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IgG-Antikörper | Heilpraktiker Ralf Meyer

IgG-Antikörper

Autoimmunerkrankungen und Kreuzreaktionen mit Lebensmittelantigenen

↗︎ Link Immunreaktionen gegen körpereigene Strukturen sind das Kennzeichen aller Autoimmunerkrankungen. Etwa 80 – 100 Autoimmunerkrankungen (AI) sind bisher bekannt. Zu den häufigsten gehören Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn, entzündliches Rheuma, Psoriasis und Sklerodermie. In Deutschland sind heutzutage etwa vier Millionen Menschen von solchen Erkrankungen betroffen. Mittlerweile werden Umweltfaktoren (z. B. Ernährung, Nahrungsmittelzusätze, Pestizide, Antibiotika, Konservierungsstoffe, Bisphenole und der Mangel an Vitaminen bzw. Mineralstoffen in der Nahrung) als Auslöser der Erkrankung immer mehr beachtet. Bereits 1962 wurde eine immunologische ↗︎ Kreuzreaktion zwischen Streptokokken-Protein und Gewebe des Herzens als Auslöser für Rheuma identifiziert. Ähnliche Reaktionen wurden bei Typ 1 Diabetes oder Multipler Sklerose beschrieben.

Kann mit der richtigen Ernährung ein Beitrag zur Prävention von Autoimmunerkrankungen geleistet werden? Die orale Toleranz ist der primäre Faktor, der nahrungsmittelbedingte Immunreaktionen steuert. Beim Versagen der oralen Toleranz wird eine Immunreaktion gegen Nahrungsmittelantigene ausgelöst, die im weiteren Verlauf Autoimmunerkrankungen auslösen oder verschlimmern kann. Molekulare Mimikry-basierte Nahrungsmittel-Immunreaktivität tritt auf, wenn ein Nahrungsmittelprotein (oder –peptid) eine Sequenz von Aminosäuren aufweist, die der Struktur des eigenen Gewebes stark ähnelt. T- und B-Zellen werden aktiviert und es kommt zur Produktion von Antikörpern, die sowohl mit den fremden Nahrungsmittelproteinen reagieren, als auch mit körpereigenen Proteinen verschiedener Gewebearten. Dafür sprechen verschiedene Beobachtungen:

  • Antikörper gegen Weizen, Milch, Mais, Soja, Eier und Erdnüsse wurden mit 65 verschiedenen Gewebeantigenen zusammengebracht. Die häufigste und stärkste Reaktion mit verschiedenen Gewebearten wurde für Weizen-Antikörper beobachtet.
  • Kuhmilch kann bereits im frühen Alter das Risiko für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen wie Morbus Behçet, Zöliakie, Morbus Crohn, MS, systemischer Lupus erythematodes (SLE), T1D und Uveitis erhöhen. Bei fast allen diesen Erkrankungen wurden bei Erkrankten (im Vergleich zu gesunden Probanden) ↗︎ wesentlich höhere Spiegel von IgG- und IgA-Antikörpern gegen Milchproteine nachgewiesen.
  • Patienten mit Morbus Crohn oder Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität reagieren auf zahlreiche Weizenantigene und produzieren IgG- und IgA-Antikörper gegen diese.
  • In Seren von Patienten mit Sklerodermie wurden Antikörper gefunden, die mit Proteinen aus Weizenkeimen, Erbsen, Spinat und Mais reagierten.
  • Bei Patienten mit Autismus wurde eine große Ähnlichkeit zwischen dem Gliadin-Antikörper und anti-neuronalen Gewebeantikörpern festgestellt.
  • Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) berichten nicht nur über einen Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und der Schwere ihrer Symptome, sondern auch über erhöhte Serum-IgG-, IgA- und IgM-Antikörper gegen Nahrungsproteine wie Milch, Weizen, Eier, Fisch, Schweinefleisch, Lektine und Agglutinine.
  • In 27 Ländern korreliert die Inzidenz von Multipler Sklerose stark mit dem Konsum von Kuhmilch.
  • Studien deuten darauf hin, dass die mediterrane Ernährung für RA-Patienten positive Auswirkungen zu haben scheint.
  • Im Labor hergestellte monoklonale Antikörper gegen T3 reagierten mit 53 verschiedenen Nahrungsmittelproteinen.
  • Im Labor hergestellte monoklonale Antikörper gegen T4 reagierten mit 32 verschiedenen Nahrungsmittelproteinen.
  • Im Labor hergestellte monoklonale Antikörper gegen verschiedene Insulinrezeptoren reagierten mit 204 häufig konsumierten Nahrungsmittelproteinen.

Rheumatische Erkrankungen – Ernährung, Darmflora, Inflammation und IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel

Link 1  Es gibt viele Formen rheumatischer Erkrankungen, z. B. autoimmunbedingte entzündlich-rheumatische Erkrankungen, verschleißbedingte (degenerative) Arthrosen oder rheumatische Erkrankungen der Muskulatur und der Sehnen. Die rheumatoide Arthritis (RA), Psoriasis-Arthritis, Spondylitis ankylosans und juvenile idiopathische Arthritis sind chronische systemische immunologisch/entzündliche Autoimmunerkrankungen, denen ein komplexes Geschehen zwischen genetischer Prädisposition, Umweltfaktoren und Autoimmunität zugrunde liegt. Daher richtet sich die wissenschaftliche Aufmerksamkeit zunehmend auch auf die Betrachtung der Ernährung und der Darmbakterien in der ganzheitlichen und ursächlichen Behandlung dieser Krankheiten. Immer mehr Erkenntnisse sprechen dafür, diese Erkrankungen in einem integrierten und multidisziplinären Ansatz zu behandeln.

Studien belegen, wie die Ernährung die Immunantwort direkt beeinflusst und somit entzündliche Prozesse stimulieren oder hemmen könnte. Bestandteile aus der Nahrung interagieren mit der gastrointestinalen epithelialen Barriere, dem mukosalen Immunsystem und der mikrobiellen Darmflora. Interessanterweise gelingt es Patienten mit rheumatoider Arthritis nicht, das richtige Gleichgewicht zwischen „nützlichen“ und potenziell „schädlichen“ Bakterien aufrechtzuerhalten, was zu einer Reduktion der Bifidobakterien und einer Verstärkung der opportunistischen Bakterienarten (Enterobakterien und Staphylokokken) führt. Eine entscheidende Rolle wurde der erhöhten Konzentration von Prevotella copri zugeschrieben, was mit dem Ausbruch und der Schwere der RA-Erkrankung im Zusammenhang zu stehen scheint. Bei der RA hat sich gezeigt, dass die Verabreichung von Lactobacillus helveticus HY7801 (präklinische Untersuchungen) die Bildung entzündungshemmender Zytokine wie IL-10 stimuliert und damit die entzündliche Immunantwort sowie das Fortschreiten und den Schweregrad der Krankheit verringert. Man diskutiert, dass eine Dysbiose der Darmbakterien auch bei Patienten mit psoriatischer Arthritis bzw. systemischem Lupus erythematodes eine Rolle spielt, woraus sich ebenso therapeutische Ansätze zur Verbesserung des Krankheitsverlaufs ergeben könnten.

Bei rheumatischen Autoimmunerkrankungen steuert die Ernährung sowohl lokale als auch systemische Veränderungen im inflammatorischen Geschehen Link 1 | Link 2. Aus über 20-jähriger Erfahrung mit der Ernährungstherapie nach ProImmun M ist bekannt, dass der zeitlich begrenzte Ersatz reaktiver Lebensmittel durch verträgliche Lebensmittel zur Besserung bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen oder Symptomen führt. Diese Erkenntnisse sind in unserer Anwendungsbeobachtung, aber auch im Buch „Lebensmittelintoleranzen – kann gesunde Nahrung krank machen?“ ausführlich dokumentiert. Vor einigen Jahren führte ProImmun eine Beobachtungsstudie durch, um Beweise für die Wirksamkeit der Ernährungstherapie nach ProImmun M bei Patienten mit sehr unterschiedlichen Erkrankungen zu sammeln, Darunter waren auch 149 Patienten die unter allgemeinen Gelenkbeschwerden litten. Nach einer mindestens 3-monatigen Ernährungstherapie gemäß den Vorgaben des Testbefundes, wurde bei 104 Patienten (70 %) eine Besserung festgestellt. Bei 42 Patienten (28 %) trat keine Besserung ein und 3 Patienten (2 %) gaben eine Verschlechterung ihrer Beschwerden an. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass eine individualisierte entzündungshemmende Ernährung als adjuvante Intervention in Betracht gezogen werden sollte, zumal sie sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann.

Entzündungshemmende und antioxidative Nährstoffe

Eine Ernährung auf der Basis von Obst, Gemüse und Vollkorn (unter Meidung von rotem und verarbeitetem Fleisch, raffiniertem Getreide und zugesetztem Zucker) ist präventiv wirksam bei vielen chronischen Krankheiten. Daher werden auch Rheumapatienten darauf basierende Ernährungsformen vorgeschlagen: die Mittelmeerdiät, lakto-ovo-vegetarische oder vegane Ernährungspläne Link 1 | Link 2.

  • Die Wirksamkeit der Mittelmeerdiät wurde durch eine Vielzahl von klinischen Studien bestätigt. Die Nurses‘ Health Study I und II, die zu den grössten Untersuchungen der Risikofaktoren für die wichtigsten chronischen Krankheiten bei Frauen gehören, bestätigte die positive Auswirkungen der Mittelmeerdiät auf die Schmerzlinderung.
  • Der langfristige Fischverzehr (mindestens einer Portion fetten Fisches pro Woche, z. B. Lachs, oder vier wöchentlichen Portionen eines mageren Fisches, z. B. Kabeljau) geht mit einem um 52 % verringerten Risiko für die Entwicklung einer RA einher.
  • Antioxidantien, die hauptsächlich in Obst (z. B. roten Früchten wie Blaubeeren, Himbeeren und Erdbeeren), Gemüse, Nüssen, Kakao und Getreide enthalten sind, wirken stark entzündungshemmend bei Patienten mit RA.
  • Eine vermehrte Zufuhr von Ballaststoffen reduziert den CRP-Wert als wesentlichen Biomarker rheumatischer Erkrankungen.
  • Curcumin unterdrückt die Entzündungskaskade, indem es den NF-κB-Signalweg und andere pro-inflammatorische Signalwege einschließlich der Cyclooxygenase (COX) 2 blockiert. Eine curcuminreiche Ernährung führte zur Verbesserung des gesamten Krankheitsverlaufs rheumatischer Erkrankungen.
  • Resveratrol scheint die Synovitis zu lindern, indem es auf die Infiltration von Entzündungszellen einwirkt, den oxidativen Stress reduziert und die Zellapoptose im Synovialgewebe induziert. In Tiermodellen unterdrückte Resveratrol die Vermehrung der Th-17 Zellen, verringerte die Serumspiegel des Rheumafaktors, der Matrix-Metalloproteinase 3 (MMP-3) und erhöhte anti-inflammatorische Mediatoren wie IL-10.

Ernährung bei Psoriasis

Seit der berühmte griechische Arzt Hippokrates um 460 v. Chr. die Krankheit zum ersten Mal beschrieb, versuchen Ärzte die Pathogenese der Psoriasis zu entschlüsseln. Die Neigung zu erkranken liegt in einer genetischen Veranlagung, aber externe/interne Auslöser oder Risikofaktoren verursachen letztlich einen Ausbruch der Erkrankung. Dann werden die Hautzellen von entzündlichen Prozessen betroffen und beginnen mit der unkontrollierten Teilung. Die dermatologischen Manifestationen der Psoriasis sind vielfältig, wobei die Psoriasis vulgaris (auch Plaque-Psoriasis genannt) die am häufigsten auftretende Form ist. Die betroffenen Hautareale befinden sich in der Regel außerhalb der Ellenbogen, Knie oder der Kopfhaut, können aber auch an anderen Stellen auftreten – etwa an den Augenlidern, Ohren, Mund und Lippen, Händen, Füßen und Nägeln. Die Lebensqualität kann durch Psoriasis sehr stark beeinträchtigt sein, was zu verminderter Leistung, körperlichen Beschwerden, Depressionen und beeinträchtigten sozialen Beziehungen führen kann.

Die Entzündung ist nicht allein auf die psoriatische Haut beschränkt. Sie betrifft verschiedene Organsysteme, weshalb Psoriasis eher als systemische statt dermatologische Krankheit betrachtet werden. Bei den meisten Patienten diagnostizieren Ärzte mindestens eine Begleiterkrankung, z. B. Hyperlipidämie, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Typ-2-Diabetes, erhöhten BMI und metabolisches Syndrom. Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen korrelieren mit dem Schweregrad der Psoriasis. Daten deuten darauf hin, dass die Psoriasis das Risiko für einen Myokardinfarkt und Schlaganfall erhöht. Bis zu 35 % der Personen mit Psoriasis entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische, entzündliche Arthritis (psoriatische Arthritis), die zu Gelenkverformungen führt.

