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Pro Biotika und Diarrhoe | Heilpraktiker Ralf Meyer

Pro Biotika und Diarrhoe

Entzündungshemmende Ernährung und Fatigue

Link 1 | Fatigue – man kennt sie bei allen Erkrankungen, die mit einer chronischen Inflammation einhergehen wie z. B. Krebs, entzündliche Darmerkrankungen, Fibromyalgie, multiple Sklerose und zahlreiche andere (Autoimmun)erkrankungen. Auch bei depressiven Patienten ist die Fatigue ein wichtiger Aspekt bei der ganzheitlichen Betrachtung der Erkrankung. Etwa 90 % der von diesen Erkrankungen betroffenen Patienten leiden auch unter Fatigue. Patienten mit Krebs sind besonders während und nach der schulmedizinischen Behandlung davon betroffen.

Fatigue ist eine überwältigende Müdigkeit, die weit über die nach körperlicher oder geistiger Anstrengung auftretende Erschöpfung hinausgeht und auch durch erholsamen Schlaf nicht beseitigt wird. Derartige Erschöpfungserscheinungen können zeitlich begrenzt auftreten oder in einen chronischen (> 6 Monate) Zustand übergehen. Aktuell geht man davon aus, dass ganz unterschiedliche Faktoren Link 1 | Link 2 an der Entstehung der Fatigue beteiligt sind. Bei dem chronische Fatigue-Syndrom (CFS), einer multisystemischen und komplexen Erkrankung mit enormen persönlichen, sozialen und beruflichen Langzeit-Einschränkungen treten gravierenden Merkmale einer fehlgeleiteten Immunregulation auf, z. B. Veränderungen des Immunglobulinspiegels, des Zytokinprofils, der Zusammensetzung von B- und T-Zellen und der natürlichen Killerzellen. Auffällige Nährstoffdefizite (Vitamin C, Vitamin B-Komplex, Natrium, Magnesium, Zink, Folsäure, L-Carnitin, L-Tryptophan, essentielle Fettsäuren und Coenzym Q10) sind ebenso maßgeblich am Ausbruch und Schweregrad des CFS beteiligt.

Ärzte der Charité-Universitätsmedizin in Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam sind nun der Frage nachgegangen, ob das bei der Fatigue beobachtete Entzündungsprofil durch eine entzündungshemmende Ernährung verbessert werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Reduktion der Fatigue hat. Es wurden insgesamt 21 klinische Studien ausgewertet, um den Einfluss von entzündungshemmenden Nährstoffen, Lebensmitteln und Ernährungsformen auf Entzündungsmarker und die Fatigue bei verschiedenen Patientengruppen zu untersuchen.

Die wesentlichen Erkenntnisse zur ernährungsbasierten Behandlung der Fatigue

Einzelne Nährstoffe

• Omega3/Omega6
Omega-3-Fettsäuren reduzierten Fatigue bei Lungenkrebs-Patienten
Omega-6-Fettsäuren (und nicht Omega-3-Fettsäuren) reduzierten Fatigue und die Inflammationsmarker TNF-α und CRP bei Patientinnen mit Brustkrebs
Täglicher Konsum von Fischöl (1,98 g/Tag EPA und 1,32 g/Tag DHA) über einen Zeitraum von 6 Monaten reduzierte Fatigue bei Patienten mit Multipler Sklerose.

• Vitamin A
Bei Patienten mit multipler Sklerose reduzierte hochdosiertes Vitamin A die Ermüdungswerte nach 1-jähriger Intervention (25.000 internationale Einheiten (IU) Retinylpalmitat/Tag für 6 Monate, gefolgt von 10.000 IU/Tag für 6 Monate).

• Vitamin D (Cholecalciferol)
Bei Patienten mit Systemischem Lupus erythematodes führte die Nahrungsergänzung mit Vitamin D (50,000 IU/Woche für einen Zeitraum von 24 Wochen) zur Besserung der Fatigue und auch der allgemeinen Symptomatik.

• Polyphenole
Epigallocatechingallat (EGCG) führte im Tierversuch zur Besserung der Fatigue.
In einer kleinen Studie mit 12 Blasenkrebs-Patienten wurde durch die tägliche Gabe von 450 oder 900 mg Isoquercetin über einen Zeitraum von 80 Tagen eine wesentliche Reduktion der Fatigue beobachtet.

