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Autoimmunerkrankung | Heilpraktiker Ralf Meyer

Autoimmunerkrankung

Autoimmunerkrankungen und Kreuzreaktionen mit Lebensmittelantigenen

↗︎ Link Immunreaktionen gegen körpereigene Strukturen sind das Kennzeichen aller Autoimmunerkrankungen. Etwa 80 – 100 Autoimmunerkrankungen (AI) sind bisher bekannt. Zu den häufigsten gehören Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn, entzündliches Rheuma, Psoriasis und Sklerodermie. In Deutschland sind heutzutage etwa vier Millionen Menschen von solchen Erkrankungen betroffen. Mittlerweile werden Umweltfaktoren (z. B. Ernährung, Nahrungsmittelzusätze, Pestizide, Antibiotika, Konservierungsstoffe, Bisphenole und der Mangel an Vitaminen bzw. Mineralstoffen in der Nahrung) als Auslöser der Erkrankung immer mehr beachtet. Bereits 1962 wurde eine immunologische ↗︎ Kreuzreaktion zwischen Streptokokken-Protein und Gewebe des Herzens als Auslöser für Rheuma identifiziert. Ähnliche Reaktionen wurden bei Typ 1 Diabetes oder Multipler Sklerose beschrieben.

Kann mit der richtigen Ernährung ein Beitrag zur Prävention von Autoimmunerkrankungen geleistet werden? Die orale Toleranz ist der primäre Faktor, der nahrungsmittelbedingte Immunreaktionen steuert. Beim Versagen der oralen Toleranz wird eine Immunreaktion gegen Nahrungsmittelantigene ausgelöst, die im weiteren Verlauf Autoimmunerkrankungen auslösen oder verschlimmern kann. Molekulare Mimikry-basierte Nahrungsmittel-Immunreaktivität tritt auf, wenn ein Nahrungsmittelprotein (oder –peptid) eine Sequenz von Aminosäuren aufweist, die der Struktur des eigenen Gewebes stark ähnelt. T- und B-Zellen werden aktiviert und es kommt zur Produktion von Antikörpern, die sowohl mit den fremden Nahrungsmittelproteinen reagieren, als auch mit körpereigenen Proteinen verschiedener Gewebearten. Dafür sprechen verschiedene Beobachtungen:

  • Antikörper gegen Weizen, Milch, Mais, Soja, Eier und Erdnüsse wurden mit 65 verschiedenen Gewebeantigenen zusammengebracht. Die häufigste und stärkste Reaktion mit verschiedenen Gewebearten wurde für Weizen-Antikörper beobachtet.
  • Kuhmilch kann bereits im frühen Alter das Risiko für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen wie Morbus Behçet, Zöliakie, Morbus Crohn, MS, systemischer Lupus erythematodes (SLE), T1D und Uveitis erhöhen. Bei fast allen diesen Erkrankungen wurden bei Erkrankten (im Vergleich zu gesunden Probanden) ↗︎ wesentlich höhere Spiegel von IgG- und IgA-Antikörpern gegen Milchproteine nachgewiesen.
  • Patienten mit Morbus Crohn oder Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität reagieren auf zahlreiche Weizenantigene und produzieren IgG- und IgA-Antikörper gegen diese.
  • In Seren von Patienten mit Sklerodermie wurden Antikörper gefunden, die mit Proteinen aus Weizenkeimen, Erbsen, Spinat und Mais reagierten.
  • Bei Patienten mit Autismus wurde eine große Ähnlichkeit zwischen dem Gliadin-Antikörper und anti-neuronalen Gewebeantikörpern festgestellt.
  • Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) berichten nicht nur über einen Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und der Schwere ihrer Symptome, sondern auch über erhöhte Serum-IgG-, IgA- und IgM-Antikörper gegen Nahrungsproteine wie Milch, Weizen, Eier, Fisch, Schweinefleisch, Lektine und Agglutinine.
  • In 27 Ländern korreliert die Inzidenz von Multipler Sklerose stark mit dem Konsum von Kuhmilch.
  • Studien deuten darauf hin, dass die mediterrane Ernährung für RA-Patienten positive Auswirkungen zu haben scheint.
  • Im Labor hergestellte monoklonale Antikörper gegen T3 reagierten mit 53 verschiedenen Nahrungsmittelproteinen.
  • Im Labor hergestellte monoklonale Antikörper gegen T4 reagierten mit 32 verschiedenen Nahrungsmittelproteinen.
  • Im Labor hergestellte monoklonale Antikörper gegen verschiedene Insulinrezeptoren reagierten mit 204 häufig konsumierten Nahrungsmittelproteinen.

