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Immunsystem | Heilpraktiker Ralf Meyer

Immunsystem

COVID-19 – wie wichtig ist ein gesundes Immunsystem?

Um eine Krankheit auszulösen, müssen Viren in Körperzellen eindringen. Dazu heften sie sich an geeignete Zellen an und schleusen ihre Erbinformation in die Zellen ein. Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert die Wirtszellen über deren Zellrezeptoren für das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2). Dies ist eine membrangebundene Aminopeptidase, die bekanntlich eine wichtige Rolle für das Herz-Kreislauf- und Immunsystem spielt. Interessanterweise sind ACE2-Rezeptoren nicht nur auf alveolären Epithelzellen der Lunge vorhanden (die 83 % aller Zellen mit ACE2-Rezeptoren ausmachen), sondern auch auf der Zelloberfläche von Herz, Nieren-, Endothel- und Darmzellen. Nach dem „Andocken“ des Virus an die ACE2-Rezeptoren dringt es in die Wirtszelle ein, und nutzt die in der Zelle vorhandenen Ressourcen, um sich zu vermehren. Danach werden aus der Zelle neue Viren freigesetzt. Die Präsentation viraler Antigene stimuliert dann sowohl die zelluläre als auch die humorale Immunität. Wie kommt es aber zu den schwereren bis tödlichen Verläufen?

Die schwer erkrankten Patienten entwickeln häufig eine Hyperzytokinämie (Zytokinsturm). Dieser entsteht durch eine nicht mehr regulierbare Überreaktion des Immunsystems, die mit einer massiven Freisetzung von entzündungsrelevanten Zytokinen (z. B. IL-1ß, IL-6, IL-12, IL-18, IL-33, TNF-α, TGFβ) und Chemokinen (z. B. CCL2, CCL3, CCL5, CXCL8, CXCL9, CXCL10) einhergeht. Ein Zytokinsturm ist lebensbedrohlich und es gibt dafür noch keine spezifische oder wirksame Behandlung. Die verstärkte Freisetzung von Zytokinen führt vor allem im Lungengewebe zu einer Überproduktion von Immunzellen. Die unkontrollierte Immunantwort führt zu Atemnot und Entzündungen der Atemwege bzw. Lungenentzündung. Von den neu gebildeten Immunzellen werden weitere Zytokine ausgeschüttet und es kommt zu einem Teufelskreis der kaum noch unterbrochen werden kann. Dies führt zur Zerstörung von Gewebe, was in einigen Fällen zu Multiorganversagen, akutem respiratorischem Syndrom und dem Tod führt. Der Ausgang von COVID-19 als viraler Erkrankung, scheint demnach durch das Ausmaß des Ungleichgewichts des Immunsystems des Wirts bedingt zu sein. Die primäre Immunantwort ist an sich eine positive Reaktion, die in der Mehrzahl der Fälle zu einer Eindämmung der Viren führt. Aus noch ungeklärten Gründen kommt es dann aber zu einer überschießenden sekundären Immunantwort mit der unkontrollierten Freisetzung einer Vielzahl von Zytokinen.

Die einzige wirksame Möglichkeit, diesen Virusausbruch einzudämmen und Hunderte von unnötigen Todesfällen zu vermeiden, besteht derzeit jedoch darin, alle Maßnahmen zur Verringerung der Transmission zu ergreifen, einschließlich der vorübergehenden Einschränkung aller sozialen Aktivitäten der Menschen.

