysbiose (46-460-4600 ppb)
Entwicklung angstähnlicher Verhaltensweisen (3,6 mg/kg)
Darmdysbiose, chronisch schleichende Darmentzündung und Colitis-assoziierte Dickdarmkarzinogenese.

 

Artensterben im Darm?

In den vergangenen Jahrzehnten verzeichnet die Medizin eine dramatische Zunahme bei metabolischen, immunologischen und psychischen Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Asthma, Allergien, entzündliche Darmerkrankungen, Depressionen und Autismus. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen birgt dies enorme Kosten weltweit. Die jährlichen weltweiten Gesundheitskosten wegen ↗︎ Übergewicht belaufen sich aktuell auf 2.000 Milliarden $, und ↗︎ Diabetes kostet weltweit 1.300 Milliarden $ pro Jahr.

Handelt es sich dabei um einzelne Erkrankungen oder kann es sein, dass es gemeinsame Ursachen gibt? Amerikanische Wissenschaftler vertreten die Ansicht, dass die Änderungen der Darmflora – eine ↗︎ massive Verringerung der Artenvielfalt –, die mit der Industrialisierung einherging, ursächlich mit der explosionsartigen Zunahme der so genannten Zivilisationserkrankungen im Zusammenhang steht. Die Veränderungen beinhalten tatsächlich den Verlust unseres mikrobiellen Erbes, welches wir im Laufe von Millionen von Jahren der Evolution erworben haben. Diese Nachricht wurde in den Zeitschriften ↗︎ „Science“  und ↗︎ „Nature“  veröffentlicht, die zu den weltweit wichtigsten wissenschaftlichen Fachzeitschriften gehören.

Zu den Mikrobiota, die in und auf unserem Körper leben, gehören Bakterien, Viren und Pilze. Sie beeinflussen wesentliche Körperfunktionen wie Nahrungsaufnahme, Immunität, Durchlässigkeit des Darmes, hormonelle Aktivität, und die Neurochemie des Gehirns. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Störungen der Darmflora in jungen Lebensjahren zu häufigeren Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes und Asthma im späteren Leben ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 führt.

Die Industrialisierung hängt mit einer wesentlichen Verringerung der Gesamtheit der Mikrobiota zusammen. Die Artenvielfalt der Darmbakterien von amerikanischen Indianern ist doppelt so hoch ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 wie die der gesunden US-Amerikaner.

Werden die vom „Artensterben“ betroffenen Darmbakterien in urbanen Metropolen und stark industrialisierten Gegenden benötigt, um die Gesundheit zu erhalten und zahlreiche Krankheiten zu verhindern? Vieles deutet darauf hin, dass es tatsächlich so ist. Neue Untersuchungen werden auch unsere Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe nehmen, denn wenn Darmbakterien richtig gefüttert werden, ↗︎ leben wir nicht nur gesünder, sondern auch länger.

 

IgG und Rheumatoide Arthritis

↗︎ Link 1 Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine komplexe Autoimmunerkrankung mit synovialer Hyperplasie, Knorpel- und Knochenzerstörung. In dieser präklinischen Studie mit Versuchstieren wurde der Frage nachgegangen, ob die Pathogenese der RA mit einer Nahrungsmittelallergie in Zusammenhang gebracht werden kann, und welche Allergene hierbei relevant sein könnten. Bei Wistar-Ratten mit Arthritis wurden die Plasmakonzentrationen proinflammatorischer Zytokine gemessen (Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) IL-1, IL-6, IL-17). Die Konzentrationen zirkulierender Immunkomplexe sowie lebensmittelspezifische IgG- und IgE-Spiegel wurden in diesem Tiermodell auch bestimmt. Die Ergebnisse zeigten eine wesentliche Erhöhung der Konzentrationen von TNF-α, IL-1, IL-6, IL-17 und zirkulierender Immunkomplexe. Die Konzentrationen von Milch- oder Ei-spezifischem IgG- und IgE-Antikörpern waren auffallend hoch. Demnach scheint die Pathogenese der RA eng mit erhöhten Ei- oder Milch-spezifischen Antikörpern einher zu gehen.