• Aminosäuren/Peptide/Proteine
Mittels Carnitin wurde die Symptomatik von Patienten mit CFS wesentlich verbessert.

• Probiotika
Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom führte die 8-wöchige Einnahme von Probiotika mit Bakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium zu einer Besserung der Fatigue. Anderweitige Untersuchungen bei weiteren Erkrankungen konnten diesen Effekt jedoch nicht bestätigen.

• Ginseng
Im Tierversuch wurde eine Verbesserung der durch Chemotherapie verursachten Fatigue nachgewiesen, sowie die Reduktion inflammatorischer Zytokine (TNF-α und IL-6).

• Ernährung
Frauen mit Brustkrebs, deren Ernährung viel Fisch, Vollwertgetreide und Gemüse (vor allem grünblättriges Gemüse und Tomaten), entzündungshemmende und antioxidative Inhaltsstoffe (z. B. Carotenoide, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A, Vitamin C) enthielt, litten weitaus weniger an Chemotherapie-verursachter Fatigue.
Eine “Leaky-gut-Diät” wurde konzipiert für Patienten mit Fatigue. Sie ist kohlenhydratarm, frei von Gluten und Milchprodukten und wird kombiniert, je nach Bedarf, mit entzündungshemmend und antioxidativ wirksamen Inhaltsstoffen, z. B. Glutamin, N-acetyl-L-cysteine, Zink, L-Carnitin, Coenzym Q10, Taurin, Curcumin oder Quercetin. Die Fatigue besserte sich bei 65 % der Patienten, die sich nach diesen Vorgaben ernährten.
Die mediterrane Ernährung kann bei krankheitsbedingter Fatigue zu einer Besserung beitragen, indem die inflammatorischen Last reduziert wird. Dabei normalisiert sich die Darmflora.

 

IgG, Probiotika, Reizdarm und Migräne

Es wird geschätzt, dass In Deutschland etwa acht Millionen Menschen an Migräne leiden, die meist im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auftritt und eher Frauen betrifft. Die gegenwärtigen medikamentösen Therapien werden oftmals nicht vertragen, wodurch in der klinischen Praxis ein großer Bedarf an alternativen Ansätzen für die Akut- und prophylaktische Behandlung besteht. Der Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Kopfschmerz-Symptomatik ist seit vielen Jahren bekannt. Bis zu 50 % der Patienten geben ein oder mehrere Lebensmittel als Migräne-auslösenden Trigger an, wobei oftmals Schokolade, Käse, Wein, Tomaten, Nüsse, oder durch Mikroorganismen vergorene Lebensmittel (z. B. Brot, Wein, Bier etc.) nicht vertragen werden.

Es ist auch seit vielen Jahren bekannt, dass Migräne-Patienten häufig auch am Reizdarmsyndrom leiden. Beide Erkrankungen ähneln sich, was das Fehlen eindeutiger organischer Ursachen, Periodizität der Schmerzen, Triggerfaktoren und andere Komorbiditäten betrifft. Migränepatienten haben – im Vergleich zu Gesunden – eine 2-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einem Reizdarmsyndrom zu erkranken. Auch vom Reizdarmsyndrom (RDS) sind überwiegend die Frauen betroffen, die allgemeine Prävalenz in Deutschland liegt bei ca. 10 – 12 %. Typisch für das RDS sind periodisch auftretenden Bauchschmerzen im Zusammenhang mit Diarrhoe und/oder Obstipation, ohne dass organische oder biochemische Anomalien vorliegen. Neben der Schleimhautentzündung ist die Neuroinflammation wahrscheinlich an der Entstehung des RDS über die „Darm-Hirn-Achse“ beteiligt, was auch die Ähnlichkeiten beider Erkrankungen erklären könnte. Die entzündlichen Vorgänge führen zu veränderten Signalwegen. Dadurch wird das proinflammatorische Geschehen begünstigt, sowie auch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse fehlgesteuert. Sie ist Hauptteil jenes Hormonsystems, das Reaktionen auf Stress kontrolliert und viele Prozesse im Körper reguliert, einschließlich Verdauung, Immunsystem, Stimmung, Gefühle und Sexualität. Dazu gehören auch Funktionen, die über Serotonin vermittelt werden. Dies würde auch erklären, weshalb RDS-Patienten häufiger an Depressionen leiden.