Psoriasis-Patienten können durch eine angemessene und entzündungshemmende Ernährung den Verlauf ihrer Krankheit positiv beeinflussen, sodass es zu weniger häufigen und schweren Schüben kommt. Eine glutenfreie Ernährung scheint dabei auch eine wichtige Rolle bei der Besserung der Psoriasis-Symptomatik zu spielen.

Dazu gehören eine angemessene Ernährung, die Reduzierung von Übergewicht, der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sowie die Fähigkeit, mit Stress umzugehen.

In einem integrierten therapeutischen Ansatz für Psoriasis-Patienten muss die Ernährungsberatung eine zentrale Rolle spielen. Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen oder andere mit chronischen Entzündungen zusammenhängende Erkrankungen sollen so verhindert oder reduziert werden. Es hat sich gezeigt, dass eine hypokalorische Ernährung für übergewichtige oder fettleibige Psoriasis-Patienten hilfreich ist und zu einer signifikanten Verbesserung des Schweregrades führt.
↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4 | ↗︎ Link 5.

Eine glutenfreie Ernährung kann die Symptome der Psoriasis verbessern

Eine Reihe von Studien hat die Wirkung einer glutenfreien Ernährung auf den Schweregrad der Psoriasis untersucht. Die Auswirkungen einer 3-monatigen glutenfreien Ernährung wurden bei 33 Psoriasis-Patienten mit erhöhten Antigliadin-Antikörpern (AGA) im Vergleich zu 6 Psoriasis-Patienten ohne erhöhte AGA untersucht. Dreiundsiebzig Prozent der AGA-positiven Psoriasis-Patienten zeigten eine Verbesserung ihres Psoriasis-Flächen- und Schweregrad-Index (PASI), im Vergleich zu keinem der AGA-negativen Psoriasis-Patienten. Nach der GFD waren die AGA-Werte bei 82 % der Psoriasis-Patienten niedriger, die eine Verbesserung verspürten.

In einer weiteren klinischen Studie mit 28 Patienten konnte gezeigt werden, dass eine glutenfreie Ernährung die Expression von Gewebstransglutaminase bei Psoriasis-Patienten mit ↗︎ AGA-Positivität verringert. Zahlreiche andere Berichte dokumentieren die rasche Auflösung von Hautläsionen und die ↗︎ Besserung der Haut bei Psoriasis-Patienten nach einer glutenfreien Diät.

Aus über 20-jähriger Erfahrung mit der Ernährungstherapie nach ProImmun M ist bekannt, dass der zeitlich begrenzte Ersatz reaktiver Lebensmittel durch verträgliche Lebensmittel zur Besserung bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen oder Symptomen führt. Diese Erkenntnisse sind in unserer Anwendungsbeobachtung, aber auch im Buch ↗︎ „Lebensmittelintoleranzen – kann gesunde Nahrung krank machen?“ ausführlich dokumentiert. Vor einigen Jahren führte ProImmun M eine klinische Beobachtungsstudie durch, um Beweise für die Wirksamkeit der Ernährungstherapie nach ProImmun M bei Patienten mit sehr unterschiedlichen Erkrankungen zu sammeln, Darunter waren auch 45 Patienten mit Psoriasis. Nach einer mindestens 3-monatigen Ernährungstherapie gemäß den Vorgaben des Testbefundes, wurde bei 33 Patienten (73 %) eine Besserung festgestellt. Bei 12 Patienten (27 %) trat keine Besserung ein. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass eine individualisierte entzündungshemmende Ernährung als Intervention in Betracht gezogen werden sollte, zumal sie sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann.

 

IgG-basierte Ernährungsumstellung lindert schwere Depressionen – ein Fallbericht

Link Jedes vierte Schulkind leidet unter psychischen Problemen – meist Depressionen oder Angststörungen – wie aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der DAK  hervorgeht. Bei Erwachsenen ist die Zahl der psychischen Erkrankungen in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. Depressionen sind weit verbreitet und betreffen nach Angaben der WHO 350 Millionen Menschen weltweit. Etwa nur ein Drittel der Patienten spricht auf die medikamentöse Therapie an, oftmals sind mehrfache Therapieversuche notwendig. Verschiedene Faktoren scheinen das Risiko und die Neuroprogression einer depressiven Erkrankung zu erhöhen, wobei ein Zusammenhang mit systemischen Entzündungsreaktionen besteht. Dazu gehören: psychosozialer Stress, eine mangelhafte Ernährung, oxidativer und nitrosativer Stress, körperliche Inaktivität, Übergewicht, Rauchen, veränderte Permeabilität des Darmes, Schlaf- und Vitamin D-Mangel. Die meisten dieser Faktoren sind plastisch und daher durch therapeutische und präventive Maßnahmen sehr gut zu beeinflussen. Sie spielen auch bei anderen psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle, z. B. bipolaren Störungen, Schizophrenie, Autismus und posttraumatischen Belastungsstörungen.

Immer mehr klinische Daten werden bekannt, die erklären, wie die Ernährung bei depressiven Patienten die Immunfunktion, systemische Entzündungsprozesse und das Leaky Gut-Syndrom beeinflusst. Die Gliadin-vermittelte Überproduktion von Zonulin verursacht eine Lockerung der Tight junction-Verbindungen im Darmepithel, was mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand einhergeht. Dies ermöglicht größeren Molekülen, die normalerweise im Darm zurückgehalten werden, in den Blutstrom zu gelangen und IgG-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu induzieren. Es kommt dadurch zu einer erhöhten Immunantwort, die mit der Freisetzung proinflammatorischer Zytokine verbunden ist, welche wiederum zur Entwicklung von depressiven Symptomen führen können. Bei Patienten mit schweren Depressionen sind IgG-Antikörpertiter gegen Lebensmittelproteine besonders hoch.

Dieses neue Paradigma zur Pathogenese depressiver Störungen wurde in einer neuen Falldokumentation am Beispiel einer 34-jährigen Patientin eindrucksvoll bestätigt, die seit ihrem 12. Lebensjahr an schweren Depressionen und Angststörungen litt. Durch die Ernährungsumstellung besserte sich nachhaltig der gesundheitliche Zustand der Patientin, Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen traten nicht mehr auf.

Die 34-jährige Patientin (Sozialarbeiterin) litt seit ihrem 12. Lebensjahr an schweren Depressionen und Angststörungen. Die medikamentöse Therapie hatte sie wegen Nebenwirkungen abgesetzt und wollte ihre Erkrankung mit nicht-pharmakologischer Therapie behandeln lassen. Bis dahin bestand ihre Ernährung vorwiegend aus Fast-Food und Fertigprodukten. Pizza und Hamburger wurden täglich konsumiert, sehr häufig in Kombination mit Kuchen, Keksen oder Donuts. Die Patientin praktizierte auch keinerlei körperliche Aktivität. Sie war zwischen dem 19. und 22. Lebensjahr alkoholabhängig, litt seit Jahren unter Verstopfung, kalten Extremitäten und Schlaflosigkeit. Zunächst wurde ihr eine 3-wöchige IgG-basierte Eliminationsdiät verordnet, danach sollte sie alle 3 Tage ein vorher gemiedenes Lebensmittel konsumieren und ihr Befinden beurteilen. Während der 3-wöchigen Nahrungsmittelumstellung besserte sich ihre Stimmung, die Patientin berichtete, dass sie sich energievoller fühlte, sie sei geistig klarer, sie nahm 5 kg ab und die Verdauung besserte sich. Sie berichtete auch, dass ihre Stimmung sich wieder verschlechterte, sobald sie die vorher gemiedenen Milchprodukte zu sich nahm. Sobald sie glutenhaltige Lebensmittel konsumierte, kam es vermehrt zu Blähungen und Kopfschmerzen. Diese Änderungen brachte sie zweifelsohne mit der Ernährung in Zusammenhang.

Zusätzlich zur Ernährungsumstellung wurden der Patientin tägliche Bewegung und weitere Nahrungsergänzungsmittel verordnet. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Tagesdosis:
Fischöl (1.200 mg EPA/200 mg DHA)
Vitamin E (6,7 mg)
Vitamin B12 Injektionen (1.000 µg i.m.)

Die Patientin berichtete, dass diese Verordnungen zusätzlich zur Besserung ihres Befindens beigetragen hätten. In den folgenden 2 Jahren erzielte die Patientin einen sehr guten gesundheitlichen Zustand, und kam zu einer monatlichen Visite in die naturheilkundliche Klinik, wo sie behandelt wurde. Während der 2 Jahre wurde sie insgesamt 5 Mal rückfällig. Sobald sie die reaktiven Lebensmittel wieder mied, kam es wieder zur Besserung ihres Befindens.

 

IgG, Probiotika, Reizdarm und Migräne

Es wird geschätzt, dass In Deutschland etwa acht Millionen Menschen an Migräne leiden, die meist im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auftritt und eher Frauen betrifft. Die gegenwärtigen medikamentösen Therapien werden oftmals nicht vertragen, wodurch in der klinischen Praxis ein großer Bedarf an alternativen Ansätzen für die Akut- und prophylaktische Behandlung besteht. Der Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Kopfschmerz-Symptomatik ist seit vielen Jahren bekannt. Bis zu 50 % der Patienten geben ein oder mehrere Lebensmittel als Migräne-auslösenden Trigger an, wobei oftmals Schokolade, Käse, Wein, Tomaten, Nüsse, oder durch Mikroorganismen vergorene Lebensmittel (z. B. Brot, Wein, Bier etc.) nicht vertragen werden.

Es ist auch seit vielen Jahren bekannt, dass Migräne-Patienten häufig auch am Reizdarmsyndrom leiden. Beide Erkrankungen ähneln sich, was das Fehlen eindeutiger organischer Ursachen, Periodizität der Schmerzen, Triggerfaktoren und andere Komorbiditäten betrifft. Migränepatienten haben – im Vergleich zu Gesunden – eine 2-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einem Reizdarmsyndrom zu erkranken. Auch vom Reizdarmsyndrom (RDS) sind überwiegend die Frauen betroffen, die allgemeine Prävalenz in Deutschland liegt bei ca. 10 – 12 %. Typisch für das RDS sind periodisch auftretenden Bauchschmerzen im Zusammenhang mit Diarrhoe und/oder Obstipation, ohne dass organische oder biochemische Anomalien vorliegen. Neben der Schleimhautentzündung ist die Neuroinflammation wahrscheinlich an der Entstehung des RDS über die „Darm-Hirn-Achse“ beteiligt, was auch die Ähnlichkeiten beider Erkrankungen erklären könnte. Die entzündlichen Vorgänge führen zu veränderten Signalwegen. Dadurch wird das proinflammatorische Geschehen begünstigt, sowie auch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse fehlgesteuert. Sie ist Hauptteil jenes Hormonsystems, das Reaktionen auf Stress kontrolliert und viele Prozesse im Körper reguliert, einschließlich Verdauung, Immunsystem, Stimmung, Gefühle und Sexualität. Dazu gehören auch Funktionen, die über Serotonin vermittelt werden. Dies würde auch erklären, weshalb RDS-Patienten häufiger an Depressionen leiden.

In früheren Newslettern haben wir über die positiven Wirkungen einer IgG-basierten Eliminationsdiät bei Patienten mit Migräne oder Reizdarm berichtet. Wie verhält es sich aber bei Patienten, die sowohl an Reizdarm als auch an Migräne leiden? Bereits vor 10 Jahren konnte in einer klinischen Studie mit 21 Reizdarm-Patienten, die auch an Migräne litten, gezeigt werden, dass der Ausschluss IgG-positiv getesteter Lebensmittel zur Besserung aller Symptome führte. Eine wesentliche Verringerung der Reizdarmbeschwerden (schmerzhafte Blähungen) und Migräneanfälle (Anzahl, Stärke, Dauer, Medikation) wurde festgestellt. Die Patienten berichteten auch von einer wesentlichen Verbesserung ihrer allgemeinen Lebensqualität.

In einer neu veröffentlichten Studie aus China wurde nun der gleichen Fragestellung nachgegangen. Zusätzlich zur IgG-basierten Ernährung wurde aber ein Teil der 60 Patienten mit Präbiotika versorgt und die Serotoninspiegel wurden im Verlauf der geänderten Ernährung untersucht.

Zunächst wurden bei allen 60 Patienten die IgG-Reaktionen auf 266 Lebensmittel untersucht. Alle Patienten litten an Reizdarm und Migräne. Dann wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer der ersten Gruppe befolgten eine IgG-basierte Ernährung, während die zweite Gruppe nur Probiotika erhielt. Die Patienten der 3. Gruppe ernährten sich gemäß ihres IgG-Tests und nahmen zusätzlich Probiotika ein.