IgG-Eliminationsdiät, Migräne und Stimmungsschwankungen

Hier wird der Fall einer Patientin mit Migräne (4 – 6 Anfälle pro Woche), Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme berichtet. Der Patientin wurde eine IgG-basierte Eliminations- und Rotationsdiät verordnet, in Kombination mit Mikronährstoffen (vor allem Aminosäuren). Nach nur 30 Tagen besserte sich die Migräne-Symptomatik, die Patientin konnte die Triptane weitgehend reduzieren. Nach Ansicht der Autoren hat die kombinierte Wirkung von IgG-Nahrungsmittelallergien, Entzündungen und daraus resultierender erhöhter Darmpermeabilität zu einer Reduktion der Aminosäuren beigetragen. Daraus ergab sich eine Abnahme wichtiger Neurotransmitter, die nach Ansicht der Autoren zu Depression und Migräne beigetragen haben.
↗︎ Nelson-Dooley, Kaplan S, Bralley JA. 2009. Migraines and mood disorders: nutritional and dietary intervention based on laboratory testing. Altern. Ther. Health Med., 15: 56–60.

IgG-Antikörper gegen Hefe: Korrelation mit Übergewicht, Zonulin und Inflammationsmarkern

Die Bäckerhefe/Brauereihefe (Saccharomyces cerevisiae) wird nicht nur zur Herstellung von Brauereigetränken und Backwaren eingesetzt, sondern auch in der Tiermast, zur Verbesserung der Wachstumsleistung. Dieser einzellige Hefepilz zählt zu den am häufigsten nachgewiesenen Pilzen in menschlichen Stuhlproben und stammt sehr wahrscheinlich aus der Nahrung. Eine veränderte Verwertung der Nahrung, bedingt durch Antikörper gegen die Bäckerhefe/Brauereihefe („anti-Saccharomyces cerevisiae antibodies“ oder ASCA) könnte im menschlichen Organismus vorkommen. Bei sehr adipösen Menschen wurde eine Korrelation zwischen der Höhe der ASCA-Konzentration und dem BMI nachgewiesen, wobei der Grund der erhöhten ASCA-Werte nicht ursächlich erklärt werden konnte. In einer ↑ Studie aus Norwegen wurde nun erstmalig der Zusammenhang zwischen BMI, ASCA-IgG-Antikörpern, Ernährung, Inflammationsmarkern und Zonulin untersucht.

Ernährungsgewohnheiten, Komorbiditäten und klinische Daten von 142 stark übergewichtigen Probanden (Durchschnittlicher BMI: 42 kg/m2) wurden erhoben, wobei die Menge an konsumiertem Brot oder Bier in einen Annäherungswert für die aufgenommene Menge an Bäckerhefe/Brauereihefe umgerechnet wurde. Bei 31 der Probanden wurden ASCA-IgG-Antikörper nachgewiesen, und bei nur 4 bzw. 3 Probanden ließen sich entsprechende IgA- und IgM-Antikörper nachweisen. Bei den 31 Probanden waren Alter, Körperfettanteil und CRP-Werte wesentlich höher im Vergleich zu ASCA-IgG-negativen Probanden. Es wurden signifikante Korrelationen zwischen positiven ASCA-IgG-Antikörpern, Alter, Größe, Gewicht, Körperfettanteil und Serum-CRP-Werten festgestellt. Ein schwacher Zusammenhang ergab sich zwischen der Zonulin-Konzentration und dem ASCA-IgG-Antikörper-Titer. Es bestand jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen der Menge aufgenommener Bäckerhefe/Brauereihefe und dem Körperfettanteil oder dem ASCA-IgG-Antikörper-Titer. Die ↑ Autoren schlussfolgern daraus, dass ASCA-IgG-Antikörper mit einer allgemeinen inflammatorischen Reaktion einhergehen, die jedoch nicht der Menge an konsumierter Bäckerhefe/Brauereihefe entspricht.

Fragen aus unseren Webinaren: Wie steht der sIgA-Wert im Stuhl im Verhältnis zum Zonulin im Blut?

