Resveratrol

Phytotherapeutika in der Krebstherapie: Teil 1 – Resveratrol

In tausenden von Studien wurden bereits die antikanzerogene Aktivität von pflanzlichen Inhaltsstoffen dokumentiertet. Die Meinungen über den klinischen Einsatz sind jedoch kontrovers, was vor allem daran liegt, dass es bisher nur wenige Studien zur tatsächlichen klinischen Anwendbarkeit von pflanzlichen Inhaltsstoffen bei der Krebsbehandlung gibt.

Polyphenole spielen für Pflanzen eine zentrale Rolle. Aufgrund ihrer antimikrobiellen und antioxidativen Aktivitäten schützen diese Inhaltsstoffe die Pflanzen vor Konkurrenten, Pflanzenfressern, Krankheitserregern, UV-Strahlung und anderen Stressfaktoren. Resveratrol ist eines der bekanntesten Polyphenole, als Inhaltsstoff von roten Trauben, aber auch als beliebtes Nahrungsergänzungsmittel. Klinische Studien zum Einsatz von Resveratrol bei Krebserkrankungen wurden hauptsächlich bei kolorektalen Karzinomen durchgeführt – sie belegen eine gewisse Wirksamkeit:

  1. Patienten mit kolorektalem Krebs und Lebermetastasen, die einer Hepatektomie unterzogen werden sollten, erhielten über 14 Tage eine Resveratrol-Dosis (mikronisiertes Resveratrol) von 5 g/Tag. Danach wurde in dem metastasierten Lebergewebe ein signifikanter Anstieg (ca. 40 %) eines Apoptose-Markers festgestellt, Hinweis auf einen vermehrt stattfindenden Zelltod im kranken Gewebe. L. M. Howells et al. ↑ Phase I randomised double-blind pilot study of micronized resveratrol (SRT501) in patients with hepatic metastases – safety, pharmacokinetics and pharmacodynamics. Cancer Prev Res. 2011 4(9): 1419–1425.
  2. Zwanzig Patienten mit kolorektalem Karzinom wurden präoperativ acht tägliche Resveratrol-Dosen von 0,5 oder 1,0 g verabreicht. Dadurch nahm die Proliferation der Tumorzellen um 5 % ab. Die Ergebnisse legen nahe, dass tägliche Resveratrol-Dosen von 0,5 oder 1,0 g ausreichen, um antikanzerogene Wirkungen auszulösen. Patel KR et al. ↑ Clinical pharmacology of resveratrol and its metabolites in colorectal cancer patients. Cancer Res. 2010 Oct 1;70(19):7392-9.
  3. Bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko führte trans-Resveratrol (10 mg oder 100 mg pro Tag, über einen Zeitraum von 12 Wochen) zu einer verstärkten Expression von Tumorsupressorgenen, die unkontrollierte Zellteilungen und somit das Tumorwachstum verhindern. Zhu, W. et al., 2012. ↑ Trans‐resveratrol alters mammary promoter hypermethylation in women at increased risk for breast cancer.  Nutrition and Cancer, 64(3), 393–400.

Hier finden Sie eine Übersicht aller abgeschlossenen und aktiven Studien zum Einsatz von Resveratrol bei Krebs.

Resveratrol-Studie: Polyphenol bessert das Gedächtnis – auch bei beginnender Demenz

"Auf dem DGN-Kongress präsentierte Witte nun Daten einer ersten kleinen Studie mit hochdosiertem Resveratrol bei gesunden Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren. In Gedächtnistest schnitten die Patienten nach 26 Wochen unter Resveratrol deutlich besser ab als zu Studienbeginn, in der Kontrollgruppe verschlechterte sich das Gedächtnis hingegen leicht. Zugleich nahm der HbA1c-Wert in der Gruppe mit Resveratrol im Schnitt um 0,15 Prozentpunkte ab, in der Kontrollgruppe blieb er unverändert".

Anmerkung Ralf Meyer, nicht Teil obiger Publikation:
Resveratrol wird im Rahmen des Cellsymbiosistherapiekonzeptes bereits seit 2007 ernährungsadjuvant als Kombinationspräparation verwendet.