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Leaky Gut/ Schleimhautbarrierestörung | Heilpraktiker Ralf Meyer

Leaky Gut/ Schleimhautbarrierestörung

Lebensmittelzusatzstoffe und Darmfunktion

Die Verwendung von Zusatzstoffen in der Lebensmittelverarbeitung ist durch spezifische Gesetze geregelt und muss in Europa von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) genehmigt werden. Dabei handelt es sich um Stoffe, die bei der Lebensmittelherstellung verwendet werden, um deren Haltbarkeit zu verlängern oder Qualität und Geschmack bei industrieller Herstellung verbessern sollen. Sie werden als Stabilisatoren, Überzugs- oder Füllstoffe verwendet und ihr Vorhandensein in Lebensmitteln wird meist mit einer „E-Nummer“ angegeben. Es wird erwartet, dass der europäische Markt für Lebensmittelzusatzstoffe in den nächsten Jahrzehnten stark anwächst und eine Schlüsselrolle in der Lebensmittelindustrie einnehmen wird. Die meisten heute gebräuchlichen Lebensmittelzusatzstoffe wurden jedoch in den 70er und 80er Jahren nach mittlerweile überholten und als unzureichend geltenden Experimenten zugelassen. Diese veraltete Sicherheitsbewertung sowie die Zunahme des Marktvolumens von Lebensmittelzusatzstoffen legt eine erneute Bewertung der potentiell schädlichen Auswirkungen dieser Substanzen auf die menschliche Gesundheit nahe. Viele präklinische Studien haben in letzter Zeit den erhöhten und verlängerten Verzehr von Lebensmittelzusatzstoffen mit der Entwicklung und dem Fortschreiten verschiedener Formen von Colitis, Darmkrebs und dem metabolischen Syndrom in Verbindung gebracht.

Vielfältigste negative Auswirkungen der verschiedenen Substanzklassen auf den Darm sind nachgewiesen.

Hinweis:
Die Ergebnisse stammen überwiegend aus Tierversuchen, Konzentrationen sind in Klammern angegeben, sofern verfügbar

Emulgatoren

Dysbiose und metabolisches Syndrom
Reduzierte Darmtätigkeit und Colitis
Entzündung (1 % w/v)
Darmkrebs (1 % w/v)
Dysbiose mit Zunahme proinflammatorisch wirksamer Bakterien (1, 0,5, 0,25 oder 0,10 %)
Änderung des geschlechtsspezifischen Verhaltens
Neuronale Veränderungen.

Beschichtungs- und Verdickungsmittel

Nekrotisierende Enterokolitis bei Frühgeborenen (47 oder 55,2 g/L)
Beeinträchtigte Immunreaktion auf Salmonella-Infektion (5 % w/v)
Verminderte Schleimproduktion, erhöhte Anfälligkeit für Colitis, chronische Entzündung des Darmes (5 % w/v).

Künstliche Süßstoffe

Darmdysbiose und Glukoseintoleranz (Saccharin: 5 %; Sucralose 5 %; Aspartam: 4 %)
Veränderung der Darmflora und deren Stoffwechselprodukte; Leberentzündung. (0,1 mg/mL)
Veränderung der Darmflora und deren Stoffwechselprodukte mit Beeinträchtigung von Entgiftungsmechanismen der Leber (0,2 mg/20 µL)
Intestinale Dysbiose; erhöhte Sekretion von Cholesterin und Lipiden im Stuhl
Darmdysbiose und Darmentzündung; Vermehrung der Proteobakterien und erhöhte Aktivität der ilealen Myeloperoxidase (Enzym das bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielt).

Farbstoffe

Erhöhte Zytokinproduktion und beeinträchtigte Phagozytenaktivität (50 µg/mL)
Darmentzündung und Dysbiose, ROS-Freisetzung, NLRP3 Entzündungsaktivierung und Freisetzung der proinflammatorisch wirksamen Zytokine IL-1β und IL-18
Erhöhte intestinale Permeabilität (10-50-500 mg/kg)
Akkumulation in Peyer’s Plaques; höhere Anzahl dendritischer Zellen und Abnahme der regulatorischen T-Zellen (10 mg/kg)
Beeinträchtigung der probiotischen Arten (Bifidobacterium und Lactobacillus)
Veränderung der bakteriellen Stoffwechselprodukte; Abnahme der Schleimproduktion
Entzündungsreaktion und Veränderung der Kryptenlänge des Dickdarms (2-10-50 mg/kg)
Erhöhte Nüchternblutzuckerwerte und Expression von Diabetes mellitus-bezogenen Genen bei schwangeren Versuchstieren (5 mg/kg)
Antimikrobiell wirksame Stoffe
Schäden an Mikrovilli und Drüsen des Darmes, Reduktion des Körpergewichts, Darmdysbiose (46-460-4600 ppb)
Entwicklung angstähnlicher Verhaltensweisen (3,6 mg/kg)
Darmdysbiose, chronisch schleichende Darmentzündung und Colitis-assoziierte Dickdarmkarzinogenese.