Die Darmbarriere ist eine der am stärksten beanspruchten Barrierestrukturen im Körper, mit immenser Bedeutung für die Erhaltung der Gesundheit. Die Epithelschicht, als „innerste Abwehrbarriere“ ist geschützt durch Schichten aus Schleim und Darmbakterien. Das einzellige Darmepithel absorbiert Nährstoffe und verhindert das Eindringen immunogener Moleküle in den Körper. Wird die Barriere durchbrochen, können Entzündungen, Autoimmunität oder sogar Krebs folgen. Eine gestörte Barriere ist daher eine ernste Angelegenheit und prioritäres therapeutisches Ziel für die Heilung (lesen Sie bitte auch ↑ Artikel 1 und ↑ Artikel 2).
Gemäß unserer Erfahrungswerte gibt es keine gesicherten Daten zum Zusammenhang zwischen dem sIgA-Wert im Stuhl im Verhältnis zum Zonulin im Blut. Aus unseren eigenen Untersuchungen haben wir jedoch Daten zu sIgA und dem langjährigen und nach wie vor relevanten alpha-1-Antitrypsin als LeakyGut-Marker.

Bei den 50 je am höchsten und den 50 jemals am niedrigsten gemessenen IgG-Werten (Pro Immun M-Tests) wurden die Ergebnisse mit den Laborwerten für sIgA und alpha-1-Antitrypsin verglichen. Ursprünglich gingen wir davon aus, dass ein erhöhter alpha-1-Antitrypsinwert mit einem stärker ausgeprägten Leaky Gut sowie erhöhten IgG-Werten des Pro Immun M-Tests korreliert. Es ergaben sich jedoch keinerlei Hinweise auf eine Korrelation. Es gab im Pro Immun M-Test sehr hohe IgG-Werte und völlig normale alpha-1-Antitrypsin-Werte, sowie auch den umgekehrten Fall niedriger IgG-Werte mit hohen alpha-1-Antitrypsin-Werten. Die gleiche Beobachtung wurde auch für sIgA gemacht. Daraus haben wir gelernt, dass es noch andere Mechanismen geben muss, wie z. B. Kreuzreaktionen, die zur nutritiv bedingten IgG-Bildung führen bei normalem Zonulin bzw. alpha-1-Antitrypsin. Aus unserer Sicht und langjähriger Erfahrung sollte bei jeglichen Anzeichen einer Inflammation (anamnestisch wie laborchemisch) der ProImmunM-Test durchgeführt werden.

Im vergangenen Jahr erschien eine Studie zur Stabilität der Zonulin-Werte im Blut im zeitlichen Verlauf, im Vergleich zu den IgG- bzw. IgA-Antikörpern gegen tight-junction-Proteine (Zonulin, Occludin, Vinculin, AQP4 und GFAP). Die Autoren stellten fest, dass es gerade bei hohen Zonulin-Werten zu erheblichen Schwankungen im zeitlichen Verlauf kommen kann (Blutentnahme bei 0, 6, 24 und 30 Stunden). Gleichzeitig blieben jedoch die IgG- bzw. IgA-Antikörper gegen Zonulin stets auf einem konstanten Niveau. Diese Ergebnisse zeigen, dass es zu erheblichen Schwankungen bei der Freisetzung von Zonulin kommen kann. Demnach kann man davon ausgehen, dass eine Korrelation mit dem sIgA-Wert im Stuhl ↑ eher unwahrscheinlich ist.

 

Beispiele unvollständiger und verzerrter Berichterstattungen

Oftmals werden für diese Berichterstattungen nur diejenigen Publikationen herangezogen und verbreitet, die negative oder ablehnende Aussagen stützen. Dies ist unserer Ansicht nach eine inakzeptable Verzerrung von Tatsachen. Eine gründliche Literaturrecherche, unter Einbezug ALLER Studien und Informationen, die zu diesem Thema verfasst und veröffentlicht wurden, sollte für jeden Autor eine Selbstverständlichkeit sein.