Im Verlauf der folgenden 14 Wochen wurden Migräne- und Darmsymptomatik sowie die Medikamenteneinnahme aufgezeichnet. Die Serotoninspiegel wurden zu Beginn der Studie, nach 7 Wochen und nach 14 Wochen gemessen. Es verbesserte sich sowohl die Migränesymptomatik (Anzahl der Migränetage pro 7 Wochen und MIDAS score), sowie auch die Reizdarmbeschwerden (abdominelle Blähung und Stuhlgewohnheiten). Durch die zusätzliche Gabe von Probiotika stellte sich die Besserung der Migräne-Symptomatik schneller ein. Mit der Ernährungsumstellung alleine wurde erst nach 14 Wochen diejenige Besserung erzielt, die durch zusätzliche Gabe von Probiotika bereits nach 7 Wochen auftrat. Bei der Gruppe, die nur Probiotika nahm, stellte sich keine Besserung ein. Generell nahmen die Migräne-Patienten sehr viel weniger rezeptfreie Medikamente ein, die Triptan-Dosis wurde jedoch kaum reduziert (möglicherweise bedingt durch Triptan-Abhängigkeit). Die Linderung der Reizdarm-Symptomatik war nicht so ausgeprägt; die besten Ergebnisse wurden erneut durch eine Kombination der Ernährung nach IgG-Test und Einnahme von Probiotika erzielt. Probiotika alleine erbrachten auch hier keine positiven Ergebnisse im zeitlichen Verlauf. Bei Patienten die sich gemäß ihres IgG-Ernährungsplans ernährten und zusätzlich Probiotika nahmen, stieg der Serotoninspiegel im Verlauf der Therapie an. Daher befürworten die Autoren die Ernährungsumstellung gemäß individueller IgG-Testung in Kombination mit Probiotika bei dieser Erkrankung.

 

Behandlung der Migräne durch Meidung IgG-reaktiver Lebensmittel

Migräne gehört nach wie vor zu den häufigsten und stark belastenden Erkrankungen weltweit, wobei etwa 15 % aller Erwachsenen in westlichen Ländern in unterschiedlichem Ausmaß von Migräne betroffen sind. Das liegt mitunter auch an der oftmals schwierigen Behandlung der Patienten.

Die Umsetzung der Nahrung im Körper unterliegt sowohl chemischen Reaktionen wie auch immunologischen Mechanismen. Zahlreiche Studien belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Kopfschmerz-Symptomatik. Der Prozentsatz der Patienten, die ein oder mehrere Lebensmittel als Migräne-auslösenden Trigger angeben, liegt zwischen 12 % und 60 %  Link 1 | Link 2 | Link 3 | Link 4 | Link 5. In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit wurde zum Beispiel gezeigt, dass bei 20 von 100 Migräne-Patienten (mit Aura), die Anfälle gelegentlich verursacht wurden durch Lebensmittel wie Schokolade, Käse, Wein, Tomaten, Nüsse, Lebensmittel die Kohlensäure enthielten bzw. durch Mikroorganismen vergoren werden (z. B. Brot, Wein, Bier etc.).

Obwohl Intoleranz sowie hypersensible Reaktionen auf Lebensmittel in der Ernährungsmedizin berücksichtigt werden, ist deren Diagnose eine Herausforderung im klinischen Alltag. Das liegt daran, dass Symptome zeitlich verzögert erst nach einigen Stunden oder Tagen auftreten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Symptome nicht jedes Mal nach dem Verzehr eines unverträglichen Lebensmittels auftreten. IgG-basierte Tests auf immunvermittelte (nicht IgE-bedingte) Nahrungsmittelreaktionen bieten hier eine überaus kostengünstige Alternative zu den zeitlich sehr aufwändigen herkömmlichen Ansätzen, bei denen jeweils ein „verdächtiges“ Lebensmittel vermieden und somit getestet wird. Personalisierte ernährungstherapeutische Ansätze zu Prävention und Gesundung – wie Ihnen von ProImmun M angeboten wird – sind daher das Fundament einer erfolgreichen und nachhaltigen Migräne-Therapie.

Der Autor dieses neuen Artikels, der in der Fachzeitschrift „Current Pain and Headache Reports“ erschien, spricht sich für IgG-Lebensmitteltests aus, empfiehlt sie als hilfreiche Untersuchungen bei Patienten mit Migräne. Er stellt fest, dass die Verwendung von IgG-Tests sinnvoll zur Erstellung individueller Ernährungsempfehlungen ist, die eine Behandlung der Migräne ohne medikamentöse Therapie ermöglichen. Dafür werden verschiedene Studien erwähnt, die wir Ihnen bereits in früheren Newslettern vorgestellt haben.

Ernährungsumstellung bei Migräne auf Basis von IgG-reaktiven Nahrungsmitteln: eine doppelblinde, randomisierte klinische Cross-Over-Studie

Bei 30 Migräne-Patienten die sich für die klinische Studie  in der Türkei sechs Wochen lang nach den Ergebnissen ihres IgG-Tests ernährten, nahm die Häufigkeit von Migräneattacken ab. Die Anzahl der Migräneanfälle, Kopfschmerz-Tage und -Anfälle, die mit Akutmedikamenten behandelt wurden, sowie die Gesamtmenge der eingenommenen Medikamente reduzierten sich ebenfalls.
Alpay K, Ertas M, Orhan EK, Ustay DK, Lieners C, Baykan B. 2010. Diet restriction in migraine, based on IgG against foods: a clinical double-blind, randomised, cross-over trial. Cephalalgia, 30: 829–837.

Zusammenhang zwischen Lebensmittelhypersensitivität durch IgG-Antikörper und Migräne bei Erwachsenen

Eine ein bis sechs Monate dauernde Eliminationsdiät führte in einer klinischen Studie  in Mexiko mit 56 Migräne-Patienten zum Ausbleiben der Migräne-Symptome bei mehr als zwei Drittel der Probanden.
Arroyave Hernández C, Echavarría Pinto M, Hernández Montiel HL. 2007. Food allergy mediated by IgG antibodies associated with migraine in adults. Rev. Alerg. Mex., 54: 162–168.

Pilotstudie zur Elimination immunologisch aktiver Nahrung und Einfluss auf Symptomatik und Lebensqualität von Personen mit chronischer Migräne und Kopfschmerzen

Nachdem für die US-amerikanische Studie 37 Migräne- beziehungsweise Kopfschmerzpatienten für einen Zeitraum von drei Monaten auf IgG-reaktive Lebensmittel verzichtet hatten, wurde eine wesentliche Besserung der Beschwerden festgestellt sowie auch eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität – körperlich, emotional, sozial und hinsichtlich ihrer Vitalität.
Lewis JE. 2013. A pilot study eliminating immunologically-reactive foods from the diet and its effect on symptomatology and quality of life in persons with chronic migraines and headaches. Open J. Intern. Med., 03: 8–14.

Prospektiv-Untersuchung der Nahrungsmittelunverträglichkeit von Migränepatienten in der klinischen Erstbehandlung

Nach einer nur einmonatigen IgG-Eliminationsdiät kam es bei fast einem Drittel der 46 Migräne-Patienten in dieser britischen Studie zu einer wesentlichen Verringerung ihrer Symptome.
Rees T, Watson D, Lipscombe S. 2005. A prospective audit of food intolerance among migraine patients in primary care clinical practice. Headache Care, 2: 105–110.

Migräne und Stimmungsschwankungen: Ernährungsintervention auf Grundlage von Laboruntersuchungen

Der Beitrag schildert den Fall einer US-amerikanischen Patientin mit Migräne (vier bis sechs Anfälle pro Woche), Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme. Der Patientin wurde eine IgG-basierte Eliminations- und Rotationsdiät verordnet, kombiniert mit Mikro-Nährstoffen, insbesondere Aminosäuren. Nach nur 30 Tagen besserte sich die Migräne-Symptomatik, die Patientin konnte die herkömmlichen Medikamente weitgehend reduzieren.
Nelson-Dooley, Kaplan S, Bralley JA. 2009. Migraines and mood disorders: nutritional and dietary intervention based on laboratory testing. Altern. Ther. Health Med., 15: 56–60.

IgG-basierte Eliminationsdiät bei Migräne und Reizdarmsyndrom

In der türkischen Studie mit 21 Migräne-Patienten, die gleichzeitig am Reizdarmsyndrom litten, führte der Ausschluss von IgG-positiv getesteten Lebensmitteln zu einer Besserung der Symptome. Es wurde eine wesentliche Verringerung der Migräne (hinsichtlich Anzahl, Stärke und Dauer der Anfälle sowie Anwendung der notwendigen Medikation) und der Reizdarmbeschwerden (schmerzhafte Blähungen) nachgewiesen. Die Patienten berichteten auch von einer wesentlichen Verbesserung ihrer allgemeinen Lebensqualität.
Aydinlar EI, Dikmen PY, Tiftikci A, Saruc M, Aksu M, Gunsoy HG, Tozun N. 2013. IgG-based elimination diet in migraine plus irritable bowel syndrome. Headache, 53: 514–525.

Randomisierte kontrollierte Studie von Nahrungselimination auf Basis von IgG-Antikörpern zur Prävention migräneähnlicher Kopfschmerzen

In einer randomisierten kontrollierten britischen Studie mit 167 Patienten mit migräneartigen Kopfschmerzen kam es nach vier Wochen nur zu einer geringen Abnahme der migräneähnlichen Kopfschmerz-Tage bei den 84 Patienten, die eine IgG-basierte Eliminationsdiät befolgten. Dieses – im Vergleich zu den anderen Studien – eher schwache Ergebnis hängt möglicherweise damit zusammen, dass es keine Arzt- oder Therapeutengespräche gab und auch keine fachkundige individuelle Ernährungsberatung.
Mitchell N, Hewitt CE, Jayakody S, Islam M, Adamson J, Watt I, Torgerson DJ. 2011. Randomised controlled trial of food elimination diet based on IgG antibodies for the prevention of migraine like headaches. Nutr. J., 10: 85.

 

Bluthochdruck und Entzündung

Etwa 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Bluthochdruck. Auf Dauer schädigt Bluthochdruck wichtige Organe wie etwa Herz, Blutgefäße, Gehirn und Nieren. Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheiten, Netzhaut- oder Nierenschäden ergeben sich aus den geschädigten Gefäßen. Wodurch die primäre Hypertonie entsteht, ist noch nicht im Detail bekannt. Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, familiäre Neigung, Rauchen und hoher Salz- oder Alkoholkonsum tragen zu erhöhtem Blutdruck bei. Endotheliale Dysfunktion, oxidativer Stress, Zytokine, Toll-like Rezeptoren, Inflammasom und das intestinale Mikrobiom ↗︎ interagieren dabei in einer komplexen Weise. Generell ergeben sich immer mehr Studiendaten, die eine immunologische Grundlage des Bluthochdrucks bestätigen ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4. Der CRP-Wert, als wichtigster inflammatorischer Marker, spielt auch bei der Pathogenese der Hypertonie eine zentrale Rolle. In mehreren Studien wurde belegt, dass höhere IgG-Lebensmittelantikörper-Titer mit stärker ausgeprägten Entzündungsprozessen einhergehen, die anhand erhöhter CRP-Werte nachweisbar sind. Teilweise wurde auch die Reduktion des entzündlichen CRP-Markers durch Ernährungsumstellung gemäß den Ergebnissen eines IgG-Lebensmittelantigentests nachgewiesen. Daher ist damit zu rechnen, dass eine individualisierte Eliminierungsdiät auf Basis von IgG-Antikörpern gegen Nahrungsproteine eine antientzündliche Wirksamkeit hat, und somit auch zu einer positiven Wirkung auf den Blutdruck bei hypertensiven Patienten führt.

Nachweislich sind an der Entstehung des Bluthochdrucks folgende Zytokine beteiligt:

C-reaktives Protein (CRP)
↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3

Tumornekrosefaktor-α (TNF-α)
↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2

Interleukin-1β (IL-1ß)
↗︎ Link

Interleukin-6 (IL-6)
↗︎ Link

Interleukin-17 (IL-17)
↗︎ Link

andere
↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2.

In einer Studie mit 98 Morbus Crohn-Patienten wurden Serum-IgGs gegen 88 Lebensmittel bestimmt. Je höher die Anzahl der positiv getesteten Lebensmittel war, ↗︎ umso höher war auch der CRP-Wert. Patienten mit Colitis ulcerosa und gesunde Probanden zeigten eine deutlich geringere Reaktivität (Durchschnitt: 2,3 bzw. 0,9 Lebensmittel).

Übergewichtige Kinder (BMI 25 – 35) hatten im Vergleich zu Kindern mit Normalgewicht einen 2,5-fach höheren IgG-Antikörpertiter gegen Lebensmittel und ↗︎ einen dreifach erhöhten CRP-Wert im Vergleich zu den Kindern mit Normalgewicht.

Bei 140 krankhaft fettleibigen Probanden wurden CRP-Werte, IgG, IgA und IgM gegen Saccharomyces cerevisiae mannan (ASCA), Serumzonulin (Darmpermeabilität) und allgemeine hämatologisch-biochemische Blutwerte erhoben. Die Ergebnisse zeigten, dass nur die ↗︎ IgG-positiven adipösen Probanden höhere CRP-Werte aufwiesen.