 

IgG-basierte Ernährungsumstellung lindert schwere Depressionen – ein Fallbericht

Link Jedes vierte Schulkind leidet unter psychischen Problemen – meist Depressionen oder Angststörungen – wie aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der DAK  hervorgeht. Bei Erwachsenen ist die Zahl der psychischen Erkrankungen in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. Depressionen sind weit verbreitet und betreffen nach Angaben der WHO 350 Millionen Menschen weltweit. Etwa nur ein Drittel der Patienten spricht auf die medikamentöse Therapie an, oftmals sind mehrfache Therapieversuche notwendig. Verschiedene Faktoren scheinen das Risiko und die Neuroprogression einer depressiven Erkrankung zu erhöhen, wobei ein Zusammenhang mit systemischen Entzündungsreaktionen besteht. Dazu gehören: psychosozialer Stress, eine mangelhafte Ernährung, oxidativer und nitrosativer Stress, körperliche Inaktivität, Übergewicht, Rauchen, veränderte Permeabilität des Darmes, Schlaf- und Vitamin D-Mangel. Die meisten dieser Faktoren sind plastisch und daher durch therapeutische und präventive Maßnahmen sehr gut zu beeinflussen. Sie spielen auch bei anderen psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle, z. B. bipolaren Störungen, Schizophrenie, Autismus und posttraumatischen Belastungsstörungen.

Immer mehr klinische Daten werden bekannt, die erklären, wie die Ernährung bei depressiven Patienten die Immunfunktion, systemische Entzündungsprozesse und das Leaky Gut-Syndrom beeinflusst. Die Gliadin-vermittelte Überproduktion von Zonulin verursacht eine Lockerung der Tight junction-Verbindungen im Darmepithel, was mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand einhergeht. Dies ermöglicht größeren Molekülen, die normalerweise im Darm zurückgehalten werden, in den Blutstrom zu gelangen und IgG-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu induzieren. Es kommt dadurch zu einer erhöhten Immunantwort, die mit der Freisetzung proinflammatorischer Zytokine verbunden ist, welche wiederum zur Entwicklung von depressiven Symptomen führen können. Bei Patienten mit schweren Depressionen sind IgG-Antikörpertiter gegen Lebensmittelproteine besonders hoch.

Dieses neue Paradigma zur Pathogenese depressiver Störungen wurde in einer neuen Falldokumentation am Beispiel einer 34-jährigen Patientin eindrucksvoll bestätigt, die seit ihrem 12. Lebensjahr an schweren Depressionen und Angststörungen litt. Durch die Ernährungsumstellung besserte sich nachhaltig der gesundheitliche Zustand der Patientin, Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen traten nicht mehr auf.

Die 34-jährige Patientin (Sozialarbeiterin) litt seit ihrem 12. Lebensjahr an schweren Depressionen und Angststörungen. Die medikamentöse Therapie hatte sie wegen Nebenwirkungen abgesetzt und wollte ihre Erkrankung mit nicht-pharmakologischer Therapie behandeln lassen. Bis dahin bestand ihre Ernährung vorwiegend aus Fast-Food und Fertigprodukten. Pizza und Hamburger wurden täglich konsumiert, sehr häufig in Kombination mit Kuchen, Keksen oder Donuts. Die Patientin praktizierte auch keinerlei körperliche Aktivität. Sie war zwischen dem 19. und 22. Lebensjahr alkoholabhängig, litt seit Jahren unter Verstopfung, kalten Extremitäten und Schlaflosigkeit. Zunächst wurde ihr eine 3-wöchige IgG-basierte Eliminationsdiät verordnet, danach sollte sie alle 3 Tage ein vorher gemiedenes Lebensmittel konsumieren und ihr Befinden beurteilen. Während der 3-wöchigen Nahrungsmittelumstellung besserte sich ihre Stimmung, die Patientin berichtete, dass sie sich energievoller fühlte, sie sei geistig klarer, sie nahm 5 kg ab und die Verdauung besserte sich. Sie berichtete auch, dass ihre Stimmung sich wieder verschlechterte, sobald sie die vorher gemiedenen Milchprodukte zu sich nahm. Sobald sie glutenhaltige Lebensmittel konsumierte, kam es vermehrt zu Blähungen und Kopfschmerzen. Diese Änderungen brachte sie zweifelsohne mit der Ernährung in Zusammenhang.

