Heilpraktiker Ralf Meyer

IgG-basierte Ernährungsumstellung lindert schwere Depressionen – ein Fallbericht

Link Jedes vierte Schulkind leidet unter psychischen Problemen – meist Depressionen oder Angststörungen – wie aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der DAK  hervorgeht. Bei Erwachsenen ist die Zahl der psychischen Erkrankungen in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. Depressionen sind weit verbreitet und betreffen nach Angaben der WHO 350 Millionen Menschen weltweit. Etwa nur ein Drittel der Patienten spricht auf die medikamentöse Therapie an, oftmals sind mehrfache Therapieversuche notwendig. Verschiedene Faktoren scheinen das Risiko und die Neuroprogression einer depressiven Erkrankung zu erhöhen, wobei ein Zusammenhang mit systemischen Entzündungsreaktionen besteht. Dazu gehören: psychosozialer Stress, eine mangelhafte Ernährung, oxidativer und nitrosativer Stress, körperliche Inaktivität, Übergewicht, Rauchen, veränderte Permeabilität des Darmes, Schlaf- und Vitamin D-Mangel. Die meisten dieser Faktoren sind plastisch und daher durch therapeutische und präventive Maßnahmen sehr gut zu beeinflussen. Sie spielen auch bei anderen psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle, z. B. bipolaren Störungen, Schizophrenie, Autismus und posttraumatischen Belastungsstörungen.

Immer mehr klinische Daten werden bekannt, die erklären, wie die Ernährung bei depressiven Patienten die Immunfunktion, systemische Entzündungsprozesse und das Leaky Gut-Syndrom beeinflusst. Die Gliadin-vermittelte Überproduktion von Zonulin verursacht eine Lockerung der Tight junction-Verbindungen im Darmepithel, was mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand einhergeht. Dies ermöglicht größeren Molekülen, die normalerweise im Darm zurückgehalten werden, in den Blutstrom zu gelangen und IgG-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu induzieren. Es kommt dadurch zu einer erhöhten Immunantwort, die mit der Freisetzung proinflammatorischer Zytokine verbunden ist, welche wiederum zur Entwicklung von depressiven Symptomen führen können. Bei Patienten mit schweren Depressionen sind IgG-Antikörpertiter gegen Lebensmittelproteine besonders hoch.

Dieses neue Paradigma zur Pathogenese depressiver Störungen wurde in einer neuen Falldokumentation am Beispiel einer 34-jährigen Patientin eindrucksvoll bestätigt, die seit ihrem 12. Lebensjahr an schweren Depressionen und Angststörungen litt. Durch die Ernährungsumstellung besserte sich nachhaltig der gesundheitliche Zustand der Patientin, Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen traten nicht mehr auf.

Die 34-jährige Patientin (Sozialarbeiterin) litt seit ihrem 12. Lebensjahr an schweren Depressionen und Angststörungen. Die medikamentöse Therapie hatte sie wegen Nebenwirkungen abgesetzt und wollte ihre Erkrankung mit nicht-pharmakologischer Therapie behandeln lassen. Bis dahin bestand ihre Ernährung vorwiegend aus Fast-Food und Fertigprodukten. Pizza und Hamburger wurden täglich konsumiert, sehr häufig in Kombination mit Kuchen, Keksen oder Donuts. Die Patientin praktizierte auch keinerlei körperliche Aktivität. Sie war zwischen dem 19. und 22. Lebensjahr alkoholabhängig, litt seit Jahren unter Verstopfung, kalten Extremitäten und Schlaflosigkeit. Zunächst wurde ihr eine 3-wöchige IgG-basierte Eliminationsdiät verordnet, danach sollte sie alle 3 Tage ein vorher gemiedenes Lebensmittel konsumieren und ihr Befinden beurteilen. Während der 3-wöchigen Nahrungsmittelumstellung besserte sich ihre Stimmung, die Patientin berichtete, dass sie sich energievoller fühlte, sie sei geistig klarer, sie nahm 5 kg ab und die Verdauung besserte sich. Sie berichtete auch, dass ihre Stimmung sich wieder verschlechterte, sobald sie die vorher gemiedenen Milchprodukte zu sich nahm. Sobald sie glutenhaltige Lebensmittel konsumierte, kam es vermehrt zu Blähungen und Kopfschmerzen. Diese Änderungen brachte sie zweifelsohne mit der Ernährung in Zusammenhang.

Zusätzlich zur Ernährungsumstellung wurden der Patientin tägliche Bewegung und weitere Nahrungsergänzungsmittel verordnet. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Tagesdosis:
Fischöl (1.200 mg EPA/200 mg DHA)
Vitamin E (6,7 mg)
Vitamin B12 Injektionen (1.000 µg i.m.)

Die Patientin berichtete, dass diese Verordnungen zusätzlich zur Besserung ihres Befindens beigetragen hätten. In den folgenden 2 Jahren erzielte die Patientin einen sehr guten gesundheitlichen Zustand, und kam zu einer monatlichen Visite in die naturheilkundliche Klinik, wo sie behandelt wurde. Während der 2 Jahre wurde sie insgesamt 5 Mal rückfällig. Sobald sie die reaktiven Lebensmittel wieder mied, kam es wieder zur Besserung ihres Befindens.

 

Ernährung bei Patientinnen mit Brustkrebs

Patientinnen mit Brustkrebs wird allgemein empfohlen, sich an eine „gesunde Ernährung“ zu halten, doch was ist damit tatsächlich gemeint und welche Form der Ernährung ist am besten für sie geeignet? Eine Untersuchung der Universitätskliniken in Göttingen und Würzburg, sowie der Kliniken Bad Bocklet ging dieser Frage nach.

An dieser Studie waren 152 Brustkrebs-Patienten beteiligt. Sie konnten sich für eine von 3 Ernährungsformen entscheiden, die bezüglich ihrer jeweiligen Anteile an Fett/Proteine/Kohlenhydrate variierten: 1. Ketogene Ernährung (KE, 80/16/4; 29 Patientinnen), 2. Low-Carb-Diät (LC, 50/20/30; 92 Patientinnen) oder 3. „westliche“ Ernährung (WE, 30/15/55; 31 Patientinnen). Während eines 3-wöchigen Reha-Aufenthalts erhielten die Patientinnen intensive Beratung und wurden angewiesen, sich insgesamt 20 Wochen lang an die selbst gewählte Ernährungsform zu halten. Danach wurden körperliche Fitness, Körperzusammensetzung und CRP-Werte erneut gemessen.

Die wesentlichen Erkenntnisse

Im Verlauf der 20 Wochen ergab sich für alle Patientinnen ein verbessertes Muskel-Fett-Verhältnis. Der viszerale Fettanteil wurde in allen Gruppen verringert (Durchschnittswerte: KD: -2,1 kg; LC: -1,7 kg; WE: -0,6 kg). Die körperliche Fitness stieg bei den Patientinnen, die sich ketogen ernährten am stärksten an. Zur Messung der körperlichen Fitness wurde der VO2/kg-Wert vor und nach 20 Wochen Ernährungsumstellung gemessen. Der VO2-Wert ist ein Goldstandard zur Messung der allgemeinen Grundausdauer. Je höher dieser Wert, umso mehr Sauerstoff kann der Körper pro Kilogramm Körpergewicht und Minute während eines Trainings nutzen und umso geringer ist das Risiko für Herzkreislauf- und andere Erkrankungen. Im Laufe der 20 Wochen erhöhte sich der Wert VO/kg Max um +2,51 bei KD, +1,43 bei LC und +2,49 bei WD. Bezüglich der anaeroben Schwelle (V02 bei VT2) ergaben sich ebenso die stärksten Verbesserungen bei KD (+2,93 bei KD, +0,64 bei LC, +0,48 bei WD). Die Autoren der Studie erklären dieses Ergebnis durch die Tatsache, dass Ketonkörper wie ß-Hydroxybutyrat als „Superkraftstoff“ fungieren können. Daraus ergibt sich eine verbesserte Energieeffizienz, was besonders bei Krebspatienten sehr wichtig ist. Zusätzlich wurde auch festgestellt, dass sich der CRP-Wert – als wichtigster Inflammationsmarker – bei den Patientinnen, die sich ketogen ernährten, am stärksten reduzierte. Obwohl unter Onkologen immer noch kontrovers diskutiert, unterstützen die Ergebnisse weitere Studien zur Bewertung des therapeutischen Potenzials einer KD als Ernährungsplan für Patientinnen mit Brustkrebs.

 

Entzündungshemmende Ernährung und Fatigue

Link 1 | Fatigue – man kennt sie bei allen Erkrankungen, die mit einer chronischen Inflammation einhergehen wie z. B. Krebs, entzündliche Darmerkrankungen, Fibromyalgie, multiple Sklerose und zahlreiche andere (Autoimmun)erkrankungen. Auch bei depressiven Patienten ist die Fatigue ein wichtiger Aspekt bei der ganzheitlichen Betrachtung der Erkrankung. Etwa 90 % der von diesen Erkrankungen betroffenen Patienten leiden auch unter Fatigue. Patienten mit Krebs sind besonders während und nach der schulmedizinischen Behandlung davon betroffen.

Fatigue ist eine überwältigende Müdigkeit, die weit über die nach körperlicher oder geistiger Anstrengung auftretende Erschöpfung hinausgeht und auch durch erholsamen Schlaf nicht beseitigt wird. Derartige Erschöpfungserscheinungen können zeitlich begrenzt auftreten oder in einen chronischen (> 6 Monate) Zustand übergehen. Aktuell geht man davon aus, dass ganz unterschiedliche Faktoren Link 1 | Link 2 an der Entstehung der Fatigue beteiligt sind. Bei dem chronische Fatigue-Syndrom (CFS), einer multisystemischen und komplexen Erkrankung mit enormen persönlichen, sozialen und beruflichen Langzeit-Einschränkungen treten gravierenden Merkmale einer fehlgeleiteten Immunregulation auf, z. B. Veränderungen des Immunglobulinspiegels, des Zytokinprofils, der Zusammensetzung von B- und T-Zellen und der natürlichen Killerzellen. Auffällige Nährstoffdefizite (Vitamin C, Vitamin B-Komplex, Natrium, Magnesium, Zink, Folsäure, L-Carnitin, L-Tryptophan, essentielle Fettsäuren und Coenzym Q10) sind ebenso maßgeblich am Ausbruch und Schweregrad des CFS beteiligt.

Ärzte der Charité-Universitätsmedizin in Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam sind nun der Frage nachgegangen, ob das bei der Fatigue beobachtete Entzündungsprofil durch eine entzündungshemmende Ernährung verbessert werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Reduktion der Fatigue hat. Es wurden insgesamt 21 klinische Studien ausgewertet, um den Einfluss von entzündungshemmenden Nährstoffen, Lebensmitteln und Ernährungsformen auf Entzündungsmarker und die Fatigue bei verschiedenen Patientengruppen zu untersuchen.

Die wesentlichen Erkenntnisse zur ernährungsbasierten Behandlung der Fatigue

Einzelne Nährstoffe

• Omega3/Omega6
Omega-3-Fettsäuren reduzierten Fatigue bei Lungenkrebs-Patienten
Omega-6-Fettsäuren (und nicht Omega-3-Fettsäuren) reduzierten Fatigue und die Inflammationsmarker TNF-α und CRP bei Patientinnen mit Brustkrebs
Täglicher Konsum von Fischöl (1,98 g/Tag EPA und 1,32 g/Tag DHA) über einen Zeitraum von 6 Monaten reduzierte Fatigue bei Patienten mit Multipler Sklerose.

• Vitamin A
Bei Patienten mit multipler Sklerose reduzierte hochdosiertes Vitamin A die Ermüdungswerte nach 1-jähriger Intervention (25.000 internationale Einheiten (IU) Retinylpalmitat/Tag für 6 Monate, gefolgt von 10.000 IU/Tag für 6 Monate).

• Vitamin D (Cholecalciferol)
Bei Patienten mit Systemischem Lupus erythematodes führte die Nahrungsergänzung mit Vitamin D (50,000 IU/Woche für einen Zeitraum von 24 Wochen) zur Besserung der Fatigue und auch der allgemeinen Symptomatik.

• Polyphenole
Epigallocatechingallat (EGCG) führte im Tierversuch zur Besserung der Fatigue.
In einer kleinen Studie mit 12 Blasenkrebs-Patienten wurde durch die tägliche Gabe von 450 oder 900 mg Isoquercetin über einen Zeitraum von 80 Tagen eine wesentliche Reduktion der Fatigue beobachtet.

• Aminosäuren/Peptide/Proteine
Mittels Carnitin wurde die Symptomatik von Patienten mit CFS wesentlich verbessert.

• Probiotika
Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom führte die 8-wöchige Einnahme von Probiotika mit Bakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium zu einer Besserung der Fatigue. Anderweitige Untersuchungen bei weiteren Erkrankungen konnten diesen Effekt jedoch nicht bestätigen.

• Ginseng
Im Tierversuch wurde eine Verbesserung der durch Chemotherapie verursachten Fatigue nachgewiesen, sowie die Reduktion inflammatorischer Zytokine (TNF-α und IL-6).

• Ernährung
Frauen mit Brustkrebs, deren Ernährung viel Fisch, Vollwertgetreide und Gemüse (vor allem grünblättriges Gemüse und Tomaten), entzündungshemmende und antioxidative Inhaltsstoffe (z. B. Carotenoide, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A, Vitamin C) enthielt, litten weitaus weniger an Chemotherapie-verursachter Fatigue.
Eine “Leaky-gut-Diät” wurde konzipiert für Patienten mit Fatigue. Sie ist kohlenhydratarm, frei von Gluten und Milchprodukten und wird kombiniert, je nach Bedarf, mit entzündungshemmend und antioxidativ wirksamen Inhaltsstoffen, z. B. Glutamin, N-acetyl-L-cysteine, Zink, L-Carnitin, Coenzym Q10, Taurin, Curcumin oder Quercetin. Die Fatigue besserte sich bei 65 % der Patienten, die sich nach diesen Vorgaben ernährten.
Die mediterrane Ernährung kann bei krankheitsbedingter Fatigue zu einer Besserung beitragen, indem die inflammatorischen Last reduziert wird. Dabei normalisiert sich die Darmflora.

 

IgG, Probiotika, Reizdarm und Migräne

Es wird geschätzt, dass In Deutschland etwa acht Millionen Menschen an Migräne leiden, die meist im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auftritt und eher Frauen betrifft. Die gegenwärtigen medikamentösen Therapien werden oftmals nicht vertragen, wodurch in der klinischen Praxis ein großer Bedarf an alternativen Ansätzen für die Akut- und prophylaktische Behandlung besteht. Der Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Kopfschmerz-Symptomatik ist seit vielen Jahren bekannt. Bis zu 50 % der Patienten geben ein oder mehrere Lebensmittel als Migräne-auslösenden Trigger an, wobei oftmals Schokolade, Käse, Wein, Tomaten, Nüsse, oder durch Mikroorganismen vergorene Lebensmittel (z. B. Brot, Wein, Bier etc.) nicht vertragen werden.

Es ist auch seit vielen Jahren bekannt, dass Migräne-Patienten häufig auch am Reizdarmsyndrom leiden. Beide Erkrankungen ähneln sich, was das Fehlen eindeutiger organischer Ursachen, Periodizität der Schmerzen, Triggerfaktoren und andere Komorbiditäten betrifft. Migränepatienten haben – im Vergleich zu Gesunden – eine 2-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einem Reizdarmsyndrom zu erkranken. Auch vom Reizdarmsyndrom (RDS) sind überwiegend die Frauen betroffen, die allgemeine Prävalenz in Deutschland liegt bei ca. 10 – 12 %. Typisch für das RDS sind periodisch auftretenden Bauchschmerzen im Zusammenhang mit Diarrhoe und/oder Obstipation, ohne dass organische oder biochemische Anomalien vorliegen. Neben der Schleimhautentzündung ist die Neuroinflammation wahrscheinlich an der Entstehung des RDS über die „Darm-Hirn-Achse“ beteiligt, was auch die Ähnlichkeiten beider Erkrankungen erklären könnte. Die entzündlichen Vorgänge führen zu veränderten Signalwegen. Dadurch wird das proinflammatorische Geschehen begünstigt, sowie auch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse fehlgesteuert. Sie ist Hauptteil jenes Hormonsystems, das Reaktionen auf Stress kontrolliert und viele Prozesse im Körper reguliert, einschließlich Verdauung, Immunsystem, Stimmung, Gefühle und Sexualität. Dazu gehören auch Funktionen, die über Serotonin vermittelt werden. Dies würde auch erklären, weshalb RDS-Patienten häufiger an Depressionen leiden.

In früheren Newslettern haben wir über die positiven Wirkungen einer IgG-basierten Eliminationsdiät bei Patienten mit Migräne oder Reizdarm berichtet. Wie verhält es sich aber bei Patienten, die sowohl an Reizdarm als auch an Migräne leiden? Bereits vor 10 Jahren konnte in einer klinischen Studie mit 21 Reizdarm-Patienten, die auch an Migräne litten, gezeigt werden, dass der Ausschluss IgG-positiv getesteter Lebensmittel zur Besserung aller Symptome führte. Eine wesentliche Verringerung der Reizdarmbeschwerden (schmerzhafte Blähungen) und Migräneanfälle (Anzahl, Stärke, Dauer, Medikation) wurde festgestellt. Die Patienten berichteten auch von einer wesentlichen Verbesserung ihrer allgemeinen Lebensqualität.

In einer neu veröffentlichten Studie aus China wurde nun der gleichen Fragestellung nachgegangen. Zusätzlich zur IgG-basierten Ernährung wurde aber ein Teil der 60 Patienten mit Präbiotika versorgt und die Serotoninspiegel wurden im Verlauf der geänderten Ernährung untersucht.

Zunächst wurden bei allen 60 Patienten die IgG-Reaktionen auf 266 Lebensmittel untersucht. Alle Patienten litten an Reizdarm und Migräne. Dann wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer der ersten Gruppe befolgten eine IgG-basierte Ernährung, während die zweite Gruppe nur Probiotika erhielt. Die Patienten der 3. Gruppe ernährten sich gemäß ihres IgG-Tests und nahmen zusätzlich Probiotika ein.

Im Verlauf der folgenden 14 Wochen wurden Migräne- und Darmsymptomatik sowie die Medikamenteneinnahme aufgezeichnet. Die Serotoninspiegel wurden zu Beginn der Studie, nach 7 Wochen und nach 14 Wochen gemessen. Es verbesserte sich sowohl die Migränesymptomatik (Anzahl der Migränetage pro 7 Wochen und MIDAS score), sowie auch die Reizdarmbeschwerden (abdominelle Blähung und Stuhlgewohnheiten). Durch die zusätzliche Gabe von Probiotika stellte sich die Besserung der Migräne-Symptomatik schneller ein. Mit der Ernährungsumstellung alleine wurde erst nach 14 Wochen diejenige Besserung erzielt, die durch zusätzliche Gabe von Probiotika bereits nach 7 Wochen auftrat. Bei der Gruppe, die nur Probiotika nahm, stellte sich keine Besserung ein. Generell nahmen die Migräne-Patienten sehr viel weniger rezeptfreie Medikamente ein, die Triptan-Dosis wurde jedoch kaum reduziert (möglicherweise bedingt durch Triptan-Abhängigkeit). Die Linderung der Reizdarm-Symptomatik war nicht so ausgeprägt; die besten Ergebnisse wurden erneut durch eine Kombination der Ernährung nach IgG-Test und Einnahme von Probiotika erzielt. Probiotika alleine erbrachten auch hier keine positiven Ergebnisse im zeitlichen Verlauf. Bei Patienten die sich gemäß ihres IgG-Ernährungsplans ernährten und zusätzlich Probiotika nahmen, stieg der Serotoninspiegel im Verlauf der Therapie an. Daher befürworten die Autoren die Ernährungsumstellung gemäß individueller IgG-Testung in Kombination mit Probiotika bei dieser Erkrankung.

 

Leaky Gut und Polyphenole

Verschiedene Faktoren wie z. B. systemische Inflammation, bakterielle Dysbiose und Gluten-Unverträglichkeit führen zur erhöhten Permeabilität des Darmes (Leaky Gut), einem Konzept das auch in schulmedizinischen Kreisen immer mehr Anerkennung findet. Link

Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen besteht eine gestörte Bildung und Verteilung der Tight-junction-Proteine, die für den dichten Zellverband der Darmschleimhaut wichtig sind. Wenn Tight-junction-Proteine abgebaut werden (z. B. durch eine übermäßige Zonulin-Freisetzung, bedingt durch Gluten oder eine dysfunktionale Darmflora), ist die Integrität der Darmbarriere nicht mehr gewährleistet. Aber auch proinflammatorische Zytokine (z. B. TNF-α, IL-1β, und Interferon γ fördern eine erhöhte Durchlässigkeit der Tight-junction-Proteine. „Tür und Tor“ sind geöffnet für das Eindringen von Schadstoffen oder Mikroorganismen in die Blutbahn und führen zu den damit verbundenen Konsequenzen wie systemische Entzündungen.

Die im Obst und Gemüse enthaltenen Polyphenole – biologisch sehr wichtige sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe – verändern die menschliche Darmmikrobiota hin zu einem gesundheitsfördernden Profil, indem sie zur Vermehrung der wichtigen Mikroorganismen wie Bifidobakterien und Lactobacillen beitragen. Zusätzlich wirken Polyphenole auch antioxidativ und antientzündlich. In neueren Untersuchungen wurde nun nachgewiesen, dass Polyphenole die Integrität der intestinalen Barriere schützen.

In Zellkulturen hat ein Polyphenol-Extrakt aus Rotwein die Zwischenzell-Permeabilität verringert. Dieser Effekt wurde selbst in der Gegenwart proinflammatorischer Zytokine beobachtet. Diese positive Wirkung kam nachweislich durch verschiedene Prozesse zustande, die durch den Polyphenol-Extrakt verursacht wurden:
• Förderung der Bildung von Tight-junction-Proteinen (Occludin, Claudin-5 und Zonnula occludens (ZO)-1).
• Die reduzierte Bildung von Tight-junction-Proteinen unter inflammatorischen Bedingungen wurde durch den Polyphenol-Extrakt verhindert.
• Claudin-2, ein kanalbildendes Tight-junction-Proteinen, das durch pro-inflammatorische Zytokine induziert wird, wurde bei Zugabe des Polyphenol-Extraktes in geringerem Maße gebildet.

Quelle:
Nunes, C.; Freitas, V.; Almeida, L.; Laranjinha, J. (2019). Red wine extract preserves tight junctions in intestinal epithelial cells under inflammatory conditions: implications for intestinal inflammation. Food & Function, 10, 1364–1374.

Aber auch Flavonoide wie Curcumin, Genistein, Quercetin und Kaempferol haben ähnliche Effekte. In verschiedenen Versuchen wurde gezeigt, dass sie zu einer verstärkten Bildung unterschiedlicher Tight-junction-Proteine führen bzw. Tight junctions vor inflammatorischen Schäden schützen.

Quelle:
Lee, B., Moon, K. M., & Kim, C. Y. (2018). Tight Junction in the Intestinal Epithelium: Its Association with Diseases and Regulation by Phytochemicals. Journal of Immunology Research, 2018, 2645465.

Dies sind wichtige Erkenntnisse zum Schutz der Darmbarriere vor entzündlichen und somit schädigenden Reizen. Sie bieten eine allgemein verfügbare – und auch durchaus angenehme – therapeutische Intervention bei Patienten mit Darmentzündungen bzw. Reizdarm.

Behandlung der Migräne durch Meidung IgG-reaktiver Lebensmittel

Migräne gehört nach wie vor zu den häufigsten und stark belastenden Erkrankungen weltweit, wobei etwa 15 % aller Erwachsenen in westlichen Ländern in unterschiedlichem Ausmaß von Migräne betroffen sind. Das liegt mitunter auch an der oftmals schwierigen Behandlung der Patienten.

Die Umsetzung der Nahrung im Körper unterliegt sowohl chemischen Reaktionen wie auch immunologischen Mechanismen. Zahlreiche Studien belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Kopfschmerz-Symptomatik. Der Prozentsatz der Patienten, die ein oder mehrere Lebensmittel als Migräne-auslösenden Trigger angeben, liegt zwischen 12 % und 60 %  Link 1 | Link 2 | Link 3 | Link 4 | Link 5. In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit wurde zum Beispiel gezeigt, dass bei 20 von 100 Migräne-Patienten (mit Aura), die Anfälle gelegentlich verursacht wurden durch Lebensmittel wie Schokolade, Käse, Wein, Tomaten, Nüsse, Lebensmittel die Kohlensäure enthielten bzw. durch Mikroorganismen vergoren werden (z. B. Brot, Wein, Bier etc.).

Obwohl Intoleranz sowie hypersensible Reaktionen auf Lebensmittel in der Ernährungsmedizin berücksichtigt werden, ist deren Diagnose eine Herausforderung im klinischen Alltag. Das liegt daran, dass Symptome zeitlich verzögert erst nach einigen Stunden oder Tagen auftreten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Symptome nicht jedes Mal nach dem Verzehr eines unverträglichen Lebensmittels auftreten. IgG-basierte Tests auf immunvermittelte (nicht IgE-bedingte) Nahrungsmittelreaktionen bieten hier eine überaus kostengünstige Alternative zu den zeitlich sehr aufwändigen herkömmlichen Ansätzen, bei denen jeweils ein „verdächtiges“ Lebensmittel vermieden und somit getestet wird. Personalisierte ernährungstherapeutische Ansätze zu Prävention und Gesundung – wie Ihnen von ProImmun M angeboten wird – sind daher das Fundament einer erfolgreichen und nachhaltigen Migräne-Therapie.

Der Autor dieses neuen Artikels, der in der Fachzeitschrift „Current Pain and Headache Reports“ erschien, spricht sich für IgG-Lebensmitteltests aus, empfiehlt sie als hilfreiche Untersuchungen bei Patienten mit Migräne. Er stellt fest, dass die Verwendung von IgG-Tests sinnvoll zur Erstellung individueller Ernährungsempfehlungen ist, die eine Behandlung der Migräne ohne medikamentöse Therapie ermöglichen. Dafür werden verschiedene Studien erwähnt, die wir Ihnen bereits in früheren Newslettern vorgestellt haben.

Ernährungsumstellung bei Migräne auf Basis von IgG-reaktiven Nahrungsmitteln: eine doppelblinde, randomisierte klinische Cross-Over-Studie

Bei 30 Migräne-Patienten die sich für die klinische Studie  in der Türkei sechs Wochen lang nach den Ergebnissen ihres IgG-Tests ernährten, nahm die Häufigkeit von Migräneattacken ab. Die Anzahl der Migräneanfälle, Kopfschmerz-Tage und -Anfälle, die mit Akutmedikamenten behandelt wurden, sowie die Gesamtmenge der eingenommenen Medikamente reduzierten sich ebenfalls.
Alpay K, Ertas M, Orhan EK, Ustay DK, Lieners C, Baykan B. 2010. Diet restriction in migraine, based on IgG against foods: a clinical double-blind, randomised, cross-over trial. Cephalalgia, 30: 829–837.

Zusammenhang zwischen Lebensmittelhypersensitivität durch IgG-Antikörper und Migräne bei Erwachsenen

Eine ein bis sechs Monate dauernde Eliminationsdiät führte in einer klinischen Studie  in Mexiko mit 56 Migräne-Patienten zum Ausbleiben der Migräne-Symptome bei mehr als zwei Drittel der Probanden.
Arroyave Hernández C, Echavarría Pinto M, Hernández Montiel HL. 2007. Food allergy mediated by IgG antibodies associated with migraine in adults. Rev. Alerg. Mex., 54: 162–168.

Pilotstudie zur Elimination immunologisch aktiver Nahrung und Einfluss auf Symptomatik und Lebensqualität von Personen mit chronischer Migräne und Kopfschmerzen

Nachdem für die US-amerikanische Studie 37 Migräne- beziehungsweise Kopfschmerzpatienten für einen Zeitraum von drei Monaten auf IgG-reaktive Lebensmittel verzichtet hatten, wurde eine wesentliche Besserung der Beschwerden festgestellt sowie auch eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität – körperlich, emotional, sozial und hinsichtlich ihrer Vitalität.
Lewis JE. 2013. A pilot study eliminating immunologically-reactive foods from the diet and its effect on symptomatology and quality of life in persons with chronic migraines and headaches. Open J. Intern. Med., 03: 8–14.

Prospektiv-Untersuchung der Nahrungsmittelunverträglichkeit von Migränepatienten in der klinischen Erstbehandlung

Nach einer nur einmonatigen IgG-Eliminationsdiät kam es bei fast einem Drittel der 46 Migräne-Patienten in dieser britischen Studie zu einer wesentlichen Verringerung ihrer Symptome.
Rees T, Watson D, Lipscombe S. 2005. A prospective audit of food intolerance among migraine patients in primary care clinical practice. Headache Care, 2: 105–110.

Migräne und Stimmungsschwankungen: Ernährungsintervention auf Grundlage von Laboruntersuchungen

Der Beitrag schildert den Fall einer US-amerikanischen Patientin mit Migräne (vier bis sechs Anfälle pro Woche), Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme. Der Patientin wurde eine IgG-basierte Eliminations- und Rotationsdiät verordnet, kombiniert mit Mikro-Nährstoffen, insbesondere Aminosäuren. Nach nur 30 Tagen besserte sich die Migräne-Symptomatik, die Patientin konnte die herkömmlichen Medikamente weitgehend reduzieren.
Nelson-Dooley, Kaplan S, Bralley JA. 2009. Migraines and mood disorders: nutritional and dietary intervention based on laboratory testing. Altern. Ther. Health Med., 15: 56–60.

IgG-basierte Eliminationsdiät bei Migräne und Reizdarmsyndrom

In der türkischen Studie mit 21 Migräne-Patienten, die gleichzeitig am Reizdarmsyndrom litten, führte der Ausschluss von IgG-positiv getesteten Lebensmitteln zu einer Besserung der Symptome. Es wurde eine wesentliche Verringerung der Migräne (hinsichtlich Anzahl, Stärke und Dauer der Anfälle sowie Anwendung der notwendigen Medikation) und der Reizdarmbeschwerden (schmerzhafte Blähungen) nachgewiesen. Die Patienten berichteten auch von einer wesentlichen Verbesserung ihrer allgemeinen Lebensqualität.
Aydinlar EI, Dikmen PY, Tiftikci A, Saruc M, Aksu M, Gunsoy HG, Tozun N. 2013. IgG-based elimination diet in migraine plus irritable bowel syndrome. Headache, 53: 514–525.

Randomisierte kontrollierte Studie von Nahrungselimination auf Basis von IgG-Antikörpern zur Prävention migräneähnlicher Kopfschmerzen

In einer randomisierten kontrollierten britischen Studie mit 167 Patienten mit migräneartigen Kopfschmerzen kam es nach vier Wochen nur zu einer geringen Abnahme der migräneähnlichen Kopfschmerz-Tage bei den 84 Patienten, die eine IgG-basierte Eliminationsdiät befolgten. Dieses – im Vergleich zu den anderen Studien – eher schwache Ergebnis hängt möglicherweise damit zusammen, dass es keine Arzt- oder Therapeutengespräche gab und auch keine fachkundige individuelle Ernährungsberatung.
Mitchell N, Hewitt CE, Jayakody S, Islam M, Adamson J, Watt I, Torgerson DJ. 2011. Randomised controlled trial of food elimination diet based on IgG antibodies for the prevention of migraine like headaches. Nutr. J., 10: 85.

 

Gerstengras – ein pflanzlicher Tausendsassa?

Gerstengras ist ein beliebtes „Superfood“ und findet auch als Nahrungsergänzungsmittel immer mehr Verwendung. ↗︎ Junge Gerstenblätter haben einen hohen Gehalt an Mineralstoffen (Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Eisen, Kupfer, Zink und Phosphor, Selen), Vitaminen (A1, B1, B2, B3, B5, B6, E und Folsäure) sowie Aminosäuren (Arginin, Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Tyrosin und Valin). Weitere Pflanzeninhaltsstoffe mit gesundheitsfördernden Eigenschaften sind in dieser Pflanze auch reichlich enthalten, z. B. Flavonoide, Polyphenole, β-Glucane, Polysterole, Phenolsäuren, Tryptophan, Chlorophyll, Saponarin, Lutonarin, Polysaccharide und pflanzliche Fasern ↗︎ Link1. Gluten ist im Gerstengras nicht enthalten, denn es kommt als Speicher- und Reserveprotein nur in den Körnern vor.

In der chinesischen Medizin wird Gerstengras oder ein alkoholischer Extrakt aus Gerstengras traditionell zur Prävention chronischer Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Ein pflanzlicher „Supermix“ also, ähnlich wie Curcuma und ganz nach dem Motto „die Mischung machts“. Welche Wirkungen sind bisher tatsächlich untersucht und wissenschaftlich belegt? Bei welchen Erkrankungen kann Weizengras therapeutisch hilfreich sein?