    •    In der Zeitschrift „Allergie konkret“ (↑ Ausgabe 1/2018) des deutschen Allergie-und Asthmabundes wurde in dem Artikel „Riskante Diagnose“ vor IgG-Tests gewarnt. IgG wird als normale Reaktion beim gesunden Menschen auf häufig konsumierte Lebensmittel beschrieben. Somit würde ein erhöhter IgG-Wert nur Hinweise auf häufig verzehrte Nahrungsmittel liefern. Demnach ist ein erhöhter IgG-Spiegel gegen Weizen lediglich ein Nachweis für einen erhöhten Konsum von Weizenprodukten. Die Autorin erwähnt einzig und allein die aus den Jahren 2008 und 2009 stammenden (veralteten) Stellungnahmen von allergologischen Gesellschaften. Keine einzige der klinischen Studien, die mittlerweile zum erfolgreichen Einsatz der IgG-basierten Eliminationsdiät erschien, wurde von der Autorin erwähnt. Stattdessen behauptet die Autorin “die Ergebnisse dieser Testung bringen oft lange Verbotslisten mit sich, die meist zu erheblichen Ernährungseinschränkungen bis hin zum Nährstoffmangel führen. In manchen Fällen verschlimmern sich die Beschwerden, anstatt zu verschwinden oder aber die Beschwerden bleiben aus, da die komplette Ernährung umgestellt wurde“. Dies scheint auch die alleinige Ansicht der Autorin zu sein, denn sie nennt keinerlei Quellen für ihre Behauptungen bezüglich eines Nährstoffmangels etc.

    •    In dem Artikel „Unproven diagnostic Tests for Adverse Reactions to Food“ (↑ Nicht bewiesene diagnostische Tests für die unerwünschten Wirkungen auf Lebensmittel) wurden nur 2 veraltete Arbeiten genannt (aus den Jahren 1996 und 2004, wobei detailliert auf mögliche methodische Fehler eingegangen wird, und daher, so argumentieren die Autoren, die Ergebnisse sowieso keinerlei Validität hätten. Es werden die negativen Stellungnahmen der Europäischen, Kanadischen und Amerikanischen Allergologengesellschaften genannt, aber wiederum keine einzige der anfangs erwähnten Studien.

    •    Ein weiterer Artikel zur gleichen Thematik „Unproven Diagnostic Tests for Food Allergy“ (↑ Nicht bewiesene diagnostische Tests für Lebensmittelallergien) erwähnt zum Thema „Migräne/Kopfschmerz bzw. Reizdarm lediglich 2 der ältesten Studien (von aktuell 13 von uns aufgeführten Studien), und schlussfolgert, dass IgG-Antikörper keine pathogene Aktivität im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom hätten. Ein immunologischer Zusammenhang mit den getesteten Lebensmitteln wird von den Autoren bestritten.

Eine derartig verzerrte Darstellung, bei der positive Studienergebnisse schlichtweg ignoriert werden, ist in unseres Erachtens nach skandalös und völlig inakzeptabel.

Entwicklung von IgE- und IgG-Antikörpern in den ersten 10 Lebensjahren

In der frühen Kindheit richtet sich das allergenspezifische IgG-Repertoire vor allem gegen tierische und pflanzliche Lebensmittelmoleküle und selten gegen luftgetragene Moleküle. In einer kollaborativen Studie mehrerer universitärer Krankenhäuser in Deutschland wurde untersucht, in wieweit dieses frühe Antikörper-Muster gegenüber einer breiten Palette allergener Moleküle während der ersten 10 Lebensjahre beibehalten wird.

Die Wissenschaftler untersuchten die Blutseren von Teilnehmern der Deutschen Multicenter-Allergie-Studie, einer Geburtskohorte, die 1990 geboren wurde. Die Seren wurden im Zeitraum zwischen Geburt und dem Alter von 10 Jahren gesammelt. Der zeitliche Verlauf der IgE- (Cutoff ≥ 0,30  ISAC Standardised Units, ISU) und IgG- (Cutoff ≥ 0,10  ISU) Reaktionen auf 35 allergene Moleküle wurde mit geeigneten Messmethoden bestimmt.