Zusätzlich zur Ernährungsumstellung wurden der Patientin tägliche Bewegung und weitere Nahrungsergänzungsmittel verordnet. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Tagesdosis:
Fischöl (1.200 mg EPA/200 mg DHA)
Vitamin E (6,7 mg)
Vitamin B12 Injektionen (1.000 µg i.m.)

Die Patientin berichtete, dass diese Verordnungen zusätzlich zur Besserung ihres Befindens beigetragen hätten. In den folgenden 2 Jahren erzielte die Patientin einen sehr guten gesundheitlichen Zustand, und kam zu einer monatlichen Visite in die naturheilkundliche Klinik, wo sie behandelt wurde. Während der 2 Jahre wurde sie insgesamt 5 Mal rückfällig. Sobald sie die reaktiven Lebensmittel wieder mied, kam es wieder zur Besserung ihres Befindens.

 

Entzündungshemmende Ernährung und Fatigue

Link 1 | Fatigue – man kennt sie bei allen Erkrankungen, die mit einer chronischen Inflammation einhergehen wie z. B. Krebs, entzündliche Darmerkrankungen, Fibromyalgie, multiple Sklerose und zahlreiche andere (Autoimmun)erkrankungen. Auch bei depressiven Patienten ist die Fatigue ein wichtiger Aspekt bei der ganzheitlichen Betrachtung der Erkrankung. Etwa 90 % der von diesen Erkrankungen betroffenen Patienten leiden auch unter Fatigue. Patienten mit Krebs sind besonders während und nach der schulmedizinischen Behandlung davon betroffen.

Fatigue ist eine überwältigende Müdigkeit, die weit über die nach körperlicher oder geistiger Anstrengung auftretende Erschöpfung hinausgeht und auch durch erholsamen Schlaf nicht beseitigt wird. Derartige Erschöpfungserscheinungen können zeitlich begrenzt auftreten oder in einen chronischen (> 6 Monate) Zustand übergehen. Aktuell geht man davon aus, dass ganz unterschiedliche Faktoren Link 1 | Link 2 an der Entstehung der Fatigue beteiligt sind. Bei dem chronische Fatigue-Syndrom (CFS), einer multisystemischen und komplexen Erkrankung mit enormen persönlichen, sozialen und beruflichen Langzeit-Einschränkungen treten gravierenden Merkmale einer fehlgeleiteten Immunregulation auf, z. B. Veränderungen des Immunglobulinspiegels, des Zytokinprofils, der Zusammensetzung von B- und T-Zellen und der natürlichen Killerzellen. Auffällige Nährstoffdefizite (Vitamin C, Vitamin B-Komplex, Natrium, Magnesium, Zink, Folsäure, L-Carnitin, L-Tryptophan, essentielle Fettsäuren und Coenzym Q10) sind ebenso maßgeblich am Ausbruch und Schweregrad des CFS beteiligt.

Ärzte der Charité-Universitätsmedizin in Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam sind nun der Frage nachgegangen, ob das bei der Fatigue beobachtete Entzündungsprofil durch eine entzündungshemmende Ernährung verbessert werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Reduktion der Fatigue hat. Es wurden insgesamt 21 klinische Studien ausgewertet, um den Einfluss von entzündungshemmenden Nährstoffen, Lebensmitteln und Ernährungsformen auf Entzündungsmarker und die Fatigue bei verschiedenen Patientengruppen zu untersuchen.

Die wesentlichen Erkenntnisse zur ernährungsbasierten Behandlung der Fatigue

Einzelne Nährstoffe

• Omega3/Omega6
Omega-3-Fettsäuren reduzierten Fatigue bei Lungenkrebs-Patienten
Omega-6-Fettsäuren (und nicht Omega-3-Fettsäuren) reduzierten Fatigue und die Inflammationsmarker TNF-α und CRP bei Patientinnen mit Brustkrebs
Täglicher Konsum von Fischöl (1,98 g/Tag EPA und 1,32 g/Tag DHA) über einen Zeitraum von 6 Monaten reduzierte Fatigue bei Patienten mit Multipler Sklerose.

• Vitamin A
Bei Patienten mit multipler Sklerose reduzierte hochdosiertes Vitamin A die Ermüdungswerte nach 1-jähriger Intervention (25.000 internationale Einheiten (IU) Retinylpalmitat/Tag für 6 Monate, gefolgt von 10.000 IU/Tag für 6 Monate).