 

Lebensmittelzusatzstoffe und Darmfunktion

Die Verwendung von Zusatzstoffen in der Lebensmittelverarbeitung ist durch spezifische Gesetze geregelt und muss in Europa von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) genehmigt werden. Dabei handelt es sich um Stoffe, die bei der Lebensmittelherstellung verwendet werden, um deren Haltbarkeit zu verlängern oder Qualität und Geschmack bei industrieller Herstellung verbessern sollen. Sie werden als Stabilisatoren, Überzugs- oder Füllstoffe verwendet und ihr Vorhandensein in Lebensmitteln wird meist mit einer „E-Nummer“ angegeben. Es wird erwartet, dass der europäische Markt für Lebensmittelzusatzstoffe in den nächsten Jahrzehnten stark anwächst und eine Schlüsselrolle in der Lebensmittelindustrie einnehmen wird. Die meisten heute gebräuchlichen Lebensmittelzusatzstoffe wurden jedoch in den 70er und 80er Jahren nach mittlerweile überholten und als unzureichend geltenden Experimenten zugelassen. Diese veraltete Sicherheitsbewertung sowie die Zunahme des Marktvolumens von Lebensmittelzusatzstoffen legt eine erneute Bewertung der potentiell schädlichen Auswirkungen dieser Substanzen auf die menschliche Gesundheit nahe. Viele präklinische Studien haben in letzter Zeit den erhöhten und verlängerten Verzehr von Lebensmittelzusatzstoffen mit der Entwicklung und dem Fortschreiten verschiedener Formen von Colitis, Darmkrebs und dem metabolischen Syndrom in Verbindung gebracht.

Vielfältigste negative Auswirkungen der verschiedenen Substanzklassen auf den Darm sind nachgewiesen.

Hinweis:
Die Ergebnisse stammen überwiegend aus Tierversuchen, Konzentrationen sind in Klammern angegeben, sofern verfügbar

Emulgatoren

Dysbiose und metabolisches Syndrom
Reduzierte Darmtätigkeit und Colitis
Entzündung (1 % w/v)
Darmkrebs (1 % w/v)
Dysbiose mit Zunahme proinflammatorisch wirksamer Bakterien (1, 0,5, 0,25 oder 0,10 %)
Änderung des geschlechtsspezifischen Verhaltens
Neuronale Veränderungen.

Beschichtungs- und Verdickungsmittel

Nekrotisierende Enterokolitis bei Frühgeborenen (47 oder 55,2 g/L)
Beeinträchtigte Immunreaktion auf Salmonella-Infektion (5 % w/v)
Verminderte Schleimproduktion, erhöhte Anfälligkeit für Colitis, chronische Entzündung des Darmes (5 % w/v).

Künstliche Süßstoffe

Darmdysbiose und Glukoseintoleranz (Saccharin: 5 %; Sucralose 5 %; Aspartam: 4 %)
Veränderung der Darmflora und deren Stoffwechselprodukte; Leberentzündung. (0,1 mg/mL)
Veränderung der Darmflora und deren Stoffwechselprodukte mit Beeinträchtigung von Entgiftungsmechanismen der Leber (0,2 mg/20 µL)
Intestinale Dysbiose; erhöhte Sekretion von Cholesterin und Lipiden im Stuhl
Darmdysbiose und Darmentzündung; Vermehrung der Proteobakterien und erhöhte Aktivität der ilealen Myeloperoxidase (Enzym das bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielt).

Farbstoffe

Erhöhte Zytokinproduktion und beeinträchtigte Phagozytenaktivität (50 µg/mL)
Darmentzündung und Dysbiose, ROS-Freisetzung, NLRP3 Entzündungsaktivierung und Freisetzung der proinflammatorisch wirksamen Zytokine IL-1β und IL-18
Erhöhte intestinale Permeabilität (10-50-500 mg/kg)
Akkumulation in Peyer’s Plaques; höhere Anzahl dendritischer Zellen und Abnahme der regulatorischen T-Zellen (10 mg/kg)
Beeinträchtigung der probiotischen Arten (Bifidobacterium und Lactobacillus)
Veränderung der bakteriellen Stoffwechselprodukte; Abnahme der Schleimproduktion
Entzündungsreaktion und Veränderung der Kryptenlänge des Dickdarms (2-10-50 mg/kg)
Erhöhte Nüchternblutzuckerwerte und Expression von Diabetes mellitus-bezogenen Genen bei schwangeren Versuchstieren (5 mg/kg)
Antimikrobiell wirksame Stoffe
Schäden an Mikrovilli und Drüsen des Darmes, Reduktion des Körpergewichts, Darmdysbiose (46-460-4600 ppb)
Entwicklung angstähnlicher Verhaltensweisen (3,6 mg/kg)
Darmdysbiose, chronisch schleichende Darmentzündung und Colitis-assoziierte Dickdarmkarzinogenese.