Die IgE-Reaktionen richteten sich meist gegen eine begrenzte Gruppe von luftgetragenen Molekülen, mit folgender Prävalenzhierarchie (Phl p 1> Bet v 1> Bet v 1> Fel d 1> Phl p 5> Der p 2> Der p 2> Der p 1), die im Laufe der Zeit weitgehend beibehalten wurde. Das IgG-Repertoire war jedoch viel breiter, beginnend vor allem mit IgG gegen tierische Lebensmittel. In späteren Lebensjahren kamen Antikörper gegen Moleküle aus pflanzlichen Lebensmitteln hinzu, und erst danach kam es zu IgG-Reaktionen auf spezifische luftgetragene Moleküle. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass eine starke IgG-Reaktion fast immer dem Auftreten von IgE auf dasselbe Molekül bei spezifisch sensibilisierten Probanden vorausgeht oder gleichzeitig mit der IgG-Reaktion auftritt. ↑ weiter

IgG-basierte Eliminationsdiät zur Gewichtsreduktion bei Patienten, die durch eine herkömmliche Diät kein Gewicht verlieren

Die Zahl der fettleibigen Menschen steigt weltweit und mittlerweile wurden die Maßnahmen gegen Adipositas für gescheitert erklärt. Ein härteres Durchgreifen ist dringend notwendig, denn der Kampf gegen Übergewicht kommt nur langsam voran. Auch die Zahl der übergewichtigen Kinder ist in den vergangenen 30 Jahren drastisch angestiegen. Kinder in den USA wiegen im Durchschnitt fünf Kilogramm mehr als ihre Altersgenossen vor dreißig Jahren, sie nehmen täglich 200 Kilokalorien mehr zu sich. Übergewicht und Fettleibigkeit bergen eine enorme Belastung der Gesundheitsausgaben für die Gesellschaft, zumal es sich um einen erheblichen Risikofaktor für viele chronische Krankheiten handelt, z. B. Herz-Kreislauf-, Verdauungs-, Atmungs- und Hormonsystems (z. B. Bluthochdruck, Typ-II-Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, Osteoarthritis, Gallenblasenstörungen, Reflux, Krebs (Brust-, Prostata-, Dickdarm-, Endometrium, etc.), Schlafapnoe und Krankheiten, die mit respiratorischer Insuffizienz zusammenhängen). Fettleibigkeit steht ursächlich im Zusammenhang mit niedriggradigen chronisch-inflammatorischen Reaktionen im weißen Fettgewebe, die mit der Aktivierung des Immunsystems einhergehen. Lebensmittel-Intoleranz ist möglicherweise auch der Grund dafür, weshalb manche Patienten mit einer üblichen Diät nur wenig Gewicht verlieren können.

In der Studie von Onmus et al. (2016) mit 82 Patienten (18 bis 65 Jahre, BMI ≥ 25) wurde der Frage nachgegangen, ob eine IgG-basierte Eliminationsdiät den Gewichtsverlust bei übergewichtigen Patienten unterstützt, die durch eine konventionelle Kalorienrestriktions-Diät kein Gewicht verlieren konnten. Bei allen Patienten wurde ein IgG-basierter Lebensmitteltoleranztest durchgeführt. Die Hälfte der Patienten erhielten danach eine Eliminationsdiät, die auf den festgestellten Nahrungsmittelunverträglichkeiten beruhte, während sich die andere Hälfte der Patienten an ihre konventionelle Diät hielt, in Kombination mit körperlicher Aktivität. Alle Patienten wurden von einem Ernährungsberater unterstützt. Die Ergebnisse wurden nach 6-monatiger Diät erfasst.