• Vitamin D (Cholecalciferol)
Bei Patienten mit Systemischem Lupus erythematodes führte die Nahrungsergänzung mit Vitamin D (50,000 IU/Woche für einen Zeitraum von 24 Wochen) zur Besserung der Fatigue und auch der allgemeinen Symptomatik.

• Polyphenole
Epigallocatechingallat (EGCG) führte im Tierversuch zur Besserung der Fatigue.
In einer kleinen Studie mit 12 Blasenkrebs-Patienten wurde durch die tägliche Gabe von 450 oder 900 mg Isoquercetin über einen Zeitraum von 80 Tagen eine wesentliche Reduktion der Fatigue beobachtet.

• Aminosäuren/Peptide/Proteine
Mittels Carnitin wurde die Symptomatik von Patienten mit CFS wesentlich verbessert.

• Probiotika
Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom führte die 8-wöchige Einnahme von Probiotika mit Bakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium zu einer Besserung der Fatigue. Anderweitige Untersuchungen bei weiteren Erkrankungen konnten diesen Effekt jedoch nicht bestätigen.

• Ginseng
Im Tierversuch wurde eine Verbesserung der durch Chemotherapie verursachten Fatigue nachgewiesen, sowie die Reduktion inflammatorischer Zytokine (TNF-α und IL-6).

• Ernährung
Frauen mit Brustkrebs, deren Ernährung viel Fisch, Vollwertgetreide und Gemüse (vor allem grünblättriges Gemüse und Tomaten), entzündungshemmende und antioxidative Inhaltsstoffe (z. B. Carotenoide, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A, Vitamin C) enthielt, litten weitaus weniger an Chemotherapie-verursachter Fatigue.
Eine “Leaky-gut-Diät” wurde konzipiert für Patienten mit Fatigue. Sie ist kohlenhydratarm, frei von Gluten und Milchprodukten und wird kombiniert, je nach Bedarf, mit entzündungshemmend und antioxidativ wirksamen Inhaltsstoffen, z. B. Glutamin, N-acetyl-L-cysteine, Zink, L-Carnitin, Coenzym Q10, Taurin, Curcumin oder Quercetin. Die Fatigue besserte sich bei 65 % der Patienten, die sich nach diesen Vorgaben ernährten.
Die mediterrane Ernährung kann bei krankheitsbedingter Fatigue zu einer Besserung beitragen, indem die inflammatorischen Last reduziert wird. Dabei normalisiert sich die Darmflora.

 

Leaky Gut und Polyphenole

Verschiedene Faktoren wie z. B. systemische Inflammation, bakterielle Dysbiose und Gluten-Unverträglichkeit führen zur erhöhten Permeabilität des Darmes (Leaky Gut), einem Konzept das auch in schulmedizinischen Kreisen immer mehr Anerkennung findet. Link

Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen besteht eine gestörte Bildung und Verteilung der Tight-junction-Proteine, die für den dichten Zellverband der Darmschleimhaut wichtig sind. Wenn Tight-junction-Proteine abgebaut werden (z. B. durch eine übermäßige Zonulin-Freisetzung, bedingt durch Gluten oder eine dysfunktionale Darmflora), ist die Integrität der Darmbarriere nicht mehr gewährleistet. Aber auch proinflammatorische Zytokine (z. B. TNF-α, IL-1β, und Interferon γ fördern eine erhöhte Durchlässigkeit der Tight-junction-Proteine. „Tür und Tor“ sind geöffnet für das Eindringen von Schadstoffen oder Mikroorganismen in die Blutbahn und führen zu den damit verbundenen Konsequenzen wie systemische Entzündungen.

Die im Obst und Gemüse enthaltenen Polyphenole – biologisch sehr wichtige sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe – verändern die menschliche Darmmikrobiota hin zu einem gesundheitsfördernden Profil, indem sie zur Vermehrung der wichtigen Mikroorganismen wie Bifidobakterien und Lactobacillen beitragen. Zusätzlich wirken Polyphenole auch antioxidativ und antientzündlich. In neueren Untersuchungen wurde nun nachgewiesen, dass Polyphenole die Integrität der intestinalen Barriere schützen.

In Zellkulturen hat ein Polyphenol-Extrakt aus Rotwein die Zwischenzell-Permeabilität verringert. Dieser Effekt wurde selbst in der Gegenwart proinflammatorischer Zytokine beobachtet. Diese positive Wirkung kam nachweislich durch verschiedene Prozesse zustande, die durch den Polyphenol-Extrakt verursacht wurden:
• Förderung der Bildung von Tight-junction-Proteinen (Occludin, Claudin-5 und Zonnula occludens (ZO)-1).
• Die reduzierte Bildung von Tight-junction-Proteinen unter inflammatorischen Bedingungen wurde durch den Polyphenol-Extrakt verhindert.
• Claudin-2, ein kanalbildendes Tight-junction-Proteinen, das durch pro-inflammatorische Zytokine induziert wird, wurde bei Zugabe des Polyphenol-Extraktes in geringerem Maße gebildet.