Gesundheitsfördernde Wirkungen von Gerstengras:

• Schlaffördernd ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3
• Antidepressiv ↗︎ Link 1
• Antidiabetisch ↗︎ Link 1
• Blutdruckregulierend ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2
• Blutfette senkend ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2
• Verbesserung der Immunität ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2
• Leberschützend ↗︎ Link 1
• Entzündungshemmend ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4

• Antioxidantiv ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3

Wirksam bei

• Magen-Darm-Beschwerden ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2
• Verstopfung ↗︎ Link 1
• Krebs ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2
• Atopische Dermatitis ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen ↗︎ Link 1

Quantenphysik und Energiemedizin

Praktisch allen Aspekten der Natur liegen Schwingungen und Vibrationen zugrunde: durch Schwingungen entstehen Schall, Wärme und Licht. Fast alles, was wir über lebende Systeme wissen, stützt sich auf die Analyse von Schwingungen. Jedes Elektron, Atom, Molekül, jede Zelle, Gewebe, Organ, jeder Körper als Ganzes schwingt im lebenden Zustand in einer eigenen, charakteristischen Weise. Über Energiefelder kann Information von einem Organismus zu einem anderen übertragen werden, und gerade lebende Systeme reagieren sehr empfindlich auf diese Felder. Berücksichtigt man dies in der therapeutischen Absicht, ergeben sich ganz neue Dimensionen eines subtilen Austauschs zwischen Therapeut und Patient.

Elektromagnetische Felder umgeben und durchströmen den Körper, wobei das Herz die höchste elektrische Aktivität hat und 40- bis 60-fach mehr Strom produziert als das Gehirn. Die elektrische Aktivität des Herzens und des Nervensystems interagieren und beeinflussen sich gegenseitig. Die feinstoffliche Energie, die in diesen Systemen in Erscheinung tritt, wird als menschliches Biofeld oder Energiefeld bezeichnet. Die Energiemedizin beschäftigt sich mit der therapeutischen Anwendung dieser feinstofflichen Energien. Dazu gehören zum Beispiel die Akupunktur, Homöopathie, Healing Touch, Therapeutic Touch, Reiki, Qi Gong und die angewandte Kinesiologie.

In der westlichen Medizin werden Strahlen und elektromagnetische Felder in allen möglichen Varianten zur bildgebenden Diagnostik in Organe eingebracht, von Röntgenbildern bis zu den vielfältigen Methoden der Nuklearmedizin. Über Biophotonen-Messungen können einzelne Proteine mit einer bisher unvorstellbaren Genauigkeit in ihrer molekularen Funktion „sichtbar“ gemacht werden. Nach Abschluss der Diagnose mittels quantenmechanischer Prinzipien finden aber die Behandlungen nur auf die Ebene der Biochemie statt, denn energiemedizinische Prinzipien werden bisher nur in naturheilkundlichen Rahmen zur Behandlung eingesetzt.

Um den gesamten Menschen zu erfassen und zu behandeln – Körper, Geist und Seele –, müssen die Heilungskonzepte und Praktiken der Schulmedizin erweitert werden, damit das menschliche Energiefeld in die moderne medizinische Praxis einbezogen wird. Das neue medizinische Paradigma der integrativen Medizin schließt die seit Jahrtausenden bewährten Philosophien ein, sowie auch das Wissen um das menschliche Energiefeld, als Schlüssel zur ganzheitlichen Prävention und Gesundheit – Körper, Geist und Seele.

↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4 | ↗︎ Link 5

 

IgG-vermittelte Nahrungsmittelhypersensitivität bei Bluthochdruck

Hypertonie kann mit erhöhten Serum-IgG-Werten einhergehen. In einer Studie wurden die Serumwerte für IgA, IgG und IgM bei Patienten mit Bluthochdruck bestimmt. Die Ergebnisse zeigten, dass Bluthochdruck mit höheren Werten für IgG und IgA sowie mit niedrigeren Werten für IgM korrelierte. Die Autoren dieser Studie erklären die erhöhten IgG-Werte mit Gefäßschäden, die bei Bluthochdruck verursacht werden. Dadurch können Zellfragmente aus tieferen Schichten des Bindegewebes in die Blutgefäße gelangen, Entzündungsreaktionen hervorrufen, was zu einer ↗︎ erhöhten Antikörpersynthese und letztlich auch zur Aufrechterhaltung eines inflammatorischen Teufelskreises führt. Ein weiterer IgG-vermittelter Mechanismus erfolgt durch die Glykosylierung von IgG, einem Prozess bei dem IgG-Proteine durch einen Kohlenhydrat-Rest verändert werden. Studien haben gezeigt, dass die IgG-Glykosylierung mit Bluthochdruck, Alterung, erhöhtem Body-Mass-Index und Diabetes Typ 2 einhergeht. Das modifizierte IgG kann durch unterschiedliches Bindungsverhalten an den IgG-Rezeptor die Immunantwort beeinflussen, und somit auch das Gleichgewicht zwischen pro- und antiinflammatorischer Funktion
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Bluthochdruck und Entzündung

Etwa 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Bluthochdruck. Auf Dauer schädigt Bluthochdruck wichtige Organe wie etwa Herz, Blutgefäße, Gehirn und Nieren. Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheiten, Netzhaut- oder Nierenschäden ergeben sich aus den geschädigten Gefäßen. Wodurch die primäre Hypertonie entsteht, ist noch nicht im Detail bekannt. Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, familiäre Neigung, Rauchen und hoher Salz- oder Alkoholkonsum tragen zu erhöhtem Blutdruck bei. Endotheliale Dysfunktion, oxidativer Stress, Zytokine, Toll-like Rezeptoren, Inflammasom und das intestinale Mikrobiom ↗︎ interagieren dabei in einer komplexen Weise. Generell ergeben sich immer mehr Studiendaten, die eine immunologische Grundlage des Bluthochdrucks bestätigen ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4. Der CRP-Wert, als wichtigster inflammatorischer Marker, spielt auch bei der Pathogenese der Hypertonie eine zentrale Rolle. In mehreren Studien wurde belegt, dass höhere IgG-Lebensmittelantikörper-Titer mit stärker ausgeprägten Entzündungsprozessen einhergehen, die anhand erhöhter CRP-Werte nachweisbar sind. Teilweise wurde auch die Reduktion des entzündlichen CRP-Markers durch Ernährungsumstellung gemäß den Ergebnissen eines IgG-Lebensmittelantigentests nachgewiesen. Daher ist damit zu rechnen, dass eine individualisierte Eliminierungsdiät auf Basis von IgG-Antikörpern gegen Nahrungsproteine eine antientzündliche Wirksamkeit hat, und somit auch zu einer positiven Wirkung auf den Blutdruck bei hypertensiven Patienten führt.

Nachweislich sind an der Entstehung des Bluthochdrucks folgende Zytokine beteiligt:

C-reaktives Protein (CRP)
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Tumornekrosefaktor-α (TNF-α)
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Interleukin-1β (IL-1ß)
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Interleukin-6 (IL-6)
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Interleukin-17 (IL-17)
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andere
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In einer Studie mit 98 Morbus Crohn-Patienten wurden Serum-IgGs gegen 88 Lebensmittel bestimmt. Je höher die Anzahl der positiv getesteten Lebensmittel war, ↗︎ umso höher war auch der CRP-Wert. Patienten mit Colitis ulcerosa und gesunde Probanden zeigten eine deutlich geringere Reaktivität (Durchschnitt: 2,3 bzw. 0,9 Lebensmittel).

Übergewichtige Kinder (BMI 25 – 35) hatten im Vergleich zu Kindern mit Normalgewicht einen 2,5-fach höheren IgG-Antikörpertiter gegen Lebensmittel und ↗︎ einen dreifach erhöhten CRP-Wert im Vergleich zu den Kindern mit Normalgewicht.

Bei 140 krankhaft fettleibigen Probanden wurden CRP-Werte, IgG, IgA und IgM gegen Saccharomyces cerevisiae mannan (ASCA), Serumzonulin (Darmpermeabilität) und allgemeine hämatologisch-biochemische Blutwerte erhoben. Die Ergebnisse zeigten, dass nur die ↗︎ IgG-positiven adipösen Probanden höhere CRP-Werte aufwiesen.

In einer weiteren Studie wurde gezeigt, dass lebensmittelspezifische IgGs in den Seren von Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen stark erhöht und klinisch relevant für die Pathogenese sind. Insgesamt wurden 301 Patienten mit Darmerkrankungen in die Studie eingeschlossen, darunter 201 Patienten mit Morbus Crohn (MC) und 100 Patienten mit Colitis ulcerosa (CU). Ihre serumspezifischen IgGs gegen 14 Lebensmittelantigene wurden bestimmt und waren bei MC-Patienten im Vergleich zu CU-Patienten und gesunden Kontrollen signifikant erhöht. Anschließend erhielten 31 Patienten über einen Zeitraum von 10 Wochen Infliximab, einen monoklonalen Antikörper, der die Wirkung des Tumornekrosefaktors alpha (TNF-α) blockiert und zur Regeneration der Darmschleimhaut bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt wird. Infliximab konnte sowohl die lebensmittelspezifischen IgG-Titer reduzieren, als auch die Serum-CRP-Werte verringern. Dies bestätigt, dass die↗︎  lebensmittelbedingte Immunantwort und Entzündung ursächlich an der erkrankten Darmschleimhaut beteiligt sind.

Der Serum-CRP-Marker korrelierte auch mit lebensmittelspezifischen IgGs und der Krankheitsaktivität bei 75 Patienten mit Morbus Bechterew (Ankylosierender Spondylitis), einer schmerzhaften entzündlich-rheumatischen Erkrankung der Gelenke der Wirbelsäule und des Kreuz-Darmbeins. Im Vergleich zu gesunden Teilnehmern hatten AS-Patienten ↗︎ signifikant höhere IgG-Serumspiegel gegenüber rind-, krabben- und schweinespezifischen Antigenen.

 

Fitness für Darmbakterien und Doping aus dem Darm

Die Bakterienarten im Darm sind unerlässlich für Verdauung, Stoffwechsel- und ↗︎ Immunfunktion. Durch Übergewicht bedingte Krankheiten wie das metabolische Syndrom, entzündliche Darmerkrankungen, Darmkrebs und Lebererkrankungen werden heute in einen engen Zusammenhang mit dem Mikrobiom des Darmes gebracht. Daraus ergibt sich aber auch das Potenzial zur Genesung oder Linderung über die Manipulation mikrobieller Gemeinschaften, sobald neue Erkenntnisse über die Wirkung von Antibiotika, Probiotika, Präbiotika, Polyphenole bzw. Fäkaltransplantationen berücksichtigt werden. Doch welche Faktoren tragen zum Erhalt bzw. der Wiederherstellung der bakteriellen Artenvielfalt bei? Und ändert auch Sport und Bewegung die Darm-Mikrobiota? Wenn ja, auf welche Weise?
Bewegung hat einen positiven Einfluss auf Immunzellen in unmittelbarer Nähe zu mikrobiellen Gemeinschaften des Darmes. Proinflammatorische Zytokine werden dadurch reduziert, antiinflammatorische Zytokine und antioxidative Enzyme hochreguliert. Dies wiederum beeinflusst das „Ökosystem Darm“ und die Zusammensetzung bzw. Verteilung der Bakterien.
  • Im Darm von Spitzensportlern ist das Bakterium Veillonella atypica maßgeblich an deren Leistungen beteiligt. Diese Bakterienart war in Stuhlproben von Läufern des Bostoner Marathons besonders verbreitet. Von einem Läufer wurden Veillonella-Bakterien isoliert, und in den Darm von 16 Labormäusen eingebracht. Im Durchschnitt liefen die Mäuse 13 % länger als die Kontrolltiere, denen keine Veillonella-Bakterien verabreicht wurden. Während der Muskelaktivität scheint das gebildete Laktat in den Darm zu gelangen, wo es von den Bakterien gespalten und verwertet wird. Dadurch ließe sich eine ↗︎ gesteigerte Ausdauer bei Spitzensportlern erklären.
  • Frauen die mindestens 3 Stunden Sport pro Woche praktizieren, hatten einen höheren Anteil von ↗︎ Butyrat produzierenden Bakterien, im Vergleich zu Frauen die keinen Sport betreiben. Zu diesen Bakterienarten gehört auch Faecalibacterium prausnitzii, eine anti-inflammatorisch wirksame Art, die einen schützenden Einfluss auf die Integrität der Schleimhautbarriere hat.
  • Die ↗︎ maximale Sauerstoffaufnahme bei jungen Menschen geht mit einem höheren Anteil der Bakterienstämme Firmicutes und Bacteroides einher.
  • Bei jungen Erwachsenen ist das Artenreichtum der Darmbakterien und die Häufigkeit von Butyrat produzierenden Bakterien mit der ↗︎ kardiorespiratorischen Fitness korreliert.

 

„Leaky Gut“ – Ursache für Fehlgeburten?

Bei etwa 10 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen kommt es zu einer Fehlgeburt. Frauen die einmal eine Fehlgeburt erlitten, haben ein erhöhtes Risiko für weitere Aborte. So kann die Gefahr einer Fehlgeburt nach drei vorangegangenen Aborten auf bis zu 45 Prozent ansteigen. Die Ursachen dafür sind noch nicht ausreichend bekannt.

Frauen mit wiederholten Aborten haben eine höhere Prävalenz von nicht diagnostizierten Darmerkrankungen. In einer Studie gingen Ärzte des Gemelli-Krankenhauses in Rom der Frage nach, ob Frauen mit mehrfachem Abort an einem undichten Darm („Leaky Gut“) leiden könnten. Sie stellten fest, dass dies tatsächlich der Fall ist. Dadurch können immunaktivierende Stoffe über die gestörte Darmeschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Dies trägt dazu bei, eine Immunantwort der Gebärmutterschleimhaut zu verstärken, wodurch ↗︎ die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt erhöht wird.

Bei 70 Frauen mit häufigen Fehlgeburten und 30 gesunden Frauen wurde ein 53Cr-EDTA-Test durchgeführt, um die Durchlässigkeit des Darmes zu bestimmen. Zusätzlich wurden die Blutseren aller Frauen auf bakterielle Lipopolysacchariden (LPS) untersucht. Dabei handelt es sich um Stoffe, die sich in der Zellwand von Bakterien befinden. Die Bakterien können bei einer durchlässigen Darmschleimhaut vermehrt in den Blutstrom gelangen und über verschiedene Signale die Freisetzung von pro-inflammatorisch wirksamem Interleukin-1β und Tumornekrosefaktor α verursachen. Damit befindet sich der Körper in einem Entzündungszustand. Zusätzlich wurde eine Biopsie der Gebärmutterschleimhaut gemacht, um den Gehalt von Caspase-1 (verursacht proinflammatorische zelluläre Prozesse), Interleukin 1β (IL-1β), Interleukin 18 (IL-18) und NALP-3 (ein Protein das als zellulärer „Gefahrenmelder“ agiert) zu bestimmen. Daten aus Patientenfragebögen zu Angst- und Depressionszuständen wurden ebenso erhoben.

Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen mit mehrfachen Aborten eine durchlässigere Darmschleimhaut hatten sowie auch höhere LPS-Konzentrationen im Blutserum. Auch Depressionen und Ängste waren stärker verbreitet. In der Gebärmutterschleimhaut dieser Frauen wurde eine erhöhte Bildung von Nalp-3, Caspase-1, IL-1β nachgewiesen (jedoch nicht IL-18). Statistische Berechnungen ergaben einen Zusammenhang zwischen der höheren Permeabilität des Darmes und der Freisetzung von NALP-3. Damit wurde nachgewiesen, dass Frauen mit mehrfachen Aborten häufiger ein Leaky-Gut-Syndrom haben, welches möglicherweise eine verstärkte endometriale Immunantwort hervorruft und zur Pathogenese der Fehlgeburt beiträgt.

 

Leben auf dem Bauernhof schützt Kinder vor Asthma

Gleichzeitig mit der zunehmenden Verstädterung ländlicher Gegenden hat auch die Prävalenz von Asthma bei Kindern dramatisch zugenommen. Wenn Kinder auf Bauernhöfen aufwachsen, sind sie ↗︎ vor Asthma geschützt. Die asthmaschützende Wirkung von Bauernhöfen scheint mit einer reichen mikrobiellen Umgebung verbunden zu sein, mit Mikroorganismen die auch im Hausstaub vorkommen ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3. Diese Mikroorganismen könnten zur gesundheitsfördernden mikrobiellen Innenraum-Umgebung verwendet werden. In einer ↗︎ neuen Studie wurde nun wieder gezeigt, dass das Risiko einer asthmatischen Erkrankung bei Kindern in dem Maße abnimmt, wie die mikrobielle Hausstaub-Zusammensetzung derjenigen einer ländlichen Umgebung bzw. eines Bauernhofs ähnelt. Die „schützenden“ Bakteriengemeinschaften hatten einen geringen Anteil von Bakterien der Familie Streptococcaceae. Wesentlich war jedoch nicht die Anzahl der verschiedenen Bakterienarten oder die Gesamtzahl der Mikroorganismen im Staub, sondern die pro- oder antiinflammatorische durch Zytokine vermittelten Reaktionen auf den jeweiligen Staub, wie in Laborversuchen nachgewiesen wurde. Ob Bakterien ursächlich an dem schützenden Bauernhof-Effekt beteiligt sind, ist noch nicht eindeutig bewiesen. Es wäre jedoch denkbar, aus den Ergebnissen Methoden abzuleiten, um den Hausstaub gezielt zur Prävention zu verändern.

 

IgG: Risikofaktor für Depressionen bei Jugendlichen

Daten aus dem Jahr 2015 belegen, dass etwa ↗︎ 3 % der Weltbevölkerung von schweren depressiven Erkrankungen betroffen ist. Viele Faktoren sind an der Entstehung schwere depressiver Erkrankungen beteiligt, einschließlich Vererbung, Neurotransmitter, Oxidation, Immunität und Entzündungen ↗︎ Link1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3. Aber auch ein Mangel an Neurotransmittern, insbesondere ↗︎ 5-Hydroxytryptamin (5-HT) ist ursächlich an Depressionen beteiligt. Bei mindestens 30% der Patienten ist der CRP-Wert erhöht ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2.

Auch andere proinflamatorisch wirksame Zytokine, wie z. B. der ↗︎ Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) kommen bei Patienten mit Depressionen in höheren Konzentrationen vor. Daher sind auch Krankheiten, die mit chronischen Entzündungen im Zusammenhang stehen, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen und rheumatoide Erkrankungen, mit einem ↗︎ erhöhten Risiko für schwere Depressionen  verbunden.

In einer neuen Studie mit 184 jugendliche Patienten, die ihre erste Episode einer depressiven Störung erlebten wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Entzündungsmarkern und IgG-spezifischer Hypersensitivität auf 14 Lebensmittel gibt. Die Ergebnisse zeigten, dass depressive Jugendliche weitaus stärker ausgeprägte IgG-vermittelte Nahrungsmittelintoleranzen im Vergleich zu Gesunden aufwiesen. Dieser Unterschied war jedoch nicht bei den IgE-Antikörpern nachweisbar. Gleichzeitig wurde bei den erkrankten jungen Leuten auch eine wesentlich höhere Histaminkonzentration im Blut nachgewiesen, was nachweislich zur ↗︎ erhöhten Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke führt. Dadurch gelangen proinflammatorisch wirksame Zytokine in das Gehirn und beteiligen sich an der Entstehung depressiver Symptome.

Bei 184 Jugendlichen mit Depressionen und 184 Jugendlichen ohne Depressionen wurden folgende Laborparameter bestimmt: C-reaktives Protein (hs-CRP), IgE, lebensmittelspezifische IgG-Antikörper (14 Lebensmittel), Tumornekrosefaktor-α (TNF-α), Diaminoxidase, Histamin, Homocystein und S100 Calcium-bindendes Protein B (das hauptsächlich in den Astrozyten des ZNS exprimiert wird und als Biomarker für eine undichte Blut-Hirn-Schranke betrachtet wird).

Der Vergleich der Laborwerte zwischen erkrankten und gesunden Jugendlichen erbrachte folgende Erkenntnisse:

  • Wesentlich höhere Prävalenz von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern bei depressiven (165 von 184 Patienten) im Vergleich zu gesunden Jugendlichen (24 von 184 Probanden)
  • Leicht erhöhte Prävalenz von IgE-Antikörpern (Gesamt-IgE) bei depressiven (66 von 184 Patienten) im Vergleich zu den gesunden Jugendlichen (42 von 184 Probanden)
  • Wesentlich höherer Histaminspiegel bei den depressiven Jugendlichen (Durchschnitt: 12,35 ng/ml) im Vergleich zu den gesunden Patienten (Durchschnitt: 9,73 ng/ml)
  • Wesentlich höhere Homocystein-Spiegel bei den depressiven Jugendlichen (Durchschnitt: 24 µM) im Vergleich zu den gesunden Patienten (Durchschnitt: 9,55 µM)
  • Höherer S100-Spiegel bei den depressiven Jugendlichen (Durchschnitt: 902 ng/l) im Vergleich zu den gesunden Patienten (Durchschnitt: 725 ng/l)
  • Keine Unterschiede bei den Serumwerten von hs-CRP oder TNF- α.

Die Autoren vertreten die Ansicht, dass das Konzept der IgG-vermittelten Überempfindlichkeit gegen Lebensmittel bei Depressionen eine wichtigere Rolle spielt als chronische Inflammationsprozesse. Demnach sollten IgG-positive Lebensmittel sowie histaminhaltige oder histaminbildende Lebensmittel gemieden werden.

Kleinsche Felder – Neue Basistherapie bei zahlreichen Beschwerden oder Erkrankungen

Die Kleinschen Felder, eine neue Basistherapie ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2, benannt nach dem Entwickler Bernhard Klein (Bremen), machen sich für ihre Funktion einen natürlichen Körpermechanismus zu Nutze – die Bewegung unseres Blutes, der Lymphe und der Nervensignale. Bewegen sich diese über eine bestimmte polymorphe Anordnung wechselpolarer Dauermagnetfelder (Kleinsche Felder), entsteht sofort eine ↗︎ messbare Energie direkt im Blut zur Unterstützung der Durchblutung. Diese sanfte Stimulation unterstützt die Versorgung aller Zellen bis in die kleinsten Kapillargefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen. Somit werden Reparatur- und Heilungsprozesse eingeleitet, die bei schlechter Fließfähigkeit des Blutes und Mangelversorgung der Zellen nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind.
Fasst man die Datenlage zu der zentralen Rolle von Mitochondrienfunktionen und mitochondrialer Biogenese in PBMC bei verschiedenen Erkrankungen zusammen, so kommt Prof. Brigitte König (Universität Magdeburg) durch ihre Studienergebnisse  [1, 2] und den wissenschaftlichen Publikationen ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4 | ↗︎ Link 5 zu dem Ergebnis, dass die Anwendung der Kleinschen Felder-Basistherapie sich positiv auswirkt bzw. präventiv wirkt u. a. bei Diabetes Typ II, dem Metabolischen Syndrom (Bluthochdruck, Fettleibigkeit, veränderte Blutfettwerte, Insulinresistenz), bei kardiovaskulären Dysfunktionen (Durchblutungsstörungen)  bei neurodegenerativen Erkrankungen, Schlafstörungen und Schmerzmissempfindungen.
Eine Bachelorarbeit von Heisterkamp [3] (Universität Magdeburg) über die Beeinflussung der mitochondrialen Bioenergetik durch permanente polymorphe Magnetfelder (Kleinsche Felder) als Zusammenfassung: „Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass polymorphe permanente Magnetfelder einen Beitrag zur Steigerung des metabolischen Potentials von menschlichen Immunzellen leisten können.“
Quellen:
[1] Beeinflussung von klinisch-chemischen Parametern und von Mitochondrienfunktionen peripherer Blutleukozyten (PBMC) durch polymorphe permanente Magnetfelder vom Typ Kleinsche Felder;  Prof. Dr. Brigitte König – MMD Magdeburg, Deutschland, 2014
[2] Einfluss von Kleinsche Felder-Magnetstreifen auf Mitochondrienfunktionen, Studienergebnisse Prof. Dr. Brigitte König – MMD Magdeburg, Deutschland, 2014
[3] Heisterkamp J.: Beeinflussung der mitochondrialen Bioenergetik durch permanente polymorphe Magnetfelder. Bachelorarbeit, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg 29.11.2017

Artensterben im Darm?

In den vergangenen Jahrzehnten verzeichnet die Medizin eine dramatische Zunahme bei metabolischen, immunologischen und psychischen Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Asthma, Allergien, entzündliche Darmerkrankungen, Depressionen und Autismus. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen birgt dies enorme Kosten weltweit. Die jährlichen weltweiten Gesundheitskosten wegen ↗︎ Übergewicht belaufen sich aktuell auf 2.000 Milliarden $, und ↗︎ Diabetes kostet weltweit 1.300 Milliarden $ pro Jahr.

Handelt es sich dabei um einzelne Erkrankungen oder kann es sein, dass es gemeinsame Ursachen gibt? Amerikanische Wissenschaftler vertreten die Ansicht, dass die Änderungen der Darmflora – eine ↗︎ massive Verringerung der Artenvielfalt –, die mit der Industrialisierung einherging, ursächlich mit der explosionsartigen Zunahme der so genannten Zivilisationserkrankungen im Zusammenhang steht. Die Veränderungen beinhalten tatsächlich den Verlust unseres mikrobiellen Erbes, welches wir im Laufe von Millionen von Jahren der Evolution erworben haben. Diese Nachricht wurde in den Zeitschriften ↗︎ „Science“  und ↗︎ „Nature“  veröffentlicht, die zu den weltweit wichtigsten wissenschaftlichen Fachzeitschriften gehören.

Zu den Mikrobiota, die in und auf unserem Körper leben, gehören Bakterien, Viren und Pilze. Sie beeinflussen wesentliche Körperfunktionen wie Nahrungsaufnahme, Immunität, Durchlässigkeit des Darmes, hormonelle Aktivität, und die Neurochemie des Gehirns. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Störungen der Darmflora in jungen Lebensjahren zu häufigeren Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes und Asthma im späteren Leben ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 führt.

Die Industrialisierung hängt mit einer wesentlichen Verringerung der Gesamtheit der Mikrobiota zusammen. Die Artenvielfalt der Darmbakterien von amerikanischen Indianern ist doppelt so hoch ↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2 wie die der gesunden US-Amerikaner.

Werden die vom „Artensterben“ betroffenen Darmbakterien in urbanen Metropolen und stark industrialisierten Gegenden benötigt, um die Gesundheit zu erhalten und zahlreiche Krankheiten zu verhindern? Vieles deutet darauf hin, dass es tatsächlich so ist. Neue Untersuchungen werden auch unsere Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe nehmen, denn wenn Darmbakterien richtig gefüttert werden, ↗︎ leben wir nicht nur gesünder, sondern auch länger.

 

Licht, Schall und Krebszellen

Die meisten Krebs-Todesfälle entstehen durch Metastasierung als Folge der Ausbreitung von zirkulierenden Tumorzellen (CTC) vom Primärtumor auf lebenswichtige Organe. Bisher war es nicht möglich, solche frühen Marker einer fortschreitenden Erkrankung rechtzeitig zu erkennen oder sogar zu eliminieren. Einem Forschungsteam der Universität Arkansas ist es nun erstmalig gelungen, zirkulierende Krebszellen im Blut mittels eines nicht-invasiven Gerätes zu erkennen und abzutöten. Das ↗︎ „Cytophone“-Gerät verbindet Laser- und Ultraschalltechnologien und kann in Echtzeit-Zählung eine einzige zirkulierende Tumorzelle pro Liter Blut erkennen. Das ist 1.000-mal besser als bereits existierende Methoden.

Herkömmliche Nachweisverfahren haben leider eine begrenzte Empfindlichkeit und können seltene zirkulierende Tumorzellen in einem frühen, noch behandelbaren Krankheitsstadium übersehen. So könnte eine genaue Erkennung dieser Zellen bei der Vorhersage und der Beseitigung der Metastasierung helfen. Diese neue photoakustische Methode wurde für den ↗︎ Einsatz bei Melanompatienten entwickelt und kann sehr geringe Mengen an zirkulierenden Tumorzellen in nicht-invasiver Weise erkennen und sie mit Laserpulsen zerstören, was ein immenses therapeutisches Potenzial in sich birgt.

Die transkutane Abgabe von Laserpulsen über intakte Haut an ein Blutgefäß führt zur Erzeugung akustischer Wellen. Bei 19 gesunden Probanden wurden keine CTC-typischen Signale innerhalb festgelegter Schwellenwerte identifiziert, aber bei 27 von 28 Patienten mit Melanom zeigten sich Signale, die mit einzelnen oder gebündelten CTCs übereinstimmten. Die Nachweisgrenze lag bei 1 CTC/Liter Blut, das ist etwa 1.000-mal besser im Vergleich zu bereits existierenden Methoden. Das Cytophon konnte einzelne CTCs bei einer Konzentration von ≥1 CTC/ml innerhalb von 20 s nachweisen und auch CTC-Zellhaufen richtig identifizieren. Diese Daten deuten auf ein immenses Potenzial der neuartigen In-vivo-Blutuntersuchung hin für das frühe Melanomscreening, die Beurteilung des Wiederauftretens von Krankheiten und die Überwachung der physischen Zerstörung von CTCs.

 

Mitochondrien, Inflammation und Depressionen

Die Major Depression (MD) ist eine schwere Stimmungsstörung, die sich vor allem durch Niedergeschlagenheit und/oder völligem Verlust von Interesse bzw. Freude an den Aktivitäten des Alltags zeigt. Bei einer MD kommt es zu immunologischen Veränderungen, starker Zunahme an proinflammatorischen Zytokinen und Aktivierung der Mikroglia, den Makrophagen des zentralen Nervensystems. Diese Zellen beseitigen Abfallstoffe und Zellreste, sie tragen zur neuronalen Plastizität des Gehirns bei und beseitigen Schäden im infizierten oder verletzten Gehirn.

Zunehmende Evidenz deutet darauf hin, dass die ↗︎ Dysfunktion der Mitochondrien eine Schlüsselrolle bei der Pathogenese der MD spielt. Mitochondrien sind Regulatoren zahlreicher Zellfunktionen, einschließlich Energie, Stoffwechsel, Aufrechterhaltung der Redox- und Calcium-Homöostase sowie Zelltod. Damit beeinflussen Mitochondrien viele Aspekte der angeborenen Immunantwort.

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Die Ernährungstherapie nach ProImmun M bietet hier eine wirksame, sichere und nachhaltige Möglichkeit, durch eine personalisierte Ernährungstherapie die inflammatorische Last im gesamten Körper zu reduzieren. In unzähligen Behandlungsberichten wurde die antiinflammatorische Wirkung nachgewiesen, vor allem auch in Kombination mit geeigneten Mikro- und Makronährstoffen sowie pflanzlichen Inhaltsstoffen, zur Regeneration der Mitochondrien und der Darmschleimhaut als wichtigstem Ort der Resorption.

Eine Vielzahl von Studien und Metaanalysen haben gezeigt, dass Patienten mit MD häufig einen erhöhten TNF-α Spiegel aufweisen, sowie die proinflammatorischen Interleukine IL-6 und IL12.

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In Tierversuchen wurde gezeigt, dass es bei depressivem Verhalten zu mitochondrialen Störungen und zum Abbau von Mitochondrien kommt. Dabei werden mitochondriale Komponenten und Zytokine freigesetzt, die das Feuer einer neuronalen Inflammation anzünden. Andererseits werden auch die Mitochondrien in ihrer Funktion (oxidative Phosphorylierung, ATP-Produktion etc.) gestört, wenn die Konzentration proinflammatorischer Zytokine hoch ist. Dies erklärt auch, weshalb depressive Verstimmungen oder schwere Depressionen sehr oft Komorbiditäten inflammatorischer Erkrankungen sind. Frei zirkulierende Zytokine passieren die Blut-Hirn-Schranke und fördern eine kontinuierliche Neuroinflammation, mitochondriale Zerstörung etc. Es stellt sich ein Teufelskreis ein, der nur dann unterbrochen werden kann, wenn die inflammatorische Last im Körper reduziert wird, durch die richtige und individualisierte Ernährung, wie sie in der Ernährungstherapie nach ProImmun M angeboten wird, in Kombination mit geeigneten Mikro- und Makronährstoffen sowie pflanzlichen Inhaltsstoffen zur Regeneration der Mitochondrien und der Darmschleimhaut als wichtigstem Organ der Resorption.

 

IgG-Antikörper bei chronisch spontaner Urticaria

Urtikaria (Nesselsucht) ist eine sehr häufige Hauterkrankung, die mit oder ohne assoziiertem Angioödem auftreten kann. Chronisch spontane Urtikaria (CSU) ist eine Erkrankung die ohne erkennbaren Reizfaktor auftritt, länger als 6 Wochen anhält und mit einer starken Einschränkung der Lebensqualität einhergeht. Die CSU resultiert aus der pathogenen Aktivierung von Mastzellen und Basophilen, was zur Freisetzung von proinflammatorischen Mediatoren führt. Mehrere Theorien wurden zur Pathogenese der CSU aufgestellt, wobei eine mögliche Autoimmun-Ätiologie bei bis zu 50 % der Patienten mit dieser Erkrankung vorliegt.

Demnach kommt es zu einer antikörpervermittelten Aktivierung von Mastzellen und Basophilen, die über IgG- oder IgE-vermittelte Signalwege erfolgen kann. Im ersten Fall werden IgG-Antikörper gebildet, die gegen einen bestimmten Teil des IgE-Antikörpers oder des IgE-Rezeptors auf der Zelloberfläche von epidermalen Langerhans-Zellen, Eosinophilen, Mastzellen oder Basophilen gerichtet sind. Die IgG-Bindung an diese zellulären Strukturen fördert eine chronische Stimulation und Degranulation, bei der Histamin bzw. Zytokine in einer IgE-unabhängigen Weise aus Mastzellen oder Basophilen freigesetzt werden. Alternativ können die gegen IgE gerichteten IgG-Antikörper auch an IgE-Antikörper binden, die bereits am IgE-Rezeptor gebunden vorliegen. Das Vorhandensein von Autoantikörpern gegen den IgE-Rezeptor wurde auch in den Seren von Patienten mit anderweitigen autoimmunen Hauterkrankungen und sogar bei gesunden Probanden festgestellt. Bei Gesunden kommt es jedoch nicht zur Histaminfreisetzung.

