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Neues zum Lithium | Heilpraktiker Ralf Meyer

Neues zum Lithium

Seit vielen Jahren wird Lithium zur Stabilisierung von Stimmungsschwankungen und Prävention von manischen Episoden und Depressionen verordnet. Doch oftmals sind Therapeuten nicht umfassend informiert über die Wirkungen und therapeutische Verwendung von Lithium. Mit dem heutigen Beitrag möchten wir Ihnen eine aktualisierte Zusammenstellung der positiven Wirkungen von Lithium geben.

Das Element Lithium (von griechisch λίθος líthos „Stein“) erhielt seinen Namen, weil es im Gegensatz zu Natrium und Kalium im Gestein entdeckt wurde. Dieses Spurenelement wurde 1817 von Johan August Arfwedson entdeckt und kommt in der Natur nur in Form seiner Salze vor, wo es meist Inhaltsstoff von Mineralwasser ist. Im menschlichen Organismus kommen nur sehr geringe Mengen Lithium vor, wobei biologische Funktionen bisher so gut wie nicht bekannt sind. Trotzdem haben einige Lithiumsalze eine medizinische Wirkung mit antimanischen, antidepressiven, antipsychotischen und antisuizidalen Eigenschaften, indem sie auf verschiedene Neurotransmitter-Systeme wirken. Die Entdeckung der antimanischen Wirkung von Lithium wurde in den 1960er-Jahren eher zufällig im Tierversuch gemacht. Seitdem gehört Lithium zur Akuttherapie und Phasenprophylaxe von bipolaren affektiven Störungen. Doch auch nach Jahrzehnten erfolgreicher Therapie ist die genaue Wirkungsweise der Lithiumsalze nicht ausreichend geklärt. Neben der prophylaktischen Wirkung wird Lithium auch zur Behandlung von Depressionen, Cluster-Kopfschmerzen, schwerer chronischer Aggressivität und akuten Episoden der Manie und Hypomanie verwendet.

Neuere Daten zu diesen Eigenschaften und anderweitigen Therapiemöglichkeiten fassen wir hier für Sie zusammen:

  • Prävention von Depression und Manie
    Trotz einiger kritischer Stimmen hat Lithium weiterhin die beste Bilanz in der Langzeitprophylaxe, unter einer Vielzahl von Wirkstoffen. Seine akuten und prophylaktischen antimanischen Wirkungen sind reichlich demonstriert und Meta-Analysen mit vielen Patientendaten dokumentieren auch prophylaktische antidepressive Wirkungen.
  • Akute und prophylaktische Effekte bei unipolarer Depression
    Eine Fülle von Daten weist darauf hin, dass Lithium, im Vergleich zu Placebo, die Wirkung von Antidepressiva akut verstärkt. Weniger gut belegt ist die Wirkung bezüglich der Prophylaxe wiederkehrender unipolarer depressiver Episoden und der Suizidprävention unter diesen Patienten. Die Autoren einer neueren Untersuchung empfehlen die Lithium-Prophylaxe bei unipolar depressiven Patienten „…nach dem Auftreten von 2 Depressionsepisoden innerhalb von 5 Jahren… insbesondere bei schweren Depressionen mit psychotischen Merkmalen und hohem Suizidrisiko…. In einigen Fällen kann eine Lithiumprophylaxe nach einer einzigen schweren Depressionsepisode mit hohem Suizidrisiko und lebenslangem Fortbestand empfohlen werden“. In einer neuen Studie mit 123.712 Personen, die wegen einer unipolaren Depression in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, ergab die Nachbeobachtung über einen Zeitraum von durchschnittlich 7,7 Jahren bei den mit Lithium behandelten Personen weniger Rehospitalisierungen, wohingegen überraschenderweise die mit Antidepressiva oder atypischen Antipsychotika behandelten Personen dieses verringerte Risiko nicht aufwiesen.
  • Lithium hat antisuizidale Wirkungen, selbst in geringsten Mengen im Trinkwasser
    Bei Anwendung in therapeutischen Dosen ist die antisuizidale Wirkung von Lithium am besten nachgewiesen. Aber sogar im Trinkwasser gehen geringe Lithiumkonzentrationen mit niedrigeren Suizidraten in der Allgemeinbevölkerung einher, im Vergleich zur Bevölkerung aus Regionen mit einem noch geringeren Lithiumgehalt im Trinkwasser. Diese Ergebnisse wurden inzwischen in mehr als einem halben Dutzend Studien dokumentiert. Eine Studie berichtete sogar über eine geringere Inzidenz von Verbrechen, Selbstmorden und Verhaftungen wegen Drogenkonsums bei Jugendlichen. Nun wurde in einer japanischen Studie erneut gezeigt, dass ein höherer Lithium-Gehalt im Trinkwasser mit niedrigeren Raten von Depressionen und zwischenmenschlicher Gewalt bei Jugendlichen verbunden ist.
  • Lithium kann das Risiko einer Demenz verringern
    Durch die Anwendung von Lithium kann es zur geringeren Inzidenz von Demenz im Alter kommen. Bei Patienten die besonders gut auf Lithium ansprachen, wurde zudem ein besserer Erhalt der kognitiven Fähigkeiten beobachtet. Positive Effekte kleinster Lithium-Dosen wurden bei der Alzheimer-Demenz berichtet. Auch das visuelle Gedächtnis wird bei Behandlung mit Lithium verbessert.
  • Lithium hat neuroprotektive Wirkungen
    Lithium ist mit einer Zunahme des Hippokampus- und Kortikalisvolumens verbunden und erhöht die Neurogenese. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass Lithium neuronale Schäden verhindert, die bei ischämischen/hämorrhagischen Schlaganfällen, traumatischen Hirn-/Rückenmarkverletzungen, der Alzheimer- bzw. Parkinson-Krankheit, Netzhautdegeneration oder Multiple Sklerose auftreten.
  • Lithium erhöht die Telomerlänge
    Lithium erhöht zudem die Länge der Telomere (das sind die DNA-Stränge in jeder Zelle, die sich im Laufe des Alterns durch „genetischen Verschleiß“ verkürzen). Ungekürzte Telomere sind für die Aufrechterhaltung sowohl der physischen als auch der psychiatrischen Gesundheit notwendig. Je länger bipolare Patienten Lithium nahmen, umso mehr normalisierte sich die Telomerlänge in den Leukozyten. Niedrig dosiertes Lithium verlängerte die Lebenszeit, sowohl beim Menschen als auch bei einigen Tierarten.
  • Lithium verringert die Inzidenz verschiedener neurologischer und onkologischer Erkrankungen
    Lithium kann die Inzidenz neurologischer Erkrankungen wie Krampfanfälle, amyotrophe Lateralsklerose und Demenz verringern. Auch die dosisabhängige Reduzierung der Inzidenz einiger Krebsarten durch Lithium ist bekannt.

Bei der Lithiumtherapie sind aber auch zahlreichen Nebenwirkungen bekannt (wie z. B. feinschlägiger Tremor, nephrogener Diabetes insipidus mit Polyurie und Polydipsie, Gewichtszunahme). Die geringe therapeutische Breite (Gefahr der Lithiumintoxikation) ist ein weiterer Aspekt, der bei der Verordnung beachtet werden muss. Alarmzeichen der lebensbedrohlichen Lithiumintoxikation sind Übelkeit, Erbrechen und zentralnervöse Symptome wie psychomotorische Unruhe, Schwindel und Dysarthrie. Aus diesen Gründen ist die regelmäßige Kontrolle der Lithiumkonzentrationen im Blut unabdingbar.

Auch in der schulmedizinischen Forschung wird den Wirkungen von Lithium viel Aufmerksamkeit gewidmet. Weltweit finden derzeit 84 klinische Studien statt.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5854802/pdf/npp2017238a.pdf