Quelle:
Nunes, C.; Freitas, V.; Almeida, L.; Laranjinha, J. (2019). Red wine extract preserves tight junctions in intestinal epithelial cells under inflammatory conditions: implications for intestinal inflammation. Food & Function, 10, 1364–1374.

Aber auch Flavonoide wie Curcumin, Genistein, Quercetin und Kaempferol haben ähnliche Effekte. In verschiedenen Versuchen wurde gezeigt, dass sie zu einer verstärkten Bildung unterschiedlicher Tight-junction-Proteine führen bzw. Tight junctions vor inflammatorischen Schäden schützen.

Quelle:
Lee, B., Moon, K. M., & Kim, C. Y. (2018). Tight Junction in the Intestinal Epithelium: Its Association with Diseases and Regulation by Phytochemicals. Journal of Immunology Research, 2018, 2645465.

Dies sind wichtige Erkenntnisse zum Schutz der Darmbarriere vor entzündlichen und somit schädigenden Reizen. Sie bieten eine allgemein verfügbare – und auch durchaus angenehme – therapeutische Intervention bei Patienten mit Darmentzündungen bzw. Reizdarm.

„Leaky Gut“ – Ursache für Fehlgeburten?

Bei etwa 10 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen kommt es zu einer Fehlgeburt. Frauen die einmal eine Fehlgeburt erlitten, haben ein erhöhtes Risiko für weitere Aborte. So kann die Gefahr einer Fehlgeburt nach drei vorangegangenen Aborten auf bis zu 45 Prozent ansteigen. Die Ursachen dafür sind noch nicht ausreichend bekannt.

Frauen mit wiederholten Aborten haben eine höhere Prävalenz von nicht diagnostizierten Darmerkrankungen. In einer Studie gingen Ärzte des Gemelli-Krankenhauses in Rom der Frage nach, ob Frauen mit mehrfachem Abort an einem undichten Darm („Leaky Gut“) leiden könnten. Sie stellten fest, dass dies tatsächlich der Fall ist. Dadurch können immunaktivierende Stoffe über die gestörte Darmeschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Dies trägt dazu bei, eine Immunantwort der Gebärmutterschleimhaut zu verstärken, wodurch ↗︎ die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt erhöht wird.

Bei 70 Frauen mit häufigen Fehlgeburten und 30 gesunden Frauen wurde ein 53Cr-EDTA-Test durchgeführt, um die Durchlässigkeit des Darmes zu bestimmen. Zusätzlich wurden die Blutseren aller Frauen auf bakterielle Lipopolysacchariden (LPS) untersucht. Dabei handelt es sich um Stoffe, die sich in der Zellwand von Bakterien befinden. Die Bakterien können bei einer durchlässigen Darmschleimhaut vermehrt in den Blutstrom gelangen und über verschiedene Signale die Freisetzung von pro-inflammatorisch wirksamem Interleukin-1β und Tumornekrosefaktor α verursachen. Damit befindet sich der Körper in einem Entzündungszustand. Zusätzlich wurde eine Biopsie der Gebärmutterschleimhaut gemacht, um den Gehalt von Caspase-1 (verursacht proinflammatorische zelluläre Prozesse), Interleukin 1β (IL-1β), Interleukin 18 (IL-18) und NALP-3 (ein Protein das als zellulärer „Gefahrenmelder“ agiert) zu bestimmen. Daten aus Patientenfragebögen zu Angst- und Depressionszuständen wurden ebenso erhoben.

Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen mit mehrfachen Aborten eine durchlässigere Darmschleimhaut hatten sowie auch höhere LPS-Konzentrationen im Blutserum. Auch Depressionen und Ängste waren stärker verbreitet. In der Gebärmutterschleimhaut dieser Frauen wurde eine erhöhte Bildung von Nalp-3, Caspase-1, IL-1β nachgewiesen (jedoch nicht IL-18). Statistische Berechnungen ergaben einen Zusammenhang zwischen der höheren Permeabilität des Darmes und der Freisetzung von NALP-3. Damit wurde nachgewiesen, dass Frauen mit mehrfachen Aborten häufiger ein Leaky-Gut-Syndrom haben, welches möglicherweise eine verstärkte endometriale Immunantwort hervorruft und zur Pathogenese der Fehlgeburt beiträgt.