↗︎ Link zur Studie

 

IgG-Antikörper und allergische Hauterkrankungen

Bei allergischen Hautkrankheiten wie z. B. Urtikaria, Neurodermitis oder Ekzemen kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion durch den Kontakt mit Reizstoffen bzw. Kontaktallergenen. Er wird geschätzt, dass etwa die Hälfte aller Menschen manche Lebensmittel nicht vertragen, in unterschiedlichem Ausmaß. Dies äußert sich oftmals durch gastrointestinale Beschwerden oder Hauterscheinungen. Nahrungsmittelpartikel können vom Immunsystem als Immunogene aufgenommen werden, worauf lebensmittelspezifische IgG-Antikörper gebildet werden. Durch Reaktion mit den Nahrungsmittelpartikeln wird eine entzündliche Reaktion ausgelöst. Im zeitlichen Verlauf und bei kontinuierlichem Konsum unverträglicher Lebensmittel können chronische, stille Entzündungen entstehen, die mit einer Vielzahl von Krankheiten oder Symptome einhergehen. Der Nachweis von IgG-Antikörpern gegen Lebensmittel ist daher wichtig, um Lebensmittelunverträglichkeiten zu identifizieren, die nicht durch IgE ausgelöst werden. Das Ziel dieser Studie bestand darin, IgG-Antikörper gegen 14 häufige Lebensmittel bei Patienten mit allergischen Hauterkrankungen nachzuweisen und einen Zusammenhang zu finden, damit die Diagnose der Erkrankungen und die Behandlung der Patienten verbessert werden.

In diese Studie wurden 340 Patienten mit allergischen Hauterkrankungen eingeschlossen (Urtikaria: 145 Patienten, Ekzeme: 123 Patienten, atopische Dermatitis: 72 Patienten), sowie auch 30 gesunde Probanden als Referenz. Die IgG-Tests für alle Teilnehmer bestanden aus 14 gängigen Lebensmitteln wie Rindfleisch, Milch, Huhn, Schweinefleisch, Kabeljau, Reis, Mais, Garnelen, Krebs, Soja, Eiweiß/Eigelb, Tomaten, Pilze und Weizen. Die Ergebnisse zeigten, dass Kabeljau, Krabben, Eier, Milch, Garnelen und Sojabohnen die reaktivsten Lebensmittel waren. Personen mit Hautkrankheiten wiesen im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen eine deutlich höhere IgG-Positivrate auf. So kamen die Autoren zu dem Schluss, dass Patienten mit allergischen Hauterkrankungen lebensmittelspezifische IgG-Antikörper im Blut haben, was auf den ↗︎ Zusammenhang zwischen allergischen Hauterkrankungen und IgG-vermittelter Nahrungsmittelintoleranz hinweist. Sie vertreten zudem die Ansicht, dass der Nachweis von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern eine wichtige Rolle bei der Diagnose allergischer Hautkrankheiten sowie der Vorbeugung von Lebensmittelallergien spielt. Diese Daten spiegeln die unzähligen Erfahrungen der Therapeuten, die in ihrer Praxis die Ernährungsberatung nach ProImmun M erfolgreich einsetzen.

FDP will Heilpraktikerberuf jetzt doch erhalten

Im vergangenen Herbst setzte sich die FDP-Fraktion dafür ein, die Erlaubnis zur Bezeichnung als Heilpraktiker mittelfristig auslaufen zu lassen. Das alles „im Sinne der Patientensicherheit“. Mittlerweile hat die FDP eine grundlegende Wende in ihrer Einstellung vollzogen, und plädiert in diesem sensiblen Bereich für „Respekt und Akzeptanz für Empfindungen und Erleben anderer“. ↗︎ Der Beruf soll erhalten bleiben, die FDP lehnt nun eine Limitierung des Begriffs des Heilens auf bestimmte Therapieformen ab. Im neuen Positionspapier wird nun erklärt:
„Der Begriff des Heilens hat viele Dimensionen und entscheidet sich letztlich am Erleben und Empfinden des Einzelnen“… …„Viele Menschen schätzen die Behandlung durch Heilpraktiker. Darunter viele Menschen, die nach schulmedizinischen Methoden als ‚austherapiert‘ gelten“ … … „Patientensouveränität und damit die freie Arzt- und Therapeutenwahl sind Grundsätze unserer gesundheitspolitischen Überzeugungen“… …„Dies bedeutet für uns aber auch, dass wir das Recht verteidigen, wenn Menschen auf Behandlungen aus eigener Entscheidung verzichten oder alternative Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen möchten, deren Wirksamkeit nach den bisher bekannten naturwissenschaftlichen Methoden nicht belegt sind“. Auch die Ausbildungs- beziehungsweise Prüfungsregelungen für Heilpraktiker sieht die FDP jetzt als ausreichend an. Darüber hinaus schützten die einzuhaltenden Regelungen des Strafgesetzbuches, des Infektionsschutzgesetzes, des Arzneimittelgesetzes und Hebammengesetzes und die Überprüfungen durch die Gesundheitsämter Patienten vor Gefährdungen. So wird von der FDP-Fraktion abschließend festgestellt …„Die bestehenden gesetzlichen Regelungen sind ausreichend und bedürfen allenfalls Anpassungen innerhalb der bestehenden Systematik“.

IgG-Antikörper gegen Gliadin bei Schizophrenie-Patienten

Die Vorstellung, dass Schizophrenie mit dem Konsum von Weizen zusammenhängt, ist bereits seit den 60er Jahren bekannt, wobei die zugrunde liegenden Mechanismen bis heute noch nicht ganz geklärt sind. Basierend auf Daten aus dem Zweiten Weltkrieg belegten epidemiologischen Untersuchungen erstmalig einen positiven Zusammenhang zwischen Weizenkonsum und Krankenhauseinweisungen wegen Schizophrenie. Bei sinkendem Weizenkonsum in skandinavischen Ländern, wurde ein Rückgang der Krankenhauseinweisungen wegen Schizophrenie festgestellt. In den USA stieg der Weizenkonsum, und damit auch die Inzidenz dieser Erkrankung. In Kulturen mit traditionell geringem oder sogar fehlendem Getreidekomsum wurde festgestellt, dass Schizophrenie so gut wie gar nicht existierte. Durch einen „westlichen“ Ernährungsstil stieg die Inzidenz dieser Erkrankung jedoch an: Link 1 | Link 2 | Link 3.

Wie bei allen anderen psychiatrischen Störungen, tragen sowohl genetische als auch Umweltfaktoren zur Erkrankung bei. Bei einem Teil der Schizophrenie-Patienten scheinen entzündliche Veränderungen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese der Erkrankung zu spielen: Link 1 | Link 2 | Link 3.

Etwa bei einem Drittel der Menschen mit Schizophrenie können hohe Immunglobulin G- (IgG) Anti-Gliadin-Antikörper nachgewiesen werden, in etwa 3-fach höherer Konzentration als bei gesunden Probanden: Link 1 |  Link 2 | Link 3 | Link 4. Damit ist ein chronisch entzündliches Geschehen verbunden, mit hohem Gehalt an Zytokinen wie Interleukin-1β und Tumornekrosefaktor α und erhöhten Neurotransmittern im vorderen cingulären Kortex, welcher vermutlich mit entzündlichen Prozessen einhergeht.

Mehrere Studien haben die Elimination von Weizen aus der Ernährung von Patienten mit Schizophrenie untersucht. Die Ergebnisse waren gemischt: bei manchen Patienten besserten sich die psychiatrischen Symptome, bei anderen wiederum nicht. In einer kürzlich veröffentlichten Ernährungsstudie wurden sechzehn Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Erkrankung untersucht, die erhöhte Werte von IgG-Anti-Gliadin-Antikörpern aufwiesen (≥ 20 U), jedoch nicht an Zöliakie litten. Während eines 5-wöchigen stationären Aufenthalts erhielten alle Patienten standardisierte glutenfreie Mahlzeiten. Zusätzlich erhielt die Hälfte der Studienteilnehmer einen täglichen Shake mit 10 g Glutenmehl, während die andere Hälfte der Patienten einen Shake mit 10 g Reismehl zu sich nahm. Zum Studienbeginn und am Ende der Studie wurden die Teilnehmer bezüglich psychiatrischer, kognitiver und gastrointestinaler Symptome untersucht. Im Vergleich zu den Patienten mit glutenhaltiger Ernährung zeigten die Patienten mit glutenfreier Ernährung eine Verbesserung der psychiatrischen Symptomatik sowie der Aufmerksamkeit.

Ernährung gemäß IgG-Test bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Übergewicht

Colitis ulcerosa

• Der Ausschluss von Lebensmitteln auf Basis von IgG-Antikörpern lindert Symptome bei Colitis ulcerosa: Eine prospektive Studie. ↗︎ Link

Morbus Crohn

• Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper sind in den Seren von Patienten mit Morbus Crohn stark erhöht und sind klinisch relevant für die Pathogenese dieser Erkrankung. ↗︎ Link

• Patienten mit Morbus Crohn haben eine deutlich erhöhte IgG-Immunantwort auf Lebensmittelantigene, im Vergleich zu Patienten mit Colitis ulcerosa und gesunden Probanden. ↗︎ Link

• Patienten mit Morbus Crohn haben stärkere Imunantworten auf Lebensmittelantigene. Die Anzahl der IgG-positiven Lebensmittel erwies sich als ein diagnostischer Marker für Morbus Crohn. Die darauf basierende Ernährung könnte dabei helfen, die Krankheit in Remission zu halten. ↗︎ Link

• Bei Patienten mit Morbus Crohn besteht eine höhere Prävalenz von IgG-Antikörpern gegen Lebensmitteln, im Vergleich zu Gesunden. Im Tierversuch wurde nachgewiesen, dass die Darmentzündung über Lebensmittelantigene mittels CD4(+) T-Zell-Hyperaktivierung induziert und durch die Eliminierung von Lebensmittelantigenen gelindert wird. Es ist wahrscheinlich, dass diese IgG-vermittelte Immunreaktion gegen Nahrungsmittel auch bei Patienten mit Colitis ulcerosa wirksam ist und zur Pathogenese der Erkrankung beiträgt. ↗︎ Link

• Höhere Titer der Anti-Saccharomyces cerevisiae-Antikörper IgA und IgG sind mit einer aggressiveren Morbus Crohn-Symptomatik verbunden. ↗︎ Link

• Die Provokation mit IgG-reaktiven Lebensmitteln kann die Symptomatik bei Patienten mit Morbus Crohn verschlechtern. ↗︎ Link

• Eine adjuvante Ausschlussdiät von IgG4-reaktiven Lebensmitteln kann die Lebensqualität und die Symptome bei Patienten mit Morbus Crohn verbessern. ↗︎ Link

• Eine IgG-basierte Eliminationsdiät führte zu einer Verringerung der täglichen Stuhlfrequenz, Bauchschmerzen traten nur noch reduziert auf und die Patienten berichteten von einer allgemeinen Verbesserung ihrer Lebensqualität. ↗︎ Link

Übergewicht

• Bei übergewichtigen Jugendlichen besteht eine starke Erhöhung der gegen Nahrungsmittel gebildeten IgG-Antikörper, die mit systemischen Entzündungsmarkern einhergeht. ↗︎ Link

• Durch die Meidung von IgG-vermittelten reaktiven Lebensmittel war innerhalb von 90 Tagen eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von etwa 5 kg feststellbar, bei gleichzeitigem Anstieg aller Indikatoren der Lebensqualität. ↗︎ Link

• Eine IgG-basierte Eliminationsdiät unterstützt den Gewichtsverlust bei übergewichtigen Patienten, die durch eine konventionelle Diät mit Kalorienrestriktion kein Gewicht verloren. Nach 6-monatiger IgG-Eliminationsdiät lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei 8,5 kg, durch die konventionelle kalorienreduzierte Diät lag die durchschnittliche Abnahme bei nur 0,8 kg. ↗︎ Link

 

Internationaler Tag der entzündlichen Darmerkrankungen

Etwa 10 Millionen Menschen weltweit leiden an den entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Am 19.5.2019 findet der internationale Tag der entzündlichen Darmerkrankungen statt – ↗︎ „World Inflammatory Bowel Disease Day“. Diese Initiative wird von Patientenorganisationen aus über 50 Ländern auf fünf Kontinenten durchgeführt, um die Öffentlichkeit über diese Erkrankungen zu informieren. Der ↗︎ Europäische Adipositas-Tag ist eine internationale Kampagne zur Verbesserung von Prävention und Therapie der Adipositas, und findet am 18.5.2019 mit zahlreichen Aktivitäten in vielen Ländern statt.

IgG-Eliminationsdiät bei Fibromyalgie – Ergebnisse einer klinischen Studie

In einer Studie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München wurde im Rahmen einer Dissertation die Wirkung einer IgG-basierten Eliminationsdiät bei Fibromyalgie untersucht (68 Patienten, Fibromyalgie seit 1 – 30 Jahren). Im Mittel hatten die Patienten 47,2 ± 11,4 Lebensmittelreaktionen. Davon waren durchschnittlich ca. 10 Reaktionen sehr ausgeprägt (Stärke 3 und 4). Die Gesamtzahl der Reaktionen bei den Fibromyalgie-Patienten lag um ca. 20 % höher als bei Kontroll-Patienten ohne Fibromyalgie. Die Patienten hielten sich für einen Zeitraum von 8 Wochen an eine IgG-basierte Eliminationsdiät. Bei den Kontrolldokumentationen nach 2, 4, 6 und 8 Wochen war der Ausprägungsgrad aller Symptome bei den meisten Patienten deutlich niedriger als zu Behandlungsbeginn. So hatten sich z. B. die Symptome „Migräne“ bei 86,2 % der betroffenen Patienten gebessert. Weitere sehr hohe Besserungsraten wurden für u. a. für die Symptome „Schmerzhafter Stuhl- oder Harndrang“ (78,9 %), „Reizblase“ (73,7 %), „Krampfartige Unterleibschmerzen“ (72,7 %), „Stuhlverstopfung“ (72,5 %), „Brennen der Haut“ (71,7 %) und „Allergien“ (70,8 %) festgestellt. Die Ausprägung der Schmerzdruckpunkte hatte sich bei 50 % der betroffenen Patienten verbessert. Das Allgemeinbefinden hat sich nach 8-wöchiger Nahrungsumstellung (im Vergleich zum Aufnahmebesuch) bei 63 % der Patienten verbessert. Bei 30 % war keine Änderung feststellbar, bei 7 % kam es zu einer Verschlechterung. Selbst bei nicht sehr konsequenter Ernährungsumstellung profitierte eine große Zahl der Patienten. Als positiver Nebeneffekt zeigte sich ein wesentlicher Gewichtsverlust. Diese Studie hat gezeigt, dass eine ↗︎ IgG-basierte Eliminationsdiät zur Verringerung der Beschwerden von Fibromyalgie-Patienten wesentlich beiträgt.

Fibromyalgie und chronische Inflammation

Die Fibromyalgie hat eine vielfältige Pathophysiologie. Die wichtigsten Merkmale dieser Erkrankung sind generalisierte Schmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsstörungen, Reizdarmsyndrom, Kopfschmerzen, Urogenitalbeschwerden und Müdigkeit, die wie Teile eines „Puzzles“ eng miteinander verbunden sind.
Einige Experten betrachten die Fibromyalgie als eine Autoimmunerkrankung, deren ursächliche Faktoren noch nicht geklärt sind. Entzündungsfördernde Zytokine, reaktive Sauerstoffspezies und plasmatische Entzündungsfaktoren spielen eine besondere Rolle bei dem inflammatorischen Geschehen. Daher wird die Behandlung der Fibromyalgie als Herausforderung betrachtet. Sie zielt vor allem auf die Schmerzreduktion ab. Dennoch erfordern zahlreiche Komorbiditäten einen ganzheitlicheren therapeutischen Ansatz. Denn nicht nur chronische Schmerzen, sondern auch Müdigkeit, psychische Komorbiditäten und Schlafstörungen können bei Patienten mit Fibromyalgie zu Funktionsbeeinträchtigungen, Arbeitsunfähigkeit und sozialer Isolation beitragen.
Was ist der Auslöser für diese Ereignisse bei Fibromyalgie, und welche Rolle spielen entzündliche Prozesse bei der Pathogenese der Erkrankung?
• Die ↗︎ mitochondriale Dysfunktion soll eine entscheidende Rolle bei der Pathogenese der Fibromyalgie spielen. Eine geschädigte mitochondriale DNA-Ansammlung in einer Zelle führt zu einer angeborenen Entzündungsreaktion. Dementsprechend ist der mitochondriale DNA-Gehalt in Fibromyalgie umgekehrt mit dem TNF-alpha-Spiegel korreliert.
• In Hautbiopsien von Fibromyalgiepatienten wurden ↗︎ mitochondriale Dysfunktionen nachgewiesen. DNA-Gehalt und Enzymaktivität waren reduziert und der Coenzym Q10-Spiegel war sehr niedrig.
• Orale Supplementierung mit Coenzym Q10 (einem leistungsstarken Radikalfänger) ist wirksam zur Reduzierung des TNF-alpha-Spiegels und der Verbesserung der klinischer Ergebnisse, einschließlich Kopfschmerzen und allgemeiner Schmerzen (↗︎ Link 1 | ↗︎ Link 2).
• Die Hochregulation von ↗︎ proinflammatorischen Zytokinen einschließlich TNF, IL-1, IL-6 und IL-8 könnte mit mehreren krankheitsbezogenen Komorbiditäten der Fibromyalgie zusammenhängen.
• Patienten mit Fibromyalgie haben ↗︎ erhöhte IL-17 Plasmaspiegel im Vergleich zu gesunden Kontrollen, wobei IL-17 mit anderen proinflammatorischen Zytokinen wie TNF, IFNγ, IL-2, IL-4 und IL-10 korreliert ist.

Bayer verliert Prozess

Ein Ende beim Dauerthema Glyphosat ist nicht absehbar – ganz im Gegenteil! In einem wegweisenden US-Prozess um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat Bayer erneut eine herbe Niederlage erlitten. Das Bundesbezirksgericht in San Francisco hat entschieden, dass Monsanto für die Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat haftbar ist. Die Jury kam zu dem Schluss, dass Roundup als wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des 70-jährigen Klägers Edwin Hardeman einzustufen sei. Der Konzern wurde zu Schadenersatz in Höhe von 80 Millionen Dollar (71,4 Millionen Euro) verurteilt. Dieser Prozess könnte richtungsweisend für andere vor Gericht anhängige Klagen sein. Er brachte in den USA eine Klagewelle gegen Bayer ins Rollen, aktuell liegen etwa 11.000 Klagen vor. Die Kläger stützen sich dabei vor allem auf die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, die Monsantos Unkrautvernichter 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen einstufte. Der Aktienkurs des Bayer-Konzerns fällt immer weiter und liegt mit 52 Milliarden Euro inzwischen deutlich unter den rund 56 Milliarden Euro, die Bayer für den Kauf von Monsanto bezahlte. Mitarbeiter sind von dem Wertverlust am stärksten betroffen, in Deutschland sollen 4.500 Arbeitsplätze abgebaut werden.

 

Konsequente glutenfreie Ernährung lindert neurologische Begleitsymptome bei Zöliakiepatienten

Die Zöliakie ist eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die durch Glutenunverträglichkeit verursacht wird und sowohl allergische als auch autoimmune Merkmale aufweist. Durch die Unverträglichkeit von Gluten kommt es zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut, die mit Durchfällen, Verstopfung, Appetitlosigkeit und Erbrechen einhergeht. Glutenhaltige Nahrung verursacht im Laufe der Zeit eine ausgedehnte Zerstörung der Darmepithelzellen bzw. Dünndarmschleimhaut. Nährstoffe können dadurch nur schlecht aufgenommen werden, die Verdauung läuft nicht vollständig ab und die Begleitsymptome entsprechen einer typischen Malabsorption (Gedeihstörung bei Kindern, Blässe und Muskelschwäche, Müdigkeit, Erschöpfung, Eisenmangelanämie, Abgeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Wesensveränderungen und schlechtes Allgemeinbefinden). Auch andere Organe können betroffen sein, verschiedene extraintestinale Symptome sind bekannt:
• Gelenkschmerzen (Arthritis, Arthralgien)
• Osteoporose
• Zyklusstörungen, Abortneigung und Infertilität
• Myocarditis
• Chronischer Hepatitis
• Depressionen, Konzentrationsstörungen, Nervosität
• Migräne, Kopfschmerzen, Epilepsie

Bei der „non-celiac gluten sensitivity“ oder NCGS (Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität) besteht eine Weizenunverträglichkeit die dem klinischen Bild der Zöliakie ähnelt, bei der es aber nicht zu dem typischen Abbau der Darmschleimhaut kommt. Hier liegt also keine Enteropathie vor, die Symptomatik wird durch den Verzicht auf Gluten stark verringert.

In einer ↗︎ aktuellen Übersichtsarbeit wird nachgewiesen, dass der strikte Verzicht auf Gluten die neurologischen Begleitsymptome bei Zöliakiepatienten erheblich reduziert. Diese Ergebnisse sind wichtig, denn hier wird erneut gezeigt, dass eine simple Ernährungsumstellung ganz entscheidend zur Linderung von Symptomen führt, die für Betroffene eine große Belastung darstellen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:

Kopfschmerzen und Migräne
Online-Umfragen in sozialen Netzwerken gehören heute mit zum Repertoire wissenschaftlicher Untersuchungen. So wurde auf öffentlichen argentinischen Zöliakie-Netzwerken eine Umfrage veröffentlicht, um Patienten mit diagnostizierter Zöliakie (positive Biopsie) und Kopfschmerzen bezüglich der Charakteristika ihrer Kopfschmerzen zu befragen, sowie auch der Auswirkungen einer glutenfreien Diät auf die Kopfschmerzen. Die Ergebnisse der Befragung wurden statistisch ausgewertet und ergaben ↗︎ folgende Erkenntnisse:
• 95 % der 866 eingeschlossenen Teilnehmer waren Frauen, im Alter von 28 – 50 Jahren
• Etwa ein Viertel der Teilnehmer gab an, dass ihre Kopfschmerzen das Hauptsymptom war, welches zur Diagnose der Zöliakie führte
• Etwa die Hälfte der Teilnehmer gab Kopfschmerzen vom Spannungstyp an, gefolgt von Migräne ohne Aura (32,5 %) bzw. mit Aura (15,4 %)
• Durch den Verzicht auf Gluten besserten sich vor allem die Intensität und Häufigkeit der Migräneanfälle
• Bei konsequenter Meidung von Gluten (die von 2/3 der Patienten befolgt wurde) wurde eine Besserung bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen um 50 % festgestellt.
Durch die strikte Einhaltung einer glutenfreien Diät werden Kopfschmerzen bei Zöliakie-Patienten effektiv reduziert, sodass der Bedarf an Zusatzmedikation gesenkt werden kann.

Gluten-Ataxie
Gluten-Ataxie ist eine Störung der Bewegungs-Koordination, die bei 10 % der Zöliakie-Patienten vorkommt. Im Gehirn nachweisbare Antikörper gegen das körpereigene Enzym Transglutaminase 6 sind daran beteiligt. Diese Comorbidität kann aber auch als alleiniges Symptom vorkommen, d. h. ohne die Zöliakie-typischen Veränderungen der Dünndarm-Schleimhaut. In einer Studie mit 40 ↗︎ Ataxie-Patienten (mit oder ohne Enteropathie) wurde nachgewiesen, dass eine strenge glutenfreie Ernährung (mit serologischem Nachweis der Elimination der Anti-Gliadin-Antikörper), zu ganz wesentlichen Verbesserungen der Symptomatik führte.

Periphere Neuropathie
Eine Glutensensivität kann mit einer Schädigung peripherer Nerven (periphere Neuropathie) verbunden sein. Damit gehen oftmals Schwäche, Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Händen und Füßen einher. Nach ↗︎ ersten Erkenntnissen hilft eine strenge glutenfreie Ernährung bei der Linderung dieser Symptome. An der Studie nahmen 60 Personen mit glutenbedingter Neuropathie teil. Sie machten Angaben zur Intensität ihrer Schmerzen, ihrer seelischen Gesundheit und Ernährung. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer litten unter neuropathischen Schmerzen. Mehr als die Hälfte der Patienten die sich glutenfrei ernährten, waren schmerzfrei. Unter den Patienten mit Schmerzen, ernährte sich jedoch nur jeder 5. glutenfrei.

Epilepsie
Das Risiko für Patienten mit Zöliakie, in der Zukunft eine Epilepsie zu entwickeln ist deutlich erhöht. Was liegt daher näher, als bei Epilepsie eine ↗︎ glutenfreie Diät zu versuchen? Mehr als die Hälfte der Patienten mit Epilepsie und Glutensensitivität oder Zöliakie reagierten positiv auf eine glutenfreie Ernährung (verringerte Häufigkeit oder Beendigung von Anfällen, Reduktion der Anitepileptika).

Kognitive Leistungen (Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Gedächtnis, Reflexion)
Es gibt möglicherweise einen Zusammenhang zwischen progressiver ↗︎ kognitiver Beeinträchtigung und Zöliakie. Die Untersuchung epidemiologischer Daten aus Schweden zeigte, dass Patienten mit Zöliakie ein erhöhtes Risiko für ↗︎ vaskuläre Demenz haben können. Bei neu diagnostizierter Zöliakie verbesserte sich die ↗︎ kognitive Leistungsfähigkeit mit der Einhaltung einer glutenfreien Diät und der Heilung der Darmschleimhaut.

 

IgG und Rheumatoide Arthritis

↗︎ Link 1 Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine komplexe Autoimmunerkrankung mit synovialer Hyperplasie, Knorpel- und Knochenzerstörung. In dieser präklinischen Studie mit Versuchstieren wurde der Frage nachgegangen, ob die Pathogenese der RA mit einer Nahrungsmittelallergie in Zusammenhang gebracht werden kann, und welche Allergene hierbei relevant sein könnten. Bei Wistar-Ratten mit Arthritis wurden die Plasmakonzentrationen proinflammatorischer Zytokine gemessen (Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) IL-1, IL-6, IL-17). Die Konzentrationen zirkulierender Immunkomplexe sowie lebensmittelspezifische IgG- und IgE-Spiegel wurden in diesem Tiermodell auch bestimmt. Die Ergebnisse zeigten eine wesentliche Erhöhung der Konzentrationen von TNF-α, IL-1, IL-6, IL-17 und zirkulierender Immunkomplexe. Die Konzentrationen von Milch- oder Ei-spezifischem IgG- und IgE-Antikörpern waren auffallend hoch. Demnach scheint die Pathogenese der RA eng mit erhöhten Ei- oder Milch-spezifischen Antikörpern einher zu gehen.

IgG und ankylosierende Spondylitis

↗︎ Link 1 Die ankylosierende Spondylitis (AS) oder Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken. Die Ursachen dieser Erkrankung scheinen in einer immunologischen Störung zu liegen. Dabei spielt der Tumornekrosefaktor α (TNF-α) offenbar eine zentrale Rolle, und tritt vermehrt im entzündeten Kreuzbein-Darmbeingelenk auf, gemeinsam mit T-Helferzellen (CD4+ T-Lymphozyten), cytotoxischen T-Zellen (CD8+ T-Lymphozyten) und Fresszellen. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass Fehlregulation von IL-6, IL-10, IL-17, TNF-α und IFN-g ↗︎ zur Pathogenese und Progression der AS beitragen.
Obwohl die Pathogenese von AS noch nicht geklärt ist, gibt es vermehrt Hinweise das Mikrobiom des Darmes bei der Pathogenese der Erkrankung (↗︎ Link 2 | ↗︎ Link 3 | ↗︎ Link 4) . IgE-vermittelte allergische Sofortreaktionen scheinen keine wesentliche Rolle bei der AS zu spielen. Im Gegensatz dazu, betrachtet man IgG-Antikörper als verzögerte oder sogar asymptomatische Reaktion auf die Exposition verschiedener Nahrungsmittelantigene. In Tierversuchen wurde nun nachgewiesen, dass die Pathogenese der rheumatoiden Arthritis eng mit erhöhten Konzentrationen von IgE- und IgG-Antikörpern gegen Eier und Milch zusammenhängt.

Daher stellte sich die Frage nach der Bedeutung IgG-vermittelter Nahrungsmittelallergien bei Patienten mit AS. IgG-Tests wurden bei 75 Patienten mit AS und 78 gesunden Probanden durchgeführt (gegen 14 Nahrungsmittel: Weizen, Ei, Pilze, Milch, Schweinefleisch, Hähnchen, Rindfleisch, Krabben, Kabeljau, Mais, Sojabohnen, Tomaten, Garnelen und Reis). Zusätzlich wurde bei allen Studienteilnehmern der CRP-Wert bestimmt, als inflammatorischer Indikator für die Schwere der Erkrankung. AS-Patienten hatten signifikant höhere IgG-Serumspiegel gegen Rind-, Krabben- und Schweinefleisch im Vergleich zu gesunden Studienteilnehmern. Darüber hinaus waren die Serumspiegel von Schweinefleisch-spezifischem IgG signifikant und positiv mit dem CRP-Wert korreliert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass α-Gal, das vorherrschende natürliche Antigen in rotem Säugetierfleisch, eine potenzielle Rolle bei der Pathogenese der AS spielen könnte. Die Autoren empfehlen daher die Meidung von Rindfleisch, Krabben und Schweinefleisch bei AS-Patienten. Studien zur Bedeutung einer personalisierte IgG-Eliminationsdiät bei AS-Patienten wurden bisher noch nicht durchgeführt, wären aber sehr viel versprechend angesichts der bisherigen Ergebnisse.

 

Dr. Peter Gøtzsche entlarvt die Pharmaindustrie als organisiertes Verbrechen

Mein Name ist Peter Gøtzsche. Ich bin Direktor des Nordic Cochrane Center in Kopenhagen und Professor für Forschungsdesign und Analyse an der Universität Kopenhagen.
Vor zwei Jahren habe ich herausgefunden, dass verschreibungspflichtige Medikamente nach Herz- und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache darstellen. Unsere Medikamente töten in Amerika jedes Jahr um die 200.000 Menschen und die Hälfte dieser Menschen sterben, weil sie das getan haben, was ihnen ihre Ärzte gesagt haben.
Denn sie sterben aufgrund von Nebenwirkungen. Die andere Hälfte stirbt aufgrund von Behandlungsfehlern und es sind häufig die Ärzte, welche die Fehler machen, da jeder Beipackzettel eines Medikaments über 20, 30 oder 40 Warnungen, Kontraindikationen, Vorsichtsmaßnahmen usw. enthält.

Download komplette Übersetzung des Filmes [22 KB | .docx]

Zum Film (in englischer Sprache) [Länge 7:41 min.]

 

Wie wirkt Gyphosat auf Mitochondrien?