Entzündungshemmende Ernährung und Fatigue

Link 1 | Fatigue – man kennt sie bei allen Erkrankungen, die mit einer chronischen Inflammation einhergehen wie z. B. Krebs, entzündliche Darmerkrankungen, Fibromyalgie, multiple Sklerose und zahlreiche andere (Autoimmun)erkrankungen. Auch bei depressiven Patienten ist die Fatigue ein wichtiger Aspekt bei der ganzheitlichen Betrachtung der Erkrankung. Etwa 90 % der von diesen Erkrankungen betroffenen Patienten leiden auch unter Fatigue. Patienten mit Krebs sind besonders während und nach der schulmedizinischen Behandlung davon betroffen.

Fatigue ist eine überwältigende Müdigkeit, die weit über die nach körperlicher oder geistiger Anstrengung auftretende Erschöpfung hinausgeht und auch durch erholsamen Schlaf nicht beseitigt wird. Derartige Erschöpfungserscheinungen können zeitlich begrenzt auftreten oder in einen chronischen (> 6 Monate) Zustand übergehen. Aktuell geht man davon aus, dass ganz unterschiedliche Faktoren Link 1 | Link 2 an der Entstehung der Fatigue beteiligt sind. Bei dem chronische Fatigue-Syndrom (CFS), einer multisystemischen und komplexen Erkrankung mit enormen persönlichen, sozialen und beruflichen Langzeit-Einschränkungen treten gravierenden Merkmale einer fehlgeleiteten Immunregulation auf, z. B. Veränderungen des Immunglobulinspiegels, des Zytokinprofils, der Zusammensetzung von B- und T-Zellen und der natürlichen Killerzellen. Auffällige Nährstoffdefizite (Vitamin C, Vitamin B-Komplex, Natrium, Magnesium, Zink, Folsäure, L-Carnitin, L-Tryptophan, essentielle Fettsäuren und Coenzym Q10) sind ebenso maßgeblich am Ausbruch und Schweregrad des CFS beteiligt.

Ärzte der Charité-Universitätsmedizin in Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam sind nun der Frage nachgegangen, ob das bei der Fatigue beobachtete Entzündungsprofil durch eine entzündungshemmende Ernährung verbessert werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Reduktion der Fatigue hat. Es wurden insgesamt 21 klinische Studien ausgewertet, um den Einfluss von entzündungshemmenden Nährstoffen, Lebensmitteln und Ernährungsformen auf Entzündungsmarker und die Fatigue bei verschiedenen Patientengruppen zu untersuchen.

Die wesentlichen Erkenntnisse zur ernährungsbasierten Behandlung der Fatigue

Einzelne Nährstoffe

• Omega3/Omega6
Omega-3-Fettsäuren reduzierten Fatigue bei Lungenkrebs-Patienten
Omega-6-Fettsäuren (und nicht Omega-3-Fettsäuren) reduzierten Fatigue und die Inflammationsmarker TNF-α und CRP bei Patientinnen mit Brustkrebs
Täglicher Konsum von Fischöl (1,98 g/Tag EPA und 1,32 g/Tag DHA) über einen Zeitraum von 6 Monaten reduzierte Fatigue bei Patienten mit Multipler Sklerose.

