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Doppelblindstudie Migräne und IgG-Antikörper

Alpay Kadriye et. al. 2010. Prüfung der Wirkung einer IgG-Antikörper definierten Diät-Restriktion auf den Verlauf der Migräne.
Eine doppelblinde, randomisierte Cross-over-Studie. Cephalalgia. 30. 7.829-837.

Abstract

Einleitung

Es ist wohlbekannt, dass spezifische Nahrungsmittel Migräneattacken bei gewissen Migränepatienten auslösen können.
Ziel dieser Studie ist es, die Wirkung einer jeweils individuell definierten Diät-Restriktion, die auf IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel-Antigenen beruht,
im Verlauf der Migräneattacken zu untersuchen. Das Studien-Design ist doppelblind, randomisiert, verwendet Kopfschmerz-Tagebücher und untersucht 30 Patienten mit der Diagnose Migräne ohne Aura.

Methode

Nach einer 6 Wochen dauernden Baseline wurden die IgG-Antikörper gegen 266 Nahrungsmittel-Antigene mittels ELISA bestimmt.
Anschliessend wurden die Migränepatienten für 6 Wochen individuell auf eine Diät randomisiert, entweder unter Ausschluss spezieller Nahrungsmittel mit erhöhten IgG-Antikörper oder Einschluss. Nach einem 2-wöchigen Diätfreien Intervall – nach der ersten 6-wöchigen Diätperiode – erhielten die Patienten die jeweils komplementäre 6-Wochen-Diät. Patienten und Ärzte wurden blind gehalten gegenüber der Kenntnis der IgG-Ergebnisse und dem Typ der Diät, den die Patienten erhielten – Provokation oder Elimination. Zielparameter waren die ´´Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat´´ und ´´Zahl der Migräneatacken pro Monat´´. Von den 30 Migränepatienten waren 28 Frauen und 2 Männer, im Alter von im Mittel 35+-10 Jahren – 19-52 Jahre.
Ergebnisse Die durchschnittliche Anzahl der Reaktionen mit abnorm hohen Titern betrug 24+-11 auf 266 Nahrungsmittel. Verglichen zur Baseline gab es in Periode der Diät Elimination eine statistisch signifikante Reduktion der ´´Anzahl der Kopfschmerztage´´ von 10.5+-4.4 auf 7.5+-3.7. p kleiner 0.001 und der ´´Anzahl der Migräneattacken´´ von 9.0+-4.4 auf6.2+-3.8. p kleiner 0.001.

Fazit

Dies ist die erste randomisierte cross-over-Studie mit Migränepatienten, die zeigt, dass eine individuell definierte Diät Restriktion – Entfernung der Nahrungsmittel mit erhöhten IgG-Antikörpern – eine effektive Strategie in der Reduktion der Häufigkeit der Migräneattacken darstellt.

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