Der Pharma-Riese Bayer kommt nicht mehr zur Ruhe seit der Übernahme des Gentechnikriesen Monsanto. Aktuell füllt der Konzern seine Verteidigungskasse für die drohenden ↗︎ Klagen gegen den Unkrautvernichter Glyphosat. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich bei ihrer Bewertung, ob Glyphosat Krebs verursacht oder nicht, allein auf Industrie-Studien gestützt und dabei mehrere Hinweise auf Krebsgefahr in ↗︎ anderweitigen Studien übersehen. In den Daten die durch die Industrie zur Verfügung gestellt wurden ist von einer Krebsgefahr nichts zu lesen.
Der im Herbizid Roundup® enthaltene Wirkstoff Glyphosat ist mit Hilfsstoffen gemischt, wobei Art und Zusammensetzung dieser Zusatzstoffe stets Geschäftsgeheimnis sind. In einer Studie wurde gezeigt, dass die Mischungen Wirkstoff/ Hilfsstoffe bis zu 1.000 Mal toxischer sind als die Wirkstoffe alleine. ↗︎ Roundup war 125 Mal toxischer als Glyphosat alleine ohne Zusatzstoffe.
Aktuell beruht die Berechnung der erlaubten Tagesdosis (ADI, Acceptable Daily Intake), die bei lebenslanger täglicher Einnahme als „medizinisch unbedenklich“ betrachtet wird, nur auf den Toxizitätsdaten des Wirkstoffes (Glyphosat) alleine. Diese ↗︎ Inkonsistenz zwischen wissenschaftlichen Tatsachen und Behauptungen der Industrie ist den immensen wirtschaftlichen Interessen zuzuschreiben, die die Ermittlung gesundheitlicher Risiken fälschen und ↗︎ gesundheitspolitische Entscheidungen verzögern.
Folgende Daten bestätigen die durch Glyphosat bzw. Roundup verursachten mitochondrialen Schäden bzw. Dysfunktionen als relevante zelluläre Reaktion:
• Die mitochondriale Toxizität von Glyphosat beruht sehr wahrscheinlich auf einer direkten ↗︎ Bindung des Glyphosats an die Cytochrom c-Oxidase, welche dem Komplex IV der mitochondrialen Atmungskette entspricht. Die Zusatzstoffe ermöglichen den Durchtritt von Glyphosat durch die Membranen von Zellen und Mitochondrien, wodurch die Wirkung um ein Vielfaches verstärkt wird.
• ↗︎ Glyphosat hemmt die mitochondrialen Komplexe II und III und verursacht auch ein Anschwellen der Mitochondrien.
• Glyphosat, in Kombination mit Hilfsstoffen, welche für eine optimale Benetzung und Haftung von Herbiziden und Insektiziden auf der Oberfläche von Pflanzenblättern sorgen und als Zusatzstoffe in Roundup enthalten sind, führt zu ↗︎ mitochondrialer Apoptose und Nekrose.
• ↗︎  In Tierversuchen (Zebrafisch) wurde nachgewiesen, dass Glyphosat neurotoxisch wirkt. Gehirnzellen wurden in ihrer Lebensfähigkeit beeinträchtigt und Verhaltensstörungen der Tiere konnten auch beobachtet werden. Mitochondriale Komplexe wurden gehemmt, die Genexpression mitochondrialer Enzyme verändert, und eine vermehrte Bildung reaktiver Sauerstoffspezies gefördert. Sehr ähnliche Ergebnisse wurden auch in anderen Tiermodellen gefunden, z. B. dem↗︎ Fadenwurm Caenorhabditis elegans oder in ↗︎ Zellkulturen.
Wenn Mitochondrien geschädigt werden, trägt der globale, systemische intrazelluläre Energiemangel dazu bei, dass ↗︎ Organe und Organsysteme in zunehmenden Maße in ihrer Funktion beeinträchtigt werden und schließlich versagen: Gehirn, Herz, Leber, Skelettmuskulatur, Niere, endokrines System oder Atmungssystem. Beispiele mitochondrialer Dysfunktionen sind: Verlust der motorischen Kontrolle, Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Magen-Darm-Erkrankungen, Gedeihstörungen, Herzerkrankungen, Lebererkrankungen, Diabetes, Pankreasinsuffizienz, respiratorische Komplikationen, Krampfanfälle, visuelle oder Hörprobleme, Laktatazidose, Entwicklungsverzögerungen und Infektionsanfälligkeit.
Denken Sie daher immer daran, Ihre Patienten über die immense Bedeutung von ökologisch produzierter Nahrung aufzuklären. Auch das ist ein wesentlicher Aspekt moderner Ernährungstherapien wie z. B. Pro Immun M.

IgG-Unverträglichkeiten: Zusammenfassung von 26.479 Testergebnissen

IgG-vermittelte Immunreaktionen auf Nahrungsmittel können die Gesundheit von Patienten erheblich beeinflussen. Starke Kopfschmerzen, Reizdarmsyndrom, Migräne, Haut- oder Atemwegserkrankungen wurden mit einer derartigen Lebensmittelunverträglichkeit in Verbindung gebracht. Anzeichen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit treten oft erst Stunden oder Tage nach dem Verzehr auf. Da diese Symptome oftmals vage und unspezifisch sind, wird der Verzehr von Lebensmitteln als Grundursache für die Erkrankung eines Patienten nicht immer richtig erkannt. In dieser Studie wurde die relative Prävalenz nahrungsmittelspezifischer IgG-Intoleranzen in der allgemeinen Bevölkerung untersucht und bewertet. In einem Microarray-basierten ELISA-Verfahren wurden bei 26.479 Patienten IgG-Antikörper gegen 222-Nahrungsmittel im Serum bestimmt (Zeitraum: Januar 2012 bis Dezember 2016; Alter 0 bis 105 Jahre; Durchschnittsalter 43 Jahre). Dabei wurde eine negative Korrelation zwischen dem Alter des Patienten und der Positivitätsrate von IgG-Antikörpern auf Nahrungsmittelbestandteile festgestellt, wobei aber keinerlei geschlechtsspezifische Unterschiede auftraten. Bei der Reaktion auf Nahrungsmittel wurden vier Intoleranzstufen definiert:

• Stufe 1: 23 häufig intolerante Nahrungsmittel, einschließlich Weizen, Eiweiß, Kuhmilch, Erbse, Schafsmilch, Colanuss, Brauereihefe, Pistazie, Kasein, rote und weiße Bohnen, Gerste, Ziegenmilch, Agar-Agar, Mais, Mandel, Haselnuss, Sonnenblumensamen, Cashewnuss, Gliadin, Paranuss, Aloe Vera und Erdnuss, waren bei 33 % der Personen vorhanden,
• Stufe 2: 34 allgemein intolerante Nahrungsmittel, waren bei 10 – 33 % der Personen positiv
• Stufe 3: 82 selten intolerante Nahrungsmittel, waren bei 1 – 9 % der Personen positiv
• Stufe 4: 83 tolerante Nahrungsmittel, waren bei < 1 % der Personen positiv

Die Autoren schlussfolgern, dass IgG-Nahrungsmittelintoleranz unter den getesteten Patienten häufig zu beobachten war. Blattgemüse, Obst, Meeresfrüchte und Fleisch wiesen eine relativ geringe IgG-Intoleranz auf. Nahrungsmittel mit hohem IgG-Intoleranzpotenzial sind:

• Getreide, insbesondere solche mit höherem Glutengehalt
• Milchprodukte und Eier
• Gemüse mit hohem Proteingehalt (Erbsen und Bohnen)
• Nüsse und Samen
• Pflanzen mit hohem Polysaccharidgehalt (Agar-Agar oder Aloe Vera).

Hui, Ptolemy, Bailey, Waite, Li, Dynacare, Brampton, ON, Canada
Food Intolerance (IgG-Mediated Food Sensitivity Reaction) Status of Community-based Patients. Clinical Chemistry. Conference: 69th American Association for Clinical Chemistry Annual Scientific Meeting and Clinical Lab Expo, United States. 63 (Supplement 1) (pp S161-162)

Petition zur Erhaltung der Wahltarife für Homöopathie und andere naturheilkundliche Medikamente

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Absicht, die Wahltarife der Krankenkassen für Arzneimittel der „besonderen Therapierichtungen“ zu streichen. Das wären alle Phytotherapeutika, Homöopathika und Anthroposophika. Der Wahltarif ist fester Bestandteil der bisherigen Gesetzgebung und ermöglicht den Krankenkassen und den Behandlerinnen und Behandlern Arzneimittel zu verordnen, die den besonderen Therapierichtungen Homöopathie, Anthroposophische Medizin u. a. entsprechen. Als Wahltarif können die Krankenkassen frei entscheiden, ob sie bei entsprechender Berechnung der Versicherungsprämie die Kosten dieser Arzneimittel übernehmen. Eine Einschränkung dieser Wahlmöglichkeit stellt einen gravierenden Eingriff in die Therapiefreiheit dar und kann nicht hingenommen werden.

Der Ersteller der Petition versteht die Aktion des Gesundheitsministers als Vorbereitung eines Angriffs auf das Arzneimittelrecht, in dem homöopathische Arzneimittel fest verankert sind. Damit ist zu vermuten, dass wir damit rechnen können, dass den homöopathischen Arzneimitteln die gesetzliche Grundlage entzogen werden soll.

Über den Hintergrund des Arzneimittelrechtes ↗︎ erfahren Sie hier mehr.
Auf S. 10 und auf S. 109 der Gesetzesvorlage ↗︎ finden Sie die Ausführungen zum Wahltarif (zu Nummer 27 (§ 53)).

↗︎ Unterzeichnen Sie hier die Petition bei Change.org

 

Stopp für das 5G-Mobilfunknetz in Deutschland

Mobilfunkanbieter arbeiten bereits an einem neuen Mobilfunkstandard der fünften Generation, der verkürzt 5G genannt wird. Hierfür sollen Frequenzen im Gigahertz-Bereich eingesetzt werden, teilweise weit über den bisher genutzten Frequenzbändern. Der neue Standard soll bisher ungeahnte Datenmengen übertragen können. Die 5G-Technik funktioniert nur über kurze Entfernungen und die vollständige Einführung wird in städtischen Gebieten zu Antennen im Abstand von 10 bis 12 Häusern führen. Durch den Ausbau von 5G wird die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern im Hochfrequenzbereich (HF-EMF) stark erhöhen, indem es zu GSM, UMTS, LTE, WLAN, usw. hinzukommt, die bereits für die Telekommunikation genutzt werden. Es ist erwiesen, dass HF-EMF für Menschen und die Umwelt schädlich sind. Die Zwangsexposition wird somit immens erhöht.

↗︎ Unterzeichnen Sie hier die Petition gegen den 5G-Ausbau.

↗︎ Ein internationaler Appel von Wissenschaftlern und Ärzten aus mehr als 40 Ländern hat deren „ernsthafte Besorgnis“ hinsichtlich der allgegenwärtigen und zunehmenden Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern durch elektrische und kabellose Geräte geäußert. Zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen hätten gezeigt, dass sich elektromagnetische Felder, selbst bei Intensitäten, die weit unterhalb der meisten internationalen und nationalen Grenzwerte liegen, auf lebende Organismen auswirken. Zu den Auswirkungen gehören ein erhöhtes Krebsrisiko, Zellstress, eine Zunahme schädlicher freier Radikaler, Genschäden, strukturelle und funktionelle Veränderungen im Fortpflanzungssystem, Lern- und Gedächtnisdefizite, neurologische Störungen sowie negative Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden bei Menschen. Schädigungen betreffen bei weitem nicht nur den Menschen. ↗︎ Eine zunehmende Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten zeigen Schädigungen der menschlichen Gesundheit durch elektromagnetische Felder auf.

↗︎ Die weltweit größte Studie der Welt (25 Millionen UDS) zu diesem Thema des US-amerikanischen National Toxicology Program (NTP) zeigt eine statistisch deutliche Zunahme beim Auftreten von Gehirn- und Herzkrebs in Versuchstieren, die elektromagnetischen Feldern unterhalb der ICNIRP-Grenzwerte ausgesetzt waren (ICNIRP, International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection = Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung). Diese Grenzwerte gelten in den meisten Ländern. Diese Daten aus Tierversuchen untermauern die ↗︎ Ergebnisse in epidemiologischen Studien am Menschen zu hochfrequenter Strahlung und dem Hirntumorrisiko.

Weitere Infos zum Thema: 

↗︎ Gefahr: 5G-Strahlung: Wissenschaftler warnen vor dem neuen Mobilfunkstandard
5G-Ausbau: „Im Grunde ungeheuerlich!“ Diagnose:funk im Interview mit Prof. W. Thiede

Ärzte fordern Ausbaustopp für 5G

↗︎ Brief an Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Scheuer
↗︎ Vimeo
↗︎ Kla.TV
↗︎ Ärztekammern fordern WLAN-Verbot an Kindergärten und Schulen

 

IgG-Eliminationsdiät bei Sportlern

Gesundheitliche Probleme bei Sportlern kommen häufig vor, oftmals bedingt durch eine zu hohe Trainingsintensität bzw. Trainingsdauer. In früheren Newslettern haben wir bereits über die Steigerung von Leistung und Kognition bei Sportlern berichtet, die eine individualisierte IgG-Eliminationsdiät einhielten.

In dieser Studie wurde bei 22 Profi-Sportlern, vor Beginn und nach einer 3-monatigen IgG-Eliminationsdiät, das Beschwerdebild zu allergischen sowie gastrointestinalen Beschwerden mittels Fragebögen erhoben. Nach 3 Monaten Eliminationsdiät wurde eine wesentliche Verbesserung von Verdauungsstörungen festgestellt. Es wurde weiterhin eine Verbesserung der allergischen Symptomatik beobachtet und der Gesamt-IgG-Titer nahm ab. Zusätzlich reduzierte sich der Körperfettanteil wesentlich, wobei es jedoch zu keinen Gewichtsveränderungen kam. Auch die Flexibilität der Sportler nahm durch die Eliminationsdiät zu und es kam zu einem geringeren Pulsanstieg nach kardiopulmonaler Belastung. Diese Daten belegen, dass Gesundheit und sportliche Leistungen bei Spitzensportlern in vielerlei Hinsicht von Nahrungsmittelintoleranzen abhängen.
↗︎ Kostic-Vucicevic M, Marinkovic D, Dikic N, Stojmenovic T, Andjelkovic M, Nikolic I, Vukasinovic-Vesic M, Malic T. 2016. Is there connection between food intolerance and sports performance in elite athletes? Br. J. Sports Med., 50: A20.1-A20.

Lesen Sie dazu auch unsere Falldokumentation

 

Phytotherapeutika in der Krebstherapie: Teil 2 – Curcumin

↗︎ Kurkuma ist eine wichtige Heilpflanze mit antioxidativen, entzündungshemmenden, antitumoralen, antiarthritischen, antiatherosklerotischen, antidepressiven, antidiabetischen, antimikrobiellen, Wundheilungs- und gedächtnisverstärkenden Wirkungen. ↗︎ In der traditionellen indischen Medizin wurde dieses Gewürz auch zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie gynäkologische Probleme, Magenbeschwerden, Lebererkrankungen, Infektionskrankheiten, Blutkrankheiten, Akne, Psoriasis, Dermatitis, Hautausschlag und andere chronische Erkrankungen verwendet. Curcumin wirkt chemopräventiv, chemosensibilisierend und radiosensibilisierend, und ist daher ein wichtiger Wirkstoff in der adjuvanten Krebstherapie (↗︎ Link 1 und ↗︎ Link 2).

Als Polyphenol mit „multi-tasking“-Eigenschaften wirkt Curcumin auf zahlreiche Moleküle (z. B. Transkriptionsfaktoren, Entzündungsmediatoren) und deren Signalwege ein, die mit verschiedenen chronischen Krankheiten in Verbindung stehen. In vielen neueren Studien wurde Curcumin als starker ↗︎ epigenetischer Regulator bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen, Entzündungen, Diabetes und manchen Krebsarten beschrieben. Die antiinflammatorische Wirkung ergibt sich durch die Hemmung verschiedener Zytokine wie TNF-α, IL-1, IL-6, IL-8, IL-12, sowie entzündungsfördernder Enzyme und Transkriptionsfaktoren. Curcumin wirkt zudem synergistisch mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen wie ↗︎ Resveratrol, Piperin, Catechine, Quercetin und Genistein.

Bisher wurde in etwa 100 klinischen Studien zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Curcumin bei der Prävention und Behandlung verschiedener Erkrankungen durchgeführt. ↗︎ Hier finden Sie eine Übersicht aller abgeschlossenen und laufenden klinischen Studien zum Einsatz von Curcumin bei Krebs

Darmkrebs

Durch 30-tägige tägliche Einnahme von 4 g Curcumin kam es zu einer wesentlichen Reduktion von ↗︎ anormalen Kryptenherden.
Prostaglandin E2 (PGE2) ist ein wesentliches Prostaglandin, welches in das Entzündungsgeschehen involviert ist. Es erhöht die Gefäßpermeabilität (Gewebeschwellung), ist an der Entstehung der Rötung beteiligt und verstärkt den Schmerz. Eine tägliche Dosis von 3,6 g Curcumin führte, 1 Stunde nach Einnahme, zu einer 60 %-igen Reduktion des induzierbaren PGE2. ↗︎ Unerwünschte Reaktionen traten dabei nicht auf.
Auch bei fortgeschrittenem Darmkrebs wurde die PGE2-Freisetzung durch einen Curcuma-Extrakt ↗︎ wesentlich und in einer dosisabhängigen Weise reduziert.
Durch die Einnahme von Curcumin wurde die ↗︎ allgemeine Lebensqualität von Patienten mit Darmkrebs verbessert, indem bestimmte Signalwege aktiviert wurden, die zur Apoptose und zum Zelltod führten.

Hautkrebs

Topische Anwendung führte zu ↗︎ symptomatischer Verbesserung, Abnahme der Größe der Läsion, Reduktion von Schmerzen bei 70 % der 62 Patienten.

Gebärmutterhalskrebs

Curcumin hat ↗︎ präventive Eigenschaften gegenüber Gebärmutterhalskrebs in einer Dosis von 500 – 12.000 mg/Tag. Diese Dosierung war sicher und wurde gut vertragen.

Kopf-Hals-Tumoren

Curcumin ↗︎ verringerte proinflammatorische Zytokine wie z. B. IL-6, IL-8 und TNF-α im Speichel von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren.

Anderweitige Krebsarten

Curcumin zeigte im klinischen Bereich auch Potenzial gegen verschiedene andere Krebsarten. Eine Curcumin-haltige Formulierung mit verbesserter Bioverfügbarkeit wurde an Patienten mit verschiedenen soliden Tumoren (Brust, Leber, Magen, Lymphom, Prostata, Blase, Eileiter, Hoden) verabreicht. ↗︎ Durch die Supplementierung wurden systemische Entzündungsreaktionen unterdrückt und die Lebensqualität dieser Patienten signifikant verbessert. Auch bei metastasierten Gehirntumoren bei Kindern die mit Chemotheraqpie behandelt wurden, kam es durch die zusätzliche Einnahme von Curcumin zu einem ↗︎ besseren klinischen Ansprechen auf die Therapie. Curcumin ↗︎ verbesserte auch die Histologie prämaligner Läsionen bei verschiedenen Krebsarten (Blase, Magen, Darm, Gebärmutter).
Zur ↗︎ Verringerung der Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie bei verschiedenen Krebsarten (Magen, Darm, Leber, Niere und Lunge) kann Curcumin erfolgreich eingesetzt werden.
Auch bei Patienten mit ↗︎ chronisch myeloischer Leukämie wurde durch die Verabreichung von Curcumin in der Adjuvanz die Prognose verbessert.

Pflanzenschutz, Glyphosat und andere Pestizide

Forschern der niederländischen Universität Wageningen kritisieren, dass die EU kein Konzept hat, um die Risiken von Rückständen aus Pflanzenschutzmitteln bzw. deren Mischungen im Boden zu minimieren. Untersuchungen der holländischen Wissenschaftler zeigten, dass landwirtschaftliche Böden in der EU meist verschiedene Mischungen von Pflanzenschutzmitteln enthalten. In elf EU-Ländern wurden 317 Bodenproben auf jeweils 76 Rückstände von Pflanzenschutzmitteln getestet. Von den Bodenproben enthielten mehr als 80 Prozent Rückstände. In 58 Prozent der Böden wurde mehr als ein Rückstand gefunden. Es wurden 166 verschiedene Kombinationen von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Der bekannte Wirkstoff Glyphosat kam in den Cocktails am häufigsten vor, weiter das Insektizid DDT und seine Metaboliten sowie die Breitbandfungizide Boscalid, Epoxiconazol und Tebuconazol.

↗︎ Anfang November wurde die Studie über Pestizidrückstände in europäischen landwirtschaftlichen Böden veröffentlicht.

Zwar übertrafen die Messwerte nur vereinzelt die jeweiligen Grenzwerte. Es ist jedoch völlig unbekannt, wie die giftigen Mischungen aus Pflanzenschutzrückständen auf die Bodenorganismen wirken, und letztendlich auch auf unsere Gesundheit.

↗︎ In Deutschland soll der Einsatz von Glyphosat langfristig verboten werden. Das Umweltministerium plant nun strengere Regeln auf Bundesebene, Landwirte sollen etwa einen Teil ihrer Flächen pestizidfrei halten müssen, 10 % ihres Bodens sollen als Brache oder Blühfläche freigehalten werden. In der Nähe ökologisch sensibler Gebiete soll Glyphosat nicht mehr verwendet werden und ein ↗︎ generelles Verbot für den Einsatz von Glyphosat ist ab 2023 geplant.
Die Bayer-AG, die vor kurzem den Agrarriesen Monsanto übernommen hat, behauptete in der Vergangenheit wiederholt, dass rund 800 wissenschaftliche Studien beweisen, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs. Nun wurde von einer Recherche der Tageszeitung taz gezeigt: ↗︎ Diese Zahl hat der Konzern frei erfunden!
Es liegen nur etwa 50 Studien vor, die sich überhaupt dem Thema Glyphosat und Krebs widmen. Und in einigen davon können ExpertInnen durchaus Hinweise auf ein Krebsrisiko erkennen.

 

Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs

Wenn es nach der Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Bundestagsfraktion ginge, wird der Berufsstand der Heilpraktiker abgeschafft. Dies verlangen sie in einem kürzlich erschienenen Positionspapier. Diese Nachricht wurde vor wenigen Tagen auf ↗︎ DocCheck und ↗︎ MedWatch veröffentlicht.

„Es ist aus unserer Sicht entscheidend, dass ausschließlich wissenschaftlich-fundiert ausgebildete Ärzte staatlich gelabelt ‚Heilkunde‘ betreiben dürfen.“ Wollte man den „Heilpraktiker“ in seiner jetzigen Form beibehalten, so heißt es in dem Papier, wäre es allenfalls möglich, Risikominimierung zu betreiben. „Denkbar wäre, den Handlungsspielraum für Heilpraktiker gesetzlich so weit einzuschränken, dass beispielsweise invasive Behandlungen nicht mehr möglich wären.“ Allerdings würde dies die Gefahr von Diagnose- und Befunderhebungsfehlern nicht verringern.

Zwar sei es im Sinne der Privatautonomie jedem selbst überlassen, welche Dienstleistungen er kostenpflichtig in Anspruch nehmen möchte, heißt es dort: Unter der Voraussetzung einer hinreichenden Informationsversorgung seien mündige Patienten in der Lage, über ihre eigene Gesundheit zu disponieren – daher sei es zu respektieren, wenn Menschen Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen möchten, deren Wirksamkeit wissenschaftlich unbelegt oder deren Unwirksamkeit sogar belegt ist. „Für uns ist jedoch ebenso klar, dass sich der Staat nicht zum Gehilfen für Verbrauchertäuschungen machen darf“, erklärt die Arbeitsgruppe.

„Daher sind wir der Auffassung, dass es im Sinne der Patientensicherheit letztendlich geboten ist, die Erlaubnis zur Bezeichnung als ‚Heilpraktiker‘ mittelfristig auslaufen zu lassen“, erklären die FDP-Gesundheitspolitiker. Die FDP-Gesundheitspolitikerin Katrin Helling-Plahr meine: „Die Krux ist, dass der Anschein erweckt wird, Heilpraktiker seien heilkundig – in Wahrheit sind sie nur darauf getestet, dass sie nicht gefährlich sind“. Die Fachanwältin für Medizinrecht hat die Stellungnahme mit vorangetrieben. Ihrer Ansicht nach ist nicht ausreichend sichergestellt, dass die von Heilpraktikern vorgenommenen Behandlungen tatsächlich „Heilung“ ermöglichen.

Wie kann man nur von einer „Täuschung“ sprechen oder von einem vermeintlichen „Anschein“, Heilpraktiker seien heilkundig? Wäre der Beruf nicht schon seit vielen Jahren von alleine „ausgestorben“ wenn dem so wäre? Oder meint man die zig-tausendfachen Erfolge seit Jahrzehnten seien alles nur „Täuschungen“? Und wieso werden Heilpraktiker-Kosten von Krankenkassen und Versicherungen übernommen? Und warum lassen viele gesundheitsbewusste Menschen sich präventiv, adjuvant oder exklusiv naturheilkundlich behandeln, sind auch gewillt, die Kosten dafür selbst zu tragen?

 

IgG-Eliminationsdiät, Migräne und Stimmungsschwankungen

Hier wird der Fall einer Patientin mit Migräne (4 – 6 Anfälle pro Woche), Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme berichtet. Der Patientin wurde eine IgG-basierte Eliminations- und Rotationsdiät verordnet, in Kombination mit Mikronährstoffen (vor allem Aminosäuren). Nach nur 30 Tagen besserte sich die Migräne-Symptomatik, die Patientin konnte die Triptane weitgehend reduzieren. Nach Ansicht der Autoren hat die kombinierte Wirkung von IgG-Nahrungsmittelallergien, Entzündungen und daraus resultierender erhöhter Darmpermeabilität zu einer Reduktion der Aminosäuren beigetragen. Daraus ergab sich eine Abnahme wichtiger Neurotransmitter, die nach Ansicht der Autoren zu Depression und Migräne beigetragen haben.
↗︎ Nelson-Dooley, Kaplan S, Bralley JA. 2009. Migraines and mood disorders: nutritional and dietary intervention based on laboratory testing. Altern. Ther. Health Med., 15: 56–60.

Hormonverändernde Pestizide im Körper jeder zweiten Person nachgewiesen

Experten gehen davon aus, dass von den etwa 85.000 bekannten synthetischen Chemikalien etwa 1.000 sogenannte endokrine Disruptoren sein könnten. Es handelt sich dabei um Stoffe, die schon in geringsten Mengen tiefgreifende Veränderung des menschlichen Hormonsystems bewirken und z. B. an der Entstehung von Brust- und Protatakrebs, Unfruchtbarkeit, Diabetes mellitus, kardiovaskulären Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen sowie neurologischen, neurodegenerativen und psychischen Erkrankungen beim Menschen beteiligt sind.

Im Sommer 2018 wurde eine Studie in sechs EU-Mitgliedsländern durchgeführt, bei der verschiedene Pestizide mit endokriner Wirkung in den Haar-Proben von 148 Freiwilligen getestet wurden. Im Haar von 60 % der Probanden wurden endokrin wirkende Pestizide nachgewiesen!

Endokrine Disruptoren sind Bestandteile von vielen synthetisch hergestellten Produkten. Materialien aus Plastik (z. B. Kinderspielzeug, Plastikflaschen, Plastikboxen oder Kosmetikflaschen), Auskleidungen von Tetrapaks und Dosen, Elektronikartikel, Baustoffe, Kosmetikprodukte, Textilien sowie in der Industrie verwendete Löse- und Schmiermittel sind besonders belastet. Endokrine Disruptoren sind aber auch in zahlreichen, auch in der EU zugelassenen, Pestiziden vorhanden. Durch das landwirtschaftliche Ausbringen dieser Pestizide auf Felder werden sie in Boden und Gewässern angereichert, gelangen in die Nahrungskette.

Sven Giegold, der Sprecher der deutschen Grünen im Europäischen Parlament und Mit-Organisator des Haartestes beschreibt die Ergebnisse:
„Die Ergebnisse sind alarmierend. In 60 Prozent der Proben wurden eindeutige Rückstände von hormonverändernden Pestiziden gefunden. Jede zweite Testperson hat substantielle Mengen endokrine Disruptoren im Körper. Die Ergebnisse müssen ein Weckruf sein, das Zulassungsverfahren für Pestizide zu verschärfen. Alle Studien müssen öffentlich werden, auch wenn die Ergebnisse des Agrarchemieherstellern nicht passen. Hormonverändernde Substanzen müssen überall aus der Landwirtschaft verschwinden.

Es ist erschreckend, dass wir nicht mehr selbst nicht in der Hand haben, was in unseren Köper gelangt. Es scheint als kann niemand mehr den Ackergiften entkommen. Unser Test zeigt, dass es keine Rolle spielt, wie nah eine Person an landwirtschaftlichen Flächen wohnt: Menschen aus Stadt und Land sind gleichermaßen betroffen. Die Pestizide werden vermutlich über die Nahrung und das Trinkwasser aufgenommen oder im heimischen Garten eingesetzt. Ein weiteres Ergebnis: Das Alter spielt kaum eine Rolle, vom Kleinkind bis zum 70-Jährigen sind alle betroffenen. Das ist gerade angesichts der nachgewiesenen Auswirkungen auf Entwicklungsprozesse bei Kindern äußerst bedenklich. In Deutschland sieht die Situation nur leicht besser aus: Von den 34 Proben aus Deutschland waren in knapp der Hälfte hormonverändernde Pestizide nachweisbar. Auch in Deutschland sind Stadt und Land und alle Altersgruppen betroffen.

Mit am häufigsten haben wir das Pestizid Chlorpyrifos in den Proben gefunden. Die Zulassung von Chlorpyrifos wurde erst kürzlich von den EU-Landwirtschaftsministern für ein Jahr verlängert, trotz der starken Anzeichen für eine Beeinträchung der Gehirnentwicklung von Kindern. Gemäß der EU-Pestizidverordnung dürften solche hormonverändernden Pestizide in der EU gar nicht mehr zugelassen werden. Die Hersteller nutzen aber eine Reihe von Ausnahmen, um dieses Verbot zu umgehen. Denn wenn nur wenige Menschen diesen Stoffen ausgesetzt sein werden, dürfen sie trotzdem auf den europäischen Markt. Unsere Pilot-Studie zeigt jetzt: Die Belastung der Bevölkerung ist in keiner Weise zu vernachlässigen, wie die Ausnahmeregelung vorschreibt. Jede und jeder zweite ist in unserer Studie hormonverändernden Pestiziden ausgesetzt.

Wir fordern, dass hormonveränderende Stoffe ohne Ausnahmen sofort vom Markt genommen werden. Der Schutz der Bevölkerung muss über kurzfristigen Industrieinteressen stehen. Die Abstimmung des Abschlussberichts des PEST-Sonderausschusses im Europaparlament ist die nächste Chance, eine Reform der Zulassungsverfahren im Interesse der Verbraucher durchzusetzen. Missliebige Untersuchungsergebnisse müssen generell veröffentlicht werden. Die Geheimhaltung wissenschaftlicher Ergebnisse durch die Chmiekonzerne muss aufhören.”

Meldung und Link zur Verbreitung der Nachricht über soziale Netzwerke

Alle Ergebnisse des Haartestes

Veränderung der IgG-Titer nach Eliminationsdiät

Eine 3-monatige IgG-Eliminationsdiät führt zu Änderungen der Serum-Immunglobulin-G (IgG)-Antikörpertiter und verbesserter Lebensqualität bei übergewichtigen/ adipösen Erwachsenen. Bei allen 30 Teilnehmern dieser Studie wurden Lebensmittel-IgG-Tests durchgeführt. Die Interventionsgruppe (20 Teilnehmer) wurde angewiesen, bis zu zehn Nahrungsmittel zu eliminieren, für die sie hohe IgG-Titer aufwies. Gesundheitsberater unterstützten die Essensplanung und Einhaltung der Eliminationsdiät. Im Gegensatz dazu, erhielt eine Kontrollgruppe (10 Teilnehmer) keine IgG-Testergebnisse oder Gesundheitsberatung. Primäres Ergebnis waren Serum-IgG-Titer für die 10 während der Studie eliminierten Lebensmittel, verglichen mit den Ausgangskonzentrationen.

Die IgG-Antikörperkonzentrationen nahmen bei 83 % der Nahrungsmittel in der Behandlungsgruppe und bei 60 % der Nahrungsmittel in der Kontrollgruppe ab, dies stellte jedoch keinen signifikanten Unterschied dar. Sekundärer Endpunkt der Studie war die gesundheitsbezogene Lebensqualität, welche durch Fragebögen erhoben wurden (PROMIS-29 und Measure Yourself). Die Interventionsgruppe berichtete, im Vergleich zur Kontrollgruppe, über eine Verbesserung des Schlafes während der Studie.

Leider wurden in dieser Studie nur die am höchsten reaktiven 10 Lebensmittel berücksichtigt. Dies ist, unserer Ansicht nach, der wesentliche Schwachpunkt der Studie. Um bessere Ergebnisse bezüglich Lebensqualität, Reduktion der IgG-Titer und evtl. auch Gewichtsreduktion festzustellen, wäre es notwendig gewesen, alle reaktiven Lebensmittel aus dem Ernährungsplan auszulassen. Nach Ansicht der Autoren der Studie sind zukünftig größere klinische Studien erforderlich, um den Grad der Verallgemeinerung dieser Ergebnisse zu erheben.

Quelle:
Neuendorf R, Corn J, Hanes D, Bradley R. 2018. Impact of Food Immunoglobulin G-Based Elimination Diet on Subsequent Food Immunoglobulin G and Quality of Life in Overweight/Obese Adults. J. Altern. Complement. Med., acm.2018.0310.

Ist Gluten Mitverursacher der Schizophrenie?

Bei der Pathogenese der Schizophrenie misst man einer schleichenden, niedrig-gradigen Entzündung eine zunehmende Rolle bei. Deren Quelle können pathologische Prozesse im Gastrointestinaltrakt sein, die mit einem undichten Darm, sowie IgA- und IgG-abhängigen Nahrungsmittelreaktionen in Zusammenhang stehen. Bei der diesjährigen 26. Europäischen Konferenz für Psychiatrie wurde nachfolgende Studie mit schizophrenen Patienten vorgestellt:
Labormarker für intestinale Permeabilität, Entzündung und Glutensensitivität wurden bei einer Gruppe von 102 schizophrener Patienten (SCHI) und 60 gesunden Kontroll-Patienten (C) untersucht. Neben einem Ernährungstest für alle Teilnehmer und dem PANSS-Frageboden für SCHI (Positive and Negative Syndrome Scale, zur Messung der Ausprägung der Symptomatik) wurden verschiedene Labortests durchgeführt, darunter: Entzündungsmarker (hsCRP, IL6); Marker der intestinalen Permeabilität (sCD14, ASCA); Marker der Glutensensitivität (Anti-Gliadin-Antikörper AGA IgA und AGA IgG); Marker der Zöliakie (Transglutaminase-IgA-Ak und IgG-Antikörper gegen deamidiertes Gliadin). Die Ergebnisse zeigten folgende signifikante Unterschiede zwischen den Schizophrenie-Patienten und den gesunden Kontrollen:

Parameter

Prozentuale Verteilung unter den Schizophrenie-Patienten

Prozentuale Verteilung unter den gesunden Probanden

Verdacht auf Zöliakie

8,33 %

1,7 %

Glutensensitivität (AGA-IgG)

25,5 %

10 %

Glutensensitivität (AGA-IgA)

19,6 %

6,7 %

Die globalen Studienergebnisse weisen auf die Rolle entzündlicher Prozesse im Zusammenhang mit Gluten-Empfindlichkeit in der Ätiopathogenese der Schizophrenie. Daher ist es sinnvoll, diätetische Interventionen auf der Grundlage von Laborergebnissen in die Therapie von schizophrenen Patienten einzubeziehen.