• Vitamin A
Bei Patienten mit multipler Sklerose reduzierte hochdosiertes Vitamin A die Ermüdungswerte nach 1-jähriger Intervention (25.000 internationale Einheiten (IU) Retinylpalmitat/Tag für 6 Monate, gefolgt von 10.000 IU/Tag für 6 Monate).

• Vitamin D (Cholecalciferol)
Bei Patienten mit Systemischem Lupus erythematodes führte die Nahrungsergänzung mit Vitamin D (50,000 IU/Woche für einen Zeitraum von 24 Wochen) zur Besserung der Fatigue und auch der allgemeinen Symptomatik.

• Polyphenole
Epigallocatechingallat (EGCG) führte im Tierversuch zur Besserung der Fatigue.
In einer kleinen Studie mit 12 Blasenkrebs-Patienten wurde durch die tägliche Gabe von 450 oder 900 mg Isoquercetin über einen Zeitraum von 80 Tagen eine wesentliche Reduktion der Fatigue beobachtet.

• Aminosäuren/Peptide/Proteine
Mittels Carnitin wurde die Symptomatik von Patienten mit CFS wesentlich verbessert.

• Probiotika
Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom führte die 8-wöchige Einnahme von Probiotika mit Bakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium zu einer Besserung der Fatigue. Anderweitige Untersuchungen bei weiteren Erkrankungen konnten diesen Effekt jedoch nicht bestätigen.

• Ginseng
Im Tierversuch wurde eine Verbesserung der durch Chemotherapie verursachten Fatigue nachgewiesen, sowie die Reduktion inflammatorischer Zytokine (TNF-α und IL-6).

• Ernährung
Frauen mit Brustkrebs, deren Ernährung viel Fisch, Vollwertgetreide und Gemüse (vor allem grünblättriges Gemüse und Tomaten), entzündungshemmende und antioxidative Inhaltsstoffe (z. B. Carotenoide, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A, Vitamin C) enthielt, litten weitaus weniger an Chemotherapie-verursachter Fatigue.
Eine “Leaky-gut-Diät” wurde konzipiert für Patienten mit Fatigue. Sie ist kohlenhydratarm, frei von Gluten und Milchprodukten und wird kombiniert, je nach Bedarf, mit entzündungshemmend und antioxidativ wirksamen Inhaltsstoffen, z. B. Glutamin, N-acetyl-L-cysteine, Zink, L-Carnitin, Coenzym Q10, Taurin, Curcumin oder Quercetin. Die Fatigue besserte sich bei 65 % der Patienten, die sich nach diesen Vorgaben ernährten.
Die mediterrane Ernährung kann bei krankheitsbedingter Fatigue zu einer Besserung beitragen, indem die inflammatorischen Last reduziert wird. Dabei normalisiert sich die Darmflora.

 

Konsequente glutenfreie Ernährung lindert neurologische Begleitsymptome bei Zöliakiepatienten

Die Zöliakie ist eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die durch Glutenunverträglichkeit verursacht wird und sowohl allergische als auch autoimmune Merkmale aufweist. Durch die Unverträglichkeit von Gluten kommt es zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut, die mit Durchfällen, Verstopfung, Appetitlosigkeit und Erbrechen einhergeht. Glutenhaltige Nahrung verursacht im Laufe der Zeit eine ausgedehnte Zerstörung der Darmepithelzellen bzw. Dünndarmschleimhaut. Nährstoffe können dadurch nur schlecht aufgenommen werden, die Verdauung läuft nicht vollständig ab und die Begleitsymptome entsprechen einer typischen Malabsorption (Gedeihstörung bei Kindern, Blässe und Muskelschwäche, Müdigkeit, Erschöpfung, Eisenmangelanämie, Abgeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Wesensveränderungen und schlechtes Allgemeinbefinden). Auch andere Organe können betroffen sein, verschiedene extraintestinale Symptome sind bekannt:
• Gelenkschmerzen (Arthritis, Arthralgien)
• Osteoporose
• Zyklusstörungen, Abortneigung und Infertilität
• Myocarditis
• Chronischer Hepatitis
• Depressionen, Konzentrationsstörungen, Nervosität
• Migräne, Kopfschmerzen, Epilepsie

Bei der „non-celiac gluten sensitivity“ oder NCGS (Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität) besteht eine Weizenunverträglichkeit die dem klinischen Bild der Zöliakie ähnelt, bei der es aber nicht zu dem typischen Abbau der Darmschleimhaut kommt. Hier liegt also keine Enteropathie vor, die Symptomatik wird durch den Verzicht auf Gluten stark verringert.

