Gehirn

Darmflora und Depressionen: Inflammationsmarker und mitochondriale Schäden

Im Newsletter vom 28.4. haben wir den neuen Begriff des „Psychobioms“ vorgestellt, der für die Erkenntnis steht, dass das Konzept der Darm-Hirn-Achse um das Mikrobiom des Darmes erweitert werden muss, denn Darmbakterien beeinflussen die Psyche maßgeblich. Im heutigen Newsletter stellen wir Ihnen eine neue Studie vor, die der Frage nachging, in welcher Weise und über welche Mechanismen Darmbakterien die Stimmung steuern. Dabei erkannte man, dass auch die Mitochondrien des Dünndarmepithels von einer dysfunktionalen Darmflora betroffen sind.

Depressionen sind weit verbreitet und betreffen nach Angaben der WHO 350 Millionen Menschen weltweit. Etwa 800.000 Menschen sterben jährlich an einem depressionsbedingten Suizid. Verschiedene Faktoren scheinen das Risiko und die Neuroprogression einer depressiven Erkrankung zu erhöhen, wobei auch ein Zusammenhang mit systemischen Entzündungsreaktionen besteht. Dazu gehören: psychosozialer Stress, eine mangelhafte Ernährung, körperliche Inaktivität, Übergewicht, Rauchen, veränderte Permeabilität des Darmes, Schlaf- und Vitamin D-Mangel. Auch die Darm-Mikrobiota hat einen entscheidenden Einfluss auf das zentrale Nervensystem, denn Darmbakterien beeinflussen die Freisetzung von Neurotransmittern, und steuern somit die Darm-Hirn-Achse Link 1Link 2. Verschiedene Bakterienarten, z. B. Lactobacillus brevis, Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus paracasei, Lactococcus lactis, Lactobacillus plantarum oder Bifidobacterium dentium bilden den beruhigend wirkenden Neurotransmitter GABA (Gamma-Aminobuttersäure). GABA fördert die emotionale Stabilisierung und die Konzentration. Nervosität, rasende Gedanken und ein aufgeregtes Gemüt kommen zur Ruhe, und auch eine hohe Schlafqualität wird durch GABA als natürlichem Entspannungs- oder Anti-Stress-Mittel begünstigt. Störungen in der Signalübertragung des GABA-Rezeptors sind an Angstzuständen und Depressionen beteiligt. Daher besteht auch die Annahme, dass GABA sogar eine den Botenstoffen Serotonin und Norepinephrin übergeordnete Rolle spielen könnte.

Bei Patienten mit Depressionen wurde ein Ungleichgewicht der Darmmikrobiota festgestellt, eine starke Verringerung der Vielfalt und der Anzahl von Darmbakterien, die zudem mit der Schwere der Symptome im Verhältnis steht. Probiotika können Depressionen und Ängste signifikant reduzieren und die kognitive Leistung verbessern Link 1 | Link 2 | Link 3.

Aber in welcher Weise steuern die Darmbakterien das depressive Verhalten? Um dies herauszufinden haben chinesische Wissenschaftler bei Patienten mit Depressionen immunologische, neuroendokrine und mitochondriale Zusammenhänge mit der Darmflora untersucht.

Die Darmflora von schwer depressiven Patienten wurde mittels Fäkaltransplantation auf keimfreie Ratten übertragen, die selbst keinerlei Darmbakterien besaßen (tägliche Übertragung, 2 Wochen lang). Als Kontrolle wurde die Darmflora von psychisch gesunden Probanden in gleicher Weise auf andere keimfreie Ratten übertragen. Vier Wochen später wurden bei beiden Rattengruppen verschiedene Tests gemacht, um deren affektives Verhalten zu beobachten. Es stellte sich heraus, dass die Ratten mit der Darmflora der psychisch kranken Patienten ein depressionsähnliches Verhalten entwickelten, mit stärkerer Immobilität und sehr geringem Interesse an einer zuckerhaltigen Lösung.

Zusätzlich wurde im Hippocampus der Tiere die Konzentration verschiedener Neurotransmitter gemessen (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin). Bei den Tieren mit der Mikrobiota der Depressiven ergaben sich niedrigere Werte. Dies bedeutet, dass die spezifische Darmflora von Depressiven auch zu einer geringeren Bildung wichtiger Neurotransmitter führt.

Es wurden auch die Serum-Konzentration von Corticosteron (CORT), Adrenocorticotropem Hormon (ACTH), und Corticotropin-releasing Hormon (CRH) gemessen. Hierbei stellte sich heraus, dass die Ratten mit der Darmflora depressiver Patienten wesentlich höhere Konzentrationen dieser Stoffe aufwiesen. Dies deutet darauf hin, dass eine „depressive“ Mikrobiota eine Hyperfunktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse verursacht.