In einer ↑ weiteren Studie wurden verschiedene Publikationen zu diesem Thema analysiert, mit der globalen Fragestellung nach dem Zusammenhang zwischen Gluten und Schizophrenie. Mehrere Studien erbrachten Beweise dafür, dass die Schizophrenie-Symptomatik reduziert wurde, sobald Gluten aus der Ernährung der Patienten ausgeschlossen wurde. Immunologische Untersuchungen zeigten, dass die meisten schizophrenen Patienten mit erhöhten Anti-Gliadin-Antikörpern keine Zöliakie aufwiesen; dennoch kann das Vorhandensein von erhöhten Antikörpern gegen Gliadin der gemeinsame Nenner der bei beiden Erkrankungen gefundenen immunologischen Anomalien sein. Die Autoren schlagen größere Studien vor, um das Vorhandensein dieser vermuteten Korrelation zwischen Schizophrenie und Zöliakie zu bestätigen. Dabei sollten auch die zugrunde liegenden Mechanismen zwischen den beiden Krankheiten untersucht werden.

IgG-Eliminationsdiät und ADHS bei Kindern

Kleine ADHS-Patienten im Alter von 4 – 8 Jahren, wurden auf 2 Gruppen (mit jeweils 50 Kindern) aufgeteilt. Die Kinder der Gruppe 1 erhielten über einen Zeitraum von 5 Wochen eine IgG-basierte Eliminationsdiät, die auf ihren individuellen Testergebnissen basierte. Die 50 Kinder der 2. Gruppe (Kontrollgruppe) wurden mit einer „gesunden Ernährung“ versorgt. Wenn nach 5 Wochen bei einem Kind durch die Ernährungsumstellung (IgG-basiert) eine 40 %-ige Verbesserung festgestellt wurde, sind dem Ernährungsplan entweder hoch- oder niedrig reaktive Lebensmittel zugesetzt worden. Über Fragebögen wurde dann das Verhalten der Kinder zu Beginn der Eliminationsdiät, nach 5 Wochen und nach Einführung der reaktiven Lebensmittel erhoben und verglichen.

In der INCA-Studie hatte die eingeschränkte Eliminationsdiät bei 32 (64 %) von 50 Kindern eine signifikante positive Wirkung auf die ADHS-Symptome. Außer der ADHS-Symptomatik nahmen auch Trotzverhalten und Autoritätsabwehr ab. Die Gesamt-IgE-Spiegel waren nur bei einigen Kindern erhöht, sowohl bei Kindern, die auf die Diät ansprachen, wie auch bei Kindern, die nicht ansprachen. Dies deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Mechanismus der Nahrungsmittelsensitivität bei ADHS nicht allergisch ist. In der zweiten Phase der Studie wurden einige der vorher eliminierten Nahrungsmittel zur Ernährung der Kinder, die auf die Diät ansprachen, hinzugefügt. Die Wiedereinführung von Nahrungsmitteln führte zu einem signifikanten Verhaltensrückfall bei Patienten die vorher auf die IgG-Diät ansprachen. Obwohl die Wiedereinführung reaktiver Lebensmittel nur 6 verschiedene, jeweils individuell ausgewählte Lebensmitteln betraf, gab es bei 63 % der Kinder einen erheblichen Rückfall im Verhalten. Dies war unabhängig davon, ob es sich bei der Wiedereinführung reaktiver Lebensmittel um stark reaktive oder kaum reaktive Nahrungsmittel handelte.
Die Ergebnisse sind ein Beleg für die klinisch relevanten positiven Effekte einer Eliminationsdiät auf ADHS und oppositionellem Verhalten wie Trotzverhalten und Autoritätsabwehr. Die Autoren sind der Ansicht, dass eine derartige diätetische Intervention bei allen Kindern mit ADHS in Betracht gezogen werden sollte.

Phytotherapeutika in der Krebstherapie: Teil 1 – Resveratrol

In tausenden von Studien wurden bereits die antikanzerogene Aktivität von pflanzlichen Inhaltsstoffen dokumentiertet. Die Meinungen über den klinischen Einsatz sind jedoch kontrovers, was vor allem daran liegt, dass es bisher nur wenige Studien zur tatsächlichen klinischen Anwendbarkeit von pflanzlichen Inhaltsstoffen bei der Krebsbehandlung gibt.

Polyphenole spielen für Pflanzen eine zentrale Rolle. Aufgrund ihrer antimikrobiellen und antioxidativen Aktivitäten schützen diese Inhaltsstoffe die Pflanzen vor Konkurrenten, Pflanzenfressern, Krankheitserregern, UV-Strahlung und anderen Stressfaktoren. Resveratrol ist eines der bekanntesten Polyphenole, als Inhaltsstoff von roten Trauben, aber auch als beliebtes Nahrungsergänzungsmittel. Klinische Studien zum Einsatz von Resveratrol bei Krebserkrankungen wurden hauptsächlich bei kolorektalen Karzinomen durchgeführt – sie belegen eine gewisse Wirksamkeit:

  1. Patienten mit kolorektalem Krebs und Lebermetastasen, die einer Hepatektomie unterzogen werden sollten, erhielten über 14 Tage eine Resveratrol-Dosis (mikronisiertes Resveratrol) von 5 g/Tag. Danach wurde in dem metastasierten Lebergewebe ein signifikanter Anstieg (ca. 40 %) eines Apoptose-Markers festgestellt, Hinweis auf einen vermehrt stattfindenden Zelltod im kranken Gewebe. L. M. Howells et al. ↑ Phase I randomised double-blind pilot study of micronized resveratrol (SRT501) in patients with hepatic metastases – safety, pharmacokinetics and pharmacodynamics. Cancer Prev Res. 2011 4(9): 1419–1425.
  2. Zwanzig Patienten mit kolorektalem Karzinom wurden präoperativ acht tägliche Resveratrol-Dosen von 0,5 oder 1,0 g verabreicht. Dadurch nahm die Proliferation der Tumorzellen um 5 % ab. Die Ergebnisse legen nahe, dass tägliche Resveratrol-Dosen von 0,5 oder 1,0 g ausreichen, um antikanzerogene Wirkungen auszulösen. Patel KR et al. ↑ Clinical pharmacology of resveratrol and its metabolites in colorectal cancer patients. Cancer Res. 2010 Oct 1;70(19):7392-9.
  3. Bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko führte trans-Resveratrol (10 mg oder 100 mg pro Tag, über einen Zeitraum von 12 Wochen) zu einer verstärkten Expression von Tumorsupressorgenen, die unkontrollierte Zellteilungen und somit das Tumorwachstum verhindern. Zhu, W. et al., 2012. ↑ Trans‐resveratrol alters mammary promoter hypermethylation in women at increased risk for breast cancer.  Nutrition and Cancer, 64(3), 393–400.

Hier finden Sie eine Übersicht aller abgeschlossenen und aktiven Studien zum Einsatz von Resveratrol bei Krebs.

IgG-Eliminationsdiät bei Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wobei es zu einem kontinuierlichen entzündlichen Befall der Darmschleimhaut des Dickdarms bzw. des Colons kommt. Typisches Anzeichen ist Durchfall mit Blut- und Schleimbeimengungen, kombiniert mit Schmerzen im Oberbauch. Die Ursache ist bislang unbekannt, man geht von einer Kombination aus genetischer Veranlagung mit verschiedenen Risikofaktoren (Ernährung, Stress) aus. Obwohl der Verlauf schubförmig ist, benötigen die meisten Patienten doch eine kontinuierliche Medikation.

In einer prospektiven Studie wurde nun untersucht, wie sich eine sechsmonatige IgG-basierte Eliminationsdiät auf die Lebensqualität und Symptomatik von Patienten mit Colitis ulcerosa auswirkt.

An der Studie nahmen 97 Patienten mit Colitis ulcerosa teil, die nach dem Zufallsprinzip in eine IgG-Diätgruppe (49 Patienten) und eine Kontrollgruppe (48 Patienten) aufgeteilt wurde. Für die Interventionsgruppe wurden individuelle Diätpläne erstellt, basierend auf den jeweiligen IgG-Titern. Die Kontrollgruppe ernährte sich weiter wie bisher, wobei auf eine gesunde Ernährung geachtet wurde. Im Verlauf der sechs Monate wurde die Krankheitsaktivität erhoben, sowie auch extraintestinale Manifestationen, Ernährungszustand und Angaben zur Lebensqualität. Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper wurden bei 70 % der Teilnehmer nachgewiesen. Zu Studienbeginn bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Nach den sechs Monaten bestanden jedoch erhebliche Unterschiede. So war der Mayo-Score (der sich berechnet aus der Bewertung von Stuhlfrequenz, rektaler Blutung, endoskopischer Bewertung der Darmschleimhaut und ärztlicher Einschätzung des Krankheitsverlaufes) in der Diätgruppe signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe (2,41 ± 0,89 gegenüber 3,52 ± 1,15, P <0,05). Die Anzahl der Patienten mit extraintestinalen Manifestationen nahm in der Interventionsgruppe von 7 auf 2 und in der Kontrollgruppe von 6 auf 5 ab. Die Interventionsgruppe hatte einen höheren mittleren Body Mass-Index und Albumin als die Kontrollgruppe (23,88 ± 3,31 gegenüber 21,50 ± 6,24 kg/m2, P <0,05; 48,05 ± 6,39 gegenüber 45,72 ± 5,48 g/L, P <0,05), während Präalbumin und Transferrin zwischen den Gruppen nicht signifikant unterschiedlich war. Die Lebensqualität verbesserte sich nach dem Ausschluss von IgG-reaktiven Nahrungsmitteln (P <0,05). Auch hier wurde gezeigt dass eine IgG-basierte Ausschlussdiät die Symptomatik einer Colitis ulcerosa verbessert und einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen hat. Die Autoren empfehlen weitere eingehendere Studien mit größeren Patientenzahlen.

Jian L, Anqi H, Gang L, Litian W, Yanyan X, Mengdi W, Tong L. ↑ Food Exclusion Based on IgG Antibodies Alleviates Symptoms in Ulcerative Colitis. Inflamm Bowel Dis. 2018 May 16. pii: 4996921. doi: 10.1093/ibd/izy110. SCImago Journal Rank Indicator: 2,846

Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper bei Kindern mit Neurodermitis

Auch bei Kindern mit Neurodermitis wurde ein ↑ Zusammenhang mit erhöhten lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern nachgewiesen. In einer Studie wurden 216 Kinder mit atopischer Dermatitis untersucht, im Vergleich zu 80 gesunden Kindern. Die Ergebnisse zeigten, dass die kranken Kinder wesentlich höhere IgG-Titer im Serum aufwiesen im Vergleich zu den gesunden Kindern. Vor allem Milch und Eier verursachten die IgG-bedingten Allergien, gefolgt von Tomaten und Soja. Die Autoren dieser Studie empfehlen den diagnostischen und therapeutischen Nachweis von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern bei Kindern mit atopischer Dermatitis. Zahlreiche unserer Fallberichte (wir berichteten darüber auch in unseren Webinaren) belegen den Erfolg einer IgG-Eliminationsdiät bei dieser Erkrankung. Nun hoffen wir auf Ergebnisse klinischer Studien, die mit einer größeren Patientenzahl die Wirksamkeit und Sicherheit dieser ernährungstherapeutischen Methode nachweist.

Lebensmittelspezifische IgG-Antikörper und Autoimmunerkrankungen

Immunreaktionen gegen körpereigene Strukturen ist das Kennzeichen aller Autoimmunerkrankungen. Nach Angaben der Deutschen Autoimmun-Stiftung sind die Krankheitsfälle in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren auf heute vier Millionen Menschen gestiegen. Etwa 80 – 100 Autoimmunerkrankungen (AI) sind bisher bekannt, zu den häufigsten gehören Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn, entzündliches Rheuma, Psoriasis und Sklerodermie. Obwohl es eine gewisse genetische Prädisposition für diese Krankheiten gibt, kann sie doch nicht den epidemischen Anstieg der häufigsten Autoimmunerkrankungen in den vergangenen 30 Jahren erklären. Als kausale Faktoren werden daher zunehmend verschiedene Umweltfaktoren diskutiert wie z. B. die Ernährung, Nahrungsmittelzusätze, Pestizide, Antibiotika, Konservierungsstoffe, Bisphenole und der Mangel an Vitaminen bzw. Mineralstoffen in der Nahrung.
Um die Wirkung verschiedener Nahrungsmittel auf Patienten mit Autoimmunerkrankungen zu untersuchen, wurden ↑ IgG-Tests (50 Nahrungsmittelantigene) bei 100 Patienten mit ganz unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen durchgeführt. Die gleichen Tests wurden auch bei 20 gesunden Probanden gemacht und anschließend wurden die Ergebnisse der kranken und gesunden Probanden miteinander verglichen. Dabei wurden sehr große Unterschiede festgestellt, die in der Tabelle zusammengefasst sind.

 

Tabelle

 

Die Analyse der Nahrungsmittelintoleranzen bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen zeigte deutlich, dass Lebensmittel wie Kuhmilch, Weizen, Gliadin, Hühnereiweiß oder Casein eine ernsthafte Immunaktivierung verursachten. Ein Vergleich der durchschnittlichen IgG-Titer auf Antigene, die in Casein, Kuhmilch, Ziegenmilch, Reis, Mandeln oder Hühnereiweiß enthalten sind, zeigte 2- bis 12-fach höhere Werte bei den erkrankten Patienten gegenüber den gesunden Probanden. Daher sollten derartige Lebensmittel bei AI-Patienten oder bei Menschen mit einem hohen AI-Risiko gemieden werden. Besser wäre es jedoch, bei jedem Patienten einen personalisierten Test durchzuführen, gefolgt von einer individuellen Ernährungsberatung und Eliminationsdiät. Zudem müsste es auch multizentrische klinische Studien geben, die ein breiteres Spektrum an Ergebnissen bei unterschiedlichen AI-Erkrankungen liefern könnten.

 

IgG-Antikörper gegen Hefe: Korrelation mit Übergewicht, Zonulin und Inflammationsmarkern

Die Bäckerhefe/Brauereihefe (Saccharomyces cerevisiae) wird nicht nur zur Herstellung von Brauereigetränken und Backwaren eingesetzt, sondern auch in der Tiermast, zur Verbesserung der Wachstumsleistung. Dieser einzellige Hefepilz zählt zu den am häufigsten nachgewiesenen Pilzen in menschlichen Stuhlproben und stammt sehr wahrscheinlich aus der Nahrung. Eine veränderte Verwertung der Nahrung, bedingt durch Antikörper gegen die Bäckerhefe/Brauereihefe („anti-Saccharomyces cerevisiae antibodies“ oder ASCA) könnte im menschlichen Organismus vorkommen. Bei sehr adipösen Menschen wurde eine Korrelation zwischen der Höhe der ASCA-Konzentration und dem BMI nachgewiesen, wobei der Grund der erhöhten ASCA-Werte nicht ursächlich erklärt werden konnte. In einer ↑ Studie aus Norwegen wurde nun erstmalig der Zusammenhang zwischen BMI, ASCA-IgG-Antikörpern, Ernährung, Inflammationsmarkern und Zonulin untersucht.

Ernährungsgewohnheiten, Komorbiditäten und klinische Daten von 142 stark übergewichtigen Probanden (Durchschnittlicher BMI: 42 kg/m2) wurden erhoben, wobei die Menge an konsumiertem Brot oder Bier in einen Annäherungswert für die aufgenommene Menge an Bäckerhefe/Brauereihefe umgerechnet wurde. Bei 31 der Probanden wurden ASCA-IgG-Antikörper nachgewiesen, und bei nur 4 bzw. 3 Probanden ließen sich entsprechende IgA- und IgM-Antikörper nachweisen. Bei den 31 Probanden waren Alter, Körperfettanteil und CRP-Werte wesentlich höher im Vergleich zu ASCA-IgG-negativen Probanden. Es wurden signifikante Korrelationen zwischen positiven ASCA-IgG-Antikörpern, Alter, Größe, Gewicht, Körperfettanteil und Serum-CRP-Werten festgestellt. Ein schwacher Zusammenhang ergab sich zwischen der Zonulin-Konzentration und dem ASCA-IgG-Antikörper-Titer. Es bestand jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen der Menge aufgenommener Bäckerhefe/Brauereihefe und dem Körperfettanteil oder dem ASCA-IgG-Antikörper-Titer. Die ↑ Autoren schlussfolgern daraus, dass ASCA-IgG-Antikörper mit einer allgemeinen inflammatorischen Reaktion einhergehen, die jedoch nicht der Menge an konsumierter Bäckerhefe/Brauereihefe entspricht.

Fragen aus unseren Webinaren: Wie steht der sIgA-Wert im Stuhl im Verhältnis zum Zonulin im Blut?

Die Darmbarriere ist eine der am stärksten beanspruchten Barrierestrukturen im Körper, mit immenser Bedeutung für die Erhaltung der Gesundheit. Die Epithelschicht, als „innerste Abwehrbarriere“ ist geschützt durch Schichten aus Schleim und Darmbakterien. Das einzellige Darmepithel absorbiert Nährstoffe und verhindert das Eindringen immunogener Moleküle in den Körper. Wird die Barriere durchbrochen, können Entzündungen, Autoimmunität oder sogar Krebs folgen. Eine gestörte Barriere ist daher eine ernste Angelegenheit und prioritäres therapeutisches Ziel für die Heilung (lesen Sie bitte auch ↑ Artikel 1 und ↑ Artikel 2).
Gemäß unserer Erfahrungswerte gibt es keine gesicherten Daten zum Zusammenhang zwischen dem sIgA-Wert im Stuhl im Verhältnis zum Zonulin im Blut. Aus unseren eigenen Untersuchungen haben wir jedoch Daten zu sIgA und dem langjährigen und nach wie vor relevanten alpha-1-Antitrypsin als LeakyGut-Marker.

Bei den 50 je am höchsten und den 50 jemals am niedrigsten gemessenen IgG-Werten (Pro Immun M-Tests) wurden die Ergebnisse mit den Laborwerten für sIgA und alpha-1-Antitrypsin verglichen. Ursprünglich gingen wir davon aus, dass ein erhöhter alpha-1-Antitrypsinwert mit einem stärker ausgeprägten Leaky Gut sowie erhöhten IgG-Werten des Pro Immun M-Tests korreliert. Es ergaben sich jedoch keinerlei Hinweise auf eine Korrelation. Es gab im Pro Immun M-Test sehr hohe IgG-Werte und völlig normale alpha-1-Antitrypsin-Werte, sowie auch den umgekehrten Fall niedriger IgG-Werte mit hohen alpha-1-Antitrypsin-Werten. Die gleiche Beobachtung wurde auch für sIgA gemacht. Daraus haben wir gelernt, dass es noch andere Mechanismen geben muss, wie z. B. Kreuzreaktionen, die zur nutritiv bedingten IgG-Bildung führen bei normalem Zonulin bzw. alpha-1-Antitrypsin. Aus unserer Sicht und langjähriger Erfahrung sollte bei jeglichen Anzeichen einer Inflammation (anamnestisch wie laborchemisch) der ProImmunM-Test durchgeführt werden.

Im vergangenen Jahr erschien eine Studie zur Stabilität der Zonulin-Werte im Blut im zeitlichen Verlauf, im Vergleich zu den IgG- bzw. IgA-Antikörpern gegen tight-junction-Proteine (Zonulin, Occludin, Vinculin, AQP4 und GFAP). Die Autoren stellten fest, dass es gerade bei hohen Zonulin-Werten zu erheblichen Schwankungen im zeitlichen Verlauf kommen kann (Blutentnahme bei 0, 6, 24 und 30 Stunden). Gleichzeitig blieben jedoch die IgG- bzw. IgA-Antikörper gegen Zonulin stets auf einem konstanten Niveau. Diese Ergebnisse zeigen, dass es zu erheblichen Schwankungen bei der Freisetzung von Zonulin kommen kann. Demnach kann man davon ausgehen, dass eine Korrelation mit dem sIgA-Wert im Stuhl ↑ eher unwahrscheinlich ist.

 

Cannabis bei Autoimmunerkrankungen und Krebs

Die Anwendung von Cannabis ist etabliert in der Schmerztherapie (u. a. bei Krebserkrankungen), sowie bei den Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Bereits seit den 1950er Jahren ist bekannt, dass Cannabis eine gewisse antitumorale Aktivität hat. Bis heute gibt es jedoch nur Hinweise aus Zellkulturstudien und Tierversuchen, dass einige Wirkstoffe aus der Hanfpflanze, wie das THC und das Cannabidiol, krebshemmend sein können. Bislang wurde nur eine klinische Studie an 9 Freiwilligen mit terminalem Glioblastom durchgeführt, die gegen eine Standardtherapie resistent waren und denen THC direkt in den Tumor gespritzt wurde. Bei einigen der Patienten ↑ kam es zur Hemmung bzw. Verlangsamung des Tumorzellwachstums. Diese Ergebnisse lassen hoffen, dass Cannabis zu einem wichtigen Baustein in der Krebstherapie werden kann. Weitere klinische Studien werden derzeit durchgeführt, ↑ es gibt aktuell noch keine publizierten Daten.

Welchen Einfluss haben Cannabinoide auf chronisch inflammatorische Erkrankungen bzw. Krebs?
Folgende Wirkungen wurden bisher in Tierversuchen bzw. Zellinien nachgewiesen. Diese könnten jedoch auch eine wirksame Tumorbekämpfung durch das Immunsystem verhindern, insofern besteht noch ein großer Bedarf an weiteren Studien.
• Induktion der Apoptose
• Hemmung der Proliferation von Immunzellen
• Hemmung der Zytokin-Bildung
• Induktion regulatorischer T-Zellen
• Verschiebung des Th1-/Th2-Gleichgewichts in Richtung des antiinflammatorischen Th2-Profils
• Hemmung des Wachstums von Tumorzellen
• Mögliche Hemmung der Gefäßneubildung (Tumorversordung wird unterbunden)
• Hemmung des Wachstums von Leukämiezellen
• Verlangsamte Metastasenbildung bei Brustkrebs

Diese Wirkungen können recht unterschiedlich sein, denn sie sind abhängig von dem jeweiligen Cannabinoid (es gibt ca. 100 unterschiedliche Cannabinoid-Substanzen), dem Zelltyp und der verabreichten Dosis. In optimaler Dosierung wird die Apoptose von Immunzellen eingeleitet, die inflammatorische Reaktion herunterreguliert und somit der Organismus vor den Folgen einer akuten bzw. chronischen Inflammation geschützt. Demnach sind Cannabinoide sinnvoll, wenn eine Immunsuppression notwendig ist. Nachdem diese Ergebnisse aber aus Tierversuchen und Zellkulturen stammen, steht die Validierung in klinischen Studien noch aus.
Zum Einsatz von Cannabinoiden bei Autoimmunerkrankungen ↑ gibt es bereits vielversprechende Ergebnisse:
• Multiple Sklerose
THC hemmte die Neurodegeneration in einem Tiermodell der Multiplen Sklerose und reduzierte hohe Glutamat-Konzentrationen in der Zerebrospinalflüssigkeit. Wenn Glutamat hier in hohen Konzentrationen vorkommt, werden neurodegenerative Prozesse begünstigt. Auch die motorischen Regionen im ZNS werden durch Cannabinoide herunterreguliert, im Tierversuch kam es zur Verbesserung der motorischen Symptomatik (Spastizität, Tremor und Ataxie).

• Rheumatoide Arthritis
Ein erhöhter Abbau des Knorpels ist wesentliches Merkmal der Ostoarthritis und der Rheumatoiden Arthritis. Induziert wird der Abbau durch inflammatorische Zytokine, vor allem IL-1 und TNF, die von den Chondrozyten der Gelenke sowie den synovialen Zellen sezerniert werden. In Vitro Studien haben gezeigt, dass Cannabinoide den IL-1 induzierten Abbau von Kollagen und Proteoglykan hemmen, und somit die extrazelluläre Matrix des Knorpels erhalten. Zusätzlich hemmen sie die Produktion von Enzymen (Metalloproteinasen), die am Abbau des Knorpels beteiligt sind.

• Typ 1 Diabetes
Bei dieser Erkrankung werden die pankreatischen B-Zellen zerstört, bei der anfänglichen Insulitis kommt es zur entzündlichen Infiltration von Zellen des Immunsystems in die Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse. Im Tierversuch hat Cannabidiol die Insulitis gehemmt bzw. verzögert. Cannabidiol wirkt aber auch bereits bei der manifesten Erkrankung und reduzierte die Diabetes-Inzidenz um 50 % bei prädisponierten Mäusen. Sofern Cannabidiol die Verlagerung einer Th1-Antwort in Richtung einer Th2-Antwort verursacht, könnte es in der Prävention bei Hochrisiko-Patienten eingesetzt werden. Sobald die protektive Th2-Antwort etabliert ist, wäre die Einnahme von Cannabidiol nicht mehr notwendig.

• Entzündliche Darmerkrankungen
Cannabis wird eingesetzt zur Heilung von entzündlichen Darmerkrankungen. Die daran beteiligten Mechanismen sind noch unklar, beinhalten aber wahrscheinlich sowohl die CB1- und CB2-Rezeptoren, wie auch zentrale Wirkungen. Es wird angenommen, dass Cannabinoide zur epithelialen Wundheilung in Darm beitragen.Das Endocannabinoide System mit den CB1- und CB2-Rezeptoren kann den Darm vor Hyperstimulation schützen, dadurch könnte die THC-vermittelte Besserung der Reizdarm-Symptomatik (vor allem Durchfälle) erklärt werden. In einer klinischen Studie mit 21 Morbus Crohn-Patienten wurde durch Cannabis eine Remission bei 50 % der Patienten erzielt. Etwa 80 % der 21 Patienten sprachen nicht auf TNF-Blocker an, die derzeit bei schweren oder therapierefraktären Schüben eingesetzt werden. Sobald die Cannabis-Therapie abgesetzt wurde, kam es nach 2 Wochen zu einer Verschlechterung der Symptomatik. In einer anderen Studie kam es zu erheblichen Besserungen, vor allem der Durchfälle, so dass durch Cannabis die bisherige Medikation reduziert werden konnte. In einer anderen klinischen Studie mit Reizdarm-Patienten wurde gezeigt, dass Cannabis zur Besserung der Bauchschmerzen führte.

• Fibromyalgie
Chronische, weit verbreitete Schmerzen, eine erhöhte schmerzhafte Druckempfindlichkeit Müdigkeit, Morgensteifigkeit, Schlaf- und emotionale Störungen sowie kognitive Dysfunktion sind die typischen Symptome einer Fibromyalgie. In einer Studie mit Fibromyalgie-Patienten, die chronische Cannabiskonsumenten waren, wurde eine signifikante Verringerung der Schmerzen und Steifheit festgestellt, eine Verbesserung der Entspannung sowie eine Zunahme des Wohlbefindens beobachtet.

Cannabinoide und unerwartet niedrige IgG-Reaktionsstärken

Cannabinoide sind generell bekannt wegen ihrer immunsuppressiven und antiinflammatorischen Eigenschaften. Kann dies auch einen Einfluss auf die IgG-Sekretion haben? Von einem Kollegen erhielten wir die Schilderung des Falles einer Patientin, die wegen Bluthochdruck und generell stressbedingter Erkrankung eine 3-wöchige Ayurveda-Kur in Sri Lanka machte. Erst nachträglich erfuhr sie, dass die Kräutermischung, die sie dort täglich eingenommen hatte, auch eine größere Menge Cannabis enthielt, wobei die genaue Menge und weitere Bestandteile der Mischung nicht bekannt wurden. Im ProImmunM – Test ergaben sich kaum Reaktionen, die Kontrolle vom IgA, IgG, IgM, IgE war grenzwertig niedrig. Könnte dies durch die Kräutermischung verursacht sein?

In Cannabis-Pflanzen kommen etwa 100 verschiedene Cannabinoide vor, das Tetrahydrocannabinol (THC) ist der wichtigste psychoaktive Wirkstoff, der an CB2-Rezeptoren bindet. CB2 kommt vor allem auf der Zelloberfläche von B-Zellen, NK-Zellen, Monozyten und manchen Neutrophilen vor. Durch die Bindung kann sowohl die zelluläre als auch die humorale Immunantwort moduliert werden. Somit kann THC die Bildung von IFN- hemmen, das Th1-/Th2-Verhältnis verändern und die Vermehrung von T-Zellen herunterregulieren. IL-2 und IFN- sind Zytokine die eine Th1-Immunantwort fördern, während eine Th2-Antwort durch IL-4 und IL-5 favorisiert wird. Cannabinoide verschieben das proinflammatorische Th1-Profil in Richtung der antiinflammatorischen Th2-Immunantwort, indem die Synthese antiinflammatorischer Zytokine (z. B. IL-10) gefördert wird und die Bildung von Th1-Zytokinen (IL-2, IL-12, und IFN-) gehemmt wird. Demnach kann eine Suppression der IgG-Bildung erfolgen, zumal IL-12 als „Starter“ für IgG 1/3 gilt.

Ältere Daten aus Tierversuchen haben gezeigt, dass sowohl delta-9-tetrahydrocannibinol wie auch 8,9-epoxyhexahydrocannabinol den IgG-Titer reduzieren.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5852356/pdf/CAM4-7-765.pdf
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/864596
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/343205

 

Petition: Nein zum Geschäft mit dem Blut trächtiger Stuten

Es klingt wie ein Horrorfilm: Hunderte trächtige Pferde werden an blutsaugende Maschinen angeschlossen — manche sind so schwach, dass sie zusammenbrechen und sterben. Doch wir können das jetzt stoppen.
Die industrielle Pferdefolter wird von europäischen Pharmakonzernen angetrieben, die mit dem Tierblut die Massentierhaltung noch beschleunigen wollen! Die EU hat schon gesagt, dass sie Maßnahmen erwägt, aber bislang ist nichts passiert. Es müssen keine weiteren Pferde sterben! Machen wir der EU jetzt die Hölle heiß, indem Millionen von uns ein Ende des grausamen Pferdebluthandels fordern. Unterzeichnen Sie die Petition und erzählen Sie Freunden davon:

Hier klicken, um die Petition zu unterzeichnen

Weitere Infos
Massentierhaltung: Qualvoller Aderlass (DRadio Wissen)
Wie Pharmakonzerne mit Pferdeblut Geschäfte machen (Süddeutsche Zeitung)
Pferde-Blutfarmen sollen unter Aufsicht (Süddeutsche Zeitung)

Der Tod ist nicht der einzige Horror: Manchmal wird so viel Blut abgezapft, dass es zu Schockzuständen oder Blutarmut kommen kann. Und weil nur das Blut trächtiger Stuten wertvoll ist, werden diese oft zu wiederholten Schwangerschaften und Abtreibungen gezwungen. Die Nachfrage wird von Pharmakonzernen angetrieben. Sie verkaufen das Hormon, das im Blut trächtiger Stuten enthalten ist, an Viehzüchter, damit diese bei ihren Schweinen und anderen Tieren auf Abruf die Brunst einleiten können — ein weiterer Aspekt dieser traurigen Misshandlungsgeschichte.

Wenn wir diesen Horror jetzt mit einem riesigen weltweiten Aufruf ins Rampenlicht rücken, können wir zu einem Verbot aller Produkte beitragen, die unter Tierquälerei erzeugt werden. So erschweren wir es Konzernen weltweit, aus dieser irrsinnigen Industrie Profit zu schlagen. Unterzeichnen Sie die Petition und leiten Sie sie dann an Freunde und Familie weiter. Bewegen wir die EU zum Handeln!

Hier klicken, um die Petition zu unterzeichnen

Wie die Menschen diesen anmutigen und majestätischen Tieren solch ein Leid zufügen können, ist nur schwer zu begreifen. Doch wenn wir uns alle zusammentun, um Tiere vor solchen alltäglichen Horrortaten zu schützen, können wir unfassbar viel erreichen. Setzen wir uns jetzt für die Pferde ein, die unsere Stimmen mehr brauchen denn je.