In einer ↗︎ aktuellen Übersichtsarbeit wird nachgewiesen, dass der strikte Verzicht auf Gluten die neurologischen Begleitsymptome bei Zöliakiepatienten erheblich reduziert. Diese Ergebnisse sind wichtig, denn hier wird erneut gezeigt, dass eine simple Ernährungsumstellung ganz entscheidend zur Linderung von Symptomen führt, die für Betroffene eine große Belastung darstellen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:

Kopfschmerzen und Migräne
Online-Umfragen in sozialen Netzwerken gehören heute mit zum Repertoire wissenschaftlicher Untersuchungen. So wurde auf öffentlichen argentinischen Zöliakie-Netzwerken eine Umfrage veröffentlicht, um Patienten mit diagnostizierter Zöliakie (positive Biopsie) und Kopfschmerzen bezüglich der Charakteristika ihrer Kopfschmerzen zu befragen, sowie auch der Auswirkungen einer glutenfreien Diät auf die Kopfschmerzen. Die Ergebnisse der Befragung wurden statistisch ausgewertet und ergaben ↗︎ folgende Erkenntnisse:
• 95 % der 866 eingeschlossenen Teilnehmer waren Frauen, im Alter von 28 – 50 Jahren
• Etwa ein Viertel der Teilnehmer gab an, dass ihre Kopfschmerzen das Hauptsymptom war, welches zur Diagnose der Zöliakie führte
• Etwa die Hälfte der Teilnehmer gab Kopfschmerzen vom Spannungstyp an, gefolgt von Migräne ohne Aura (32,5 %) bzw. mit Aura (15,4 %)
• Durch den Verzicht auf Gluten besserten sich vor allem die Intensität und Häufigkeit der Migräneanfälle
• Bei konsequenter Meidung von Gluten (die von 2/3 der Patienten befolgt wurde) wurde eine Besserung bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen um 50 % festgestellt.
Durch die strikte Einhaltung einer glutenfreien Diät werden Kopfschmerzen bei Zöliakie-Patienten effektiv reduziert, sodass der Bedarf an Zusatzmedikation gesenkt werden kann.

Gluten-Ataxie
Gluten-Ataxie ist eine Störung der Bewegungs-Koordination, die bei 10 % der Zöliakie-Patienten vorkommt. Im Gehirn nachweisbare Antikörper gegen das körpereigene Enzym Transglutaminase 6 sind daran beteiligt. Diese Comorbidität kann aber auch als alleiniges Symptom vorkommen, d. h. ohne die Zöliakie-typischen Veränderungen der Dünndarm-Schleimhaut. In einer Studie mit 40 ↗︎ Ataxie-Patienten (mit oder ohne Enteropathie) wurde nachgewiesen, dass eine strenge glutenfreie Ernährung (mit serologischem Nachweis der Elimination der Anti-Gliadin-Antikörper), zu ganz wesentlichen Verbesserungen der Symptomatik führte.

Periphere Neuropathie
Eine Glutensensivität kann mit einer Schädigung peripherer Nerven (periphere Neuropathie) verbunden sein. Damit gehen oftmals Schwäche, Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Händen und Füßen einher. Nach ↗︎ ersten Erkenntnissen hilft eine strenge glutenfreie Ernährung bei der Linderung dieser Symptome. An der Studie nahmen 60 Personen mit glutenbedingter Neuropathie teil. Sie machten Angaben zur Intensität ihrer Schmerzen, ihrer seelischen Gesundheit und Ernährung. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer litten unter neuropathischen Schmerzen. Mehr als die Hälfte der Patienten die sich glutenfrei ernährten, waren schmerzfrei. Unter den Patienten mit Schmerzen, ernährte sich jedoch nur jeder 5. glutenfrei.