 

Immun- und Entzündungsstatus bei vegetarischer Ernährung

Wie wirkt sich eigentlich eine langfristige vegetarische Ernährung auf den Immunstatus und die Entzündungsmarker (C-reaktives Protein, Tumornekrosefaktor α, Fibrinogen, natürliche Killerzellen, Leukozyten, Lymphozyten, Thrombozyten, Interleukine und Immunglobuline) aus? In einer groß angelegten Analyse („Meta-Analyse“) wurde dieser Frage nachgegangen – Ergebnisse aus 40 klinischen Studien wurden für die Untersuchung verwendet. Dabei wurde festgestellt, dass eine vegetarische Ernährung zu signifikant niedrigeren CRP-Werten führt. Auch die Laborwerte für Fibrinogen (ein Akute-Phase-Protein, welches zur systemischen Reaktion des Körpers auf Infektionen, Gewebeschäden und anderen Krankheiten beiträgt) und die Gesamtzahl der Leukozyten waren bei Vegetariern wesentlich niedriger im Vergleich zu Nicht-Vegetariern.

 

IgG und Rheumatoide Arthritis

↗︎ Link 1 Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine komplexe Autoimmunerkrankung mit synovialer Hyperplasie, Knorpel- und Knochenzerstörung. In dieser präklinischen Studie mit Versuchstieren wurde der Frage nachgegangen, ob die Pathogenese der RA mit einer Nahrungsmittelallergie in Zusammenhang gebracht werden kann, und welche Allergene hierbei relevant sein könnten. Bei Wistar-Ratten mit Arthritis wurden die Plasmakonzentrationen proinflammatorischer Zytokine gemessen (Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) IL-1, IL-6, IL-17). Die Konzentrationen zirkulierender Immunkomplexe sowie lebensmittelspezifische IgG- und IgE-Spiegel wurden in diesem Tiermodell auch bestimmt. Die Ergebnisse zeigten eine wesentliche Erhöhung der Konzentrationen von TNF-α, IL-1, IL-6, IL-17 und zirkulierender Immunkomplexe. Die Konzentrationen von Milch- oder Ei-spezifischem IgG- und IgE-Antikörpern waren auffallend hoch. Demnach scheint die Pathogenese der RA eng mit erhöhten Ei- oder Milch-spezifischen Antikörpern einher zu gehen.

IgG-spezifische Eliminationsdiät und psychische Gesundheit

Die Messung von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern wird als Strategie zur Identifizierung von unverträglichen Nahrungsmitteln verwendet. Aktuell erlangen derartige Tests immer mehr Anerkennung, zumal in den vergangenen Jahren eine zunehmende Anzahl von Studien publiziert wurde (nach schulmedizinischen Standards), in denen die Wirksamkeit dieses Ansatzes (Symptomverbesserung) bei verschiedenen Erkrankungen nachgewiesen wurde. Dazu gehört das Reizdarmsyndrom, Migräne und Kopfschmerzen, Arthritis, Gewichtsreduktion und Lebensqualität. Zusätzlich gibt es unzählige (noch nicht publizierte) Daten zu anderweitigen Erkrankungen sowie Patientenbefragungen. Eine erhöhte Darmpermeabilität kann dazu beitragen dass größere Nahrungsmittelproteine in den Blutstrom gelangen, wo sie eine IgG-Immunantwort auslösen können.

Die Ergebnisse des Tests machen keine diagnostische Aussage, sondern werden als Ausgangspunkt für eine Eliminationsdiät verwendet, bei der bestimmte Karenzzeiten eingehalten werden, je nach der Stärke der Reaktion auf einzelne Lebensmittel. Man geht davon aus, dass eine erhöhte Darmpermeabilität ein Eckpfeiler der Wechselwirkungen zwischen Darm, Mikrobiom und Gehirn ist. Dies kann dazu führen dass Darmbakterien und deren Stoffwechselprodukte sowie auch unvollständig verdaute Nahrungsmittelbestandteile in den Blutstrom gelangen.