In früheren Newslettern haben wir über die positiven Wirkungen einer IgG-basierten Eliminationsdiät bei Patienten mit Migräne oder Reizdarm berichtet. Wie verhält es sich aber bei Patienten, die sowohl an Reizdarm als auch an Migräne leiden? Bereits vor 10 Jahren konnte in einer klinischen Studie mit 21 Reizdarm-Patienten, die auch an Migräne litten, gezeigt werden, dass der Ausschluss IgG-positiv getesteter Lebensmittel zur Besserung aller Symptome führte. Eine wesentliche Verringerung der Reizdarmbeschwerden (schmerzhafte Blähungen) und Migräneanfälle (Anzahl, Stärke, Dauer, Medikation) wurde festgestellt. Die Patienten berichteten auch von einer wesentlichen Verbesserung ihrer allgemeinen Lebensqualität.

In einer neu veröffentlichten Studie aus China wurde nun der gleichen Fragestellung nachgegangen. Zusätzlich zur IgG-basierten Ernährung wurde aber ein Teil der 60 Patienten mit Präbiotika versorgt und die Serotoninspiegel wurden im Verlauf der geänderten Ernährung untersucht.

Zunächst wurden bei allen 60 Patienten die IgG-Reaktionen auf 266 Lebensmittel untersucht. Alle Patienten litten an Reizdarm und Migräne. Dann wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer der ersten Gruppe befolgten eine IgG-basierte Ernährung, während die zweite Gruppe nur Probiotika erhielt. Die Patienten der 3. Gruppe ernährten sich gemäß ihres IgG-Tests und nahmen zusätzlich Probiotika ein.

Im Verlauf der folgenden 14 Wochen wurden Migräne- und Darmsymptomatik sowie die Medikamenteneinnahme aufgezeichnet. Die Serotoninspiegel wurden zu Beginn der Studie, nach 7 Wochen und nach 14 Wochen gemessen. Es verbesserte sich sowohl die Migränesymptomatik (Anzahl der Migränetage pro 7 Wochen und MIDAS score), sowie auch die Reizdarmbeschwerden (abdominelle Blähung und Stuhlgewohnheiten). Durch die zusätzliche Gabe von Probiotika stellte sich die Besserung der Migräne-Symptomatik schneller ein. Mit der Ernährungsumstellung alleine wurde erst nach 14 Wochen diejenige Besserung erzielt, die durch zusätzliche Gabe von Probiotika bereits nach 7 Wochen auftrat. Bei der Gruppe, die nur Probiotika nahm, stellte sich keine Besserung ein. Generell nahmen die Migräne-Patienten sehr viel weniger rezeptfreie Medikamente ein, die Triptan-Dosis wurde jedoch kaum reduziert (möglicherweise bedingt durch Triptan-Abhängigkeit). Die Linderung der Reizdarm-Symptomatik war nicht so ausgeprägt; die besten Ergebnisse wurden erneut durch eine Kombination der Ernährung nach IgG-Test und Einnahme von Probiotika erzielt. Probiotika alleine erbrachten auch hier keine positiven Ergebnisse im zeitlichen Verlauf. Bei Patienten die sich gemäß ihres IgG-Ernährungsplans ernährten und zusätzlich Probiotika nahmen, stieg der Serotoninspiegel im Verlauf der Therapie an. Daher befürworten die Autoren die Ernährungsumstellung gemäß individueller IgG-Testung in Kombination mit Probiotika bei dieser Erkrankung.

 

Probiotika zur Therapie und Prävention bei Antibiotika assoziierter Diarrhoe

The use of ANTIBIOTICS that discturb the astrointestinal flora is associated with clinical symptoms such as diarrhea, which occurs in as many as 30% of patients. 1,2 Symptoms range from mild and self-limiting to severe, particularly in Clostridium difficile infections, and antibiotic-associated diarrhea (AAD) is an
important reason for nonadherence with antibiotic treatment.

QUELLE: jamanetwork.com
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