Erhöhte IgG-Werte bei Patienten mit schweren Depressionen oder Reizdarmsyndrom

Es gibt immer mehr Hinweise zur Pathogenese des Reizdarmsyndroms (IBS) mit IgG-vermittelten Reaktionen auf Nahrungsmittelproteine. Ein Zusammenhang zwischen IgG-vermittelten Unverträglichkeiten und der Pathogenese der schweren depressiven Störung (MDD) wurde erst kürzlich vorgeschlagen. Heute stellen wir Ihnen die Ergebnisse einer neuen Studie vor, bei der erstmals die IgG-Werte von Patienten mit schweren depressiven Störungen untersucht wurden (erschienen im April in der Zeitschrift „Nutrients“).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine IgG-bedingte Unverträglichkeit von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelproteinen ein ganz wichtiger Mechanismus sein kann, der zur Immunaktivierung und chronischer Inflammation führt, charakteristisch für schwere Depressionen. Diese Überlegung ist zwar ursächlich (noch) nicht bewiesen, aber im Falle des Reizdarmsyndroms werden IgG-basierte Eliminationsdiäten befürwortet (s. dazu auch unseren Artikel vom 14.9.2017) – „…In diesen Fällen kann, insbesondere, wenn die Symptomatik nicht auf die etablierte Pharmakotherapie anspricht, für einen begrenzten Zeitraum die Elimination von Nahrungsmitteln, die zu erhöhten IgG-Titern führen, versucht werden…“. Klinische Studien, die den Erfolg der Eliminationsdiät bei Patienten mit schwere Depressionen belegen, werden hoffentlich bald erscheinen…

Die Serum-IgG-Werte (gegen 39 Lebensmittelantigene) wurden bei drei Patientengruppen untersucht und verglichen:
Gruppe 1: 22 Patienten mit schweren Depressionen
Gruppe 2: 22 Patienten mit Reizdarmsyndrom
Gruppe 3: 21 gesunde Probanden

Von einer IgG-Lebensmittel-Hyperreaktivität wurde ausgegangen, sofern der durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml lag. Folgende Werte wurden für die 3 Gruppen festgestellt:
Gruppe 1: 64 % der Patienten hatten durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml
Gruppe 2: 46 % der Patienten hatten durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml
Gruppe 3: 19 % der Patienten hatten durchschnittliche IgG-Titer über 7,5 µg/ml
Unverträglichkeiten gegenüber Gluten, Knoblauch und Sellerie war bei der Gruppe der depressiven Patienten besonders häufig, im Vergleich zu den gesunden Probanden. Die Gluten-Unverträglichkeiten waren bei den depressiven Patienten wesentlich stärker ausgeprägt als bei den Patienten mit Reizdarmsyndrom.

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Petition: Weltweiter Aufruf zum Stopp des Artensterbens

Bis 2020 werden zwei Drittel der Wildtiere sterben. Das Leben auf Erden wird gerade so schnell ausgerottet wie zu Zeiten der Dinosaurier — und all das, weil die Menschheit mit aller Kraft am empfindlichen Geflecht der Natur zerrt. Wenn wir diese Tragödie nicht aufhalten, könnte die Artenvielfalt unserer Erde zusammenbrechen und den Menschen einen totenstillen, unbewohnbaren Planeten hinterlassen. Doch es gibt Hoffnung: Führende Wissenschaftler fordern, dass die Hälfte unseres Planeten unter Schutz gestellt wird, um den Einklang mit der Natur wiederherzustellen. Jetzt haben wir die Chance, für genau diesen "50-Prozent-Plan" einzustehen — denn in wenigen Tagen treffen sich unsere Regierungen, um die Krise zu besprechen. Bringen wir sie mit der geballten Kraft unserer Stimmen dazu, das nächste große Artensterben zu stoppen.

Unterstützen Sie den weltweiten Aufruf, bevor unsere Erde verstummt!

Das Leben auf Erden wird systematisch ausgelöscht und dennoch erhält der Verlust der Artenvielfalt in der Politik keine hohe Priorität. Nun können wir das ändern — bald besprechen unsere Regierungen den Schutz der Ökosysteme auf dem ersten von drei großen Gipfeltreffen. Und wir können ihnen zeigen, dass die Menschen ein starkes Ziel fordern, um das Artensterben zu stoppen. Machen wir die Artenvielfalt zu DEM Thema.
Das Pariser Klimaabkommen hat das Langzeitziel gesetzt, die Atmosphäre von der Kohlenstoffbelastung zu befreien. Nun fordert die Wissenschaft ein ähnliches Ziel für die Natur: 50 Prozent des Planeten sollen bis 2050 vor Entwaldung, schmutziger Energie sowie industrieller Fischerei und Landwirtschaft geschützt werden. Experten zufolge können wir unsere Ökosysteme am besten erhalten, indem wir ihnen einen Schutzraum zum Wachsen und Gedeihen geben. So kann sich die Natur von selbst regenerieren. Wenn uns das gelingt, können wir 80 – 90 Prozent aller Arten retten.
Bringen wir den Stein ins Rollen und zeigen wir den Regierungen, dass eine überwältigende Anzahl von Menschen hinter diesem Plan steht. Fangen wir heute an: mit einer riesigen Petition für 50-prozentigen Schutz! Machen wir so lange Druck, bis wir gewinnen!
Dass die Menschheit ihren Bezug zur Natur verliert, ist einfach nicht weise. Doch es ist noch nicht zu spät. Wir können dazu lernen. Die Hoffnung auf Veränderung ist der Grundstein unserer riesigen Bewegung und zusammen haben wir das Pariser Klimaabkommen erzielt. Das Ziel, 50 Prozent unseres Planeten zu schützen, ist in Sichtweite. Lasst uns zusammenkommen, mit gutem Beispiel vorangehen und Mensch und Natur wieder in Einklang bringen.

Weitere Informationen

Das sechste Massensterben hat begonnen (Spiegel Online)

„Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen" (N-tv)

Could we set aside half the Earth for nature? (The Guardian)

How do we achieve the goal? (Nature Needs Half)

Conservation: Glass half full (Nature)

 

Beispiele unvollständiger und verzerrter Berichterstattungen

Oftmals werden für diese Berichterstattungen nur diejenigen Publikationen herangezogen und verbreitet, die negative oder ablehnende Aussagen stützen. Dies ist unserer Ansicht nach eine inakzeptable Verzerrung von Tatsachen. Eine gründliche Literaturrecherche, unter Einbezug ALLER Studien und Informationen, die zu diesem Thema verfasst und veröffentlicht wurden, sollte für jeden Autor eine Selbstverständlichkeit sein.

    •    In der Zeitschrift „Allergie konkret“ (↑ Ausgabe 1/2018) des deutschen Allergie-und Asthmabundes wurde in dem Artikel „Riskante Diagnose“ vor IgG-Tests gewarnt. IgG wird als normale Reaktion beim gesunden Menschen auf häufig konsumierte Lebensmittel beschrieben. Somit würde ein erhöhter IgG-Wert nur Hinweise auf häufig verzehrte Nahrungsmittel liefern. Demnach ist ein erhöhter IgG-Spiegel gegen Weizen lediglich ein Nachweis für einen erhöhten Konsum von Weizenprodukten. Die Autorin erwähnt einzig und allein die aus den Jahren 2008 und 2009 stammenden (veralteten) Stellungnahmen von allergologischen Gesellschaften. Keine einzige der klinischen Studien, die mittlerweile zum erfolgreichen Einsatz der IgG-basierten Eliminationsdiät erschien, wurde von der Autorin erwähnt. Stattdessen behauptet die Autorin “die Ergebnisse dieser Testung bringen oft lange Verbotslisten mit sich, die meist zu erheblichen Ernährungseinschränkungen bis hin zum Nährstoffmangel führen. In manchen Fällen verschlimmern sich die Beschwerden, anstatt zu verschwinden oder aber die Beschwerden bleiben aus, da die komplette Ernährung umgestellt wurde“. Dies scheint auch die alleinige Ansicht der Autorin zu sein, denn sie nennt keinerlei Quellen für ihre Behauptungen bezüglich eines Nährstoffmangels etc.

    •    In dem Artikel „Unproven diagnostic Tests for Adverse Reactions to Food“ (↑ Nicht bewiesene diagnostische Tests für die unerwünschten Wirkungen auf Lebensmittel) wurden nur 2 veraltete Arbeiten genannt (aus den Jahren 1996 und 2004, wobei detailliert auf mögliche methodische Fehler eingegangen wird, und daher, so argumentieren die Autoren, die Ergebnisse sowieso keinerlei Validität hätten. Es werden die negativen Stellungnahmen der Europäischen, Kanadischen und Amerikanischen Allergologengesellschaften genannt, aber wiederum keine einzige der anfangs erwähnten Studien.

    •    Ein weiterer Artikel zur gleichen Thematik „Unproven Diagnostic Tests for Food Allergy“ (↑ Nicht bewiesene diagnostische Tests für Lebensmittelallergien) erwähnt zum Thema „Migräne/Kopfschmerz bzw. Reizdarm lediglich 2 der ältesten Studien (von aktuell 13 von uns aufgeführten Studien), und schlussfolgert, dass IgG-Antikörper keine pathogene Aktivität im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom hätten. Ein immunologischer Zusammenhang mit den getesteten Lebensmitteln wird von den Autoren bestritten.

Eine derartig verzerrte Darstellung, bei der positive Studienergebnisse schlichtweg ignoriert werden, ist in unseres Erachtens nach skandalös und völlig inakzeptabel.

Vitamin-D3-Einnahme während der Schwangerschaft stärkt das Immunsystem von Neugeborenen und reduziert das Asthma-Risiko

Meistens wird Asthma bereits im frühen Kindesalter diagnostiziert, was darauf hinweist, dass die Ursachen der Erkrankung in der fötalen Entwicklung oder einer sehr frühen Lebensphase liegen könnten. Säuglinge von Müttern, die während der Schwangerschaft eine höhere Vitamin D3-Dosis zu sich nahmen, sind besser geschützt vor neonatalen Infekten im Vergleich zu anderen Säuglingen, deren Mütter kein Vitamin D3 zu sich nahmen. Dies sind die Ergebnisse einer neueren Studie die gezeigt hat dass eine erhöhte Vitamin-D3-Supplementierung das Immunsystem von Neugeborenen stärkt. Dadurch kann das Risiko, in der Kindheit an Asthma zu erkranken, reduziert werden.

Für diese klinische Studie wurden Schwangere in der 10. – 18. Schwangerschaftswoche ausgewählt. Sie erhielten entweder eine höhere Vitamin-D3-Dosis (4.400 IE/Tag, 26 Schwangere) oder eine 10-fach geringere Dosis (400 IE/Tag, 25 Schwangere). Zu Beginn der Studienteilnahme betrug die durchschnittliche plasmatische Konzentration des 25-OH-Vitamin D3 19,2 ng/ml bzw. 23,5 ng/ml in der Gruppe der Schwangeren welche nachfolgend die höhere bzw. niedrigere Dosis erhielt. Die Supplementierung dauerte 10 – 30 Wochen. Danach wurde die plasmatische Konzentration an 25-OH-Vitamin D3 erneut gemessen. Bei den Frauen die 4.400 IE/Tag erhielten, erhöhte sich die durchschnittliche plasmatische Konzentration auf 35,4 ng/ml, bei der anderen Gruppe gab es praktisch keine Erhöhung (24,6 ng/ml im Vergleich zu 23,5 ng/ml vor Studienbeginn).

Nach der Entbindung wurde das Nabelschnurblut der Neugeborenen untersucht. Säuglinge deren Mütter eine höhere Vitamin-D3-Dosis erhielten, zeigten eine höhere pathogen-induzierte Produktion von Zytokinen und eine höhere Produktion von IL-17A als Folge einer erhöhten Stimulation der T-Lymphozyten. Es fand also eine Stärkung des neonatalen Immunsystems statt, was zum verbesserten Schutz vor Atemwegserkrankungen beiträgt und das infektiöse Risiko der Neugeborenen senkt. Dies wurde auch in zwei weiteren Studien gezeigt, deren Ergebnisse zusammengefasst untersucht wurden. Daran nahmen 1.386 Schwangere teil, die entweder 4.000 IE/Tag, 2.400 IE/Tag oder Placebo erhielten. Alle Teilnehmerinnen erhielten zusätzlich eine Vitaminmischung, die 400 IE/Tag Vitamin D3 enthielt. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Vitamin-D-Supplementierung während der Schwangerschaft zu einem um 25 % geringeren Risiko für asthmatische Erkrankungen sowie Anfälle von Keuchen und Atemlosigkeit bei den 1- – 3-jährigen Kindern führt. Diese Effekte waren am deutlichsten ausgeprägt, wenn die Frauen bereits zu Studienbeginn einen plasmatischen 25-OH-Vitamin D3-Spiegel hatten der über 30 ng/ml lag. Demnach sollte also schon vor Beginn der Schwangerschaft eine ausreichend hohe Vitamin-D3-Versorgung sichergestellt werden.

Weitere Informationen:
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Gentherapie, Heilung und abartige Praktiken

Durch die Gentherapie ist es erstmals möglich, ein intaktes Gen in das Erbmaterial einer Zielzelle einzufügen und ein defektes Gen zu ersetzen, das ursächlich für die Entstehung einer Krankheit verantwortlich ist. So wurde Ende 2017 erstmals eine Gentherapie gegen eine erbliche Form der Erblindung in den USA zugelassen, das nicht mutierte RPE65-Gen wird direkt in die Netzhaut-Zellen eingesetzt. Medienberichten zufolge könnten die Kosten für die Therapie jedoch extrem hoch sein. Die erste Gentherapie gegen Krebs wurde für die Behandlung der B-Zell akuten lymphatischen Leukämie (ALL) in den USA im August 2017 zugelassen. Dabei handelt es sich um eine auf jeden einzelnen Patienten maßgeschneiderte Therapie. Die T-Zellen des Patienten werden mittels Gentechnik so modifiziert, dass diese ein neues Gen enthalten, das „maßgeschneidert“ die Patienten-spezifischen Lymphomzellen angreift und abtötet. Behandelt werden sollen zunächst Schwerstkranke, für die es keinerlei andere Behandlungsoption mehr gibt. Durch Gentherapie wird laut unten stehenden Quellen „in eine ganz neue Dimension der medizinischen Behandlung vorgestoßen“, und in bisherigen klinischen Prüfungen wurden eindrucksvolle Behandlungserfolge erzielt. LDurch gezieltes Eingreifen in das Erbgut eines Patienten könnten chronische Erbkrankheiten geheilt werden – für die Menschheit „wären solche „One Shot“-Heilungen ein Segen“. Langzeitbehandlungsberichte bzw. -erfahrungen liegen jedoch noch nicht vor. Wenn es erst seit 2017 ein gentherapeutisches Medikament gibt, dann scheint uns die Aussage, dass damit jemand langfristig geheilt ist, zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu heilversprecherisch. Die Ergebnisse von Langzeitbeobachtungen stehen noch aus. Dies ist nach unserer Ansicht ein wesentlicher Kritikpunkt derartiger Therapien.  

Zu der Frage des Einflusses von derartigen genetischen Behandlungsmethoden auf die Zukunft der Pharmabranche hat die Investmentbank Goldman Sachs einen Bericht erstellt. Wenn nämlich durch gezieltes Eingreifen in das Erbgut des Patienten chronische Erbkrankheiten geheilt werden könnten, dann werden langfristige Therapien oder medikamentöse Behandlungen überflüssig werden. Der Markt für Gentherapie soll jedoch „geschäftlich ertragreich“ bleiben, und das geht nur wenn Erbkrankheiten (aber auch chronische Erkrankungen, relativ einfach vorzubeugende, zu heilende oder zumindest zu lindernde Zivilisationserkrankungen) langfristig weiter existieren. Um die Gewinne der Pharmakonzerne zu maximieren, empfiehlt der Bericht von Goldman-Sachs seinen Kunden aus der Biotech-Branche: 
    •    sich größere „Märkte“ zu suchen, d. h. Krankheiten die sich mehr und mehr ausbreiten. 
    •    Medikamente zu entwickeln für Krankheiten, die bereits häufig auftreten – vorgeschlagen werden vor allem solche, die schlimme und ständige Beschwerden auslösen. 
    •    Konstante Innovation und Erweiterung des Portfolios, zumal es hunderte genetisch bedingte Krankheiten gibt, aus denen sich noch Profit schlagen lasse (laut Bruce Lipton, Autor des Buches „Intelligente Zellen“ sind jedoch weniger als 1 % der heutigen Erkrankungen tatsächlich genetisch bedingt). 

Diese zutiefst menschenverachtende, unethische und völlig inakzeptable Art zu denken und zu handeln möchten wir hier auf das Schärfste verurteilen. Die ursprüngliche Meldung dieses Berichts wurde von dem amerikanischen Fernsehsender CNBC gemacht. Die Analysten von Goldman Sachs wollten sich gegenüber CNBC nicht zu ihrer inhumanen Studie äußern. Womöglich wissen sie selbst, wie abartig und menschenverachtend diese ist.  

Bericht CNBC
 

Gentherapie der Retinitis Pigmentosa (vererbare Form der Blindheit)

Allgemeine Informationen / Berichte
PRO RETINA Deutschland e. V., Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen

Gentherapie der Retinitis Pigmentosa (Englisch)

RP Fighting Blindness (englische Patientenvereinigung)

Stiftung „Fighting Blindness“

Laufende und abgeschlossene klinische Studien

Publikationen (Beispiele)
1

2

3

4

Gentherapie bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL)

Allgemeine Informationen / Berichte
Wissensschau

Wikipedia

Netdoktor

Welt – Digitale Ausgabe

Laufende und abgeschlossene klinische Studien rund um dieses Thema
 

Publikationen – Beispiele
1

2

 

Manische Erkrankungen, Entzündung und IgG-Antikörper gegen Gliadin

Die Manie ist eine affektive Störung, die meist in Episoden verläuft. In ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung ist die Manie wahrscheinlich multifaktoriell bedingt, als Ursachen werden genetische Faktoren und psychosoziale Belastungen angenommen. Antrieb, Stimmung und Aktivität befinden sich weit über dem Normalniveau. Immunologische Veränderungen bzw. eine Immunaktivierung sind auch charakteristisch für manische Episoden und können zur Pathophysiologie der Manie bzw. bipolarer Störungen beitragen. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Verlauf von manischen Episoden und einem „Entzündungswert“ einer Kombination aus vier verschiedenen Entzündungsmarkern, darunter auch IgG-Antikörper gegen Gliadin.

Dieser kombinierte „Entzündungswert“ wurde bei 57 manischen Patienten zu drei Zeitpunkten gemessen: unmittelbar nach stationärer Aufnahme, wenige Tage danach und sechs Monate später. Im Vergleich dazu wurden die gleichen Untersuchungen bei 207 gesunden Patienten vorgenommen. Zusätzlich wurden 330 Patienten mit anderweitigen psychischen Erkrankungen untersucht (Psychose, Schizophrenie, bipolare Störungen). Die Ergebnisse zeigten, dass der kombinierte Entzündungswert bei manischen Patienten unmittelbar nach deren Einweisung wesentlich höher war als bei nicht-psychiatrischen Kontrollen oder Patienten mit sonstigen psychiatrischen Erkrankungen. Im Verlauf der sechsmonatigen Behandlung fiel der kombinierte Entzündungswert erheblich ab. Leider machen die Autoren dieser Publikation keine detaillierten Angaben zu den einzelnen Messungen der IgG-Antikörper gegen Gliadin. Die generelle Schlussfolgerung dieser Wissenschaftler ist mitunter eine Empfehlung zur Reduktion inflammatorischer Belastungen bei Patienten mit manischen Episoden.

Weitere Informationen

Wie wirken Medikamente auf die Darmflora?

Der menschliche Dickdarm zählt zu den Orten mit der höchsten „Einwohnerdichte“ weltweit. Auf der etwa zwei Quadratmeter großen Schleimhaut leben so viele Mikroorganismen wie Menschen auf der Erde. Der gesamte menschliche Verdauungstrakt wird von 10E13 bis 10E14 Mikroorganismen besiedelt. Dies entspricht mehr als der 10-fachen Zellzahl im menschlichen Körper. Neben den Antibiotika sind mittlerweile zahlreiche Arzneistoffe bekannt geworden, die das Wachstum der Bakterien im Darm beeinträchtigen. Wissenschaftler des Europäischen Molekularbiologischen Laboratoriums in Heidelberg (EMBL) haben kürzlich die Wirkung von über 1.000 Medikamenten auf 40 repräsentative Darmbakterienstämme getestet (in vitro, „im Reagenzglas“ d. h. die Versuche wurden außerhalb des menschlichen Körpers gemacht). Dabei konnten sie feststellen, dass 24 % der Medikamente, darunter Mitglieder aller therapeutischen Klassen, das Wachstum von mindestens einem Stamm hemmen.

Antipsychotika, Protonenpumpenhemmer und Calciumantagonisten können bestimmte Bakterien im Darm abtöten, was möglicherweise für die gastrointestinalen Nebenwirkungen dieser Wirkstoffe verantwortlich ist. Auch könnten die Bakterien durch den Einsatz der Medikamente Resistenzen entwickeln, was mit einer höheren Resistenz gegenüber den gängigen Antibiotika einhergehen würde, zumal es sich hier um die Ausbildung gleicher Resistenzmechanismen handelt. 

Die Forscher halten es für sehr bemerkenswert, dass gerade die Antipsychotika, eine Gruppe von sehr unterschiedlichen Wirkstoffen, das Bakterienwachstum hemmte. Sie mutmaßen sogar, dass die Beeinflussung der Darmflora nicht eine Nebenwirkung dieser Medikamente darstellt sondern womöglich Teil der Hauptwirkung ist. Dies könnte auch für viele weitere Arzneistoffe zutreffen. Generell waren die Ergebnisse der Studie unerwartet, die Häufigkeit, mit der Nicht-Antibiotika die menschliche Darmflora verändern, war selbst für die Autoren ein völlig überraschendes Ergebnis.

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Blaubeerextrakt – ein Adjuvanz für die Strahlentherapie bei Zervixkarzinom?

Eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen weltweit ist der Gebärmutterhalskrebs. Im fortgeschrittenen Stadium wird eine Kombination Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt, die jedoch mit sehr starken Nebenwirkungen verbunden ist. Die Wirksamkeit dieses Ansatzes wird zudem eingeschränkt durch die Neigung von Krebszellen, Resistenzen gegen Chemotherapeutika zu bilden. Daher besteht ein dringender Bedarf an neuen Behandlungsmöglichkeiten. Neuere Studien haben den Einsatz von diätetischen Maßnahmen und pflanzlichen Inhaltsstoffen im Kampf gegen den Krebs untersucht. Sie belegen eine Wirkung auf die Verringerung der Karzinome, der Initiierung des gezielten Zelltodes sowie die Reduktion von Rezidiven. In einer kürzlich publizierten In-vitro-Studie wurde gezeigt, dass ein Blaubeerextrakt Krebszellen für die Strahlentherapie sensibilisiert und die Selbstzerstörung der Zellen fördert.

Bei dem experimentellen Ansatz wurden Zellkulturen des Zervixkarzinoms verwendet. Ein Teil der Zellen wurde nur mit Strahlentherapie behandelt, ein anderer Teil mit der Kombination aus Strahlentherapie und einem Blaubeerextrakt. Dabei wurde festgestellt, dass diese Kombination zu synergistischen Effekten führt. Die Versuche ergaben, dass Blaubeerextrakt zu einer Hemmung des Wachstums von Krebszellen führt (reduzierte Proliferation durch Hemmung von Cyclin D und Cyclin E) und Krebszellen absterben durch die Förderung der Apoptose (programmierter Zelltod) durch erhöhte Aktivität der Caspase 3 und Begünstigung des TRIAL Signalweges (Tumor Necrosis Factor Related Apoptosis Inducing Ligand). Die In-vitro-Ergebnisse legen nahe, dass Blaubeerextrakte ein mögliches Adjuvanz für die Strahlentherapie sein könnten. Bevor die beschriebenen Ergebnisse auf den Menschen übertragen werden können, sind jedoch weitere Tierversuche und auch klinische Studien notwendig. ↑ weiter

Strahlentherapie: Krebsstammzellen und Metastasierung

Krebsstammzellen („cancer stem cells", CSCs oder Tumorstammzellen) werden heute für das Wachstum und erneute Auftreten von Tumoren verantwortlich gemacht. Bei der Krebsentstehung sind die CSCs von großer Bedeutung. Sie stellen eine kleine Zellgruppe dar, die in heterogenen Tumoren vorkommt und möglicherweise für das Tumorwachstum verantwortlich ist. Nach dem Krebsstammzell-Konzept besteht ein bösartiger Tumor aus sehr unterschiedlichen Zellen und ist kein einheitliches Gewebe mit identisch mutierten Zellen. Stammzellen und CSCs haben viele gemeinsame Eigenschaften. Sie können sich aus sich selbst heraus erneuern und sind praktisch unsterblich. Sie können unterschiedliche Zelltypen aus sich hervorgehen lassen, und sie sind imstande, im Organismus zu wandern. Die gleichen Eigenschaften, die Stammzellen zu einem Quell des Lebens machen, lassen Krebsstammzellen zur Quelle des Todes werden.

Auch wenn vermutlich nicht alle Tumorarten aus CSCs entstehen, so konnten sie doch mittlerweile in den unterschiedlichsten Tumoren (z. B. Hirntumore, Brustkrebs, hepatozelluläre Karzinome, Pankreaskarzinome, kolorektale Karzinome, Kopf-Hals-Tumore etc.) nachgewiesen werden. Zudem gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass sie gegen Therapien resistent sind, und so zu Rückfällen und Metastasen führen. Andere Krebszellen machen zwar den Großteil der Masse maligner Tumoren aus, tragen jedoch bei weitem nicht im selben Maße zur Bösartigkeit der Erkrankung bei. Diese Resistenz könnte erklären, warum nach einer solchen Therapie Tumoren zuerst verschwinden, jedoch später oft erneut auftreten, denn eine einzige überlebende Krebsstammzelle reicht aus, um einen Tumor wieder auftreten zu lassen.

Die Strahlentherapie gilt seit über 100 Jahren als eine der am weitesten verbreiteten Behandlungen bei Krebserkrankungen. Mit der Entwicklung fortschrittlicher Bestrahlungstechniken ist die Strahlentherapie zu einer wirksamen Behandlung von Krebserkrankungen geworden. Bei zahlreichen Patienten die eine Strahlentherapie erhalten haben, kommt es jedoch im weiteren Verlauf zur Strahlenresistenz und einem Rezidiv mit Metastasierung des Tumors (1 – 3). Auch die Strahlenresistenz von Krebs ist auf die Existenz intrinsischer CSCs zurückzuführen. Nicht–CSCs gelten als strahlungsempfindlich und damit als leicht zu töten. Neuere Studien haben jedoch ergeben, dass unter den Bedingungen von strahlungsinduziertem Stress bei den strahlungsempfindlichen nicht–CSCs eine zelluläre „Umprogrammierung“ stattfinden kann, wodurch diese Zellen die Eigenschaften von CSCs erlangen, einschließlich einer hohen Resistenz gegen Strahlentherapie. Dies beweist, dass Strahlentherapie direkt zur Erzeugung neuartiger CSCs aus nicht-CSCs führen kann. Zudem deuten die Ergebnisse neuerer Forschungsarbeiten darauf hin, dass neben intrinsischen CSCs auch nicht-CSCs zum Rückfall und zur Metastasierung nach der Umwandlung in CSCs beitragen können (Abbildung).

CSC

Die strahlungsinduzierte Erzeugung von CSCs trägt zum Rückfall und zur Metastasierung von Krebs bei. Die Mehrzahl der nicht–CSCs wird nach Bestrahlung über verschiedene Mechanismen wie der zellulären oder mitotischen Apoptose geschädigt und abgetötet. CSCs sind eine kleine, aber strahlenresistente Zellgruppe, die in heterogenen malignen Tumoren vorkommt. Unter strahleninduzierten Stressbedingungen überleben CSCs nach Bestrahlung; zusätzlich kann es bei einer kleinen Anzahl von nicht-CSCs durch Bestrahlung zu einer Dedifferenzierung kommen, bei dem Zellen ihre Zelltyp-spezifischen Eigenschaften verlieren. Die neu erzeugten CSCs tragen zusammen mit den bereits vorhandenen intrinsischen CSCs später zum Rückfall und zur Metastasierung von Krebs bei (1 – 3).

Im Jahr 2012 zeigten Lagadec und Kollegen (1) von der California-Universität zum ersten Mal, dass die Bestrahlung an der Induktion stammzellähnlicher Eigenschaften in nicht-CSCs beteiligt war. Die Anzahl der Zellen mit stammzellenähnlichen Eigenschaften war dabei abhängig von der Strahlungsdosis. Dies wurde sowohl mit verschiedenen nicht-CSC Zelllinien bewiesen, wie auch mit nicht-CSCs die aus Brustkrebstumoren von vier verschiedenen Patienten isoliert wurden. Die durch Strahlung induzierten CSCs (iCSCs) waren in beeindruckender Weise den Brustkrebsstammzellen ähnlich, die in den ursprünglichen Tumoren vorkamen. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus das die iCSCs eine 30-fach erhöhte Fähigkeit zur Tumorbildung hatten im Vergleich zu den nicht bestrahlten Brustkrebszellen von denen sie abstammten. Die genauen Mechanismen dieser Umwandlung einer nicht-CSC in eine CSC sind bisher noch unbekannt.

Ein charakteristisches Kennzeichen der CSCs ist eine erhöhte intrazelluläre Bildung des Enzyms Alkohol-Dehydrogenase (ALDH1). ALDH1 ist ein entgiftendes Enzym, das für die Oxidation von Retinol zu Retinsäure verantwortlich ist, die für die frühe Differenzierung von Stammzellen unerlässlich ist. In einer epidemiologischen Studie an Dänen wurde gezeigt, dass Menschen, die aufgrund einer Alkoholabhängigkeit Disulfiram einnahmen, seltener an Brust- oder Prostatakrebs erkrankten. In Tierversuchen bzw. in Zellkulturen wurde dann auch nachgewiesen, dass Tumorzellen der männlichen Prostata durch Disulfiram gehemmt werden, wobei die Tumorwachstumsrate um bis zu 40 % im Mäusemodell gehemmt wurde (4), eine vollständige Reduzierung konnte jedoch nicht beobachtet werden (5). Disulfiram wirkte auch auf Brustkrebs-Zellkulturen, Tumorzellen des nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und beim Glioblastom. Apoptotische Prozesse konnten durch Disulfiram in Brustkrebs-Zellkulturen ausgelöst werden, nicht jedoch in normalen Brustkrebs-Zellen (5 – 7). Erhöhte ALDH1-Aktivität wurde in Brustkrebs-Stammzellen gefunden und kann als Indikator für eine schlechte Prognose dienen. Wang und Kollegen vom Massachusetts General Hospital und Harvard Medical School (8) zeigten 2014 dass die Bildung von durch Strahlung induzierten CSCs (iCSCs) auch mit einer erhöhten Tendenz zu Lungenmetastasen einhergeht. Diese Forschungsgruppe konnte zeigen dass die Bildung derartiger Zellen durch die kombinierte Gabe von Kupfer und Disulfiram (einem Arzneistoff der die ALDH1 hemmt und der zur Unterstützung der Abstinenz-Therapie bei Alkoholabhängigkeit angewendet wird) verhindert werden konnte. Der Disulfiram- / Kupfer-Komplex zeigte im Tierversuch einen effektiven Apoptose-induzierenden Effekt. Wenn Mäuse mit Brustkrebs mittels Strahlentherapie in Kombination mit Disulfiram / Kupfer behandelt wurden, kam es zu einer 79 %-igen Wachstumshemmung des Primärtumors und einer 90 %-igen Hemmung bei der Bildung von Lungenmetastasen, im Vergleich zu den bestrahlten Kontrolltieren die keine Gabe von Disulfiram / Kupfer erhielten. Es kam auch zu einer geringeren Expression des NF-KB-Signalweges und damit zu einer Verringerung der Strahlenresistenz, d. h. besseres Ansprechen auf die Strahlentherapie (9). Bisher wurde, nach unserem aktuellen Kenntnisstand, erst eine klinische Studie mit 40 Patienten durchgeführt, die an nicht-kleinzelligem Lungenkrebs erkrankt waren. Eine Gruppe erhielt zusätzlich zur Chemotherapie Disulfiram, während die zweite Patientengruppe nur mit Chemotherapie behandelt wurde. In der Gruppe mit Disulfiram kam es zu einer Erhöhung der mittleren Überlebensdauer von 7,1 auf 10 Monate (10).
Demnach handelt es sich hier um Ergebnisse, die im Tierversuch zunächst viel versprechend erschienen, im klinischen Versuch war jedoch die mittlere Überlebensdauer nicht wesentlich erhöht.

Kommentar Ralf Meyer:

Mit diesen aktuellen Belegen wurde gezeigt, dass mit der Intensität der "Strahlentherapie" auch das Ausmaß der Bildung von therapieresistenten und hochmalignen Tumorstammzellen aus zuvor leichter behandelbaren Tumorzellen provoziert wird. Dies bedeutet, aus meiner Sicht, im Falle eines Rezidivs den sicheren Tod des Patienten, es sei denn, eine neue oder alteffektive Therapie wird eingesetzt, wie auch immer diese aussehen mag. Evolutionsbiologisch ist dieser obige Effekt allerdings einfach wie logisch nachvollziehbar und so sehe ich die künftige sinnvolle Herangehensweise dieser Erkrankungen auch in deren Prävention unter Berücksichtigung natur- und evolutionsgesetzkonformer Ernährungs- und Lebensweise.