Zahlreiche Zytokine wurden in beiden Tiergruppen untersucht, um die durch eine „depressive“ Mikrobiota verursachten Änderungen zu erfassen. Dabei stellte sich heraus, dass bei den Ratten mit der „depressiven“ Darmflora ein stärkerer Anstieg der proinflammatorisch wirksamen Zytokine (TNFα, IL-6, IL-1 und IFN-γ) zu verzeichnen war, während die antiinflammatorisch wirksamen Zytokine IL-4 und IL10 niedriger waren im Vergleich zu den Ratten mit gesunder Darmflora.

Zusätzlich untersuchte man die Struktur der Mitochondrien in den Zellen des Dünndarmepithels mittels Elektronenmikroskopie. Im Dünndarm der Ratten mit der Mikrobiota depressiver Patienten waren die Mitochondrien der Epithelzellen beschädigt, und auch weitere zelluläre Strukturen zeigten Veränderungen. Diese dysfunktionalen Zellen könnten an der Entstehung eines „Leaky gut“ beteiligt sein, oder als inflammatorischer „Brandbeschleuniger“ wirken.

All diese Ergebnisse belegen den wichtigen Einfluss der Darmbakterien auf neuroendokrine, immunologische und mitochondriale Signalwege. Sie sind ebenso eine wissenschaftliche Erklärung für den Erfolg integrativer therapeutischer Behandlungen, bei denen sowohl die Wiederherstellung der Darmflora/Darmfunktion berücksichtigt wird, bei gleichzeitiger Regeneration mitochondrialer Funktion.

 

Diagnose Schizophrenie: Vom Leiden ins Leben

Die Diagnose Schizophrenie ist für Eltern und Angehörige häufig ein Schock. Sie scheint wie ein unüberwindbares Gebirge zu sein, an dessen Fuß man steht und sich fragt, wie man dieses überwinden kann. Viele Menschen resignieren vor solch einer Mammutaufgabe. Betroffene begeben sich in die Hände der Psychiatrie. Angehörige suchen Rat und Hilfe bei Psychiatern, wenn der Betroffene sich nicht von selber in die Psychiatrie begibt. Die Psyche erkrankt aber nicht, sondern das Gehirn, und diese Störung ist zumeist stoffwechselbedingt.

Im vergangenen Webinar vom 5.2.2018 hat Herr HP Josef Brandenberg den Weg der Heilung seines Sohnes geschildert, der seit August 2009 von ihm wegen einer paranoiden Schizophrenie (mit Suizid-Gefährdung, Wesensveränderung, Aufenthalten in die Kinderpsychiatrie etc.) behandelt wird. Ein Leidensweg der das Leben einer ganzen Familie auf den Kopf stellte und doch zum guten Ende führte. Der Schritt zur naturheilkundlichen Behandlung und wie sich der Zustand seines Sohnes von Tag zu Tag besserte, wurde erfahrbar. Eine zunächst vereinfachte Ernährungstherapie führte zur positiven Entwicklung der kognitiven Leistungsfähigkeit und nach mehrmonatiger Ernährung gemäß den Vorgaben des Pro Immun M-Tests sowie der Einnahme von hochwertigen Nahrungsergänzungen zur Mikrobiomtherapie und der regenerativen Mitochondrienmedizin, war die Merkspanne von Erlerntem vom Fünf-Minutenbereich stetig angestiegen, bis auf monatelanges Merken. Eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt wurde somit möglich. Heute ist der junge Mann emotional völlig stabil, führt ein ganz normales Leben, hat die Fachoberschulreife abgeschlossen und bereitet sich momentan auf seine zweite Ausbildung vor.

Seine Erfahrungen während der Begleitung seines Sohnes in eine stabile Gesundheit schildert HP Brandenberg in dem Buch: ↑ „Diagnose Schizophrenie – Vom Leiden ins Leben – Berichterstattung eines Vaters und Therapeuten“, welches wir Ihnen heute gerne empfehlen möchten.

IgG-spezifische Eliminationsdiät und psychische Gesundheit

Die Messung von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern wird als Strategie zur Identifizierung von unverträglichen Nahrungsmitteln verwendet. Aktuell erlangen derartige Tests immer mehr Anerkennung, zumal in den vergangenen Jahren eine zunehmende Anzahl von Studien publiziert wurde (nach schulmedizinischen Standards), in denen die Wirksamkeit dieses Ansatzes (Symptomverbesserung) bei verschiedenen Erkrankungen nachgewiesen wurde. Dazu gehört das Reizdarmsyndrom, Migräne und Kopfschmerzen, Arthritis, Gewichtsreduktion und Lebensqualität. Zusätzlich gibt es unzählige (noch nicht publizierte) Daten zu anderweitigen Erkrankungen sowie Patientenbefragungen. Eine erhöhte Darmpermeabilität kann dazu beitragen dass größere Nahrungsmittelproteine in den Blutstrom gelangen, wo sie eine IgG-Immunantwort auslösen können.