Epilepsie
Das Risiko für Patienten mit Zöliakie, in der Zukunft eine Epilepsie zu entwickeln ist deutlich erhöht. Was liegt daher näher, als bei Epilepsie eine ↗︎ glutenfreie Diät zu versuchen? Mehr als die Hälfte der Patienten mit Epilepsie und Glutensensitivität oder Zöliakie reagierten positiv auf eine glutenfreie Ernährung (verringerte Häufigkeit oder Beendigung von Anfällen, Reduktion der Anitepileptika).

Kognitive Leistungen (Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Gedächtnis, Reflexion)
Es gibt möglicherweise einen Zusammenhang zwischen progressiver ↗︎ kognitiver Beeinträchtigung und Zöliakie. Die Untersuchung epidemiologischer Daten aus Schweden zeigte, dass Patienten mit Zöliakie ein erhöhtes Risiko für ↗︎ vaskuläre Demenz haben können. Bei neu diagnostizierter Zöliakie verbesserte sich die ↗︎ kognitive Leistungsfähigkeit mit der Einhaltung einer glutenfreien Diät und der Heilung der Darmschleimhaut.

 

Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper und Autoimmunerkrankungen

Immunreaktionen gegen körpereigene Strukturen ist das Kennzeichen aller Autoimmunerkrankungen. Nach Angaben der Deutschen Autoimmun-Stiftung sind die Krankheitsfälle in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren auf heute vier Millionen Menschen gestiegen. Etwa 80 – 100 Autoimmunerkrankungen (AI) sind bisher bekannt, zu den häufigsten gehören Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn, entzündliches Rheuma, Psoriasis und Sklerodermie. Obwohl es eine gewisse genetische Prädisposition für diese Krankheiten gibt, kann sie doch nicht den epidemischen Anstieg der häufigsten Autoimmunerkrankungen in den vergangenen 30 Jahren erklären. Als kausale Faktoren werden daher zunehmend verschiedene Umweltfaktoren diskutiert wie z. B. die Ernährung, Nahrungsmittelzusätze, Pestizide, Antibiotika, Konservierungsstoffe, Bisphenole und der Mangel an Vitaminen bzw. Mineralstoffen in der Nahrung.
Um die Wirkung verschiedener Nahrungsmittel auf Patienten mit Autoimmunerkrankungen zu untersuchen, wurden ↑ IgG-Tests (50 Nahrungsmittelantigene) bei 100 Patienten mit ganz unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen durchgeführt. Die gleichen Tests wurden auch bei 20 gesunden Probanden gemacht und anschließend wurden die Ergebnisse der kranken und gesunden Probanden miteinander verglichen. Dabei wurden sehr große Unterschiede festgestellt, die in der Tabelle zusammengefasst sind.

 

Tabelle

 

Die Analyse der Nahrungsmittelintoleranzen bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen zeigte deutlich, dass Lebensmittel wie Kuhmilch, Weizen, Gliadin, Hühnereiweiß oder Casein eine ernsthafte Immunaktivierung verursachten. Ein Vergleich der durchschnittlichen IgG-Titer auf Antigene, die in Casein, Kuhmilch, Ziegenmilch, Reis, Mandeln oder Hühnereiweiß enthalten sind, zeigte 2- bis 12-fach höhere Werte bei den erkrankten Patienten gegenüber den gesunden Probanden. Daher sollten derartige Lebensmittel bei AI-Patienten oder bei Menschen mit einem hohen AI-Risiko gemieden werden. Besser wäre es jedoch, bei jedem Patienten einen personalisierten Test durchzuführen, gefolgt von einer individuellen Ernährungsberatung und Eliminationsdiät. Zudem müsste es auch multizentrische klinische Studien geben, die ein breiteres Spektrum an Ergebnissen bei unterschiedlichen AI-Erkrankungen liefern könnten.