Ergebnisse:
Durchschnittswerte von 42 Patienten die eine IgG-basierte Eliminationsdiät erhielten (nach 6 Monaten):
Gewichtsverlust:     – 8,5 kg
Fettverlust:     – 4,9 kg
BMI:         – 2,8
Triglyzeride:     – 28 mg/dl

Durchschnittswerte von 40 Patienten die eine konventionelle kalorienreduzierte Diät erhielten (nach 6 Monaten):
Gewichtsverlust:     – 0,8 kg
Fettverlust:     – 0,5 kg
BMI:     – 0,7
Triglyzeride:     – 7 mg/dl

Somit wurde in dieser Studie gezeigt, dass Übergewichtige, die durch eine kalorienreduzierte Diät nicht Gewicht verlieren können, durch eine IgG-basierte Eliminationsdiät sowohl Fett als auch Gewicht verlieren. Dabei wurde auch der Triglyceridspiegel signifikant reduziert.

Quelle:
Onmus, Meltem Yaman, Elif Cakirca Avcu, and Ali Saklamaz. 2016. “The Effect of Elimination Diet on Weight and Metabolic Parameters of Overweight or Obese Patients Who Have Food Intolerance.” Journal of Food and Nutrition Research 4(1):1–5.

Zur ausführlichen Studie (auf Englisch):
http://pubs.sciepub.com/jfnr/4/1/1

Neue Studie überrascht Allergologen

Berlin – Die Ergebnisse der sogenannten LEAP-Studie („Learning Early About Peanut“) stellen Routinen in der Allergologie infrage. Darauf hat die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) hingewiesen.
 
Über Jahrzehnte hinweg lautete die Empfehlung von Allergologen, hoch allergie­aus­lösende Nahrungsmittel wie Erdnüsse zur Vorbeugung von Nahrungsmittelallergien zu meiden. Die Empfehlung galt besonders für Säuglinge und Kinder mit einem erhöhten familiären Allergierisiko. Die Studie zeigte nun, dass die frühe Einführung von Erdnüssen in die Säuglingsernährung zwischen dem vollendeten vierten und elften Lebensmonat zu einer deutlichen Reduzierung der Häufigkeit von Erdnussallergien führen kann. ↑ weiter

Mit Darmbakterien gegen Lebensmittelallergien

Das Gesicht schwillt an, Bauchkrämpfe und Atemnot setzen ein – oft reichen schon Spuren in Lebensmitteln aus, um beispielsweise bei Erdnuss-Allergikern lebensbedrohliche Symptome zu verursachen. ↑ weiter

Anmerkung

Die folgende Information ist nicht Teil obiger Publikation.

Im Rahmen der Cellsymbiosistherapie® nach Dr. med. Heinrich Kremer werden u.a. Darmbakterien seit 2004 labordokumentiert eingesetzt als einer der Bestandteile dieses aus meiner Beobachtung heraus oftmals erfolgreichen multikausalen Diagnose- und Therapiekonzepts.
Zahlreiche dieser Behandlungserfolge werden mittels Behandlungsdokumentationen und im Rahmen einer mittlerweile über 10-jährigen Multi-Praxisstudie erfasst.

Von Beginn an war es das Ziel der CST u. a. ein nicht-toxisches, ethisches, ökonomisches, ökologisches wie therapeutisch nachhaltig effizientes Diagnose- und Therapiekonzept zu entwickeln.

Weitere Informationen zu den ernährungsadjuvant eingesetzten Darmbakterien finden Sie ↑ hier und ↑ hier.

Nähere Informationen dazu finden Sie in der „Bibliothek“ dieser Webseite in den Publikationen „Ralf Meyer, ↑ Chronisch gesund – Prinzipien einer Gesundheitspraxiserhalten, das Originalkonzept der Cellsymbiosistherapie® nach Dr. med. Heinrich Kremer und labordokumentierte Langzeitbehandlungsberichte Cellsymbiosistherapie® nach Dr. med. Heinrich Kremer, Ergebnisse einer 10-Jahres-Multipraxisstudie, ↑ Band 1 und Band 2.

Nickel-Allergie aus dem Büro

Nicht nur Oberflächenbeschichter und Kassierer haben so viel Nickel an ihren Händen, dass die für Allergiker kritische Konzentration oft überschritten ist. Bei Verkäufern und Büroangestellten ist die Nickelbelastung ähnlich hoch.

QUELLE: aerztezeitung.de
Lesen Sie den vollständigen Artikel ↑ weiter