Die Ergebnisse des Tests machen keine diagnostische Aussage, sondern werden als Ausgangspunkt für eine Eliminationsdiät verwendet, bei der bestimmte Karenzzeiten eingehalten werden, je nach der Stärke der Reaktion auf einzelne Lebensmittel. Man geht davon aus, dass eine erhöhte Darmpermeabilität ein Eckpfeiler der Wechselwirkungen zwischen Darm, Mikrobiom und Gehirn ist. Dies kann dazu führen dass Darmbakterien und deren Stoffwechselprodukte sowie auch unvollständig verdaute Nahrungsmittelbestandteile in den Blutstrom gelangen.

Studien haben gezeigt, dass die Blut-Hirn-Schranke anfällig sein kann für Veränderungen in der Darmflora. Zwischen der Darm- und der Blut-Hirnschanke bestehen strukturelle Ähnlichkeiten. Tight junctions, die den engen Zusammenhalt benachbarter Epithelzellen vermitteln, kommen sowohl in der Darmwand als auch in der Blut-Hirn-Schranke vor. Bei einer undichten Blut-Hirn-Schranke sind diese engen Verknüpfungen gestört, es kommt zum veränderten Transport von Molekülen und zu entzündlichen Reaktionen. Diese tragen möglicherweise zu der Genese/ Verschlechterung von Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, amyotropher Lateralsklerose, Multiple Sklerose, Autismus und anderen bei. Das Immunsystem und immun-vermittelte entzündliche Prozesse stehen in engem Zusammenhang mit der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Food-Specific IgG Guided Elimination Diet; A Role in Mental Health?

Omega-3 essenziell für die Entwicklung des Gehirns bei Kindern

Die Forschung über Omega-3 in der Schwangerschaft und bei Neugeborenen wurde von der Bill & Melinda Gates Foundation gefördert, veröffentlicht im Journal der Federation of American Societies for Experimental Biology (FASEB) im letzten Monat. Die Studie konkludierte, dass Omega-3 Supplemente in der Schwangerschaft und bei Neugeborenen das neurale System des Kindes verbesserten (in Englisch). ↑ weiter

Vitamin-B12-Mangel lässt Gehirn schrumpfen

B-Vitamine könnten sich als Mittel erweisen, das Gehirn im Alter länger fit zu halten, wie aus einer US-amerikanischen Studie hervorgeht. Denn wer zu wenig an B-Vitaminen hat, baut geistig schneller ab.

CHICAGO. Bekanntlich ist das Gehirn im Alter nicht nur weniger leistungsfähig als in jungen Jahren, es verliert auch zunehmend an Masse.

Könnte man diesen Prozess bremsen, wären die Alten vermutlich nicht nur geistig fitter, eine Demenz, so die Hoffnung, würde sich dann auch erst später zeigen.

Als Jungbrunnen fürs alternde Gehirn sind seit einiger Zeit B-Vitamine im Gespräch.

QUELLE: aerztezeitung.de
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Viel Vitamin D, weniger Infarkte in Herz und Hirn

NEU-ISENBURG (eb). Um 16 Prozent sinkt das Risiko einer Herzkreislauferkrankung bei Männern, die täglich mindestens 600 IU Vitamin D aufnehmen. Das hat eine prospektive Beobachtungsstudie ergeben.

Quelle: aerztezeitung.de

Anmerkung R. Meyer, nicht Teil obiger Publikation:
Im Rahmen der Cellsymbiosistherapie nach Dr. med. Heinrich Kremer wird empfohlen, den individuellen Vitamin D3 – Bedarf labordokumentiert ernährungsadjuvant und unter Berücksichtigung des Gesamtkonzeptes auszugleichen durch 1 bis 3 Kapseln ↑ Pro Vita D3 (Quelle natuerliches D3) und/oder 1 bis 3 Kapseln ↑ Pro Q10. Pro Vita D3 enthält je Kapsel 600 internationale Einheiten Vitamin D3 und Pro Q10 enthält 200 IU Vit.D3. (Hersteller: www.tisso.de)

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Therapeutic effect of vitamin d3 in multiple sclerosis patients

Multiple sclerosis (MS) is an inflammatory disease in which the myelin sheaths around the axons of the central nervous system are damaged. The damage leads to demyelination and scarring as well as a broad spectrum of signs and symptoms. The epidemiological data suggest a possible influence of vitamin D as an immunomodulatory agent on multiple sclerosis susceptibility as well as on clinical course of the disease.

Lesen Sie die vollständige Publikation in englischer Sprache auf pubmed.gov ↑ weiter

Übergewicht schadet dem Gehirn – besonders bei Frauen

Übergewicht auf den Knochen erzeugt Untergewicht im Gehirn: Adipöse haben ein verringertes Gehirnvolumen und eine verringerte Gewebedichte in der grauen Substanz, wie Studien bereits belegen. Nun gibt es außerdem Hinweise, dass die überschüssigen Fettpolster das Gehirn bei Frauen noch gravierender schädigen als bei Männern.

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