1.     Lagadec C, Vlashi E, Della Donna L, Dekmezian C, Pajonk F. ↑ Radiation-Induced Reprogramming of Breast Cancer Cells. Stem Cells. 2012 May;30(5):833–44.
2.     Li F, Zhou K, Gao L, Zhang B, Li W, Yan W, et al. ↑ Radiation induces the generation of cancer stem cells: A novel mechanism for cancer radioresistance. Oncol Lett. 2016 Nov;12(5):3059–65.
3.     Ghisolfi L, Keates AC, Hu X, Lee D, Li CJ. ↑ Ionizing Radiation Induces Stemness in Cancer Cells. Yamashita T, editor. PLoS One. 2012 Aug 21;7(8):e43628.
4.     Iljin K, Ketola K, Vainio P, Halonen P, Kohonen P, Fey V, et al. ↑ High-throughput cell-based screening of 4910 known drugs and drug-like small molecules identifies disulfiram as an inhibitor of prostate cancer cell growth. Clin Cancer Res. 2009 Oct 1;15(19):6070–8.
5.     Chen D, Cui QC, Yang H, Dou QP. ↑ Disulfiram, a clinically used anti-alcoholism drug and copper-binding agent, induces apoptotic cell death in breast cancer cultures and xenografts via inhibition of the proteasome activity. Cancer Res. 2006 Nov 1;66(21):10425–33.
6.     Duan L, Shen H, Zhao G, Yang R, Cai X, Zhang L, et al. ↑ Inhibitory effect of Disulfiram/copper complex on non-small cell lung cancer cells. Biochem Biophys Res Commun. 2014 Apr 18;446(4):1010–6.
7.     Triscott J, Rose Pambid M, Dunn SE. ↑ Concise review: bullseye: targeting cancer stem cells to improve the treatment of gliomas by repurposing disulfiram. Stem Cells. 2015 Apr;33(4):1042–6.
8.     Wang Y, Li W, Patel SS, Cong J, Zhang N, Sabbatino F, et al. ↑ Blocking the formation of radiation-induced breast cancer stem cells. Oncotarget. 2014 Jun 15;5(11):3743–55.
9.     Yang Y, Zhang K, Wang Y, Li M, Sun X, Liang Z, et al. ↑ Disulfiram chelated with copper promotes apoptosis in human breast cancer cells by impairing the mitochondria functions. Scanning. 2016 Nov;38(6):825–36.
10.     Askgaard G, Friis S, Hallas J, Thygesen LC, Pottegård A. ↑ Use of disulfiram and risk of cancer. Eur J Cancer Prev. 2014;23(3):225–32.

 

Elektromagnetische Strahlen von Kommunikationsgeräten können Veränderungen der Zirbeldrüse verursachen

Die Zirbeldrüse ist eine der wichtigsten Komponenten der regulatorischen Homöostase des Körpers. Ihre wesentliche Funktion ist die Produktion von Melatonin und damit die Regulation des Tag-Nacht-Zyklus. Auch an der Selbstregulation der biologischen Antwort auf Stressreaktionen ist die Zirbeldrüse beteiligt. Zellulärem Stress der durch elektromagnetische Strahlung von Handys und mobilen Netzen vermittelt wird, sind wir täglich ausgesetzt. Wissenschaftler haben in Tierversuchen die Wirkung elektromagnetischer Strahlung von PCs und Handys auf die Epiphyse (Zirbeldrüse) nachgewiesen.

Gegenwärtig ist die Bevölkerung zunehmender elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt, einschließlich lokaler Bestrahlung des Gehirns. Elektronenmikroskopische Untersuchungen (Tierversuche mit Ratten) haben gezeigt, dass es unter dem Einfluss elektromagnetischer Strahlung zum Abbau bzw. Degeneration der Pinealozyten d. h. der Melatonin-bildenden Zellen kommt. Morphologisch wurden auch Zeichen des vorzeitigen Alterns festgestellt. Im elektronenmikroskopischen Bild stellten die Wissenschaftler eine Anhäufung sogenannter Lipofuszin-Pigmente fest, deren Menge in den Zellen eines Organismus mit dem Alter zunimmt. Lipofuszin wird daher auch als Alterspigment bezeichnet. Außerdem wurden Änderungen an der inneren mitochondrialen Membran festgestellt sowie sandartige Strukturen, die auf Kalkeinlagerung auf hinweisen.

Zur Studie

 

Immunglobuline und Bluthochdruck – gibt es einen Zusammenhang?

Fast jeder Dritte in Deutschland hat Bluthochdruck. Die genauen Mechanismen welche zu Blutdruckhochdruck führen sind immer noch nicht vollständig geklärt. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine langfristige chronische Entzündung und zirkulierende entzündliche Zytokine die pathologische Grundlage bei der Entstehung und dem Fortschreiten einer Atherosklerose bzw. Hypertonie von Bedeutung sind.
Der Zusammenhang mit Immunglobulinen wurde in einer groß angelegten Studie in China (mit 12.373 Patienten) untersucht.

Bei Patienten mit hohem Blutdruck (zweimalige Messung, > 140 mmHg systolisch) wurden die Serumwerte für IgA, IgG und IgM bestimmt. Die Ergebnisse zeigten, dass Hypertonie mit höheren Werten für IgG und IgA, sowie mit niedrigeren Werten für IgM korreliert. Eine Korrelation mit IgE wurde nicht nachgewiesen. Die Wissenschaftler erklären die erhöhten IgG-Werte mit dem Vorhandensein von vaskulären Schäden, die durch hohen Blutdruck bedingt sind. Dadurch können Zellfragmente aus tiefer liegenden Schichten des Bindegewebes in die Blutgefäße gelangen, entzündliche Reaktionen verursachen und zu erhöhter Antikörpersynthese führen. IgA hat eine besondere Funktion bei der Schleimhaut-vermittelten Immunität gegenüber Darmbakterien. Nun ist auch bekannt, dass bei Patienten mit Bluthochdruck die Darmflora verändert ist. Nachdem das Immunsystem eine zentrale Rolle bei der Zusammensetzung der Darmflora spielt, kann man davon ausgehen dass die Hypertonie-bedingte Veränderung der Darmflora auch Auswirkungen auf die Konzentration von IgA hat.

Zur Studie

 

Depressionen: Unterdrückung der IgG-Reaktion gegen Milchproteine

Die Wechselwirkungen zwischen Verdauungssystem, Gehirnfunktionen und IgG vermittelter Immunität gegen Lebensmittelantigene entwickelten sich in jüngster Zeit zu einem wichtigen Thema in der Psychiatrie. Psychologischer Stress kann die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) aktivieren, aber auch die intestinale Permeabilität und die Dynamik der IgG-Antwort beeinflussen. Eine schwere Depression kann entweder mit einer Aktivierung der Entzündungsreaktion oder mit einer Immunsuppression (z. B. verminderte Antikörperproduktion) einhergehen, die über einen erhöhten Cortisolspiegel vermittelt wird.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurden IgG-Reaktionen gegen 44 Lebensmittel bei 34 kranken (depressiven) Patienten und 29 gesunden Probanden untersucht und in Beziehung gestellt zu anderen Laborparametern (Cortisol, TNF-ɑ, IL-6, IL-1b) sowie psychometrischen Fragebögen (Hamilton Depressionsbewertung (HAM-D 17), Wahrnehmungsstress (PSS-10) und Symptom-Checkliste (SCL-90)).

Sofern ein erhöhter Konsum von Milchprodukten bestand, wurde nur bei den depressiven Patienten eine signifikant niedrigere IgG-Konzentration gegen Milchprodukte im Vergleich zu den gesunden Probanden festgestellt. Zwischen der Gruppe der Patienten und der gesunden Probanden gab es keinen signifikanten Unterschied bezüglich der durchschnittlichen IgG-Konzentration gegen Lebensmittelantigene. Bei depressiven Menschen waren jedoch die Cortisolwerte erhöht und die Konzentration von TNF-ɑ erniedrigt. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass Cortisol bzw. TNF-ɑ bei der Immunsuppression der IgG-Reaktion auf Milchprodukte bei depressiven Patienten eine wesentliche Rolle spielen. ↑ weiter

IgG-basierte Eliminierung von Nahrungsmitteln lindert primäre Kopfschmerzen bei Kindern – Ergebnisse einer klinischen Studie

Zur Elimination immunologisch reaktiver Lebensmitteln und deren Einfluss auf die Symptomatik und Lebensqualität von Personen mit chronischer Migräne und Kopfschmerzen sind in den vergangenen Jahren verschiedene Studien durchgeführt worden, die wir im Buch ↑ „Lebensmittelintoleranzen – Kann gesunde Nahrung krank machen“ beschrieben haben. Es gibt daher immer mehr Hinweise darauf, dass Kopfschmerzen ein sekundärer Effekt auf immunologische Mechanismen sein könnten, die durch IgG-Antikörper gegen bestimmte Lebensmittel vermittelt werden.

In einer weiteren Studie mit 50 Kindern im Alter von 7 – 16 Jahren wurde untersucht, in wieweit die Karenz von positiv getesteten Lebensmitteln sich auf die Häufigkeit primärer Kopfschmerzen auswirkt. Nahrungsmittel mit der stärksten Reaktion wurden für 6 Wochen gemieden. Die Autoren der Studie konnten nachweisen dass die Eliminierung von Nahrungsmitteln auf IgG-Basis zu einer signifikanten Reduktion der Kopfschmerzen führt. Gleichzeitig wurde eine Reduktion der IgG-Werte gemessen, was auf ein immunologisches Geschehen im Zusammenhang zwischen Nahrung und Kopfschmerzen bei Kindern hinweist.

Quelle: Taheri S., Campbell C., Mazza E., Devries M. Randomized controlled trial of IGG-based food elimination for treatment of primary headache in children-interim analysis. Conference: 5th European Headache and Migraine Trust International Congress, EHMTIC 2016 United Kingdom.

Entwicklung von IgE- und IgG-Antikörpern in den ersten 10 Lebensjahren

In der frühen Kindheit richtet sich das allergenspezifische IgG-Repertoire vor allem gegen tierische und pflanzliche Lebensmittelmoleküle und selten gegen luftgetragene Moleküle. In einer kollaborativen Studie mehrerer universitärer Krankenhäuser in Deutschland wurde untersucht, in wieweit dieses frühe Antikörper-Muster gegenüber einer breiten Palette allergener Moleküle während der ersten 10 Lebensjahre beibehalten wird.

Die Wissenschaftler untersuchten die Blutseren von Teilnehmern der Deutschen Multicenter-Allergie-Studie, einer Geburtskohorte, die 1990 geboren wurde. Die Seren wurden im Zeitraum zwischen Geburt und dem Alter von 10 Jahren gesammelt. Der zeitliche Verlauf der IgE- (Cutoff ≥ 0,30  ISAC Standardised Units, ISU) und IgG- (Cutoff ≥ 0,10  ISU) Reaktionen auf 35 allergene Moleküle wurde mit geeigneten Messmethoden bestimmt.

Die IgE-Reaktionen richteten sich meist gegen eine begrenzte Gruppe von luftgetragenen Molekülen, mit folgender Prävalenzhierarchie (Phl p 1> Bet v 1> Bet v 1> Fel d 1> Phl p 5> Der p 2> Der p 2> Der p 1), die im Laufe der Zeit weitgehend beibehalten wurde. Das IgG-Repertoire war jedoch viel breiter, beginnend vor allem mit IgG gegen tierische Lebensmittel. In späteren Lebensjahren kamen Antikörper gegen Moleküle aus pflanzlichen Lebensmitteln hinzu, und erst danach kam es zu IgG-Reaktionen auf spezifische luftgetragene Moleküle. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass eine starke IgG-Reaktion fast immer dem Auftreten von IgE auf dasselbe Molekül bei spezifisch sensibilisierten Probanden vorausgeht oder gleichzeitig mit der IgG-Reaktion auftritt. ↑ weiter

Diagnose Schizophrenie: Vom Leiden ins Leben

Die Diagnose Schizophrenie ist für Eltern und Angehörige häufig ein Schock. Sie scheint wie ein unüberwindbares Gebirge zu sein, an dessen Fuß man steht und sich fragt, wie man dieses überwinden kann. Viele Menschen resignieren vor solch einer Mammutaufgabe. Betroffene begeben sich in die Hände der Psychiatrie. Angehörige suchen Rat und Hilfe bei Psychiatern, wenn der Betroffene sich nicht von selber in die Psychiatrie begibt. Die Psyche erkrankt aber nicht, sondern das Gehirn, und diese Störung ist zumeist stoffwechselbedingt.

Im vergangenen Webinar vom 5.2.2018 hat Herr HP Josef Brandenberg den Weg der Heilung seines Sohnes geschildert, der seit August 2009 von ihm wegen einer paranoiden Schizophrenie (mit Suizid-Gefährdung, Wesensveränderung, Aufenthalten in die Kinderpsychiatrie etc.) behandelt wird. Ein Leidensweg der das Leben einer ganzen Familie auf den Kopf stellte und doch zum guten Ende führte. Der Schritt zur naturheilkundlichen Behandlung und wie sich der Zustand seines Sohnes von Tag zu Tag besserte, wurde erfahrbar. Eine zunächst vereinfachte Ernährungstherapie führte zur positiven Entwicklung der kognitiven Leistungsfähigkeit und nach mehrmonatiger Ernährung gemäß den Vorgaben des Pro Immun M-Tests sowie der Einnahme von hochwertigen Nahrungsergänzungen zur Mikrobiomtherapie und der regenerativen Mitochondrienmedizin, war die Merkspanne von Erlerntem vom Fünf-Minutenbereich stetig angestiegen, bis auf monatelanges Merken. Eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt wurde somit möglich. Heute ist der junge Mann emotional völlig stabil, führt ein ganz normales Leben, hat die Fachoberschulreife abgeschlossen und bereitet sich momentan auf seine zweite Ausbildung vor.

Seine Erfahrungen während der Begleitung seines Sohnes in eine stabile Gesundheit schildert HP Brandenberg in dem Buch: ↑ „Diagnose Schizophrenie – Vom Leiden ins Leben – Berichterstattung eines Vaters und Therapeuten“, welches wir Ihnen heute gerne empfehlen möchten.

Lebensmittelspezifische IgG4-Titer bei Patienten mit Reizdarmsyndrom

Die Ätiologie des Reizdarmsyndromes (RDS oder IBS, inflammatory bowel syndrome) ist teilweise immer noch unklar. Ein ausschlaggebender Faktor bei der diarrhö-prädominanten Form (RDS-D) scheint die Glutensensitivität zu sein. Veränderungen der Motilität, Immunreaktionen und psychische Faktoren sind außerdem vorgeschlagen worden. Ein weiterer konsistenter Befund bei vielen Patienten sind erniedrigte Schmerzschwellen im Kolon. Die Bedeutung der Ernährung bei Patienten mit Reizdarmsyndrom ist jedoch immer noch nicht eindeutig geklärt.

Das Ziel dieser Studie bestand darin, die IgG4-Titer gegen häufige Nahrungsmittelantigene bei Patienten mit Reizdarmsyndrom und gesunden Probanden zu messen. In die Studie (aus Korea) wurden 32 Patienten eingeschlossen, mit Reizdarmsyndrom gemäß den Rom III-Konsensuskriterien (zwölf Patienten mit Durchfall-prädominantem Reizdarmsyndrom; 20 Patienten ohne Durchfall-Prädominanz). Diese Patienten wurden verglichen mit 32 gesunden Probanden. Bei allen 64 Teilnehmern wurden die Serum-IgG4-Antikörper gegen 90 häufigen Lebensmitteln bestimmt.

IgG4 wird als Messgröße einer „überstandenen“ oder asymptomatischen Typ I-Allergie betrachtet und gilt als „blocking antibody“ gegenüber dem IgE, d. h. IgG4 blockt die Bindung an IgE ab. Dieses Immunglobulin kommt in etwa 10.000-fach höherer Konzentration vor als IgE und kann daher schneller und häufiger an ein Allergen binden als IgE. Da IgG4 aber nur etwa 1 % der Histaminmenge freisetzt im Vergleich zu IgE, kommt es bei fast allen Patienten nicht zu entsprechenden allergischen Symptomen. Daher hat IgG4 also positive Eigenschaften (bei 95 – 97 % der Patienten), da die Allergene von IgG4 abgefangen werden, so dass sie weniger mit IgE reagieren und die Symptome einer Typ I-Allergie auslösen. Lesen Sie dazu mehr in unserer Broschüre „Wertigkeit von IgG4 und spezifischem gesamt-IgG bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten“.

Die Untersuchungen erbrachten folgende Ergebnisse: Patienten mit Reizdarmsyndrom hatten signifikant höhere IgG4-Titer gegen Weizen, Taroknollen, Lauch, Salat, Äpfel und Orangen im Vergleich zu den Werten der gesunden Probanden. Die Serum-IgG4-Titer auf Ingwer, Kakao, Walnuss, Radieschen, Zwiebeln und Salat waren bei RDS-Patienten tendenziell höher als bei den gesunden Kontroll-Probanden. Bei der Patientengruppe mit Durchfall-prädominantem RDS (RDS-D) wurden vor allem höhere IgG4-Werte auf Weizen, Gluten, Gliadin, Äpfel und Orangen festgestellt. In der Untergruppe der 20 Patienten ohne Durchfall-Prädominanz bestanden signifikant stärkere Reaktionen auf Eiweiß, Soja, Ananas, Salat, Lauch und Taroknollen.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung der Allergologen, dass es eine physiologische Erscheinung sei, wenn ein Mensch IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel bildet, ist auch bei dieser Studie nachgewiesen worden, dass die Prädominanz von IgG/ IgG4 im Serum eine immunologische Abwehrreaktion gegen ein Nahrungsmittel darstellt und in diesem Fall mit einer weit verbreiteten Erkrankung wie dem Reizdarmsyndrom im Zusammenhang steht. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag „Eliminationsdiäten basierend auf IgG-Titern werden in der deutschen S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom positiv bewertet“.

Alterations of Food-specific Serum IgG4 Titers to Common Food Antigens in Patients With Irritable Bowel Syndrome

 

IgG-basierte Nahrungsmitteltests sind sinnvoll für die Diagnose und die Remissionserhaltung nach exklusiver enteraler Ernährung bei Morbus-Crohn

Bei akutem Morbus-Crohn-Schub kann eine mehrwöchige exklusive enterale Ernährung (EEN) helfen. Es kommt allerdings zu Rückfällen, sobald die normale Ernährung wieder eingeführt wird. Das Ziel dieser Studie bestand darin, die lebensmittelspezifischen IgG-Antikörper von Patienten mit Morbus Crohn zu untersuchen und die Auswirkungen einer IgG-basierten Eliminationsdiät auf die Remissionserhaltung nach EEN zu klären.

Morbus Crohn gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Pathogenese des Morbus Crohn ist nicht vollständig geklärt, mehrere Umstände sind jedoch an der Pathogenese beteiligt. Die Erkrankung gilt heute als Autoimmunerkrankung im weiteren Sinne, da die Darmschleimhaut durch eine Immunreaktion gegen die kommensale Darmflora geschädigt wird. Dabei kommt es zu einem bevorzugten Befall des unteren Dünndarms und des Dickdarms.

Charakteristisch ist auch ein diskontinuierlicher Befall der Darmschleimhaut, wobei gleichzeitig mehrere Darmabschnitte erkrankt sind, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind. Wie bei vielen anderen Autoimmunerkrankungen, ist die Ursache der intensiven immunologischen Reaktion noch nicht vollständig geklärt. Daher wird derzeit in der Schulmedizin nur symptomatisch (immunsuppressiv oder immunmodulierend) und nicht kausal therapiert.

An einer Studie aus China nahmen 64 Patienten mit M. Crohn teil, die mit einer mehrwöchigen EEN behandelt wurden. Bei den Patienten war generell eine erhöhte Immunantwort gegen Reis, Tomaten, Hühnerei und Mais auffällig. Die Autoren dieser Studie betrachten sogar Art und Anzahl der positiven IgG-Reaktionen als diagnostischen Marker der Erkrankung. Die eine Hälfte der Patienten führte nach der EEN wieder eine normale Ernährung ein, jedoch unter Ausschluss der IgG-reaktiven Lebensmittel. Die zweite Hälfte der Patienten diente als Vergleichsgruppe; hier wurden nach der EEN-Phase die reaktiven Nahrungsmittel nicht aus der Ernährung eliminiert. In der Gruppe der IgG-Eliminationsdiät kam es nur bei 12,5 % der Patienten zu einem Rückfall. Bei den Patienten die weiterhin IgG-reaktive Lebensmittel konsumierten war die Rückfallrate mit 25 % doppelt so hoch. Daraus schließen die Autoren dieser Studie dass eine Ernährung basierend auf den Ergebnissen eines IgG-Tests hilfreich ist um die Erkrankung in Remission zu halten.  

The utility of food antigen test in the diagnosis of Crohn's disease and remission maintenance after exclusive enteral nutrition

 

Erfolgreiche Behandlung von Morbus Crohn durch eine IgG4-Eliminationsdiät

Ergebnisse einer randomisierten, kontrollierten Studie
 
Im St George's Hospital (London) wurde im Rahmen einer doppelblinden randomisierten Placebo-kontrollierten Studie die Wirksamkeit der IgG4-basierten Eliminationsdiät zur Verbesserung der Lebensqualität bei Patienten mit Morbus Crohn überprüft. Dazu wurden bei 96 Patienten mit Morbus Crohn (Morbus Crohn-Aktivitätsindex (CDAI) von 80 – 400) die IgG4-Titer gegen 16 Lebensmittel getestet. Bei der „echten“ Diät-Gruppe wurden jeweils 4 Lebensmittel mit den höchsten Antikörper-Titer für 4 Wochen ausgeschlossen. In der Placebo-Gruppe erfolgte der Ausschluss von jeweils 4 Lebensmitteln mit den niedrigsten Antikörper-Titern. Die Lebensqualität wurde mit dem „Short Inflammatory Bowel Disease Questionnaire (SIBDQ)“-Fragebogen erfasst, jeweils zu Beginn und auch am Ende der 4-wöchigen Karenzzeit. Als weitere Parameter der Symptomatik wurden folgende Parameter erfasst: Klinischer Aktivitätsindex bei Morbus Crohn (Crohn's Disease Activity Index, CDAI), Harvey Bradshaw Index, C-reaktives Protein und fäkales Calprotectin.

Bei 96 Patienten wurde der IgG4-Test durchgeführt und 76 Patienten schlossen die Studie ab. In der „echten“ Diätgruppe waren Milch, Rindfleisch, Schweinefleisch und Eier die reaktivsten Nahrungsmittel. Durch die vierwöchige Elimination reaktiver Lebensmittel wurde bei dieser Patientengruppe eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität festgestellt („Short Inflammatory Bowel Disease Questionnaire“-Fragebogen: Verbesserung um 3,05 Punkte (0,01 – 6,11; p < 0,05); Crohn's Disease Activity Index, CDAI: Verbesserung um 41 Punkte (10,4 – 71,5; p = 0,009). Daraus schlussfolgern die Autoren, dass eine IgG4-basierte Eliminationsdiät adjuvant die Lebensqualität und Symptomatik bei Patienten mit Morbus Crohn verbessert.

Treatment of Crohn’s Disease with an IgG4-Guided Exclusion Diet: A Randomized Controlled Trial

Ernährungsempfehlungen zur Prävention von Depressionen

Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit sind derzeit von Depressionen betroffen. Die Erkrankung an sich stellt eine große finanzielle Belastung für das Gesundheitssystem dar, berücksichtigt man auch die Kosten für Prävention und Verzögerung des Fortschreitens dieser Erkrankung. Verschiedene Forschungsarbeiten der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Risiko an einer Depression zu erkranken, beeinflusst werden kann durch eine gesunde Ernährung, den bevorzugten Konsum von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Vitamin B6; Folsäure, Antioxidantien und Zink. Trotzdem gibt es bislang noch keine allgemein anerkannten generellen Ernährungsempfehlungen zur Prävention/ Behandlung von Depressionen. Eine internationale Gruppe von Experten hat daher die aktuelle Studienlage analysiert und fünf Empfehlungen ausgesprochen:

  1. Folgen Sie „traditionellen“ Ernährungsweisen wie der mediterranen, norwegischen oder japanischen Diät. Die verfügbaren Beweise deuten darauf hin, dass traditionelle Ernährungsgewohnheiten für eine positive psychische Gesundheit vorteilhaft sind.
  2. Erhöhen Sie den Verzehr von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Nüssen und Samen. Diese Nahrungsmittel sollten den Hauptteil der Ernährung bilden, da sie eine hohe Nährstoffdichte haben, einen hohen Gehalt an pflanzlichen Fasern und einen niedrigen Gehalt an gesättigten und Trans-Fettsäuren.
  3. Achten Sie auf einen häufigen Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Fisch ist eine der Hauptquellen von Omega-3 Fettsäuren, und ein höherer Fischkonsum ist mit einem reduzierten Depressionsrisiko verbunden.
  4. Begrenzen Sie Ihre Aufnahme von verarbeiteten Lebensmitteln, Fastfood, Bäckereiprodukten und Süßigkeiten. Diese Lebensmittel haben einen hohen Gehalt an Trans-Fettsäuren, gesättigten Fettsäuren, raffinierten Kohlenhydraten und Zuckerzusatzstoffe. Sie haben wenig Ballaststoffe und einen zu hohen Nährstoffgehalt. In Beobachtungsstudien konnte ein hohes Risiko für Depressionen nachgewiesen werden wenn derartige Lebensmittel bevorzugt konsumiert worden.
  5. Ersetzen Sie ungesunde Lebensmittel mit gesunden nahrhaften Lebensmitteln. Gesunde Nahrungsmittel (z. B. Früchte, Gemüse, Vollkorngetreide und Fisch) und ungesunde Nahrungsmittel (z. B. Süßigkeiten, Softdrinks, Gebratenes, raffiniertes Getreide und verarbeitetes Fleisch) sind unabhängige Prädiktoren für geringere bzw. höhere depressive Symptomatik.

Dietary recommendations for the prevention of depression

Das Sjögren-Syndrom und Reizdarm: Erfolgreiche Behandlung durch eine IgG-Eliminationsdiät

Das Sjögren-Syndrom wurde erstmals 1933 von dem schwedischen Augenarzt Henrik Sjögren beschrieben. Dies Syndrom ist eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen. Sekundär tritt das Sjögren-Syndrom in Begleitung anderer Autoimmunerkrankungen auf, wie Lupus erythematodes, rheumatoider Arthritis oder systemischer Sklerose. Bestimmte Immunzellen greifen besonders die Speicheldrüsen und Tränendrüsen an, was im weiteren Verlauf zu entzündlichen Veränderungen an inneren Organen und am zentralen Nervensystem führen kann. Patienten mit Sjögren-Syndrom (SS) leiden oftmals auch unter einer Reizdarmsymptomatik (IBS), gelegentlich auch unter Zöliakie. Diese Studie wurde durchgeführt, um bei Patienten mit SS und IBS eine mögliche Lebensmittelintoleranz zu untersuchen. Bei zehn Patienten wurden IgG-basierte Lebensmitteltests durchgeführt und in allen Fällen wurden multiple Lebensmittelintoleranzen nachgewiesen.
 
Von zehn getesteten Patienten wurde bei neun Patienten eine Intoleranz gegenüber Weizen und Milchprodukten nachgewiesen. Eier, Rindfleisch und Mais waren weitere unverträgliche Lebensmittel. Bei den meisten Patienten lagen Antikörper vor, die auf eine Entzündung des gastrointestinalen Taktes hinweisen. Zudem wurden auch zahlreiche Antikörper nachgewiesen, die für SS charakteristisch sind. Acht der zehn Patienten hielten sich für einen Zeitraum von sechs Monaten konsequent an die Eliminationsdiät. Durch die Ernährungsumstellung kam es zu einer vollständigen Beseitigung von Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Gelenkschmerzen. Zwei Patienten schlossen nur Weizen und Milchprodukte aus ihrer Ernährung aus und auch hier kam es zu einer Besserung, nicht jedoch zu einer vollständigen Beseitigung der Symptomatik. Sobald Weizen oder Milchprodukte konsumiert wurden, kehrten bei allen Patienten die Symptome wieder zurück. Im Laufe der Zeit konnten einige der Patienten manche Lebensmittel wieder vertragen (zum Beispiel Tomaten, Schweinefleisch oder Reis), ohne dass es zu einer erhöhten Symptomlast kam. Müdigkeit und Erschöpfung waren auch ein wesentlicher Bestandteil der Symptomatik aller Patienten. Durch die Eliminationsdiät verbesserten sich die Beschwerden, nicht jedoch zu 100 %. Daher erhielten die Patienten Nahrungsmittelergänzungen zur ursächlichen Behandlung stoffwechselbedingter mitochondrialen Dysfunktionen, z. B. CoQ10, Kreatin, Carnitin, Folsäure und Alpha-Liponsäure.

In dieser Studie konnte gezeigt werden dass bei 10 Patienten mit SS und IBS eine Überempfindlichkeit gegenüber Nahrungsmitteln an der Symptomatik beteiligt ist, wobei die Unverträglichkeit von Weizen und Milchprodukten am häufigsten war. Die Ermüdungserscheinungen dieser Patienten wurden durch eine Ernährungsumstellung und die Korrektur der zugrunde liegenden Stoffwechselstörungen behandelt. Die Autoren dieser Studie schließen daraus, dass bei Patienten mit SS die an einer IBS leiden stets auch eine Untersuchung auf Lebensmittelinoleranzen erfolgen sollte. Durch diese einfachen und kostengünstigen Interventionen konnte allen Patienten geholfen werden, ihre Lebensqualität hat sich wesentlich gebessert.

Gastrointestinal disease in Sjogren’s syndrome: related to food hypersensitivities
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Höhere Aufnahme von Pyridoxin (Vitamin B6) und Thiamin (Vitamin B1) verringert das Brustkrebsrisiko

Eine groß angelegte Studie fand Zusammenhänge zwischen einer höheren Aufnahme von Pyridoxin (Vitamin B6) und Thiamin (Vitamin B1) und einem niedrigeren Risiko von Brustkrebs bei älteren Frauen. Die Studie zeigte auch ein vermindertes Risiko für die Erkrankung in Verbindung mit einer größeren Supplementierung mit Riboflavin (Vitamin B2), Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), Folat und Cobalamin (Vitamin B12) bei Frauen, die wenig oder gar keinen Alkohol konsumierten. An dieser Studie waren 27.853 Frauen beteiligt (älter als 45 Jahre), die an der französischen NutriNet-Santé-Studie ab 2009 teilnahmen. Ihre Ernährungsgewohnheiten wurden jedes Jahr erhoben und daraus wurde die durchschnittliche Aufnahme von B-Vitaminen berechnet. Die zusätzliche Verwendung von Nahrungsmittelergänzungen wurde über Fragebögen erhoben.

Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 4,2 Jahren wurden 78 prämenopausale und 384 postmenopausale Fälle von Brustkrebs diagnostiziert. Unter den Frauen, deren Gesamtaufnahme von Pyridoxin zu den höchsten 25 % der Probanden gehörte, gab es ein 33 % geringeres Risiko an Brustkrebs zu erkranken im Vergleich zu den Frauen, deren Aufnahme unter den niedrigsten 25 % lag. Wenn Pyridoxin aus Nahrungsergänzungsmitteln allein untersucht wurde, war das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, bei den Frauen mit der höchsten Aufnahme um 39 % niedriger im Vergleich zu den Frauen, die keine derartigen Nahrungsergänzungsmittel verwendeten. Für Thiamin als Nahrungsergänzungsmittel war auch eine starke Schutzwirkung verbunden. Frauen mit der höchsten Aufnahme von Thiamin hatten ein um 39 % geringeres Risiko an Brustkrebs zu erkranken im Vergleich zu den Frauen die kein zusätzliches Thiamin einnahmen.

Diese große prospektive Studie, einschließlich der quantitativen Bewertung der ergänzenden Aufnahme, deutet auf eine mögliche schützende Wirkung von Pyridoxin und Thiamin auf das Brustkrebsrisiko bei Frauen mittleren Alters hin.

B-Vitamin Intake from Diet and Supplements and Breast Cancer Risk in Middle-Aged Women: Results from the Prospective NutriNet-Santé Cohort. ↑ weiter

 

IgG-spezifische Eliminationsdiät und psychische Gesundheit

Die Messung von lebensmittelspezifischen IgG-Antikörpern wird als Strategie zur Identifizierung von unverträglichen Nahrungsmitteln verwendet. Aktuell erlangen derartige Tests immer mehr Anerkennung, zumal in den vergangenen Jahren eine zunehmende Anzahl von Studien publiziert wurde (nach schulmedizinischen Standards), in denen die Wirksamkeit dieses Ansatzes (Symptomverbesserung) bei verschiedenen Erkrankungen nachgewiesen wurde. Dazu gehört das Reizdarmsyndrom, Migräne und Kopfschmerzen, Arthritis, Gewichtsreduktion und Lebensqualität. Zusätzlich gibt es unzählige (noch nicht publizierte) Daten zu anderweitigen Erkrankungen sowie Patientenbefragungen. Eine erhöhte Darmpermeabilität kann dazu beitragen dass größere Nahrungsmittelproteine in den Blutstrom gelangen, wo sie eine IgG-Immunantwort auslösen können.

Die Ergebnisse des Tests machen keine diagnostische Aussage, sondern werden als Ausgangspunkt für eine Eliminationsdiät verwendet, bei der bestimmte Karenzzeiten eingehalten werden, je nach der Stärke der Reaktion auf einzelne Lebensmittel. Man geht davon aus, dass eine erhöhte Darmpermeabilität ein Eckpfeiler der Wechselwirkungen zwischen Darm, Mikrobiom und Gehirn ist. Dies kann dazu führen dass Darmbakterien und deren Stoffwechselprodukte sowie auch unvollständig verdaute Nahrungsmittelbestandteile in den Blutstrom gelangen.