In einer weiteren Studie wurde gezeigt, dass lebensmittelspezifische IgGs in den Seren von Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen stark erhöht und klinisch relevant für die Pathogenese sind. Insgesamt wurden 301 Patienten mit Darmerkrankungen in die Studie eingeschlossen, darunter 201 Patienten mit Morbus Crohn (MC) und 100 Patienten mit Colitis ulcerosa (CU). Ihre serumspezifischen IgGs gegen 14 Lebensmittelantigene wurden bestimmt und waren bei MC-Patienten im Vergleich zu CU-Patienten und gesunden Kontrollen signifikant erhöht. Anschließend erhielten 31 Patienten über einen Zeitraum von 10 Wochen Infliximab, einen monoklonalen Antikörper, der die Wirkung des Tumornekrosefaktors alpha (TNF-α) blockiert und zur Regeneration der Darmschleimhaut bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt wird. Infliximab konnte sowohl die lebensmittelspezifischen IgG-Titer reduzieren, als auch die Serum-CRP-Werte verringern. Dies bestätigt, dass die↗︎  lebensmittelbedingte Immunantwort und Entzündung ursächlich an der erkrankten Darmschleimhaut beteiligt sind.

Der Serum-CRP-Marker korrelierte auch mit lebensmittelspezifischen IgGs und der Krankheitsaktivität bei 75 Patienten mit Morbus Bechterew (Ankylosierender Spondylitis), einer schmerzhaften entzündlich-rheumatischen Erkrankung der Gelenke der Wirbelsäule und des Kreuz-Darmbeins. Im Vergleich zu gesunden Teilnehmern hatten AS-Patienten ↗︎ signifikant höhere IgG-Serumspiegel gegenüber rind-, krabben- und schweinespezifischen Antigenen.

 

IgG: Risikofaktor für Depressionen bei Jugendlichen

Daten aus dem Jahr 2015 belegen, dass etwa ↗︎ 3 % der Weltbevölkerung von schweren depressiven Erkrankungen betroffen ist. Viele Faktoren sind an der Entstehung schwere depressiver Erkrankungen beteiligt, einschließlich Vererbung, Neurotransmitter, Oxidation, Immunität und Entzündungen ↗︎ Link1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3. Aber auch ein Mangel an Neurotransmittern, insbesondere ↗︎ 5-Hydroxytryptamin (5-HT) ist ursächlich an Depressionen beteiligt. Bei mindestens 30% der Patienten ist der CRP-Wert erhöht ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2.

Auch andere proinflamatorisch wirksame Zytokine, wie z. B. der ↗︎ Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) kommen bei Patienten mit Depressionen in höheren Konzentrationen vor. Daher sind auch Krankheiten, die mit chronischen Entzündungen im Zusammenhang stehen, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen und rheumatoide Erkrankungen, mit einem ↗︎ erhöhten Risiko für schwere Depressionen  verbunden.

In einer neuen Studie mit 184 jugendliche Patienten, die ihre erste Episode einer depressiven Störung erlebten wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Entzündungsmarkern und IgG-spezifischer Hypersensitivität auf 14 Lebensmittel gibt. Die Ergebnisse zeigten, dass depressive Jugendliche weitaus stärker ausgeprägte IgG-vermittelte Nahrungsmittelintoleranzen im Vergleich zu Gesunden aufwiesen. Dieser Unterschied war jedoch nicht bei den IgE-Antikörpern nachweisbar. Gleichzeitig wurde bei den erkrankten jungen Leuten auch eine wesentlich höhere Histaminkonzentration im Blut nachgewiesen, was nachweislich zur ↗︎ erhöhten Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke führt. Dadurch gelangen proinflammatorisch wirksame Zytokine in das Gehirn und beteiligen sich an der Entstehung depressiver Symptome.

Bei 184 Jugendlichen mit Depressionen und 184 Jugendlichen ohne Depressionen wurden folgende Laborparameter bestimmt: C-reaktives Protein (hs-CRP), IgE, lebensmittelspezifische IgG-Antikörper (14 Lebensmittel), Tumornekrosefaktor-α (TNF-α), Diaminoxidase, Histamin, Homocystein und S100 Calcium-bindendes Protein B (das hauptsächlich in den Astrozyten des ZNS exprimiert wird und als Biomarker für eine undichte Blut-Hirn-Schranke betrachtet wird).

Der Vergleich der Laborwerte zwischen erkrankten und gesunden Jugendlichen erbrachte folgende Erkenntnisse:

  • Wesentlich höhere Prävalenz von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern bei depressiven (165 von 184 Patienten) im Vergleich zu gesunden Jugendlichen (24 von 184 Probanden)
  • Leicht erhöhte Prävalenz von IgE-Antikörpern (Gesamt-IgE) bei depressiven (66 von 184 Patienten) im Vergleich zu den gesunden Jugendlichen (42 von 184 Probanden)
  • Wesentlich höherer Histaminspiegel bei den depressiven Jugendlichen (Durchschnitt: 12,35 ng/ml) im Vergleich zu den gesunden Patienten (Durchschnitt: 9,73 ng/ml)
  • Wesentlich höhere Homocystein-Spiegel bei den depressiven Jugendlichen (Durchschnitt: 24 µM) im Vergleich zu den gesunden Patienten (Durchschnitt: 9,55 µM)
  • Höherer S100-Spiegel bei den depressiven Jugendlichen (Durchschnitt: 902 ng/l) im Vergleich zu den gesunden Patienten (Durchschnitt: 725 ng/l)
  • Keine Unterschiede bei den Serumwerten von hs-CRP oder TNF- α.

Die Autoren vertreten die Ansicht, dass das Konzept der IgG-vermittelten Überempfindlichkeit gegen Lebensmittel bei Depressionen eine wichtigere Rolle spielt als chronische Inflammationsprozesse. Demnach sollten IgG-positive Lebensmittel sowie histaminhaltige oder histaminbildende Lebensmittel gemieden werden.

IgG-Antikörper bei chronisch spontaner Urticaria

Urtikaria (Nesselsucht) ist eine sehr häufige Hauterkrankung, die mit oder ohne assoziiertem Angioödem auftreten kann. Chronisch spontane Urtikaria (CSU) ist eine Erkrankung die ohne erkennbaren Reizfaktor auftritt, länger als 6 Wochen anhält und mit einer starken Einschränkung der Lebensqualität einhergeht. Die CSU resultiert aus der pathogenen Aktivierung von Mastzellen und Basophilen, was zur Freisetzung von proinflammatorischen Mediatoren führt. Mehrere Theorien wurden zur Pathogenese der CSU aufgestellt, wobei eine mögliche Autoimmun-Ätiologie bei bis zu 50 % der Patienten mit dieser Erkrankung vorliegt.

Demnach kommt es zu einer antikörpervermittelten Aktivierung von Mastzellen und Basophilen, die über IgG- oder IgE-vermittelte Signalwege erfolgen kann. Im ersten Fall werden IgG-Antikörper gebildet, die gegen einen bestimmten Teil des IgE-Antikörpers oder des IgE-Rezeptors auf der Zelloberfläche von epidermalen Langerhans-Zellen, Eosinophilen, Mastzellen oder Basophilen gerichtet sind. Die IgG-Bindung an diese zellulären Strukturen fördert eine chronische Stimulation und Degranulation, bei der Histamin bzw. Zytokine in einer IgE-unabhängigen Weise aus Mastzellen oder Basophilen freigesetzt werden. Alternativ können die gegen IgE gerichteten IgG-Antikörper auch an IgE-Antikörper binden, die bereits am IgE-Rezeptor gebunden vorliegen. Das Vorhandensein von Autoantikörpern gegen den IgE-Rezeptor wurde auch in den Seren von Patienten mit anderweitigen autoimmunen Hauterkrankungen und sogar bei gesunden Probanden festgestellt. Bei Gesunden kommt es jedoch nicht zur Histaminfreisetzung.

↗︎ Link zur Studie

 

IgG-Antikörper und allergische Hauterkrankungen

Bei allergischen Hautkrankheiten wie z. B. Urtikaria, Neurodermitis oder Ekzemen kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion durch den Kontakt mit Reizstoffen bzw. Kontaktallergenen. Er wird geschätzt, dass etwa die Hälfte aller Menschen manche Lebensmittel nicht vertragen, in unterschiedlichem Ausmaß. Dies äußert sich oftmals durch gastrointestinale Beschwerden oder Hauterscheinungen. Nahrungsmittelpartikel können vom Immunsystem als Immunogene aufgenommen werden, worauf lebensmittelspezifische IgG-Antikörper gebildet werden. Durch Reaktion mit den Nahrungsmittelpartikeln wird eine entzündliche Reaktion ausgelöst. Im zeitlichen Verlauf und bei kontinuierlichem Konsum unverträglicher Lebensmittel können chronische, stille Entzündungen entstehen, die mit einer Vielzahl von Krankheiten oder Symptome einhergehen. Der Nachweis von IgG-Antikörpern gegen Lebensmittel ist daher wichtig, um Lebensmittelunverträglichkeiten zu identifizieren, die nicht durch IgE ausgelöst werden. Das Ziel dieser Studie bestand darin, IgG-Antikörper gegen 14 häufige Lebensmittel bei Patienten mit allergischen Hauterkrankungen nachzuweisen und einen Zusammenhang zu finden, damit die Diagnose der Erkrankungen und die Behandlung der Patienten verbessert werden.

In diese Studie wurden 340 Patienten mit allergischen Hauterkrankungen eingeschlossen (Urtikaria: 145 Patienten, Ekzeme: 123 Patienten, atopische Dermatitis: 72 Patienten), sowie auch 30 gesunde Probanden als Referenz. Die IgG-Tests für alle Teilnehmer bestanden aus 14 gängigen Lebensmitteln wie Rindfleisch, Milch, Huhn, Schweinefleisch, Kabeljau, Reis, Mais, Garnelen, Krebs, Soja, Eiweiß/Eigelb, Tomaten, Pilze und Weizen. Die Ergebnisse zeigten, dass Kabeljau, Krabben, Eier, Milch, Garnelen und Sojabohnen die reaktivsten Lebensmittel waren. Personen mit Hautkrankheiten wiesen im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen eine deutlich höhere IgG-Positivrate auf. So kamen die Autoren zu dem Schluss, dass Patienten mit allergischen Hauterkrankungen lebensmittelspezifische IgG-Antikörper im Blut haben, was auf den ↗︎ Zusammenhang zwischen allergischen Hauterkrankungen und IgG-vermittelter Nahrungsmittelintoleranz hinweist. Sie vertreten zudem die Ansicht, dass der Nachweis von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern eine wichtige Rolle bei der Diagnose allergischer Hautkrankheiten sowie der Vorbeugung von Lebensmittelallergien spielt. Diese Daten spiegeln die unzähligen Erfahrungen der Therapeuten, die in ihrer Praxis die Ernährungsberatung nach ProImmun M erfolgreich einsetzen.

IgG-Antikörper gegen Gliadin bei Schizophrenie-Patienten

Die Vorstellung, dass Schizophrenie mit dem Konsum von Weizen zusammenhängt, ist bereits seit den 60er Jahren bekannt, wobei die zugrunde liegenden Mechanismen bis heute noch nicht ganz geklärt sind. Basierend auf Daten aus dem Zweiten Weltkrieg belegten epidemiologischen Untersuchungen erstmalig einen positiven Zusammenhang zwischen Weizenkonsum und Krankenhauseinweisungen wegen Schizophrenie. Bei sinkendem Weizenkonsum in skandinavischen Ländern, wurde ein Rückgang der Krankenhauseinweisungen wegen Schizophrenie festgestellt. In den USA stieg der Weizenkonsum, und damit auch die Inzidenz dieser Erkrankung. In Kulturen mit traditionell geringem oder sogar fehlendem Getreidekomsum wurde festgestellt, dass Schizophrenie so gut wie gar nicht existierte. Durch einen „westlichen“ Ernährungsstil stieg die Inzidenz dieser Erkrankung jedoch an: Link 1 | Link 2 | Link 3.

Wie bei allen anderen psychiatrischen Störungen, tragen sowohl genetische als auch Umweltfaktoren zur Erkrankung bei. Bei einem Teil der Schizophrenie-Patienten scheinen entzündliche Veränderungen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese der Erkrankung zu spielen: Link 1 | Link 2 | Link 3.

Etwa bei einem Drittel der Menschen mit Schizophrenie können hohe Immunglobulin G- (IgG) Anti-Gliadin-Antikörper nachgewiesen werden, in etwa 3-fach höherer Konzentration als bei gesunden Probanden: Link 1 |  Link 2 | Link 3 | Link 4. Damit ist ein chronisch entzündliches Geschehen verbunden, mit hohem Gehalt an Zytokinen wie Interleukin-1β und Tumornekrosefaktor α und erhöhten Neurotransmittern im vorderen cingulären Kortex, welcher vermutlich mit entzündlichen Prozessen einhergeht.

Mehrere Studien haben die Elimination von Weizen aus der Ernährung von Patienten mit Schizophrenie untersucht. Die Ergebnisse waren gemischt: bei manchen Patienten besserten sich die psychiatrischen Symptome, bei anderen wiederum nicht. In einer kürzlich veröffentlichten Ernährungsstudie wurden sechzehn Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Erkrankung untersucht, die erhöhte Werte von IgG-Anti-Gliadin-Antikörpern aufwiesen (≥ 20 U), jedoch nicht an Zöliakie litten. Während eines 5-wöchigen stationären Aufenthalts erhielten alle Patienten standardisierte glutenfreie Mahlzeiten. Zusätzlich erhielt die Hälfte der Studienteilnehmer einen täglichen Shake mit 10 g Glutenmehl, während die andere Hälfte der Patienten einen Shake mit 10 g Reismehl zu sich nahm. Zum Studienbeginn und am Ende der Studie wurden die Teilnehmer bezüglich psychiatrischer, kognitiver und gastrointestinaler Symptome untersucht. Im Vergleich zu den Patienten mit glutenhaltiger Ernährung zeigten die Patienten mit glutenfreier Ernährung eine Verbesserung der psychiatrischen Symptomatik sowie der Aufmerksamkeit.