Studien haben gezeigt, dass die Blut-Hirn-Schranke anfällig sein kann für Veränderungen in der Darmflora. Zwischen der Darm- und der Blut-Hirnschanke bestehen strukturelle Ähnlichkeiten. Tight junctions, die den engen Zusammenhalt benachbarter Epithelzellen vermitteln, kommen sowohl in der Darmwand als auch in der Blut-Hirn-Schranke vor. Bei einer undichten Blut-Hirn-Schranke sind diese engen Verknüpfungen gestört, es kommt zum veränderten Transport von Molekülen und zu entzündlichen Reaktionen. Diese tragen möglicherweise zu der Genese/ Verschlechterung von Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, amyotropher Lateralsklerose, Multiple Sklerose, Autismus und anderen bei. Das Immunsystem und immun-vermittelte entzündliche Prozesse stehen in engem Zusammenhang mit der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Food-Specific IgG Guided Elimination Diet; A Role in Mental Health?

Doppelblindstudie Migräne und IgG-Antikörper

Alpay Kadriye et. al. 2010. Prüfung der Wirkung einer IgG-Antikörper definierten Diät-Restriktion auf den Verlauf der Migräne.
Eine doppelblinde, randomisierte Cross-over-Studie. Cephalalgia. 30. 7.829-837.

Abstract

Einleitung

Es ist wohlbekannt, dass spezifische Nahrungsmittel Migräneattacken bei gewissen Migränepatienten auslösen können.
Ziel dieser Studie ist es, die Wirkung einer jeweils individuell definierten Diät-Restriktion, die auf IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel-Antigenen beruht,
im Verlauf der Migräneattacken zu untersuchen. Das Studien-Design ist doppelblind, randomisiert, verwendet Kopfschmerz-Tagebücher und untersucht 30 Patienten mit der Diagnose Migräne ohne Aura.

Methode

Nach einer 6 Wochen dauernden Baseline wurden die IgG-Antikörper gegen 266 Nahrungsmittel-Antigene mittels ELISA bestimmt.
Anschliessend wurden die Migränepatienten für 6 Wochen individuell auf eine Diät randomisiert, entweder unter Ausschluss spezieller Nahrungsmittel mit erhöhten IgG-Antikörper oder Einschluss. Nach einem 2-wöchigen Diätfreien Intervall – nach der ersten 6-wöchigen Diätperiode – erhielten die Patienten die jeweils komplementäre 6-Wochen-Diät. Patienten und Ärzte wurden blind gehalten gegenüber der Kenntnis der IgG-Ergebnisse und dem Typ der Diät, den die Patienten erhielten – Provokation oder Elimination. Zielparameter waren die ´´Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat´´ und ´´Zahl der Migräneatacken pro Monat´´. Von den 30 Migränepatienten waren 28 Frauen und 2 Männer, im Alter von im Mittel 35+-10 Jahren – 19-52 Jahre.
Ergebnisse Die durchschnittliche Anzahl der Reaktionen mit abnorm hohen Titern betrug 24+-11 auf 266 Nahrungsmittel. Verglichen zur Baseline gab es in Periode der Diät Elimination eine statistisch signifikante Reduktion der ´´Anzahl der Kopfschmerztage´´ von 10.5+-4.4 auf 7.5+-3.7. p kleiner 0.001 und der ´´Anzahl der Migräneattacken´´ von 9.0+-4.4 auf6.2+-3.8. p kleiner 0.001.

Fazit

Dies ist die erste randomisierte cross-over-Studie mit Migränepatienten, die zeigt, dass eine individuell definierte Diät Restriktion – Entfernung der Nahrungsmittel mit erhöhten IgG-Antikörpern – eine effektive Strategie in der Reduktion der Häufigkeit der Migräneattacken darstellt.

Zum Artikel (auf Englisch): ↑ weiter