Studien haben gezeigt, dass die Blut-Hirn-Schranke anfällig sein kann für Veränderungen in der Darmflora. Zwischen der Darm- und der Blut-Hirnschanke bestehen strukturelle Ähnlichkeiten. Tight junctions, die den engen Zusammenhalt benachbarter Epithelzellen vermitteln, kommen sowohl in der Darmwand als auch in der Blut-Hirn-Schranke vor. Bei einer undichten Blut-Hirn-Schranke sind diese engen Verknüpfungen gestört, es kommt zum veränderten Transport von Molekülen und zu entzündlichen Reaktionen. Diese tragen möglicherweise zu der Genese/ Verschlechterung von Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, amyotropher Lateralsklerose, Multiple Sklerose, Autismus und anderen bei. Das Immunsystem und immun-vermittelte entzündliche Prozesse stehen in engem Zusammenhang mit der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Food-Specific IgG Guided Elimination Diet; A Role in Mental Health?

Multiple Sklerose: Reduzierte Anzahl und Diversität von Darmbakterien und Besserung der Symptomatik durch eine ketogene Diät

Eine ständig wachsende Anzahl von Studien zeigt die Beteiligung des Mikrobioms des Darmes bei Übergewicht, Verdauungsproblemen, endokrinen, entzündlichen und Autoimmunerkrankungen einschließlich Multipler Sklerose (MS). In einer kürzlich veröffentlichten Studie hat man die Konzentrationen verschiedener Bakterienarten des Darmes bei MS-Patienten und gesunden Kontrollen verglichen und deren Veränderung während einer ketogenen Ernährung untersucht. Ketogene Diäten sind zunehmend Gegenstand klinischer Projekte, zumal sie die Gehirnfunktion, Entzündungen, Immunität und das Mikrobiom des Darmes beeinflussen. Anders als beim Fasten oder sehr einseitigen Diäten kann eine ketogene Ernährungsweise über Monate praktiziert werden und wird im Allgemeinen sehr gut vertragen. Die Einhaltung der ketogenen Ernährung kann durch Messung von Ketonkörpern in Blut und Urin zuverlässig nachvollzogen werden. Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Charité und des Max Delbrück-Zentrums für molekulare Medizin in Berlin verglichen die Zusammensetzung der Darmflora bei 25 MS-Patienten und 14 gesunden Probanden. Zehn der MS-Patienten erhielten danach eine ketogene Diät für 6 Monate. Änderungen der Konzentrationen von 35 Bakteriengruppen wurden zu Beginn der Ernährungsumstellung und nach 2, 12 und 24 Wochen untersucht.

Die Ergebnisse zeigten, dass es keine „MS-typische“ Zusammensetzung der Bakteriengruppen gibt. Die Gesamtkonzentrationen und die Vielfalt der essentiellen Bakteriengruppen waren jedoch bei den MS-Patienten reduziert. Von der zahlenmäßigen Abnahme war die Bakterienart Faecalibacterium prausnitzii am meisten betroffen, genauso wie die Gattungen Roseburia und Bacteroides. Dabei gab es aber auch noch individuelle und patientenspezifische Änderungen. Die Effekte der ketogenen Diät bei MS-Patienten waren zweiphasig. Kurzfristig wurden die Bakterienkonzentrationen und deren Vielfalt weiter reduziert. Zwei Wochen nach Beginn der Diät kam es zu einer dramatischen Reduktion der Bakterienzahlen, vergleichbar mit den Effekten von Antibiotika. Gleichzeitig wurde ein weiterer Rückgang der mikrobiellen Vielfalt festgestellt, von durchschnittlich 48 auf 35 Prozent. Nach zwölfwöchiger ketogener Diät kam es jedoch zu einem zahlenmäßigen Anstieg und die Vielfalt der Bakterienarten nahm auch zu. Nach 24-wöchiger Diät waren die Werte bei weitem besser als zu Beginn der ketogenen Diät. Daraus schlussfolgern die Autoren, dass die Dickdarmflora bei MS Patienten deutlich beeinträchtigt ist und durch eine sechsmonatige ketogene Diät normalisiert werden kann. Dabei sollten die Veränderungen im Darm-Mikrobiom durch regelmäßige Untersuchungen über einen längeren Zeitraum hin erfolgen.

Reduced mass and diversity of the colonic microbiome in patients with Multiple Sclerosis and their improvement with ketogenic diet

IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel und andere Biomarker bei Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind derzeit auf dem Vormarsch, und betrafen im Jahr 2010 in den USA jedes 68. Kind. Gegenüber der Inzidenz aus dem Jahr 2002 ist dies ein Anstieg um 68 %. Daher versucht man seit vielen Jahren diesen überwältigenden Anstieg der ASS zu verstehen. In einer explorativen Studie an der Klinik für integrative Medizin der Universität von Kansas wurden zahlreiche Biomarker von 7 Kindern mit ASS untersucht, darunter auch IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittelbestandteile. Bei der Mehrzahl der Kinder wurden erhöhte IgG-Antikörper gegen Casein, Eiweiß, Eigelb und Erdnüsse festgestellt.

Die meisten Kinder hatten außerdem ein erhöhtes Kupfer:Zink-Verhältnis, zu niedrige Vitamin D-Spiegel und ein erhöhtes ω-6:ω-3-Verhältnis. Zu hohe Mengen folgender essentiellen Fettsäuren wurden gemessen: Linolsäure (LA; C18: 2W6), α-Linolensäure (ALA; C13:3W3) und Docosahexaensäure (DHA). Die Werte von Pyruvat und Laktat im Urin der Kinder waren im Normbereich. Drei der Kinder hatten jedoch zu hohe Werte bei den Entgiftungsmarkern. Abnorme Mengen an Pyroglutamat können auf eine Beeinträchtigung des Glutathionstoffwechsels und eines erschöpften Glutathionsstatus hindeuten. Einer Mehrzahl der Kinder fehlte die Glutathion-S-Transferase (GSTM Gen) am genetischen Locus 1p13.3 und 3 von 7 Kindern waren heterozygot für die Glutathion-S-Transferase I105V (GSTP1 Gen). Genetische Varianten (Polymorphismen) der mitochondrialen Superoxid-Dismutase A16V (SOD2 Gen) wurden bei der Mehrzahl der Kinder nachgewiesen, was auch zu der gestörten Entgiftung beitragen könnte. Drei von 7 Kindern hatten Auffälligkeiten bei Zitronensäure-Metabolismus, und Fettsäure-Oxidationsmarkern.
Die Ergebnisse dieser kleinen Gruppe von sieben Kindern mit ASS geben Hinweise auf das Vorhandensein von ernährungsbedingten, metabolischen und genetischen Zusammenhängen. Die Autoren sprechen sich für die Durchführung weiterer größerer Studien aus. Sicherlich werden sich daraus auch weitere interessante Erkenntnisse bezüglich IgG-vermittelter Nahrungsmittelintoleranzen ergeben.

Nutritional and Metabolic Biomarkers in Autism Spectrum Disorders: ↑ An Exploratory Study

Quecksilber-, Arsen-, Cadmium-, und Bleibelastungen bei Kindern mit autistischen Störungen

Umwelttoxine können die neuronale Entwicklung eines Kindes dramatisch verändern. Seit vielen Jahren wird darüber diskutiert, ob die erhöhte Autismus-Prävalenz mit einer Zunahme der toxischer Umweltbelastungen einhergeht. Besonders im Verdacht stehen dabei das Herbizid Glyphosat, Aluminium-Adjuvantien und polybromierte Diphenylether, die als Flammschutzmittel in vielen Kunststoffen und Textilien eingesetzt werden. Die CHARGE-Studie (Childhood Autism Risks from Genetics and Environment) wies auch einen Zusammenhang zwischen Wohnorten in der Nähe einer Autobahn und der Autismus-Prävalenz nach. Demnach ist die Luftverschmutzung ein weiterer Umwelt-Risikofaktor bei der Pathogenese von Autismus.

Die Rolle der Schwermetalle ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurde untersucht, ob die Blutspiegel von Quecksilber, Arsen, Cadmium und Blei von 180 Kindern mit autistischen Störungen unterschiedlich sind im Vergleich zu 184 gleichaltrigen gesunden Kindern. Die Ergebnisse zeigten dass bei Kindern mit autistischen Störungen wesentlich höhere Konzentrationen an Quecksilber und Arsen vorkommen, bei einem gleichzeitig niedrigeren Gehalt an Cadmium, im Vergleich zu den gesunden Altersgenossen. Die Bleikonzentration war in beiden Gruppen etwa gleich groß. So wurde auch in dieser Studie eindeutig nachgewiesen dass eine erhöhte Quecksilberbelastung in der Pathogenese autistischer Störungen von Bedeutung ist.

Blood Mercury, Arsenic, Cadmium and Lead in Children with Autism Spectrum Disorder

Ist die Migräne eine Stoffwechselerkrankung? Umfragen unter Mitgliedern einer Facebook-Gruppe

Migräne wird als neurovaskuläre Erkrankung eingestuft und die eingesetzten Therapien bewirken eine Reduktion der Schmerzen und sonstiger Symptomatik. Allerdings ist die Migräne noch immer nicht ursächlich verstanden und daher scheitern oftmals die medizinischen Behandlungen. Neuere wissenschaftliche Ergebnisse haben gezeigt, dass genetisch bedingte metabolische Aspekte die Ursache von Migräne sein können. Eine Umstellung der Ernährung kann daher Migräneanfälle wirkungsvoll verhindern. Dabei wurde auch dokumentiert, dass die Prävention und Behandlung von Migräne ohne den Einsatz von Medikamenten möglich ist.

Daraus schließen manche Autoren dass die Migräne eigentlich eine Stoffwechselerkrankung ist. In einer Migränegruppe auf Facebook mit tausenden von Mitgliedern beteiligten sich mehrere hundert Mitglieder an wissenschaftlichen Umfragen und berichteten von ihren Erfahrungen. Die Ergebnisse zeigten, dass bestimmte genetische Mutationen, die bei Migräne-Patienten nachgewiesen wurden, zu einer hohen Empfindlichkeit gegenüber Kohlenhydraten führten und auch die Aufrechterhaltung der Elektrolyt-Homöostase beeinflussten. Migräne-Anfälle wurden vermieden, sobald die Patienten den Anteil an Kohlenhydraten in ihrer Nahrung reduzierten und gleichzeitig auch auf ihre Elektrolyte achteten (indem sie natrium- und kaliumreiche Nahrungsmittel bevorzugten), mehr Wasser tranken und den Fettanteil in ihrer Ernährung erhöhten. Die Veränderungen waren so überzeugend, dass die Patienten ermutigt wurden, auf ihre Medikation oder Neurosenstimulatoren zur verzichten. Je konsequenter die Patienten bei der Ernährungsumstellung waren, umso seltener stellten sich die Migräneanfälle ein. Manche Patienten haben mittlerweile seit drei Jahren keine Anfälle mehr, seit dem Beginn der Studie.

Migraine as a Metabolic Disease

Ernährung, IgG-basierte Eliminationsdiäten und Kopfschmerzen bzw. Migräne

Die Bedeutung der Ernährung bei der Behandlung von Kopfschmerzen ist ein umstrittenes Thema. Von einem Forscherteam an der Universität von Cincinnati (USA) wurde dieses Thema eingehend untersucht. Dabei wurden folgende Fragestellungen anhand einer Vielzahl von publizierten Studien untersucht:
•    Können bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten und Getränke Migräne und Kopfschmerzen verursachen?
•    Können Eliminationsdiäten Kopfschmerzen und Migräne verhindern?
•    Welche Mechanismen führen zu ernährungsbedingten Kopfschmerzen und Migräne?

Verzicht auf Koffein und die Einnahme von (in Flüssigkeit gelöstem) Glutamat waren die stärksten Auslöser für Kopfschmerzen, wie mehrere Provokationsstudien belegten. Bei Aspartam sind die Ergebnisse widersprüchlich, mit zwei positiven und zwei negativen Provokationsstudien. Beobachtungsstudien liefern begrenzte Hinweise darauf, dass gluten- und histaminhaltige Lebensmittel sowie Alkohol Kopfschmerzen auslösen können (in Untergruppen von Patienten). Zwei von drei randomisierten kontrollierten Studien berichteten, dass eine Eliminationssdiät von IgG-positiven Nahrungsmitteln signifikant die Häufigkeit von Kopfschmerzen/ Migräne während der Behandlung im Vergleich zur Baseline-Zeitspanne verringerte.

Eine Ernährung mit einem geringen Fettanteil, hohem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und geringem Gehalt an Omega-6-Fettsäuren verringerte die Häufigkeit von Migräneanfällen und anderen Kopfschmerzarten, wie in zwei randomisierten kontrollierten Studien gezeigt wurde. Eine ketogene Diät war effektiver als eine Standarddiät bei der Verringerung der Migräne-Häufigkeit (Nachweis durch eine einzige nicht randomisierte klinische Studie). Eine Beobachtungsstudie ergab, dass bei Personen mit Migräne mit Aura, die die C-Variante des Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase-Gens (MTHFR) aufweisen, der Konsum von Folsäure umgekehrt mit der Häufigkeit von Migräneattacken assoziiert war. Das Enzym MTHFR ist bei vielen Stoffwechselwegen unentbehrlich, unter anderem beim Abbau des schädlichen Homocysteins zu Methionin. Varianten und Mutationen im MTHFR-Gen können zu vermehrter, vor allem aber zu verringerter Produktion und Wirksamkeit des MTHFR-Enzyms führen.

Ernährungsbedingte Kopfschmerzen werden durch verschiedene Mechanismen ausgelöst; daran beteiligt sind Neuropeptide, Neuro-Rezeptoren und Ionenkanäle, Entzündungen, sympathisches Nervensystem, Freisetzung von Stickstoffmonoxid, Vasodilatation und zerebraler Glukosestoffwechsel.

Diet and headache: Part 1

Diet and headache: Part 2

 

Behandlung von allergischer Rhinitis und reaktivem Bronchospasmus mit Nahrungsergänzungsmitteln und Eliminierung IgG-reaktiver Lebensmittel – ein Fallbericht

Allergische Reaktionen gehören zu den häufigen gesundheitlichen Problemen, unabhängig davon, ob die Atmungsorgane betroffen sind, sie durch Lebensmittel verursacht sind oder mit dermatologischen Erscheinungen einhergehen. Patienten sind meistens auf die kontinuierliche Nutzung von Medikamenten angewiesen, wie z. B. Antihistaminika. Der Nachweis von lebensmittelspezifischem Immunglobulin G gegen Nahrungsmittel oder deren Bestandteile wird bei dieser Erkrankung jedoch kontrovers diskutiert.

Die Autoren dieses Fallberichtes beschreiben die Vorteile der Behandlung einer pädiatrischen Patientin mit natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln und einer IgG-basierten Eliminationsdiät. Bei der Patientin handelte es sich um ein 10-jähriges kaukasisches Mädchen mit der Diagnose einer allergischer Rhinitis und reaktivem Bronchospasmus (ausgelöst durch Allergene wie Weizen, Parfum und saisonale Pollen), die am Southwest Naturopathic Medical Center (Tempe, AZ, USA) behandelt wurde. Nach dem Test auf IgE- und IgG-reaktive Lebensmittel wurde der Patientin ein Ernährungsplan verordnet um die IgG-reaktiven Nahrungsmittel zu eliminieren. Zusätzlich wurde sie mit natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln behandelt, um ihre allergischen Reaktionen zu reduzieren.

Die Bewertung der Bronchospasmen beruhte auf der Häufigkeit von Keuchen und Engegefühl in der Brust, der Häufigkeit des Inhalator-Gebrauchs und dem Auftreten von Exazerbationen. Die Bewertung der Symptomatik beruhte auch auf den Schilderungen der Patientin bezüglich ihrer Kongestion und den Beobachtungen der Mutter im Bezug auf Symptomatik, Aufmerksamkeit und Schulleistungen. Nach nur einmonatiger Therapie wurde eine 90 %-ige Verbesserung des Hustens festgestellt; bei der nasalen Kongestion kam es zu einer 70 %-igen Verbesserung. Das Enge-Gefühl in der Brust nahm ab und es bestand keine Notwendigkeit mehr für die Verwendung von Loratadin, Diphenhydramin oder Albuterol. Bei dem Follow-up-Besuch nach acht Monaten war die nasale Kongestion gänzlich verschwunden. Dieser Fall zeigt die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln und einer Eliminationsdiät bei der auf IgG-reaktive Lebensmittel verzichtet wird, bei der Behandlung von pädiatrischer allergischer Rhinitis und reaktiven Bronchospasmen.

Resolution of allergic rhinitis and reactive bronchospasm with supplements and food-specific immunoglobulin G elimination: a case report ↑ weiter

 

Wirkung der Strahlung von Wi-Fi Routern und Handys auf die Freisetzung von Quecksilber aus Amalgam

Dentalamalgam besteht aus etwa 50 % elementarem Quecksilber. Trotz Bedenken über die Toxizität von Quecksilber ist Amalgam immer eines des am weitesten verbreiteten restaurativen Materials. Erstmals wurde in einer Studie der Einfluss von Signalen eines WLAN-Netzwerkes auf die Quecksilberfreisetzung aus Zahnfüllungen untersucht.

Kavitäten der Klasse V wurden auf den bukkalen Oberflächen von 20 nicht-kariösen extrahierten menschlichen Prämolaren hergestellt und anschließend mit Amalgamfüllungen versehen. Danach wurden die Zähne in einer Kochsalzlösung für 14 Tage bei 37°C aufbewahrt, um freie Reste von Amalgam auszuwaschen. Anschließend kam jeder Zahn in ein Gefäß mit künstlichem Speichel. Zehn Zähne wurden in die Nähe eines WLAN-Netzwerkes gestellt (2,4 GHz, 20 Minuten). Der Abstand zwischen dem Wi-Fi-Router und den Zahnproben betrug 30 cm und der Router tauschte Daten mit einem Laptop-Computer aus, der 20 m vom Router entfernt war. Zehn weitere „Kontroll“-Zähne wurden dieser Behandlung nicht unterzogen. Anschließend wurde die Quecksilberkonzentration in dem künstlichen Speichel gemessen. Die durchschnittliche Quecksilberkonzentration im Speichel der Zähne, die dem WLAN ausgesetzt waren, betrug 0,056 ± 0,025 mg/L. Dieser Wert war nur halb so groß (0,026 ± 0,008 mg/L) im künstlichen Speichel der „Kontroll“-Zähne die keine Strahlung erhielten.

Somit wurde bewiesen dass unter Hochfrequenzstrahlung die von herkömmlichen Wi-Fi-Geräten emittiert wird, eine erhöhte toxische Belastung durch die Freisetzung von Quecksilber aus Amalgamfüllungen erfolgen kann.

Effect of radiofrequency radiation from Wi-Fi devices on mercury release from amalgam restorations ↑ weiter

 

Fallbericht zur Heilung der Amylotrophen Lateralsklerose – Publikation aus der Zeitschrift „Complementary Medicine Research“

Lesen Sie hier den Bericht einer (aus Sicht der Autoren des Münsteraner Memorandums sicherlich „unwissenschaftlichen“) Heilung der Amylotrophen Lateralsklerose, einer schweren Erkrankung die meist innerhalb von 3 – 5 Jahren zum Tode führt. Bei einem 49-jährigen männlichen Patienten mit Muskelschwäche in den Extremitäten und Faszikulationen wurde eine progressive Muskelatrophie, einer Variante von ALS, diagnostiziert. Eine umfangreiche Zahn- und Kiefersanierung wurde durchgeführt. Schwermetalle wurden ausgeleitet, der Patient erhielt Vitamine und Spurenelemente und ernährte sich vegetarisch. Nach 1,5 Jahren fanden sich in der EMG keine ALS-typischen Befunde mehr, im Verlauf von 3 Jahren gesundete der Patient völlig.
Dieser Fall wurde in der Zeitschrift „Complementary Medicine Research“ veröffentlicht.
Lesen Sie bitte mehr

Zu Ihrer Information:
Die Fachzeitschrift “Complementary Medicine Research” ist eine internationale Zeitschrift deren Ziel darin besteht, die Kluft zwischen Schulmedizin und komplementärer/ alternativer Medizin auf eine solide wissenschaftliche Weise zu überbrücken und ihre gegenseitige Integration zu fördern. Dementsprechend kooperieren Experten der konventionellen Medizin und der komplementären/ alternativen Medizin bei der Redaktion der Zeitschrift. Wissenschaftliche Fachartikel werden erst nach einem rigorosen Peer-Review-Verfahren (Kreuzgutachten, d. h. kritische Begutachtung durch Fachkollegen) akzeptiert und publiziert, um einen hohen Standard an wissenschaftlicher Qualität zu gewährleisten.  
Complementary Medicine Research

Das Münsteraner Memorandum

Im Münsteraner Memorandum heißt es mitunter: „…Wenn hingegen Add-on-Heilpraktiker und Ärzte Alternative Medizin anbieten, tun sie dies zwar vor dem Hintergrund akademischen Fachwissens, sie blenden ihr Fachwissen beim Thema alternative Medizin aber offenbar erfolgreich aus. Ob Heilpraktiker oder aber Ärzte alternative Medizin anbieten, macht auch insofern keinen Unterschied, als es aus unserer Sicht ethisch illegitim ist, absehbar unterlegene bis unwirksame Verfahren zu verabreichen…“
Wortlaut und Argumentation des Münsteraner Memorandums Heilpraktiker vom 21.8.2017 können Sie hier nachlesen:
Münsteraner Memorandum Heilpraktiker

Den Kommentar derartiger, aus unserer Sicht, verächtlicher und respektloser Behauptungen möchten wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen, zumal die Intention unserer Newsletter darin besteht, Ihnen wissenschaftlich fundierte und dokumentierte Neuigkeiten aus der komplementären und alternativen Medizin zur Verfügung zu stellen.
Die Petition gegen das Münsteraner Memorandum „Für den uneingeschränkten Erhalt des freien Berufes des Heilpraktikers“ können Sie ↑ hier unterzeichnen.

Komplementäre und alternative Medizin in Europa – das Projekt CAMbrella

Das Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat, Klinikum rechts der Isar, TU München) koordinierte das EU-Projekt CAMbrella, zum Aufbau eines Netzwerkes verschiedener europäischer Forschungseinrichtungen im Bereich der Komplementärmedizin und zur Förderung der internationalen Kooperation.
CAMbrella – lesen Sie bitte mehr

In verschiedenen Arbeitsgruppen befasste man sich u. a. mit den rechtlichen Voraussetzungen für die Anwendung naturheilkundlicher Verfahren, den Bedürfnissen seitens der Patienten, dem Stellenwert dieser Verfahren im Versorgungssystem sowie mit forschungsmethodischen Fragen. Dadurch wurde ein umfassendes Bild der aktuellen Situation der Komplementärmedizin in Europa erstellt und in zahlreiche Publikationen dokumentiert, welches als Ausgangspunkt für künftige Entscheidungen und Forschungsaktivitäten dienen soll.
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Was sagt die Weltgesundheitsorganisation zur Bedeutung von traditioneller bzw. komplementärer und alternativer Medizin?

Die komplementäre und alternative Medizin ist ein wichtiger und oft unterschätzter Teil der Gesundheitsversorgung, der in fast allen Ländern der Welt vorkommt – mit steigender Nachfrage. Alternative Medizin, von bewährter Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit trägt dazu bei, dass alle Menschen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung haben. Viele Länder erkennen jetzt die Notwendigkeit, einen zusammenhängenden und integrativen Ansatz für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Dazu wurde 2013 von der WHO eine globale Strategie zur traditionellen Medizin für die Jahre 2014 – 2023 veröffentlicht.
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Die WHO-Strategie zur traditionellen Medizin soll eine Richtlinie sein, die Länder bei der Integration derartiger Ansätze in das Gesundheitssystem unterstützt. Der sichere und effiziente Einsatz derartiger Methoden soll gefördert und gewährleistet werden, indem alle Staaten über die gesetzlichen Vorgaben und Integration von Therapeuten, Methoden und Produkte in die jeweiligen Gesundheitssysteme entscheiden.

Eliminationsdiäten basierend auf IgG-Titern werden in der deutschen S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom positiv bewertet

Die Naturheilkunde strebt danach, in einem multimodalen Therapieansatz gesundheitsfördernde Elemente in den Alltag von Patienten zu integrieren. Zur Behandlung des Reizdarmsyndroms (RDS) spricht sich die die erste deutsche S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom (Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) deutlich für den Einsatz komplementärmedizinischer Verfahren aus, selbst wenn die Evidenz im Einzelfall noch nicht ausreichend bzw. eindeutig ist. Es besteht Konsens darin, dass bei anamnestischen Hinweisen auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit eine gezielte Eliminationsdiät erfolgen sollte.

Dazu wurde folgender Kommentar von den Verfassern der Leitlinie gemacht:
 „…dieses Statement zielt auf Patienten ab, die Nahrungsmittelunverträglichkeiten überzeugend und wiederholt angeben, ohne dass eine Nahrungsmittelallergie, eine Kohlenhydratmalabsorption oder eine Zöliakie nach anerkannten diagnostischen Kriterien nachgewiesen werden konnte. Dazu gehören auch Patienten mit RDS, die gleichzeitig deutlich erhöhte Serum-Titer von IgG gegen Nahrungsproteine aufweisen. Diese Konstellation wird beobachtet, weil viele Betroffene aus eigenem Antrieb eine „IgG-Diagnostik“ initiieren. In diesen Fällen kann, insbesondere wenn die Symptomatik nicht auf die etablierte Pharmakotherapie anspricht, für einen begrenzten Zeitraum die Elimination von Nahrungsmitteln, die zu erhöhten IgG-Titern führen, versucht werden. Dies sollte allerdings nur bei dauerhaftem Therapieansprechen fortgeführt werden. Hintergrund für diesen Hinweis ist eine gewisse Studienlage, die für eine Besserung der RDS-Symptomatik nach Elimination von Nahrungsmitteln, für die hohe IgG-Titer gemessen wurden, spricht. Beispielsweise wurden in einer unkontrollierten Kohorten-Studie an 25 Patienten mit RDS Nahrungsmittel mit einem IgG-4-Titer > 250 µg/l eliminiert. Nach 3 und 6 Monaten zeigte sich eine signifikante Besserung der Abdominalbeschwerden unter Einschluss des Schmerzes. Dies wurde in neueren Studien bestätigt: In einer Pilotstudie an 20 Patienten, die auf eine Pharmakotherapie refraktär waren, wurden auf der Basis von IgG-Ak Nahrungsmittel eliminiert und eine Rotationsdiät durchgeführt. Es zeigte sich eine nachhaltige Besserung der Reizdarmsymptomatik über 1 Jahr. In einer Fallkontrollstudie an 58 therapierefraktären Patienten mit RDS wurden 36 Patienten einer Fastentherapie, 22 einer Pharmakotherapie plus Psychotherapie zugeführt. Die Fastentherapie führte zu einem besseren symptomatischen Ergebnis. Hintergrund des Benefits von Eliminationsdiäten basierend auf IgG-Titern ist weniger wahrscheinlich ein allergisch/ immunologischer Mechanismus wie bei der Nahrungsmittelallergie, sondern eher eine gestörte Darmbarriere, die zu einem Anstieg von IgG-Ak gegen Nahrungsproteine führen kann. Bei Fortsetzung der Therapie wegen guten klinischen Ansprechens muss eine Mangelernährung im Verlauf ausgeschlossen werden. Dies bedeutet nicht, dass es eine Empfehlung gibt für die Messung von IgG bzw. IgG4 bei Erwachsenen mit RDS und V. a. Nahrungsmittelunverträglichkeit. Im Gegenteil, die allergologischen Fachgesellschaften auf nationaler und europäischer Ebene lehnen eine Empfehlung solcher Diagnostik nach dem aktuellen Stand des Wissens explizit ab, was nicht verhindert, dass Betroffene aus eigenem Antrieb eine solche Diagnostik initiieren und danach häufig eine Stellungnahme des Arztes erwarten…“

Quelle: S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) ↑ weiter

Hormonelle Schadstoffe können zu Fettleibigkeit und Diabetes führen

In Alltagsprodukten wie Plastikspielzeug, Elektrogeräten, PVC-Böden und Konservendosen stecken viele gefährliche Chemikalien. Sie kommen über die Atemluft, die Haut oder die Nahrung in den Körper.

QUELLE: bund.net
Lesen Sie mehr dazu auf der Webseite des BUND. ↑ weiter

Hormonell wirksame Schadstoffe

Gender bending chemicals

Bericht über ein eigentlich bekanntes Thema, nämlich hormonell wirkende Schadstoffe also Xenoöstogene, Phtalate, Bisphenol, Pillenrückstände etc. und die Auswirkungen davon: The disappearing male.

Die "künstlichen Hormonstörer" sind leider überall (Pestizide, Duftstoffe, Plastebestandteile). Der Schaden, den sie besonders bei der männlichen Bevölkerung anrichten – auch bei Feten und männlichen Babies – ist immens. Nur anekdotisch sei erwähnt, dass ursprünglich 60 Mio. Spermien / ml Ejakulat die Norm waren, jetzt sind wir bei Norm 20 Mio. mit der Überlegung, das auf 10 Mio. zu reduzieren. Von steigenden Krebsraten ganz  zu schweigen (auf Englisch): ↑ weiter

IgG-basierte Eliminationsdiät zur Gewichtsreduktion bei Patienten, die durch eine herkömmliche Diät kein Gewicht verlieren

Die Zahl der fettleibigen Menschen steigt weltweit und mittlerweile wurden die Maßnahmen gegen Adipositas für gescheitert erklärt. Ein härteres Durchgreifen ist dringend notwendig, denn der Kampf gegen Übergewicht kommt nur langsam voran. Auch die Zahl der übergewichtigen Kinder ist in den vergangenen 30 Jahren drastisch angestiegen. Kinder in den USA wiegen im Durchschnitt fünf Kilogramm mehr als ihre Altersgenossen vor dreißig Jahren, sie nehmen täglich 200 Kilokalorien mehr zu sich. Übergewicht und Fettleibigkeit bergen eine enorme Belastung der Gesundheitsausgaben für die Gesellschaft, zumal es sich um einen erheblichen Risikofaktor für viele chronische Krankheiten handelt, z. B. Herz-Kreislauf-, Verdauungs-, Atmungs- und Hormonsystems (z. B. Bluthochdruck, Typ-II-Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, Osteoarthritis, Gallenblasenstörungen, Reflux, Krebs (Brust-, Prostata-, Dickdarm-, Endometrium, etc.), Schlafapnoe und Krankheiten, die mit respiratorischer Insuffizienz zusammenhängen). Fettleibigkeit steht ursächlich im Zusammenhang mit niedriggradigen chronisch-inflammatorischen Reaktionen im weißen Fettgewebe, die mit der Aktivierung des Immunsystems einhergehen. Lebensmittel-Intoleranz ist möglicherweise auch der Grund dafür, weshalb manche Patienten mit einer üblichen Diät nur wenig Gewicht verlieren können.

In der Studie von Onmus et al. (2016) mit 82 Patienten (18 bis 65 Jahre, BMI ≥ 25) wurde der Frage nachgegangen, ob eine IgG-basierte Eliminationsdiät den Gewichtsverlust bei übergewichtigen Patienten unterstützt, die durch eine konventionelle Kalorienrestriktions-Diät kein Gewicht verlieren konnten. Bei allen Patienten wurde ein IgG-basierter Lebensmitteltoleranztest durchgeführt. Die Hälfte der Patienten erhielten danach eine Eliminationsdiät, die auf den festgestellten Nahrungsmittelunverträglichkeiten beruhte, während sich die andere Hälfte der Patienten an ihre konventionelle Diät hielt, in Kombination mit körperlicher Aktivität. Alle Patienten wurden von einem Ernährungsberater unterstützt. Die Ergebnisse wurden nach 6-monatiger Diät erfasst.

Ergebnisse:
Durchschnittswerte von 42 Patienten die eine IgG-basierte Eliminationsdiät erhielten (nach 6 Monaten):
Gewichtsverlust:     – 8,5 kg
Fettverlust:     – 4,9 kg
BMI:         – 2,8
Triglyzeride:     – 28 mg/dl

Durchschnittswerte von 40 Patienten die eine konventionelle kalorienreduzierte Diät erhielten (nach 6 Monaten):
Gewichtsverlust:     – 0,8 kg
Fettverlust:     – 0,5 kg
BMI:     – 0,7
Triglyzeride:     – 7 mg/dl

Somit wurde in dieser Studie gezeigt, dass Übergewichtige, die durch eine kalorienreduzierte Diät nicht Gewicht verlieren können, durch eine IgG-basierte Eliminationsdiät sowohl Fett als auch Gewicht verlieren. Dabei wurde auch der Triglyceridspiegel signifikant reduziert.

Quelle:
Onmus, Meltem Yaman, Elif Cakirca Avcu, and Ali Saklamaz. 2016. “The Effect of Elimination Diet on Weight and Metabolic Parameters of Overweight or Obese Patients Who Have Food Intolerance.” Journal of Food and Nutrition Research 4(1):1–5.

Zur ausführlichen Studie (auf Englisch):
http://pubs.sciepub.com/jfnr/4/1/1

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Studie 1
Studie 2
Studie 3

Omega-3 fatty acids

No type of fat has been getting more recent publicity than omega-3s, and you're very likely to have seen TV ads or heard radio infomercials about this unique type of fat. However, much of the omega-3 publicity you've heard has probably been focused on dietary supplements rather than food. In this profile, we'll provide you with a fresh look at omega-3s from the perspective of food and the best ways to balance your meal plan for strong omega-3 support. ↑ weiter

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