Ernährung gemäß IgG-Test bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Übergewicht

Colitis ulcerosa

• Der Ausschluss von Lebensmitteln auf Basis von IgG-Antikörpern lindert Symptome bei Colitis ulcerosa: Eine prospektive Studie. ↗︎ Link

Morbus Crohn

• Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper sind in den Seren von Patienten mit Morbus Crohn stark erhöht und sind klinisch relevant für die Pathogenese dieser Erkrankung. ↗︎ Link

• Patienten mit Morbus Crohn haben eine deutlich erhöhte IgG-Immunantwort auf Lebensmittelantigene, im Vergleich zu Patienten mit Colitis ulcerosa und gesunden Probanden. ↗︎ Link

• Patienten mit Morbus Crohn haben stärkere Imunantworten auf Lebensmittelantigene. Die Anzahl der IgG-positiven Lebensmittel erwies sich als ein diagnostischer Marker für Morbus Crohn. Die darauf basierende Ernährung könnte dabei helfen, die Krankheit in Remission zu halten. ↗︎ Link

• Bei Patienten mit Morbus Crohn besteht eine höhere Prävalenz von IgG-Antikörpern gegen Lebensmitteln, im Vergleich zu Gesunden. Im Tierversuch wurde nachgewiesen, dass die Darmentzündung über Lebensmittelantigene mittels CD4(+) T-Zell-Hyperaktivierung induziert und durch die Eliminierung von Lebensmittelantigenen gelindert wird. Es ist wahrscheinlich, dass diese IgG-vermittelte Immunreaktion gegen Nahrungsmittel auch bei Patienten mit Colitis ulcerosa wirksam ist und zur Pathogenese der Erkrankung beiträgt. ↗︎ Link

• Höhere Titer der Anti-Saccharomyces cerevisiae-Antikörper IgA und IgG sind mit einer aggressiveren Morbus Crohn-Symptomatik verbunden. ↗︎ Link

• Die Provokation mit IgG-reaktiven Lebensmitteln kann die Symptomatik bei Patienten mit Morbus Crohn verschlechtern. ↗︎ Link

• Eine adjuvante Ausschlussdiät von IgG4-reaktiven Lebensmitteln kann die Lebensqualität und die Symptome bei Patienten mit Morbus Crohn verbessern. ↗︎ Link

• Eine IgG-basierte Eliminationsdiät führte zu einer Verringerung der täglichen Stuhlfrequenz, Bauchschmerzen traten nur noch reduziert auf und die Patienten berichteten von einer allgemeinen Verbesserung ihrer Lebensqualität. ↗︎ Link

Übergewicht

• Bei übergewichtigen Jugendlichen besteht eine starke Erhöhung der gegen Nahrungsmittel gebildeten IgG-Antikörper, die mit systemischen Entzündungsmarkern einhergeht. ↗︎ Link

• Durch die Meidung von IgG-vermittelten reaktiven Lebensmittel war innerhalb von 90 Tagen eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von etwa 5 kg feststellbar, bei gleichzeitigem Anstieg aller Indikatoren der Lebensqualität. ↗︎ Link

• Eine IgG-basierte Eliminationsdiät unterstützt den Gewichtsverlust bei übergewichtigen Patienten, die durch eine konventionelle Diät mit Kalorienrestriktion kein Gewicht verloren. Nach 6-monatiger IgG-Eliminationsdiät lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei 8,5 kg, durch die konventionelle kalorienreduzierte Diät lag die durchschnittliche Abnahme bei nur 0,8 kg. ↗︎ Link

 

IgG-Eliminationsdiät bei Fibromyalgie – Ergebnisse einer klinischen Studie

In einer Studie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München wurde im Rahmen einer Dissertation die Wirkung einer IgG-basierten Eliminationsdiät bei Fibromyalgie untersucht (68 Patienten, Fibromyalgie seit 1 – 30 Jahren). Im Mittel hatten die Patienten 47,2 ± 11,4 Lebensmittelreaktionen. Davon waren durchschnittlich ca. 10 Reaktionen sehr ausgeprägt (Stärke 3 und 4). Die Gesamtzahl der Reaktionen bei den Fibromyalgie-Patienten lag um ca. 20 % höher als bei Kontroll-Patienten ohne Fibromyalgie. Die Patienten hielten sich für einen Zeitraum von 8 Wochen an eine IgG-basierte Eliminationsdiät. Bei den Kontrolldokumentationen nach 2, 4, 6 und 8 Wochen war der Ausprägungsgrad aller Symptome bei den meisten Patienten deutlich niedriger als zu Behandlungsbeginn. So hatten sich z. B. die Symptome „Migräne“ bei 86,2 % der betroffenen Patienten gebessert. Weitere sehr hohe Besserungsraten wurden für u. a. für die Symptome „Schmerzhafter Stuhl- oder Harndrang“ (78,9 %), „Reizblase“ (73,7 %), „Krampfartige Unterleibschmerzen“ (72,7 %), „Stuhlverstopfung“ (72,5 %), „Brennen der Haut“ (71,7 %) und „Allergien“ (70,8 %) festgestellt. Die Ausprägung der Schmerzdruckpunkte hatte sich bei 50 % der betroffenen Patienten verbessert. Das Allgemeinbefinden hat sich nach 8-wöchiger Nahrungsumstellung (im Vergleich zum Aufnahmebesuch) bei 63 % der Patienten verbessert. Bei 30 % war keine Änderung feststellbar, bei 7 % kam es zu einer Verschlechterung. Selbst bei nicht sehr konsequenter Ernährungsumstellung profitierte eine große Zahl der Patienten. Als positiver Nebeneffekt zeigte sich ein wesentlicher Gewichtsverlust. Diese Studie hat gezeigt, dass eine ↗︎ IgG-basierte Eliminationsdiät zur Verringerung der Beschwerden von Fibromyalgie-Patienten wesentlich beiträgt.

IgG und Rheumatoide Arthritis

↗︎ Link 1 Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine komplexe Autoimmunerkrankung mit synovialer Hyperplasie, Knorpel- und Knochenzerstörung. In dieser präklinischen Studie mit Versuchstieren wurde der Frage nachgegangen, ob die Pathogenese der RA mit einer Nahrungsmittelallergie in Zusammenhang gebracht werden kann, und welche Allergene hierbei relevant sein könnten. Bei Wistar-Ratten mit Arthritis wurden die Plasmakonzentrationen proinflammatorischer Zytokine gemessen (Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) IL-1, IL-6, IL-17). Die Konzentrationen zirkulierender Immunkomplexe sowie lebensmittelspezifische IgG- und IgE-Spiegel wurden in diesem Tiermodell auch bestimmt. Die Ergebnisse zeigten eine wesentliche Erhöhung der Konzentrationen von TNF-α, IL-1, IL-6, IL-17 und zirkulierender Immunkomplexe. Die Konzentrationen von Milch- oder Ei-spezifischem IgG- und IgE-Antikörpern waren auffallend hoch. Demnach scheint die Pathogenese der RA eng mit erhöhten Ei- oder Milch-spezifischen Antikörpern einher zu gehen.

IgG und ankylosierende Spondylitis

↗︎ Link 1 Die ankylosierende Spondylitis (AS) oder Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken. Die Ursachen dieser Erkrankung scheinen in einer immunologischen Störung zu liegen. Dabei spielt der Tumornekrosefaktor α (TNF-α) offenbar eine zentrale Rolle, und tritt vermehrt im entzündeten Kreuzbein-Darmbeingelenk auf, gemeinsam mit T-Helferzellen (CD4+ T-Lymphozyten), cytotoxischen T-Zellen (CD8+ T-Lymphozyten) und Fresszellen. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass Fehlregulation von IL-6, IL-10, IL-17, TNF-α und IFN-g ↗︎ zur Pathogenese und Progression der AS beitragen.
Obwohl die Pathogenese von AS noch nicht geklärt ist, gibt es vermehrt Hinweise das Mikrobiom des Darmes bei der Pathogenese der Erkrankung (↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4) . IgE-vermittelte allergische Sofortreaktionen scheinen keine wesentliche Rolle bei der AS zu spielen. Im Gegensatz dazu, betrachtet man IgG-Antikörper als verzögerte oder sogar asymptomatische Reaktion auf die Exposition verschiedener Nahrungsmittelantigene. In Tierversuchen wurde nun nachgewiesen, dass die Pathogenese der rheumatoiden Arthritis eng mit erhöhten Konzentrationen von IgE- und IgG-Antikörpern gegen Eier und Milch zusammenhängt.

Daher stellte sich die Frage nach der Bedeutung IgG-vermittelter Nahrungsmittelallergien bei Patienten mit AS. IgG-Tests wurden bei 75 Patienten mit AS und 78 gesunden Probanden durchgeführt (gegen 14 Nahrungsmittel: Weizen, Ei, Pilze, Milch, Schweinefleisch, Hähnchen, Rindfleisch, Krabben, Kabeljau, Mais, Sojabohnen, Tomaten, Garnelen und Reis). Zusätzlich wurde bei allen Studienteilnehmern der CRP-Wert bestimmt, als inflammatorischer Indikator für die Schwere der Erkrankung. AS-Patienten hatten signifikant höhere IgG-Serumspiegel gegen Rind-, Krabben- und Schweinefleisch im Vergleich zu gesunden Studienteilnehmern. Darüber hinaus waren die Serumspiegel von Schweinefleisch-spezifischem IgG signifikant und positiv mit dem CRP-Wert korreliert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass α-Gal, das vorherrschende natürliche Antigen in rotem Säugetierfleisch, eine potenzielle Rolle bei der Pathogenese der AS spielen könnte. Die Autoren empfehlen daher die Meidung von Rindfleisch, Krabben und Schweinefleisch bei AS-Patienten. Studien zur Bedeutung einer personalisierte IgG-Eliminationsdiät bei AS-Patienten wurden bisher noch nicht durchgeführt, wären aber sehr viel versprechend angesichts der bisherigen Ergebnisse.

 

IgG-Unverträglichkeiten: Zusammenfassung von 26.479 Testergebnissen

IgG-vermittelte Immunreaktionen auf Nahrungsmittel können die Gesundheit von Patienten erheblich beeinflussen. Starke Kopfschmerzen, Reizdarmsyndrom, Migräne, Haut- oder Atemwegserkrankungen wurden mit einer derartigen Lebensmittelunverträglichkeit in Verbindung gebracht. Anzeichen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit treten oft erst Stunden oder Tage nach dem Verzehr auf. Da diese Symptome oftmals vage und unspezifisch sind, wird der Verzehr von Lebensmitteln als Grundursache für die Erkrankung eines Patienten nicht immer richtig erkannt. In dieser Studie wurde die relative Prävalenz nahrungsmittelspezifischer IgG-Intoleranzen in der allgemeinen Bevölkerung untersucht und bewertet. In einem Microarray-basierten ELISA-Verfahren wurden bei 26.479 Patienten IgG-Antikörper gegen 222-Nahrungsmittel im Serum bestimmt (Zeitraum: Januar 2012 bis Dezember 2016; Alter 0 bis 105 Jahre; Durchschnittsalter 43 Jahre). Dabei wurde eine negative Korrelation zwischen dem Alter des Patienten und der Positivitätsrate von IgG-Antikörpern auf Nahrungsmittelbestandteile festgestellt, wobei aber keinerlei geschlechtsspezifische Unterschiede auftraten. Bei der Reaktion auf Nahrungsmittel wurden vier Intoleranzstufen definiert:

• Stufe 1: 23 häufig intolerante Nahrungsmittel, einschließlich Weizen, Eiweiß, Kuhmilch, Erbse, Schafsmilch, Colanuss, Brauereihefe, Pistazie, Kasein, rote und weiße Bohnen, Gerste, Ziegenmilch, Agar-Agar, Mais, Mandel, Haselnuss, Sonnenblumensamen, Cashewnuss, Gliadin, Paranuss, Aloe Vera und Erdnuss, waren bei 33 % der Personen vorhanden,
• Stufe 2: 34 allgemein intolerante Nahrungsmittel, waren bei 10 – 33 % der Personen positiv
• Stufe 3: 82 selten intolerante Nahrungsmittel, waren bei 1 – 9 % der Personen positiv
• Stufe 4: 83 tolerante Nahrungsmittel, waren bei < 1 % der Personen positiv

Die Autoren schlussfolgern, dass IgG-Nahrungsmittelintoleranz unter den getesteten Patienten häufig zu beobachten war. Blattgemüse, Obst, Meeresfrüchte und Fleisch wiesen eine relativ geringe IgG-Intoleranz auf. Nahrungsmittel mit hohem IgG-Intoleranzpotenzial sind:

• Getreide, insbesondere solche mit höherem Glutengehalt
• Milchprodukte und Eier
• Gemüse mit hohem Proteingehalt (Erbsen und Bohnen)
• Nüsse und Samen
• Pflanzen mit hohem Polysaccharidgehalt (Agar-Agar oder Aloe Vera).

