Sport

Fitness für Darmbakterien und Doping aus dem Darm

Die Bakterienarten im Darm sind unerlässlich für Verdauung, Stoffwechsel- und ↗︎ Immunfunktion. Durch Übergewicht bedingte Krankheiten wie das metabolische Syndrom, entzündliche Darmerkrankungen, Darmkrebs und Lebererkrankungen werden heute in einen engen Zusammenhang mit dem Mikrobiom des Darmes gebracht. Daraus ergibt sich aber auch das Potenzial zur Genesung oder Linderung über die Manipulation mikrobieller Gemeinschaften, sobald neue Erkenntnisse über die Wirkung von Antibiotika, Probiotika, Präbiotika, Polyphenole bzw. Fäkaltransplantationen berücksichtigt werden. Doch welche Faktoren tragen zum Erhalt bzw. der Wiederherstellung der bakteriellen Artenvielfalt bei? Und ändert auch Sport und Bewegung die Darm-Mikrobiota? Wenn ja, auf welche Weise?
Bewegung hat einen positiven Einfluss auf Immunzellen in unmittelbarer Nähe zu mikrobiellen Gemeinschaften des Darmes. Proinflammatorische Zytokine werden dadurch reduziert, antiinflammatorische Zytokine und antioxidative Enzyme hochreguliert. Dies wiederum beeinflusst das „Ökosystem Darm“ und die Zusammensetzung bzw. Verteilung der Bakterien.
  • Im Darm von Spitzensportlern ist das Bakterium Veillonella atypica maßgeblich an deren Leistungen beteiligt. Diese Bakterienart war in Stuhlproben von Läufern des Bostoner Marathons besonders verbreitet. Von einem Läufer wurden Veillonella-Bakterien isoliert, und in den Darm von 16 Labormäusen eingebracht. Im Durchschnitt liefen die Mäuse 13 % länger als die Kontrolltiere, denen keine Veillonella-Bakterien verabreicht wurden. Während der Muskelaktivität scheint das gebildete Laktat in den Darm zu gelangen, wo es von den Bakterien gespalten und verwertet wird. Dadurch ließe sich eine ↗︎ gesteigerte Ausdauer bei Spitzensportlern erklären.
  • Frauen die mindestens 3 Stunden Sport pro Woche praktizieren, hatten einen höheren Anteil von ↗︎ Butyrat produzierenden Bakterien, im Vergleich zu Frauen die keinen Sport betreiben. Zu diesen Bakterienarten gehört auch Faecalibacterium prausnitzii, eine anti-inflammatorisch wirksame Art, die einen schützenden Einfluss auf die Integrität der Schleimhautbarriere hat.
  • Die ↗︎ maximale Sauerstoffaufnahme bei jungen Menschen geht mit einem höheren Anteil der Bakterienstämme Firmicutes und Bacteroides einher.
  • Bei jungen Erwachsenen ist das Artenreichtum der Darmbakterien und die Häufigkeit von Butyrat produzierenden Bakterien mit der ↗︎ kardiorespiratorischen Fitness korreliert.

 

IgG-Eliminationsdiät bei Sportlern

Gesundheitliche Probleme bei Sportlern kommen häufig vor, oftmals bedingt durch eine zu hohe Trainingsintensität bzw. Trainingsdauer. In früheren Newslettern haben wir bereits über die Steigerung von Leistung und Kognition bei Sportlern berichtet, die eine individualisierte IgG-Eliminationsdiät einhielten.

In dieser Studie wurde bei 22 Profi-Sportlern, vor Beginn und nach einer 3-monatigen IgG-Eliminationsdiät, das Beschwerdebild zu allergischen sowie gastrointestinalen Beschwerden mittels Fragebögen erhoben. Nach 3 Monaten Eliminationsdiät wurde eine wesentliche Verbesserung von Verdauungsstörungen festgestellt. Es wurde weiterhin eine Verbesserung der allergischen Symptomatik beobachtet und der Gesamt-IgG-Titer nahm ab. Zusätzlich reduzierte sich der Körperfettanteil wesentlich, wobei es jedoch zu keinen Gewichtsveränderungen kam. Auch die Flexibilität der Sportler nahm durch die Eliminationsdiät zu und es kam zu einem geringeren Pulsanstieg nach kardiopulmonaler Belastung. Diese Daten belegen, dass Gesundheit und sportliche Leistungen bei Spitzensportlern in vielerlei Hinsicht von Nahrungsmittelintoleranzen abhängen.
↗︎ Kostic-Vucicevic M, Marinkovic D, Dikic N, Stojmenovic T, Andjelkovic M, Nikolic I, Vukasinovic-Vesic M, Malic T. 2016. Is there connection between food intolerance and sports performance in elite athletes? Br. J. Sports Med., 50: A20.1-A20.

Lesen Sie dazu auch unsere Falldokumentation

 

Obst könnte vor erektiler Dysfunktion schützen

Boston – Der häufige Verzehr von flavonoidhaltigen Früchten könnte Männer im Alter vor einer erektilen Dysfunktion bewahren. Dies zeigt die Auswertung einer prospektiven Beobachtungsstudie im American Journal of Clinical Nutrition (2016; doi: 10.3945/ajcn.115.122010), in der die Kombination mit sportlicher Aktivität die Assoziation noch einmal verstärkte. ↑ weiter

Sport führt zu Anstieg entzündungshemmender Immunzellen

Forscher der Deutsche Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln (Klinik I für Innere Medizin) konnten nachweisen, dass intensive, regelmäßige sportliche Betätigung zu einem Anstieg von entzündungshemmenden Immunzellen, den sogenannten regulatorischen T-Zellen führt. Im Rahmen der Studie untersuchten sie Blutproben von jungen Eliteathleten – unter anderem auch der deutschen Hockey-Olympiamannschaft – und verglichen diese mit Proben von jungen und gesunden, aber untrainierten Probanden. Die Analyse der Daten ergab, dass die Frequenz der regulatorischen T-Zellen in Abhängigkeit von der körperlichen Fitness der Probanden zunahm. Diese Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass körperliche Aktivität durch eine Steigerung regulatorischer T-Zellen entzündungshemmende Effekte erzielt. ↑ weiter

Mildes Ausdauertraining hat ideale Effekte auf Gesundheit

Regelmäßiges Joggen erhöht die Lebenserwartung bei Männern um 6,2 Jahre und bei Frauen um 5,6 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt die Langzeitstudie "Copenhagen City Heart Study". Die dänischen Forscher beziehen sich bei Ihrer Analyse auf Daten, die sie seit 1976 in Kopenhagen sammeln.

QUELLE: www.journalmed.de
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