Hui, Ptolemy, Bailey, Waite, Li, Dynacare, Brampton, ON, Canada
Food Intolerance (IgG-Mediated Food Sensitivity Reaction) Status of Community-based Patients. Clinical Chemistry. Conference: 69th American Association for Clinical Chemistry Annual Scientific Meeting and Clinical Lab Expo, United States. 63 (Supplement 1) (pp S161-162)

IgG-Eliminationsdiät bei Sportlern

Gesundheitliche Probleme bei Sportlern kommen häufig vor, oftmals bedingt durch eine zu hohe Trainingsintensität bzw. Trainingsdauer. In früheren Newslettern haben wir bereits über die Steigerung von Leistung und Kognition bei Sportlern berichtet, die eine individualisierte IgG-Eliminationsdiät einhielten.

In dieser Studie wurde bei 22 Profi-Sportlern, vor Beginn und nach einer 3-monatigen IgG-Eliminationsdiät, das Beschwerdebild zu allergischen sowie gastrointestinalen Beschwerden mittels Fragebögen erhoben. Nach 3 Monaten Eliminationsdiät wurde eine wesentliche Verbesserung von Verdauungsstörungen festgestellt. Es wurde weiterhin eine Verbesserung der allergischen Symptomatik beobachtet und der Gesamt-IgG-Titer nahm ab. Zusätzlich reduzierte sich der Körperfettanteil wesentlich, wobei es jedoch zu keinen Gewichtsveränderungen kam. Auch die Flexibilität der Sportler nahm durch die Eliminationsdiät zu und es kam zu einem geringeren Pulsanstieg nach kardiopulmonaler Belastung. Diese Daten belegen, dass Gesundheit und sportliche Leistungen bei Spitzensportlern in vielerlei Hinsicht von Nahrungsmittelintoleranzen abhängen.
↗︎ Kostic-Vucicevic M, Marinkovic D, Dikic N, Stojmenovic T, Andjelkovic M, Nikolic I, Vukasinovic-Vesic M, Malic T. 2016. Is there connection between food intolerance and sports performance in elite athletes? Br. J. Sports Med., 50: A20.1-A20.

Lesen Sie dazu auch unsere Falldokumentation

 

IgG-Eliminationsdiät, Migräne und Stimmungsschwankungen

Hier wird der Fall einer Patientin mit Migräne (4 – 6 Anfälle pro Woche), Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme berichtet. Der Patientin wurde eine IgG-basierte Eliminations- und Rotationsdiät verordnet, in Kombination mit Mikronährstoffen (vor allem Aminosäuren). Nach nur 30 Tagen besserte sich die Migräne-Symptomatik, die Patientin konnte die Triptane weitgehend reduzieren. Nach Ansicht der Autoren hat die kombinierte Wirkung von IgG-Nahrungsmittelallergien, Entzündungen und daraus resultierender erhöhter Darmpermeabilität zu einer Reduktion der Aminosäuren beigetragen. Daraus ergab sich eine Abnahme wichtiger Neurotransmitter, die nach Ansicht der Autoren zu Depression und Migräne beigetragen haben.
↗︎ Nelson-Dooley, Kaplan S, Bralley JA. 2009. Migraines and mood disorders: nutritional and dietary intervention based on laboratory testing. Altern. Ther. Health Med., 15: 56–60.

Veränderung der IgG-Titer nach Eliminationsdiät

Eine 3-monatige IgG-Eliminationsdiät führt zu Änderungen der Serum-Immunglobulin-G (IgG)-Antikörpertiter und verbesserter Lebensqualität bei übergewichtigen/ adipösen Erwachsenen. Bei allen 30 Teilnehmern dieser Studie wurden Lebensmittel-IgG-Tests durchgeführt. Die Interventionsgruppe (20 Teilnehmer) wurde angewiesen, bis zu zehn Nahrungsmittel zu eliminieren, für die sie hohe IgG-Titer aufwies. Gesundheitsberater unterstützten die Essensplanung und Einhaltung der Eliminationsdiät. Im Gegensatz dazu, erhielt eine Kontrollgruppe (10 Teilnehmer) keine IgG-Testergebnisse oder Gesundheitsberatung. Primäres Ergebnis waren Serum-IgG-Titer für die 10 während der Studie eliminierten Lebensmittel, verglichen mit den Ausgangskonzentrationen.

Die IgG-Antikörperkonzentrationen nahmen bei 83 % der Nahrungsmittel in der Behandlungsgruppe und bei 60 % der Nahrungsmittel in der Kontrollgruppe ab, dies stellte jedoch keinen signifikanten Unterschied dar. Sekundärer Endpunkt der Studie war die gesundheitsbezogene Lebensqualität, welche durch Fragebögen erhoben wurden (PROMIS-29 und Measure Yourself). Die Interventionsgruppe berichtete, im Vergleich zur Kontrollgruppe, über eine Verbesserung des Schlafes während der Studie.

Leider wurden in dieser Studie nur die am höchsten reaktiven 10 Lebensmittel berücksichtigt. Dies ist, unserer Ansicht nach, der wesentliche Schwachpunkt der Studie. Um bessere Ergebnisse bezüglich Lebensqualität, Reduktion der IgG-Titer und evtl. auch Gewichtsreduktion festzustellen, wäre es notwendig gewesen, alle reaktiven Lebensmittel aus dem Ernährungsplan auszulassen. Nach Ansicht der Autoren der Studie sind zukünftig größere klinische Studien erforderlich, um den Grad der Verallgemeinerung dieser Ergebnisse zu erheben.

Quelle:
Neuendorf R, Corn J, Hanes D, Bradley R. 2018. Impact of Food Immunoglobulin G-Based Elimination Diet on Subsequent Food Immunoglobulin G and Quality of Life in Overweight/Obese Adults. J. Altern. Complement. Med., acm.2018.0310.

IgG-Eliminationsdiät und ADHS bei Kindern

Kleine ADHS-Patienten im Alter von 4 – 8 Jahren, wurden auf 2 Gruppen (mit jeweils 50 Kindern) aufgeteilt. Die Kinder der Gruppe 1 erhielten über einen Zeitraum von 5 Wochen eine IgG-basierte Eliminationsdiät, die auf ihren individuellen Testergebnissen basierte. Die 50 Kinder der 2. Gruppe (Kontrollgruppe) wurden mit einer „gesunden Ernährung“ versorgt. Wenn nach 5 Wochen bei einem Kind durch die Ernährungsumstellung (IgG-basiert) eine 40 %-ige Verbesserung festgestellt wurde, sind dem Ernährungsplan entweder hoch- oder niedrig reaktive Lebensmittel zugesetzt worden. Über Fragebögen wurde dann das Verhalten der Kinder zu Beginn der Eliminationsdiät, nach 5 Wochen und nach Einführung der reaktiven Lebensmittel erhoben und verglichen.

In der INCA-Studie hatte die eingeschränkte Eliminationsdiät bei 32 (64 %) von 50 Kindern eine signifikante positive Wirkung auf die ADHS-Symptome. Außer der ADHS-Symptomatik nahmen auch Trotzverhalten und Autoritätsabwehr ab. Die Gesamt-IgE-Spiegel waren nur bei einigen Kindern erhöht, sowohl bei Kindern, die auf die Diät ansprachen, wie auch bei Kindern, die nicht ansprachen. Dies deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Mechanismus der Nahrungsmittelsensitivität bei ADHS nicht allergisch ist. In der zweiten Phase der Studie wurden einige der vorher eliminierten Nahrungsmittel zur Ernährung der Kinder, die auf die Diät ansprachen, hinzugefügt. Die Wiedereinführung von Nahrungsmitteln führte zu einem signifikanten Verhaltensrückfall bei Patienten die vorher auf die IgG-Diät ansprachen. Obwohl die Wiedereinführung reaktiver Lebensmittel nur 6 verschiedene, jeweils individuell ausgewählte Lebensmitteln betraf, gab es bei 63 % der Kinder einen erheblichen Rückfall im Verhalten. Dies war unabhängig davon, ob es sich bei der Wiedereinführung reaktiver Lebensmittel um stark reaktive oder kaum reaktive Nahrungsmittel handelte.
Die Ergebnisse sind ein Beleg für die klinisch relevanten positiven Effekte einer Eliminationsdiät auf ADHS und oppositionellem Verhalten wie Trotzverhalten und Autoritätsabwehr. Die Autoren sind der Ansicht, dass eine derartige diätetische Intervention bei allen Kindern mit ADHS in Betracht gezogen werden sollte.

IgG-Eliminationsdiät bei Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wobei es zu einem kontinuierlichen entzündlichen Befall der Darmschleimhaut des Dickdarms bzw. des Colons kommt. Typisches Anzeichen ist Durchfall mit Blut- und Schleimbeimengungen, kombiniert mit Schmerzen im Oberbauch. Die Ursache ist bislang unbekannt, man geht von einer Kombination aus genetischer Veranlagung mit verschiedenen Risikofaktoren (Ernährung, Stress) aus. Obwohl der Verlauf schubförmig ist, benötigen die meisten Patienten doch eine kontinuierliche Medikation.

In einer prospektiven Studie wurde nun untersucht, wie sich eine sechsmonatige IgG-basierte Eliminationsdiät auf die Lebensqualität und Symptomatik von Patienten mit Colitis ulcerosa auswirkt.

An der Studie nahmen 97 Patienten mit Colitis ulcerosa teil, die nach dem Zufallsprinzip in eine IgG-Diätgruppe (49 Patienten) und eine Kontrollgruppe (48 Patienten) aufgeteilt wurde. Für die Interventionsgruppe wurden individuelle Diätpläne erstellt, basierend auf den jeweiligen IgG-Titern. Die Kontrollgruppe ernährte sich weiter wie bisher, wobei auf eine gesunde Ernährung geachtet wurde. Im Verlauf der sechs Monate wurde die Krankheitsaktivität erhoben, sowie auch extraintestinale Manifestationen, Ernährungszustand und Angaben zur Lebensqualität. Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper wurden bei 70 % der Teilnehmer nachgewiesen. Zu Studienbeginn bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Nach den sechs Monaten bestanden jedoch erhebliche Unterschiede. So war der Mayo-Score (der sich berechnet aus der Bewertung von Stuhlfrequenz, rektaler Blutung, endoskopischer Bewertung der Darmschleimhaut und ärztlicher Einschätzung des Krankheitsverlaufes) in der Diätgruppe signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe (2,41 ± 0,89 gegenüber 3,52 ± 1,15, P <0,05). Die Anzahl der Patienten mit extraintestinalen Manifestationen nahm in der Interventionsgruppe von 7 auf 2 und in der Kontrollgruppe von 6 auf 5 ab. Die Interventionsgruppe hatte einen höheren mittleren Body Mass-Index und Albumin als die Kontrollgruppe (23,88 ± 3,31 gegenüber 21,50 ± 6,24 kg/m2, P <0,05; 48,05 ± 6,39 gegenüber 45,72 ± 5,48 g/L, P <0,05), während Präalbumin und Transferrin zwischen den Gruppen nicht signifikant unterschiedlich war. Die Lebensqualität verbesserte sich nach dem Ausschluss von IgG-reaktiven Nahrungsmitteln (P <0,05). Auch hier wurde gezeigt dass eine IgG-basierte Ausschlussdiät die Symptomatik einer Colitis ulcerosa verbessert und einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen hat. Die Autoren empfehlen weitere eingehendere Studien mit größeren Patientenzahlen.

Jian L, Anqi H, Gang L, Litian W, Yanyan X, Mengdi W, Tong L. ↑ Food Exclusion Based on IgG Antibodies Alleviates Symptoms in Ulcerative Colitis. Inflamm Bowel Dis. 2018 May 16. pii: 4996921. doi: 10.1093/ibd/izy110. SCImago Journal Rank Indicator: 2,846

Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper bei Kindern mit Neurodermitis

Auch bei Kindern mit Neurodermitis wurde ein ↑ Zusammenhang mit erhöhten lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern nachgewiesen. In einer Studie wurden 216 Kinder mit atopischer Dermatitis untersucht, im Vergleich zu 80 gesunden Kindern. Die Ergebnisse zeigten, dass die kranken Kinder wesentlich höhere IgG-Titer im Serum aufwiesen im Vergleich zu den gesunden Kindern. Vor allem Milch und Eier verursachten die IgG-bedingten Allergien, gefolgt von Tomaten und Soja. Die Autoren dieser Studie empfehlen den diagnostischen und therapeutischen Nachweis von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern bei Kindern mit atopischer Dermatitis. Zahlreiche unserer Fallberichte (wir berichteten darüber auch in unseren Webinaren) belegen den Erfolg einer IgG-Eliminationsdiät bei dieser Erkrankung. Nun hoffen wir auf Ergebnisse klinischer Studien, die mit einer größeren Patientenzahl die Wirksamkeit und Sicherheit dieser ernährungstherapeutischen Methode nachweist.

Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper und Autoimmunerkrankungen

Immunreaktionen gegen körpereigene Strukturen ist das Kennzeichen aller Autoimmunerkrankungen. Nach Angaben der Deutschen Autoimmun-Stiftung sind die Krankheitsfälle in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren auf heute vier Millionen Menschen gestiegen. Etwa 80 – 100 Autoimmunerkrankungen (AI) sind bisher bekannt, zu den häufigsten gehören Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn, entzündliches Rheuma, Psoriasis und Sklerodermie. Obwohl es eine gewisse genetische Prädisposition für diese Krankheiten gibt, kann sie doch nicht den epidemischen Anstieg der häufigsten Autoimmunerkrankungen in den vergangenen 30 Jahren erklären. Als kausale Faktoren werden daher zunehmend verschiedene Umweltfaktoren diskutiert wie z. B. die Ernährung, Nahrungsmittelzusätze, Pestizide, Antibiotika, Konservierungsstoffe, Bisphenole und der Mangel an Vitaminen bzw. Mineralstoffen in der Nahrung.
Um die Wirkung verschiedener Nahrungsmittel auf Patienten mit Autoimmunerkrankungen zu untersuchen, wurden ↑ IgG-Tests (50 Nahrungsmittelantigene) bei 100 Patienten mit ganz unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen durchgeführt. Die gleichen Tests wurden auch bei 20 gesunden Probanden gemacht und anschließend wurden die Ergebnisse der kranken und gesunden Probanden miteinander verglichen. Dabei wurden sehr große Unterschiede festgestellt, die in der Tabelle zusammengefasst sind.

 

Tabelle

 

Die Analyse der Nahrungsmittelintoleranzen bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen zeigte deutlich, dass Lebensmittel wie Kuhmilch, Weizen, Gliadin, Hühnereiweiß oder Casein eine ernsthafte Immunaktivierung verursachten. Ein Vergleich der durchschnittlichen IgG-Titer auf Antigene, die in Casein, Kuhmilch, Ziegenmilch, Reis, Mandeln oder Hühnereiweiß enthalten sind, zeigte 2- bis 12-fach höhere Werte bei den erkrankten Patienten gegenüber den gesunden Probanden. Daher sollten derartige Lebensmittel bei AI-Patienten oder bei Menschen mit einem hohen AI-Risiko gemieden werden. Besser wäre es jedoch, bei jedem Patienten einen personalisierten Test durchzuführen, gefolgt von einer individuellen Ernährungsberatung und Eliminationsdiät. Zudem müsste es auch multizentrische klinische Studien geben, die ein breiteres Spektrum an Ergebnissen bei unterschiedlichen AI-Erkrankungen liefern könnten.

 

IgG-Antikörper gegen Hefe: Korrelation mit Übergewicht, Zonulin und Inflammationsmarkern

Die Bäckerhefe/Brauereihefe (Saccharomyces cerevisiae) wird nicht nur zur Herstellung von Brauereigetränken und Backwaren eingesetzt, sondern auch in der Tiermast, zur Verbesserung der Wachstumsleistung. Dieser einzellige Hefepilz zählt zu den am häufigsten nachgewiesenen Pilzen in menschlichen Stuhlproben und stammt sehr wahrscheinlich aus der Nahrung. Eine veränderte Verwertung der Nahrung, bedingt durch Antikörper gegen die Bäckerhefe/Brauereihefe („anti-Saccharomyces cerevisiae antibodies“ oder ASCA) könnte im menschlichen Organismus vorkommen. Bei sehr adipösen Menschen wurde eine Korrelation zwischen der Höhe der ASCA-Konzentration und dem BMI nachgewiesen, wobei der Grund der erhöhten ASCA-Werte nicht ursächlich erklärt werden konnte. In einer ↑ Studie aus Norwegen wurde nun erstmalig der Zusammenhang zwischen BMI, ASCA-IgG-Antikörpern, Ernährung, Inflammationsmarkern und Zonulin untersucht.

Ernährungsgewohnheiten, Komorbiditäten und klinische Daten von 142 stark übergewichtigen Probanden (Durchschnittlicher BMI: 42 kg/m2) wurden erhoben, wobei die Menge an konsumiertem Brot oder Bier in einen Annäherungswert für die aufgenommene Menge an Bäckerhefe/Brauereihefe umgerechnet wurde. Bei 31 der Probanden wurden ASCA-IgG-Antikörper nachgewiesen, und bei nur 4 bzw. 3 Probanden ließen sich entsprechende IgA- und IgM-Antikörper nachweisen. Bei den 31 Probanden waren Alter, Körperfettanteil und CRP-Werte wesentlich höher im Vergleich zu ASCA-IgG-negativen Probanden. Es wurden signifikante Korrelationen zwischen positiven ASCA-IgG-Antikörpern, Alter, Größe, Gewicht, Körperfettanteil und Serum-CRP-Werten festgestellt. Ein schwacher Zusammenhang ergab sich zwischen der Zonulin-Konzentration und dem ASCA-IgG-Antikörper-Titer. Es bestand jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen der Menge aufgenommener Bäckerhefe/Brauereihefe und dem Körperfettanteil oder dem ASCA-IgG-Antikörper-Titer. Die ↑ Autoren schlussfolgern daraus, dass ASCA-IgG-Antikörper mit einer allgemeinen inflammatorischen Reaktion einhergehen, die jedoch nicht der Menge an konsumierter Bäckerhefe/Brauereihefe entspricht.

Fragen aus unseren Webinaren: Wie steht der sIgA-Wert im Stuhl im Verhältnis zum Zonulin im Blut?

Die Darmbarriere ist eine der am stärksten beanspruchten Barrierestrukturen im Körper, mit immenser Bedeutung für die Erhaltung der Gesundheit. Die Epithelschicht, als „innerste Abwehrbarriere“ ist geschützt durch Schichten aus Schleim und Darmbakterien. Das einzellige Darmepithel absorbiert Nährstoffe und verhindert das Eindringen immunogener Moleküle in den Körper. Wird die Barriere durchbrochen, können Entzündungen, Autoimmunität oder sogar Krebs folgen. Eine gestörte Barriere ist daher eine ernste Angelegenheit und prioritäres therapeutisches Ziel für die Heilung (lesen Sie bitte auch ↑ Artikel 1 und ↑ Artikel 2).
Gemäß unserer Erfahrungswerte gibt es keine gesicherten Daten zum Zusammenhang zwischen dem sIgA-Wert im Stuhl im Verhältnis zum Zonulin im Blut. Aus unseren eigenen Untersuchungen haben wir jedoch Daten zu sIgA und dem langjährigen und nach wie vor relevanten alpha-1-Antitrypsin als LeakyGut-Marker.

Bei den 50 je am höchsten und den 50 jemals am niedrigsten gemessenen IgG-Werten (Pro Immun M-Tests) wurden die Ergebnisse mit den Laborwerten für sIgA und alpha-1-Antitrypsin verglichen. Ursprünglich gingen wir davon aus, dass ein erhöhter alpha-1-Antitrypsinwert mit einem stärker ausgeprägten Leaky Gut sowie erhöhten IgG-Werten des Pro Immun M-Tests korreliert. Es ergaben sich jedoch keinerlei Hinweise auf eine Korrelation. Es gab im Pro Immun M-Test sehr hohe IgG-Werte und völlig normale alpha-1-Antitrypsin-Werte, sowie auch den umgekehrten Fall niedriger IgG-Werte mit hohen alpha-1-Antitrypsin-Werten. Die gleiche Beobachtung wurde auch für sIgA gemacht. Daraus haben wir gelernt, dass es noch andere Mechanismen geben muss, wie z. B. Kreuzreaktionen, die zur nutritiv bedingten IgG-Bildung führen bei normalem Zonulin bzw. alpha-1-Antitrypsin. Aus unserer Sicht und langjähriger Erfahrung sollte bei jeglichen Anzeichen einer Inflammation (anamnestisch wie laborchemisch) der ProImmunM-Test durchgeführt werden.

Im vergangenen Jahr erschien eine Studie zur Stabilität der Zonulin-Werte im Blut im zeitlichen Verlauf, im Vergleich zu den IgG- bzw. IgA-Antikörpern gegen tight-junction-Proteine (Zonulin, Occludin, Vinculin, AQP4 und GFAP). Die Autoren stellten fest, dass es gerade bei hohen Zonulin-Werten zu erheblichen Schwankungen im zeitlichen Verlauf kommen kann (Blutentnahme bei 0, 6, 24 und 30 Stunden). Gleichzeitig blieben jedoch die IgG- bzw. IgA-Antikörper gegen Zonulin stets auf einem konstanten Niveau. Diese Ergebnisse zeigen, dass es zu erheblichen Schwankungen bei der Freisetzung von Zonulin kommen kann. Demnach kann man davon ausgehen, dass eine Korrelation mit dem sIgA-Wert im Stuhl ↑ eher unwahrscheinlich ist.

 

Erhöhte IgG-Werte bei Patienten mit schweren Depressionen oder Reizdarmsyndrom

Es gibt immer mehr Hinweise zur Pathogenese des Reizdarmsyndroms (IBS) mit IgG-vermittelten Reaktionen auf Nahrungsmittelproteine. Ein Zusammenhang zwischen IgG-vermittelten Unverträglichkeiten und der Pathogenese der schweren depressiven Störung (MDD) wurde erst kürzlich vorgeschlagen. Heute stellen wir Ihnen die Ergebnisse einer neuen Studie vor, bei der erstmals die IgG-Werte von Patienten mit schweren depressiven Störungen untersucht wurden (erschienen im April in der Zeitschrift „Nutrients“).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine IgG-bedingte Unverträglichkeit von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelproteinen ein ganz wichtiger Mechanismus sein kann, der zur Immunaktivierung und chronischer Inflammation führt, charakteristisch für schwere Depressionen. Diese Überlegung ist zwar ursächlich (noch) nicht bewiesen, aber im Falle des Reizdarmsyndroms werden IgG-basierte Eliminationsdiäten befürwortet (s. dazu auch unseren Artikel vom 14.9.2017) – „…In diesen Fällen kann, insbesondere, wenn die Symptomatik nicht auf die etablierte Pharmakotherapie anspricht, für einen begrenzten Zeitraum die Elimination von Nahrungsmitteln, die zu erhöhten IgG-Titern führen, versucht werden…“. Klinische Studien, die den Erfolg der Eliminationsdiät bei Patienten mit schwere Depressionen belegen, werden hoffentlich bald erscheinen…

Die Serum-IgG-Werte (gegen 39 Lebensmittelantigene) wurden bei drei Patientengruppen untersucht und verglichen:
Gruppe 1: 22 Patienten mit schweren Depressionen
Gruppe 2: 22 Patienten mit Reizdarmsyndrom
Gruppe 3: 21 gesunde Probanden

Von einer IgG-Lebensmittel-Hyperreaktivität wurde ausgegangen, sofern der durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml lag. Folgende Werte wurden für die 3 Gruppen festgestellt:
Gruppe 1: 64 % der Patienten hatten durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml
Gruppe 2: 46 % der Patienten hatten durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml
Gruppe 3: 19 % der Patienten hatten durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml
Unverträglichkeiten gegenüber Gluten, Knoblauch und Sellerie war bei der Gruppe der depressiven Patienten besonders häufig, im Vergleich zu den gesunden Probanden. Die Gluten-Unverträglichkeiten waren bei den depressiven Patienten wesentlich stärker ausgeprägt als bei den Patienten mit Reizdarmsyndrom.

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Beispiele unvollständiger und verzerrter Berichterstattungen

Oftmals werden für diese Berichterstattungen nur diejenigen Publikationen herangezogen und verbreitet, die negative oder ablehnende Aussagen stützen. Dies ist unserer Ansicht nach eine inakzeptable Verzerrung von Tatsachen. Eine gründliche Literaturrecherche, unter Einbezug ALLER Studien und Informationen, die zu diesem Thema verfasst und veröffentlicht wurden, sollte für jeden Autor eine Selbstverständlichkeit sein.

    •    In der Zeitschrift „Allergie konkret“ (↑ Ausgabe 1/2018) des deutschen Allergie-und Asthmabundes wurde in dem Artikel „Riskante Diagnose“ vor IgG-Tests gewarnt. IgG wird als normale Reaktion beim gesunden Menschen auf häufig konsumierte Lebensmittel beschrieben. Somit würde ein erhöhter IgG-Wert nur Hinweise auf häufig verzehrte Nahrungsmittel liefern. Demnach ist ein erhöhter IgG-Spiegel gegen Weizen lediglich ein Nachweis für einen erhöhten Konsum von Weizenprodukten. Die Autorin erwähnt einzig und allein die aus den Jahren 2008 und 2009 stammenden (veralteten) Stellungnahmen von allergologischen Gesellschaften. Keine einzige der klinischen Studien, die mittlerweile zum erfolgreichen Einsatz der IgG-basierten Eliminationsdiät erschien, wurde von der Autorin erwähnt. Stattdessen behauptet die Autorin “die Ergebnisse dieser Testung bringen oft lange Verbotslisten mit sich, die meist zu erheblichen Ernährungseinschränkungen bis hin zum Nährstoffmangel führen. In manchen Fällen verschlimmern sich die Beschwerden, anstatt zu verschwinden oder aber die Beschwerden bleiben aus, da die komplette Ernährung umgestellt wurde“. Dies scheint auch die alleinige Ansicht der Autorin zu sein, denn sie nennt keinerlei Quellen für ihre Behauptungen bezüglich eines Nährstoffmangels etc.

    •    In dem Artikel „Unproven diagnostic Tests for Adverse Reactions to Food“ (↑ Nicht bewiesene diagnostische Tests für die unerwünschten Wirkungen auf Lebensmittel) wurden nur 2 veraltete Arbeiten genannt (aus den Jahren 1996 und 2004, wobei detailliert auf mögliche methodische Fehler eingegangen wird, und daher, so argumentieren die Autoren, die Ergebnisse sowieso keinerlei Validität hätten. Es werden die negativen Stellungnahmen der Europäischen, Kanadischen und Amerikanischen Allergologengesellschaften genannt, aber wiederum keine einzige der anfangs erwähnten Studien.

    •    Ein weiterer Artikel zur gleichen Thematik „Unproven Diagnostic Tests for Food Allergy“ (↑ Nicht bewiesene diagnostische Tests für Lebensmittelallergien) erwähnt zum Thema „Migräne/Kopfschmerz bzw. Reizdarm lediglich 2 der ältesten Studien (von aktuell 13 von uns aufgeführten Studien), und schlussfolgert, dass IgG-Antikörper keine pathogene Aktivität im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom hätten. Ein immunologischer Zusammenhang mit den getesteten Lebensmitteln wird von den Autoren bestritten.

Eine derartig verzerrte Darstellung, bei der positive Studienergebnisse schlichtweg ignoriert werden, ist in unseres Erachtens nach skandalös und völlig inakzeptabel.

Entwicklung von IgE- und IgG-Antikörpern in den ersten 10 Lebensjahren

In der frühen Kindheit richtet sich das allergenspezifische IgG-Repertoire vor allem gegen tierische und pflanzliche Lebensmittelmoleküle und selten gegen luftgetragene Moleküle. In einer kollaborativen Studie mehrerer universitärer Krankenhäuser in Deutschland wurde untersucht, in wieweit dieses frühe Antikörper-Muster gegenüber einer breiten Palette allergener Moleküle während der ersten 10 Lebensjahre beibehalten wird.

Die Wissenschaftler untersuchten die Blutseren von Teilnehmern der Deutschen Multicenter-Allergie-Studie, einer Geburtskohorte, die 1990 geboren wurde. Die Seren wurden im Zeitraum zwischen Geburt und dem Alter von 10 Jahren gesammelt. Der zeitliche Verlauf der IgE- (Cutoff ≥ 0,30  ISAC Standardised Units, ISU) und IgG- (Cutoff ≥ 0,10  ISU) Reaktionen auf 35 allergene Moleküle wurde mit geeigneten Messmethoden bestimmt.

Die IgE-Reaktionen richteten sich meist gegen eine begrenzte Gruppe von luftgetragenen Molekülen, mit folgender Prävalenzhierarchie (Phl p 1> Bet v 1> Bet v 1> Fel d 1> Phl p 5> Der p 2> Der p 2> Der p 1), die im Laufe der Zeit weitgehend beibehalten wurde. Das IgG-Repertoire war jedoch viel breiter, beginnend vor allem mit IgG gegen tierische Lebensmittel. In späteren Lebensjahren kamen Antikörper gegen Moleküle aus pflanzlichen Lebensmitteln hinzu, und erst danach kam es zu IgG-Reaktionen auf spezifische luftgetragene Moleküle. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass eine starke IgG-Reaktion fast immer dem Auftreten von IgE auf dasselbe Molekül bei spezifisch sensibilisierten Probanden vorausgeht oder gleichzeitig mit der IgG-Reaktion auftritt. ↑ weiter

IgG-spezifische Eliminationsdiät und psychische Gesundheit

Die Messung von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern wird als Strategie zur Identifizierung von unverträglichen Nahrungsmitteln verwendet. Aktuell erlangen derartige Tests immer mehr Anerkennung, zumal in den vergangenen Jahren eine zunehmende Anzahl von Studien publiziert wurde (nach schulmedizinischen Standards), in denen die Wirksamkeit dieses Ansatzes (Symptomverbesserung) bei verschiedenen Erkrankungen nachgewiesen wurde. Dazu gehört das Reizdarmsyndrom, Migräne und Kopfschmerzen, Arthritis, Gewichtsreduktion und Lebensqualität. Zusätzlich gibt es unzählige (noch nicht publizierte) Daten zu anderweitigen Erkrankungen sowie Patientenbefragungen. Eine erhöhte Darmpermeabilität kann dazu beitragen dass größere Nahrungsmittelproteine in den Blutstrom gelangen, wo sie eine IgG-Immunantwort auslösen können.

Die Ergebnisse des Tests machen keine diagnostische Aussage, sondern werden als Ausgangspunkt für eine Eliminationsdiät verwendet, bei der bestimmte Karenzzeiten eingehalten werden, je nach der Stärke der Reaktion auf einzelne Lebensmittel. Man geht davon aus, dass eine erhöhte Darmpermeabilität ein Eckpfeiler der Wechselwirkungen zwischen Darm, Mikrobiom und Gehirn ist. Dies kann dazu führen dass Darmbakterien und deren Stoffwechselprodukte sowie auch unvollständig verdaute Nahrungsmittelbestandteile in den Blutstrom gelangen.

Studien haben gezeigt, dass die Blut-Hirn-Schranke anfällig sein kann für Veränderungen in der Darmflora. Zwischen der Darm- und der Blut-Hirnschanke bestehen strukturelle Ähnlichkeiten. Tight junctions, die den engen Zusammenhalt benachbarter Epithelzellen vermitteln, kommen sowohl in der Darmwand als auch in der Blut-Hirn-Schranke vor. Bei einer undichten Blut-Hirn-Schranke sind diese engen Verknüpfungen gestört, es kommt zum veränderten Transport von Molekülen und zu entzündlichen Reaktionen. Diese tragen möglicherweise zu der Genese/ Verschlechterung von Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, amyotropher Lateralsklerose, Multiple Sklerose, Autismus und anderen bei. Das Immunsystem und immun-vermittelte entzündliche Prozesse stehen in engem Zusammenhang mit der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Food-Specific IgG Guided Elimination Diet; A Role in Mental Health?

IgG-basierte Eliminationsdiät zur Gewichtsreduktion bei Patienten, die durch eine herkömmliche Diät kein Gewicht verlieren

Die Zahl der fettleibigen Menschen steigt weltweit und mittlerweile wurden die Maßnahmen gegen Adipositas für gescheitert erklärt. Ein härteres Durchgreifen ist dringend notwendig, denn der Kampf gegen Übergewicht kommt nur langsam voran. Auch die Zahl der übergewichtigen Kinder ist in den vergangenen 30 Jahren drastisch angestiegen. Kinder in den USA wiegen im Durchschnitt fünf Kilogramm mehr als ihre Altersgenossen vor dreißig Jahren, sie nehmen täglich 200 Kilokalorien mehr zu sich. Übergewicht und Fettleibigkeit bergen eine enorme Belastung der Gesundheitsausgaben für die Gesellschaft, zumal es sich um einen erheblichen Risikofaktor für viele chronische Krankheiten handelt, z. B. Herz-Kreislauf-, Verdauungs-, Atmungs- und Hormonsystems (z. B. Bluthochdruck, Typ-II-Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, Osteoarthritis, Gallenblasenstörungen, Reflux, Krebs (Brust-, Prostata-, Dickdarm-, Endometrium, etc.), Schlafapnoe und Krankheiten, die mit respiratorischer Insuffizienz zusammenhängen). Fettleibigkeit steht ursächlich im Zusammenhang mit niedriggradigen chronisch-inflammatorischen Reaktionen im weißen Fettgewebe, die mit der Aktivierung des Immunsystems einhergehen. Lebensmittel-Intoleranz ist möglicherweise auch der Grund dafür, weshalb manche Patienten mit einer üblichen Diät nur wenig Gewicht verlieren können.

In der Studie von Onmus et al. (2016) mit 82 Patienten (18 bis 65 Jahre, BMI ≥ 25) wurde der Frage nachgegangen, ob eine IgG-basierte Eliminationsdiät den Gewichtsverlust bei übergewichtigen Patienten unterstützt, die durch eine konventionelle Kalorienrestriktions-Diät kein Gewicht verlieren konnten. Bei allen Patienten wurde ein IgG-basierter Lebensmitteltoleranztest durchgeführt. Die Hälfte der Patienten erhielten danach eine Eliminationsdiät, die auf den festgestellten Nahrungsmittelunverträglichkeiten beruhte, während sich die andere Hälfte der Patienten an ihre konventionelle Diät hielt, in Kombination mit körperlicher Aktivität. Alle Patienten wurden von einem Ernährungsberater unterstützt. Die Ergebnisse wurden nach 6-monatiger Diät erfasst.

Ergebnisse:
Durchschnittswerte von 42 Patienten die eine IgG-basierte Eliminationsdiät erhielten (nach 6 Monaten):
Gewichtsverlust:     – 8,5 kg
Fettverlust:     – 4,9 kg
BMI:         – 2,8
Triglyzeride:     – 28 mg/dl

Durchschnittswerte von 40 Patienten die eine konventionelle kalorienreduzierte Diät erhielten (nach 6 Monaten):
Gewichtsverlust:     – 0,8 kg
Fettverlust:     – 0,5 kg
BMI:     – 0,7
Triglyzeride:     – 7 mg/dl

Somit wurde in dieser Studie gezeigt, dass Übergewichtige, die durch eine kalorienreduzierte Diät nicht Gewicht verlieren können, durch eine IgG-basierte Eliminationsdiät sowohl Fett als auch Gewicht verlieren. Dabei wurde auch der Triglyceridspiegel signifikant reduziert.

Quelle:
Onmus, Meltem Yaman, Elif Cakirca Avcu, and Ali Saklamaz. 2016. “The Effect of Elimination Diet on Weight and Metabolic Parameters of Overweight or Obese Patients Who Have Food Intolerance.” Journal of Food and Nutrition Research 4(1):1–5.

Zur ausführlichen Studie (auf Englisch):
http://pubs.sciepub.com/jfnr/4/1/1

Doppelblindstudie Migräne und IgG-Antikörper

Alpay Kadriye et. al. 2010. Prüfung der Wirkung einer IgG-Antikörper definierten Diät-Restriktion auf den Verlauf der Migräne.
Eine doppelblinde, randomisierte Cross-over-Studie. Cephalalgia. 30. 7.829-837.

Abstract

Einleitung

Es ist wohlbekannt, dass spezifische Nahrungsmittel Migräneattacken bei gewissen Migränepatienten auslösen können.
Ziel dieser Studie ist es, die Wirkung einer jeweils individuell definierten Diät-Restriktion, die auf IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel-Antigenen beruht,
im Verlauf der Migräneattacken zu untersuchen. Das Studien-Design ist doppelblind, randomisiert, verwendet Kopfschmerz-Tagebücher und untersucht 30 Patienten mit der Diagnose Migräne ohne Aura.

Methode

Nach einer 6 Wochen dauernden Baseline wurden die IgG-Antikörper gegen 266 Nahrungsmittel-Antigene mittels ELISA bestimmt.
Anschliessend wurden die Migränepatienten für 6 Wochen individuell auf eine Diät randomisiert, entweder unter Ausschluss spezieller Nahrungsmittel mit erhöhten IgG-Antikörper oder Einschluss. Nach einem 2-wöchigen Diätfreien Intervall – nach der ersten 6-wöchigen Diätperiode – erhielten die Patienten die jeweils komplementäre 6-Wochen-Diät. Patienten und Ärzte wurden blind gehalten gegenüber der Kenntnis der IgG-Ergebnisse und dem Typ der Diät, den die Patienten erhielten – Provokation oder Elimination. Zielparameter waren die ´´Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat´´ und ´´Zahl der Migräneatacken pro Monat´´. Von den 30 Migränepatienten waren 28 Frauen und 2 Männer, im Alter von im Mittel 35+-10 Jahren – 19-52 Jahre.
Ergebnisse Die durchschnittliche Anzahl der Reaktionen mit abnorm hohen Titern betrug 24+-11 auf 266 Nahrungsmittel. Verglichen zur Baseline gab es in Periode der Diät Elimination eine statistisch signifikante Reduktion der ´´Anzahl der Kopfschmerztage´´ von 10.5+-4.4 auf 7.5+-3.7. p kleiner 0.001 und der ´´Anzahl der Migräneattacken´´ von 9.0+-4.4 auf6.2+-3.8. p kleiner 0.001.

Fazit

Dies ist die erste randomisierte cross-over-Studie mit Migränepatienten, die zeigt, dass eine individuell definierte Diät Restriktion – Entfernung der Nahrungsmittel mit erhöhten IgG-Antikörpern – eine effektive Strategie in der Reduktion der Häufigkeit der Migräneattacken darstellt.

Zum Artikel (auf Englisch): ↑ weiter